Völkerwanderung: Die europäische Lösung ist gar keine Lösung

(CHRISTIAN ORTNER) Der deutsche Autor Claudio Casula hat (auf achgut.de) verdienstvoller weise ein kleines Wörterbuch erstellt, mit dessen Hilfe man die politisch korrekten Begriffe des aktuellen medialen Diskurses ins Deutsche übersetzen kann. Wie etwa „Übergriff“ (heißt: massive sexuelle Nötigung), „Vorfall“ (Verbrechen), „Fachkräfte von morgen“ (Analphabeten), „Willkommenskultur“ (unverantwortliche Politik zu Lasten kommender Generationen), „Islamophobie“ (Sorge vor Jihadisten-Terror) oder „Deeskalationsstrategie“ (Kuschen vor gewaltbereiten Typen).

In der österreichischen Ausgabe wären wohl noch „Grenzmanagement“ (Zaun), „Richtwert“ (Beruhigungsmittel für die Öffentlichkeit) oder „Mann“ (Täter mit Migrationshintergrund) zu erwähnen. In genau diese Kategorie von Neusprech zur Vernebelung unpassender Tatsachen gehört auch jene berühmte „europäische Lösung“ der Flüchtlingskrise, die nun von der deutschen Bundeskanzlerin bis zum jüngsten Zeitungs-Praktikanten all jene fordern, denen es nicht passt, dass Österreichs Regierung unter der Führung von Sebastian Kurz nunmehr eine Politik der robusten Sicherung der Schengen-Außengrenzen forciert; eh verdammt spät, aber eben doch.

„Europäische Lösung“ heißt nur leider, in korrektes Deutsch übersetzt, „keine Lösung“. Was nicht zuletzt daran zu erkennen ist, dass es eine (teilweise) europäische Lösung ja schon insofern gibt, als sich die EU-Staaten schon vor einem halben Jahr verpflichtet hatten, 160.000 Migranten auf die Union zu verteilen, von denen freilich heute noch mehr als 159.000 ihrer „gerechten Verteilung“ (auch so ein Wieselwort übrigens) harren.

Eine, wenn auch kleine, europäische Lösung stellt auch jenes Abkommen zwischen Athen und Ankara aus 2012 dar, demzufolge die Türkei jedes Jahr Zigtausende Migranten, denen die illegale Einreise in den Schengen-Raum gelungen ist, unverzüglich wieder zurücknehmen müsste. Eine europäische Lösung, die leider bisher nichts löste, weil die Türken diese Vereinbarung als unverbindliche Absichtserklärung verstanden, kaum war die Tinte unter dem Vertrag trocken. Eine europäische Lösung ist im Grunde auch jene Passage des Schengen-Abkommens über die Öffnung der Binnengrenzen in der Union, in der ausdrücklich die Verpflichtung jedes Mitgliedstaates festgeschrieben ist, seine Außengrenzen wirksam gegen illegale Migration zu schützen. Europäische Lösungen, das sind im Kontext mit der jetzigen Völkerwanderung (© Barbara Coudenhove-Kalergi) eben leider keine Lösungen.

Es steht zu befürchten, dass dies auch für jenen Deal zutreffen wird, in dem der Türkei als Lohn dafür, dass sie der Union einen Teil der Drecksarbeit Grenzschutz abnimmt, wahrscheinlich Visumfreiheit für ihre Bürger angeboten werden wird. Mit Recht hat der Vizepräsident des deutschen Bundestages, Johannes Singhammer, in diesem Zusammenhang gewarnt, damit werde „ein Einfallstor für weitere Zuwanderung und Flüchtlinge nach Deutschland“ geöffnet. Besonders der neue Krieg Ankaras gegen die Kurden habe „erhebliches Potenzial, neue Fluchtursachen zu schaffen“.
Vor diesem Hintergrund multipel gescheiterter europäischer Lösungen war und ist es ein außerordentlich befremdliches Ansinnen an die Wiener Regierung, einfach die Hände in den Schoß zu legen und darauf zu warten, dass das extrem Unwahrscheinliche eintritt – nämlich eine europäische Lösung, die auch wirklich eine ist. Wer das für richtig hält, der (oder die) kann genauso gut Finanzminister Schelling mit den Steuererträgen des bisherigen Jahres ins Spielcasino schicken, damit er dort das Budget saniert (wobei übrigens die Wahrscheinlichkeit, dass das gelänge, deutlich größer ist als die, dass es eine europäische Lösung geben wird).

