Verteidigt das Bargeld!

“….Erst kommt der Ruin der Staatshaushalte durch die Politik, dann kommen die Erfüllungsgehilfen in den Zentralbanken, am Ende steht das Ende der bürgerlichen Freiheiten. Unsolide Haushaltspolitik beraubt die Menschen der Freiheit….” (hier)

29 comments

  1. Thomas Holzer

    “Und es zeigt, wie zerrüttet unsere Währungen und unsere Staatshaushalte wirklich sind.”

    Ja auch; aber es zeigt vielmehr, wie verantwortungslos, selbstverliebt, niveaulos und vor allem ethisch korrumpiert “unsere” demokratisch gewählten Politikerdarsteller sind, und schon immer waren (nur in früheren Zeiten hatten sie noch nicht die technischen Möglichkeiten)
    Komme mir noch einer mit dem Argument des “freien Mandates”, nichts als eine Mär, gehegt und gepflegt von denen, welche in (fast) jeder öffentlichen Rede vorgeben, die Bürger zu vertreten.

  2. sokrates9

    thomas Holzer@ das schlimme ist ja noch dazu dass unsere Politdarsteller nicht kapieren, dass Sie selber auch total betroffen sind! Ist doch schön wenn die Parteizentrale weiß was der Genosse Parteisekretär wirklich spendet…

  3. Thomas Holzer

    den vereinigten Sozialisten in “unserem” Parlament ist dies doch egal! Die bewegen sich doch alle in Richtung Politbüroverständnis

  4. Ehrenmitglied der ÖBB

    @ Thomas Holzer,
    sie haben recht – und wir lassen uns das gefallen!?
    (und wählen diese Herrschaften auch noch 🙁 )

  5. Selbstdenker

    Ich kann mich dem Artikel sowie den Meinungen der anderen Kommentarschreiber nur anschließen.

    Weiters erlaube ich mir die geschilderten Gedanken noch zu verallgemeinern (dieses Bild ist mir bereits vor Jahren in den Sinn gekommen und es ist erschreckend zuzusehen, wie es allmählich Wirklichkeit wird):

    Die Erosion der Staatshaushalte führt zur Erosion des Geldes…
    …die Erosion des Geldes zu einer Erosion des Rechtes…
    …und die Erosion des Rechtes zu einer Erosion der Moral…
    …und die Erosion der Moral zu einer Erosion vom Wert des Lebens.

    Die heutigen technischen Möglichkeiten tragen unglücklicherweise zusätzlich zu einer Verstärkung und Beschleunigung von diesem Prozess bei.

  6. Selbstdenker

    Auf die Komplizen der bereits erwähnten Akteure sollte nicht vergessen werden: es sind die Zahlungsdienstleister, Kreditkartenfirmen, Banken und alle Spionagefirmen, welche die Transaktionsdaten auswerten.

    Sie alle wollen ein Stück vom Kuchen, deshalb kooperieren Sie mit der Politik, den Steuerbehörden und der Zentralbank. Je mehr sie uns unsere Freiheiten und unsere Fluchtmöglichkeiten nehmen, desto mehr können sie uns melken.

  7. Thomas Holzer

    Und die! Tragik schlechthin besteht darin, daß der größte Komplize dieser Entmündigungspolitik die Mehrheit der Bevölkerung ist, welche in der Hoffnung auf eine vermeintliche 100 prozentige Sicherheit und damit einhergehender Bequemlichkeit sämtliche Freiheiten nicht nur freiwillig, sondern vielmehr sogar -leider- mit überschwänglicher Begeisterung! abgibt.
    Das Erwachen wird ein Böses sein

  8. Selbstdenker

    @Holzer:
    Meines Erachtes müsste halt vom Zustand des Jammers in die passive und aktive Gegenwehr übergegangen werden. Dazu zählt:
    – Bewusstseinsbildung (wer z.B. die Gefahren einer “Verbindungsdaten-VDS” nicht versteht, wird die noch viel größere Gefahr einer “Geld-VDS” nie im vollen Umfang begreifen können)
    – Regelmässiges Prüfen von Gesetzesvorhaben und Einstreuen von wichtigen Bedenken im Begutachtungsprozess
    – Aktive juristische Gegenwehr (z.B. Kampf gegen die Zahlscheingebühr)
    – Öffentliches Aufzeigen der Verfilzung zwischen Politik, Banken, Kreditkartenfirmen, etc.
    – Entlarven vom “Recht auf [sic!] ein Girokonto” als Pflicht zum bargeldlosen Zahlungsverkehr
    – Kreditkarten möglichst vermeiden
    – Niedrighalten von Kontobeständen (Umschichtung in Bargeld, Edelmetalle, etc.)
    – Bargeldbehebungen via EC-Karte mit dem täglichen Maximallimit durchführen und sonst alles mit Bargeld bezahlen
    – Informationsbeschaffung: VPN, TOR, Bitcoin, Havala-Banking, etc.
    – Konstante Absicherung der IT-Umgebung
    – Vermeidung von Datenspuren
    – Verwendung verschlüsselter Kommunikation
    etc.