Es wäre deshalb grob fahrlässig gewesen, hätte die Regierung angesichts der akuten Gefahr in Verzug getan, was all die Oberschlauen von ihr verlangt haben, nämlich nichts. Das Prinzip Hoffnung ist in diesem Falle keine Option. (“Presse”)

 

47 comments

  1. Fragolin

    Es kann keine europäische Lösung für ein rein deutsches und österreichisches Problem geben.
    Was sagen unsere BP-Kandidaten eigentlich die letzen Tage?
    Van der Bellen: Ich bin für die Vereinigten Staaten von Europa!
    Griss: Ich bewundere Frau Merkels Politik und wünsche mir eine europäische Lösung!
    Khol und Hundstorfer: Eh bekannte glühende “Europäer”.
    Nun gut, einer schert aus: Hofer. Aber der ist ja ipfuigagablau und muss unbedingt verhindert werden.
    Also, was wird kommen?
    Eine europäische, also: KEINE LÖSUNG.

  2. Rupert Wenger

    1. Jetzt wird die Außengrenze dicht gemacht:
    Bis vor wenigen Tagen gab es das Mantra, man könne die Außengrenzen gar nicht dicht machen. Für wie vergesslich hält man uns Bürger?
    2. Es wird ein Rückführungsabkommen mit der Türkei angestrebt:
    Der Autor hat die Unwirksamkeit des bereits 2014 mit der EU geschlossenen Abkommens klar beschrieben Darüber hinaus haben auch Griechenland und die Türkei seit 2002 ein bilaterales Abkommen! Griechenland beantragte 2014, also noch vor der Krise, die Rückführung von 9.600 Flüchtlingen, die Türkei hat 6 zurückgenommen. http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/fluechtlingskrise-ein-neues-angebot-an-die-tuerkei-13807208.html.
    Soviel zur Vertragstreue der Türkei.
    3. Es gibt bereits Andeutungen, dass die Türkei demnächst ein Kontingent von Flüchtlingen zurücknehmen könnte. Zufällig vor der Wahl könnte also eine Zusage der Türkei eintreffen, die möglicherweise sogar umgesetzt wird. Geheim bleiben wird, welchen Preis Deutschland dafür zu entrichten hat. Falls diese Rückführung in irgendeiner Form realisiert werden sollte, ist damit der Beweis erbracht, dass Merkels Vorgehen nicht der Nächstenliebe sondern dem Machterhalt geschuldet ist. Damit wäre nämlich ihre Priorität des Machterhalt vor dem Schicksal der abzuschiebenden „armen Flüchtlinge“ nachgewiesen.

  3. Fragolin

    Übrigens glaube ich nicbt an den “österreichischen Alleingang” sondern eine konzertierte Aktion in Absprache mit Merkel.
    Sie kann sich mit gespielter Empörung ihren Platz auf dem UNO-Stockerl bewahren und gleichzeitig die Wahlen in 3 Ländern retten, während ihr Taxi-Freund einen ihm wohlgesonnenen Präsidenten bekommt. Und wenn das Spiel vorbei ist fällt man sich wieder in die Arme, die “armen Schutzsuchenden” durchbrechen die Grenzen gewaltsam und überschwemmen uns “alternativlos” bis zur Visafreiheit der Türken – und dann geht es richtig los.
    Pessimismus? Vielleicht. Aber ich habe etwa 2008/2009 bei Unterberger im TB prophezeit, dass Europa vor einem Bürgerkrieg steht, der in den nächsten 10 Jahren ausbrechen wird. Damals wurde ich als zu pessimistisch verlacht. Heute, 6 Jahre, eine Ukraine, ein Syrien, zwei Paris und ein Köln später, sieht man die Bilder von Idomeni und Calais, hört Predigten europäischer Imame und liest über die Zustände in Oslo, Malmö und Paris – und inzwischen auch Berlin – und plötzlich klingt das alles andere als unwahrscheinlich. Die Zweifler von damals sind still geworden vor den Fakten.
    Ich bete jeden Tag darum, nur ein grundloser Pessimist zu sein und auf keinen Fall recht zu behalten. Bisher leider erfolglos.

  4. Fragolin

    @Rupert Wenger
    Zum Punkt 3: Und der Verdacht steht im Raum, dass die “Zurückgeführten” in der Türkei sofort eine kleine “Starthilfe” bekommen (vermutlich bezahlt mit unseren Geldgeschenken), und zwar ein Schlauchboot, Paddel und Schwimmwesten…

  5. sokrates9

    Interessant wie schnell Erdogan, der gerade einen blutigen Krieg gegen die Kurden führt ( unerlaubt Einrichtungen auf syrischen und Irakischen Boden bombardiert- ( wo bleiben da analog zu Rußland / Krim die EU – Sanktionen??)) jetzt plötzlich der Verhandlungspartner der EU ist! Gerade wurde die größte türkische Zeitung von der Regierung eliminiert! Ist das die Eintrittsprämie, da doch die EU auch am Liebsten alle freien Medien zensurieren möchte??