    Die Freiheit der Bürger wird vielschichtig in einer Art Salamitaktik angegriffen. Dementsprechend vielschichtig müssen die Abwehrmassnahmen sein.

  9. Thomas Holzer

    Bewusstseinsbildung wird obsolet, wenn sich die Masse mit Slogans wie “Kampf dem Steuerbetrug, deswegen brauchen “wir” den automatischen Datenaustausch” zufrieden gibt.

    Regelmäßige Prüfung……. ist “useless”, weil die Gesetze sowieso beschlossen werden

    Und das ursächliche Problem, daß die Mehrheit diese “Entscheidungsträger” immer wieder wählt, lässt sich demokratisch nicht beheben.

    All die anderen Punkte, welche Sie anführen, sind, mit Verlaub, ein Minderheitenprogramm, aber sicherlich nicht für “Kevin und Jessica” 😉

  10. Thomas Holzer

    Dummheit gepaart mit Bequemlichkeit in ihrem Lauf, halten weder Sie noch ich auf 🙂

  11. FDominicus

    Sehr geehrter Herr Holzer, sollten Sie mal in der Nähe von Bruchsal sein, lade ich Sie gerne auf eine Tasse Kaffee, Wasser, Bier oder Wein ein 😉

  12. Thomas Holzer

    @FDominicus
    Aufrichtigen Dank für Ihre werte Einladung; mit Verlaub, Whiskey würde ich präferieren, obwohl die Wahrscheinlichkeit, in realiter in die geographische Nähe dieses “Ihres” Ortes in absehbarer Zeit zu gelangen, leider sehr gering ist.
    Alternativvorschlag: “Mach Urlaub bei Freunden” 😉

  13. Selbstdenker

    @Holzer:
    Ihr offenbar tiefsitzender Pessimismus hat auch seine guten Seiten: es gelingt Ihnen wahrlich meisterhaft diesen in Sarkasmus zu verpacken 🙂

    Ändern wird man an den tristen Zuständen jedoch nur dann etwas, wenn man aktiv dagegen etwas unternimmt. Und da ist ein guter Schluck Whiskey mit ausgesuchten Freunden oft ein guter erster Anfang 🙂

  14. Thomas Holzer

    Wenigstens etwas 😉
    Ihren Optimismus in Ehren, aber wie wollen Sie als Minderheit die (demokratische) Mehrheit von den (evidenten) Vorzügen der Freiheit, welche natürlich persönliches Engagement verlangt, welches der Mehrheit in den vergangenen Jahrzehnten anscheinend erfolgreich abgewöhnt wurde, überzeugen?!
    Mit Verlaub, dies würde ich als den Versuch eines herkulischen Unterfangens bezeichnen.

    Die einzige Möglichkeit, dieses derzeit herrschende System zu ändern, ist meiner bescheidenden Meinung nach nur ein Zusammenbruch dieses Systems.
    Dieses System ist -leider- dazu verurteilt, die gewählten Bahnen immer weiter zu gehen.
    z.B. jedes Gesetz wider eine angebliche Diskriminierung fordert immer mehr Gesetze oder Novellierungen bestehender Gesetze, weil der Gesetzgeber feststellen darf/muß (z.B. durch den EUGH), daß er “bestimmte” Gruppen im ursprünglichen Gesetz nicht berücksichtigt hatte.
    Ein “gutes” Beispiel wird das “neue” Fortpflanzungsgesetz sein. In längstens 2 Jahren wird eine alleinstehende Frau ihr “Recht” auf Fortpflanzung einklagen, ebenso (zumindest) 2 Homosexuelle, wegen Diskriminierung

  15. TomM0880

    @Thomas Holzer
    Ich verfolge immer wieder ihre Kommentare, und freue mich diese zu lesen.
    Es ist nur so, dass ich Ihre Kritik an der Demokratie nicht verstehe. Ich kann Ihre Argumente nachvollziehen, nur kenne ich leider keine Alternative.

  16. Selbstdenker

    @Holzer:
    Zunächst sehe ich “demokratische Mehrheiten” primär als poltisch-mediales Konstrukt. Wenn man einmal vom direkt-demokratischen System der Schweiz absieht, werden ja nicht echte demokratische Abstimmungen durchgeführt, sondern wir dürfen aus mehreren sich zumindest äußerlich unterscheidenden (Mogel-)Packungen auswählen.

    Wenn bei einer Wahlbeteiligung von circa 50% eine Koalition von mehrern Parteien mit einer Mehrheit der Hälfte an Mandaten plus einer Stimme die Bürger eines Landes in einem bestimmten Umfang beherrschen kann, ist dies in Bezug auf eine “demokratische Legitimation” geradezu grotesk: in Wahrheit können so – je nach Wahlrecht – nicht einmal 25% der Wahlberechtigten eine Regierungsmehrheit bilden.

    Erwähnenswert ist, dass organisierte Minderheiten fast immer zu Wahlen gehen, während an sich vernünftige Leute häufig auf die Ausübung vom Wahlrecht verzichten; die Wahlbeteiligung ist also nicht über alle politischen Richtungen gleichverteilt.

    Innerhalb der oben erwähnten Mogelpackungen kommt diesen organisierten Minderheiten eine enorme Bedeutung zu, so dass im Endeffekt diese die Richtung vorgeben. Mir wäre jedenfalls neu, dass z.B. Öko- oder Gender-Religiöse rein zahlenmäßig betrachtet Gruppierungen von bestimmenden Größenordnungen wären.

    Es geht in den meisten Fällen also keineswegs um Mehrheiten, sondern um klare Überzeugungen, Einflussphären und einen bestimmten Grad an Organisation. Sehen Sie sich z.B. die Urabstimmungsrituale der SPD bezüglich einer Regierungsbeteiligung auf Bundesebene oder auf Landesebene (Thüringen) an: ein paar hundert bzw. tausend Parteimitglieder entscheiden über die Bildung einer Koalition und drängt somit dem Rest aller Wähler ihren Willen in Bezug auf die Regierungsbildung auf.

    Der erhoffte Sytemkollaps geht leicht von der Feder, heisst aber im echten Leben, dass im besten Fall “nur” die Fäuste und die Zähne fliegen und im sehr realistischen schlechteren Fall viel mehr passiert. Die 68er haben bis vor kurzem auch von großen Revolutionen geträumt und sich ähnlich in Sachen Demokratie geäußert…

    …bis sie drauf gekommen sind, dass sie ihre Ziele ohne Systemkollaps und ohne Revolutionen durch das Knacken vom demokratischen System wesentlich effektiver durchsetzen können.

    Frank Schäffler ist für mich einer der scharfsinnigsten Beobachter von dem was die Feinde der Freiheit so treiben. Man sollte sich einige seiner Ideen mal näher ansehen.

  17. FDominicus

    @Thomas Holzer:
    “Aufrichtigen Dank für Ihre werte Einladung; mit Verlaub, Whiskey würde ich präferieren,”
    Noch besser, dann können wir meine Vorräte etwas “auslichten” 😉

    Dem hier kann ich leider nicht viel hinzufügen:
    “Die einzige Möglichkeit, dieses derzeit herrschende System zu ändern, ist meiner bescheidenden Meinung nach nur ein Zusammenbruch dieses Systems.
    Dieses System ist -leider- dazu verurteilt, die gewählten Bahnen immer weiter zu gehen.”

    Nur so viel. Es geht nicht “nur” darum diesen falschen Weg immer weiter zu gehen sondern nach dem Zusammenbruch (siehe 1000- jähriges Reiche, DDR, UDSSR) genau wieder mit dem gleichen Betrugsystem (nur mit einem kleineren daher eträglicheren Betrug) anzufangen.

    Der derzeitige Götze zum Anbeten ist: Demokratie. Der zweite Götze: Irgendwas mit “grün”.
    Der dritte Götze: Hass auf Kapital.

    Seit mehr als 6 Jahren führe ich nun mein Erstblog und leider mußte ich feststellen. Das einzig positive an Demokratie ist, daß man die “Eliten” nicht grundsätzlich umbringen muß. Ja ich bin mir durchaus bewußt, daß ganz große Problem sind die Millionen an Zuarbeiter die Millionen an Staatsangestellten etc. Diese verschwinden niemals, von braun nach rot nach schwarz? Gar kein Problem. Geeint werden alle durch den Willen andere zu beherrschen und sich selber zu bereichern oder zu beweihräuchern.

    Ich sehe aus dem gesamten Dilemma keinen Ausbruch. Auch ein Zusammenbruch ändert am grundlegenden Problem, herrschen wollen und unterdrücken wollen aber auch herrschen lassen und unterdrücken lassen nicht ein bisschen.

    Es ist immer derselbe Weg. Erst einmal muß man satt werden, sobald das der Fall ist fängt die Umverteilerei in wessen-Namen-auch-immer an. Selbst nach dem Zusammenbruch maßen sich die Bürokraten des alten System an im neuen System wieder herrschen zu können/wollen/müssen.

    Man kann m.E. nur versuchen das Problem so klein wie möglich zu halten. Und eines der unabdingbaren Mittel dazu ist nun mal diesen Eliten die Hoheit über das Geld zu entziehen. Ja ich weiß auch ein 100 % Goldstandard und 100 % Mindestreserve können vor den Übergriffen nur solange schützen, bis sich eine Mehrheit für die Abschaffung findet. Und die Erfahrung aus der Geschichte lehrt. Irgendwann wird jede Währung inflationiert und geht das zu weit geht eben das zu der Zeit herrschende System und Eliten unter. Die Kosten werden aber viel zu selten durch die Eliten getragen. Wer von den vielen Mitläufern der NSDAP wurde wirklich belangt? Wieviele braune wurden auf einmal “Widerstandskämpfer”?. Wer von der SED wurde belangt? Wer von der ehemaligen obersten Sowjet?

    Wieviele von den Mördern wurden tatsächlich belangt?

  18. Thomas Holzer

    Der wesentliche Unterschied zu den Anfängen des “verblichenen” realen Sozialismus’ und unserer Zeit besteht darin, daß damals der Sozialismus mit Waffengewalt oktroyiert und die Freiheit ebenfalls mit Waffengewalt mehr als nur eingeschränkt wurde; in unseren Zeiten die Einschränkung der Freiheit und der neuerliche Versuch (der wievielte zum Scheitern verurteilte eigentlich?!) des realen Sozialismus aber ganz demokratisch erfolgt.
    Daß sich Millionen in Europa freiwillig!, wissentlich und willentlich in geistige und persönliche Knechtschaft begeben, nimmt mich doch mehr als nur Wunder.

  19. Selbstdenker

    @FDominicus:
    “[…]daß ganz große Problem sind die Millionen an Zuarbeiter die Millionen an Staatsangestellten etc. Diese verschwinden niemals, von braun nach rot nach schwarz? Gar kein Problem. Geeint werden alle durch den Willen andere zu beherrschen und sich selber zu bereichern oder zu beweihräuchern.”

    Wir nähern uns den Kern der Sache: es wird immer einen großen Teil an Menschen geben, die – selbst als “niedere Charge” – den Weg der Herrschaft dem Weg des freien Vertrages vorziehen. In einem marktwirtschaftlichen System findet man diese Leute tendentiell in militärisch-bürokratischen Strukturen.

    “Auch ein Zusammenbruch ändert am grundlegenden Problem”

    Genau meine Rede: diese Leute wechseln schneller die Lager als andere ihre Socken oder ihre “Lebensabschnittspartner”.

    Wie ich in den Jelzin-Jahren in Russland war, hörte ich recht häufig folgende einprägsame Erklärungen: “Es mag sein, dass an vorderster Stelle neue Gesichter sind – die Machteliten sind aber nach wie vor die gleichen […] Die Betriebe heissen jetzt Aktiengesellschaft, aber sie werden von den gleichen Leuten geleitet wie vorher”.

    Mitte der 1990iger-Jahre fragte man sich was die ganzen Geheimdienstler und Armeeangehörige in Zukunft machen würden, wo der kalte Kreig nun doch endgültig vorbei wäre… Spätestens seit dem NSA-Abhörskandal wissen wir, was ein Teil dieser Leute macht.

    “Man kann m.E. nur versuchen das Problem so klein wie möglich zu halten. Und eines der unabdingbaren Mittel dazu ist nun mal diesen Eliten die Hoheit über das Geld zu entziehen.”

    In den letzten zwanzig Jahren wurde politische, mediale und wirtschaftliche Macht zentralisiert wie in kaum einer Epoche davor. Man hat sich isoliert und zum Teil auch unhinterfragt von Argumenten wie “Synergieeffekte”, “Senkung von Transaktionskosten” und “Skaleneffekten” leiten lassen. Gesamthaft durchgedacht und nachgerechnet haben es die wenigsten.

    Das beste Beispiel ist der Euro: was nützt uns die Einsparung von Geldwechselgebühren und der Wegfall von Währungsschwankungen, wenn nun das Ersparte in der Hauswährung selbst durch verschiedene Formen der direkten und indirekten Enteignung wegschmilzt? Ganz ehrlich: wer hat diese Entwicklung geahnt?

    Die Lösung kann nur heissen, dass wir unser Leben, unsere Wirtschaft, unsere Kultur, unsere Kommunikation und unser Denken! wieder selbst in die Hand nehmen. Nicht im Sinne von Nationalismus oder Dorf-Kolchosen, sondern im Sinne von kleineren Einheiten, klaren Verantwortungen, Subsidiarität, freiwilliger Solidarität, etc.

    „If a bank is too big to fail, it is too big“

    Das gleiche gilt für andere wirtschaftliche, politische, mediale und soziale Entitäten.

  20. Thomas Holzer

    Keine Bank, keine wirtschaftliche, mediale, politische, soziale Entität ist “too big to fail”; alles kann untergehen und geht auch unter, nichts währt ewig. Nur: die Kollateralschäden, Verwerfungen beim Untergang großer Institutionen sind logischer Weise ungleich größer als beim Untergang kleiner Institutionen; es “rittern” nämlich viel mehr gezwungene! Teilnehmer um den verbliebenen, jämmerlichen Rest, welcher übrig bleibt.

  21. Selbstdenker

    @Thomas Holzer:
    Es ist der altbekannte Zusammenhang zwischen Risiko und Ertrag.

    Um Erträge (durch niedrigere Transaktionskosten) zu erhöhen, hat man immer mehr ein größeres Risiko (Bildung unüberschaubarer Strukturen) in Kauf genommen.

    Damit hätte ich an sich kein Problem, wenn die Entscheidungsträger gleichzeitig die Haftungsträger wären.

    Dadurch, dass genau dieser unverzichtbare Zusammenhang (politisch gewollt) aufgelöst wurde, ist das Gleichgewicht zwischen Risiko und Ertrag nicht nur auf der einzelwirtschaftlichen sondern auf der gesamtwirtschaftlichen Ebene verlassen worden.

    Anstatt den Systemfehler auf der Mikroebene wieder zu beheben, öffnet man auf der Makroebene sämtliche Schleusen, sodass der bislang verbliebene gesunde Rest auch noch angesteckt wird.

    Ein derart geballtes Ausmass an von oben herab verordneten Wahnsinn zerstört nicht nur unsere Wirtschaft – die könnte man, wenn sich der Rauch verzogen hat mit vernünftigen Leuten wieder aufbauen -, sondern unsere gesamte Gesellschaft bis hin zum einzelnen Individuum.

  22. Thomas Holzer

    Richtig!
    “Damit hätte ich an sich kein Problem, wenn die Entscheidungsträger gleichzeitig die Haftungsträger wären,”

    Und genau dies ist des “Pudels Kern”; die Entkoppelung von Haftungs- und Entscheidungsträger ist politisch gewollt! Vielleicht auch deswegen, damit die politischen Entscheidungsträger einfacher “argumentieren” können, daß auch sie selbst für ihre eigenen Aktivitäten “im Namen des Volkes” keine Haftung übernehmen (können)….
    Adenauer wird der Satz “Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern” zugeschrieben. Viel verantwortungsloser ist aber das Agieren “unserer” heutigen Politikergeneration, welche (grosso modo) nach dem Prinzip “Was kümmert mich mein Handeln! von gestern” “tätig” ist.

  23. Selbstdenker

    Das Modell wurde in der Praxis sogar noch “verfeinert”: der Profi-Politiker von heute wechselt zwischen politischen Ebenen und Ämtern, staatlichen / halbstaatlichen / privaten Unternehmen sowie Lobbyorganisationen.

    Die Gewaltenteilung gleicht einer Drehtüre: es wird nicht kontrolliert wer rein darf und was er beim Rausgehen mitnimmt. Das einzige das er mit ziemlicher Sicherheit abgibt, ist die – ohnedies künstlich stark verwässerte – Haftung:

    Kürzlich musste ich laut lachen, als Franz Vranitzky die EU ein “neoliberales Projekt nannte”. 🙂

    “Der Vranz … das ist doch der mit dem EU-Beitritt … und der BAWAG… und so, oder?”

    Tja, er wird es schon wissen.

  24. Thomas Holzer

    Heute ist sowieso schon alles “neoliberal”, was nicht stramm sozialistisch, etatistisch und kollektivistisch ist.
    Wäre doch interessant, wenn mal ein! Journalist all denen auf den Zahn fühlen würde, welche das Wort “neoliberal” andauernd im Mund führen; ich wage zu behaupten, daß zumindest 95% nicht wissen, was dieser Begriff eigentlich bedeutet

  25. Selbstdenker

    @Holzer:
    Was eignet sich besser für die Erschaffung eines (imaginären) Feindbildes als ein umkämpfter Begriff? Selbstverständlich weiss einer wie der Vranz, was “neoliberal” eigentlich heissen sollte und wofür es als Sozi-Codewort steht. In diesem Punkt – das soll jetzt aber nicht heissen, dass es nicht auch andere geben könnte – ist er, der Banker, sehr unredlich.

    Was anderes ist mir – so wie Ihnen vermutlich auch – aufgefallen: der Begriff “neoliberal” wird bei jeder sich bietenden Gelegenheit von Politikern, Gastkommentarschreibern in Qualitätsmedien, “Experten”, etc. verbaut und systematisch mit allen erdenklichen negativen Dingen in Beziehung gebracht.

    Einen derart bewusst gewählten methodischen negativen Aufladevorgang eines Begriffes gab es in Mitteleuropa zuletzt in den 1930iger Jahren. Egal, ob man sich auf Ö1 verirrt und eine Radioreportage, die mit Wirtschaftspolitik nichts zu tun hat, antut, sich Interviews selbsternannter “Kulturschaffender” anhört, WIFO-Studien liest oder über den einen oder anderen Gastkommentar in der Presse schweift: gerne wird “neoliberal” als eine Art Pflichtübung für ideologisch gleichgesinnte eingestreut:

    “Werner, pass ja auf, dass Du auf das N-Wort nicht vergisst, hast Du verstanden?”

    Wenn “neoliberal” aber als Codewort in den sehr mitteilungs- bzw. sendungsbewussten Milieus verwendet wird, die an der gegenwärtigen Misere nicht ganz unerheblich mitgewirkt haben, kann man jedes einzelne Mitglied dieser Clique an ihrer Sprache (“neoliberal”) und an ihrem Tun (negative Begriffsaufladung) identifizieren.

    Wenn “neoliberal” für all das steht, was die für den gegenwärtigen Kurs Verantwortlichen verdammen, die unser Schiff gerade auf Grund schicken und es zudem als erste verlassen, wird dieses Wort mittelfristig zum Qualitätsprädikat für an sich richtige (jedoch unterlassene, da – pfui! – “neoliberale”) Entscheidungen.

  26. Thomas Holzer

    partiell d’accord, weil:
    “neoliberal” für einen Libertären eigentlich ein “Schimpfwort” sein sollte; neoliberal im Sinne eines Ludwig Erhard und dessen Epigonen steht eben für den Eingriff der Politik nicht nur in die Wirtschaft, sondern in sämtliche Lebensbereiche; insofern könnte ich mich zu der Behauptung “verleiten” lassen, daß der Neoliberalismus der Totengräber jeglichen libertären Gedankengutes war 🙁

  27. Selbstdenker

    @Holzer:
    So eng würde ich das nicht sehen. Ludwig Erhard war meines Erachtens ein Pragmatiker, der nach Wegen gesucht hat, den staatsverliebten Deutschen nach einer sehr langen kollektivistischen Periode wieder die Augen zu öffnen.

    Die “Neoliberalen” von damals waren es übrigens, welche in den 1950iger Jahren eine gesamteuropäische Planwirtschaft (“Planification”) verhindert haben. Sonst hätte Westeuropa nicht einmal das Wirtschafswunder erlebt.

  28. Thomas Holzer

    Was war die EGKS anderes als Planwirtschaft, wenn auch mit “hehren” Beweggründen

  29. Christian Peter

    Bargeld wird nicht von der Politik abgeschafft, sondern das wird der Markt durch neue Technologien ganz von selbst erledigen, denn die Zukunft gehört mobilen elektronischen Bezahlsystemen. Wozu mit dicken Geldtaschen herumlaufen, wenn es auch elektronische Möglichkeiten der Bezahlung gibt ?

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