  6. Gerald Steinbach

    Man kürze die Sozialleistungen gegen null und der ganze Asylzauber ist vorbei, so einfach könnte es gehen und die Völkerwanderung ist vorbei
    Gleichung: Sozialleistung streichen + No Welcome = Europäische Lösung

  7. wbeier

    Gerald Steinbach 09:15
    Vergessen sie bei ihrem Vorschlag halt nicht darauf, dass sich diese Menschen dann das mit Gewalt holen werden was ihnen in ihrem Selbstverständnis zusteht – ausschließlich zu Lasten der angestammten Bevölkerung.
    Politik, Justiz und staatliches Gewaltmonopol? Viel „Spaß“…..

  8. Gerald Steinbach

    Wbeier@ Zumindest haben die Polen, Ungarn usw. kein Problem, dort verirrt sich keiner hin und wenn dann nur als durchreisender Richtung gelobtes Land

  9. Karl

    Vor allem heißt “Europäische Lösung” bisheriger Lesart: Nicht der Zustrom wird beschränkt, sondern die Aufnahmekapazität erhöht (durch Teilnahme aller europäischer Länder als Aufnehmende). Anders gesagt: Nicht die Ausscheidung unerwünschter Migration, sondern deren Verteilung auf mehrere Schultern steht im Vordergrund. Für die Welle, die damit ausgelöst wird, ist aber Europa genauso zu klein wie Schweden/Deutschland/Österreich für die jetzige – ich fürchte vergleichsweise geringe – Wanderung.

  10. astuga

    Kleiner Einspruch.
    Islamophobie ist entweder die Angst der Muslime vor allem Nichtislamischen.
    Oder bezeichnet als westlicher Neologismus den islamischen Straftatbestand des Mohareb (Feindseligkeit gegen Gott), so beispielsweise im Iran.

  11. Selbstdenker

    Wenn sich die anderen europäischen Länder von Merkel Narren hätten lassen und die sogenannte “europäische Lösung” beschlossen worden wäre, wäre Merkel so gut wie am Ziel. Den Rest hätten der IS, Soros und seine Bolzenschneider-NGOs erledigt.

    Im heutigen Kontext ist die Aussicht auf eine “europäische Lösung” ein Ablenkungsmanöver – ein Red Herring, wie man in England sagt – um Zeit zu gewinnen und Fakten zu schaffen. Was nicht vorne (Beschlüsse) geht, geht halt hinten (Fakten schaffen) rum.

    Mittlerweile wird die Syrien-Thematik um eine Facette reicher: im Westen weitgehend unbeachtet, hat der IS China zum Hauptfeind erklärt. Den Platz den die Syrien-Migranten “freimachen” wird nun von Zuzüglern aus westchinesischen Provinzen aufgefüllt:
    http://www.breitbart.com/national-security/2016/03/03/chinese-uighur-settlers-flow-into-syria-replacing-war-refugees/

    Ein “tolles” Geschäftsmodell: die Schlepper profitieren als Lizenznehmer vom IS von der Überfahrt, die NGOs vom steuer- und spendengeldfinanzierten “Integrations”-Goldrausch und der IS anteilig vom üppigen Tagessatz für Migranten und insbesondere als “unbegleitete Minderjährige” eingestufte Tweenies.

    Neben den üblichen Verdächtigen (Saudi Arabien, Katar), Soros, NGOs und Kirchen wird der europäische und amerikanische Steuerzahler so unfreiwillig zu einem der größten Financiers vom IS und dessen Global Jihad Ambitionen.

    Die Europäer werden so derart verarscht, dass man es schon fast nicht mehr fassen kann!

  12. Fragolin

    @Selbstdenker
    “Die Europäer werden so derart verarscht…”
    Die europäischen Völker. Von ihren eigenen Regierungen, die schon längst ihre Seele an die Strippenzieher verkauft haben.
    Aber sie lassen es sich ja auch bieten; warten wir mal, welchen Präsidenten sich die Österreicher frei und demokratisch geben. Ich bin sicher, der “Europafeind” und “Nationalist” kann erfolgreich “verhindert” werden.
    Und so bekommt jeder, was er verdient – außer die Minderheit, die demokratisch überbügelt wurde, aber wen interessiert die schon…

  13. Selbstdenker

    @wbeier:
    So unrecht hat Gerald Steinbach nicht: die Migranten sehen sich auf der vom Soros finanzierten Website W2EU um: dort steht alles tagesaktuell drinnen was der moderne orientalische Glücksritter im Jahr 2016 so braucht.

    Und ja: die Migrationsströme fließen dort hin wo sich die Politik besonders freundlich gegenüber unqualifizierten Zuwanderern zeigt und wo es finanziell am meisten zum holen gibt.

    Man könnte zum Teil mit lächerlich niedrigen Aufwand eine grosse Wirkung in der Eindämmung der Migrationskrise erzielen.

  14. Selbstdenker

    Die Merkel-“Lösung” mit der Türkei ist ein noch größerer Witz als die “gerechte” Aufteilung der Migranten in Europa. Mit den Milliarden der Europäer wird sich schon die eine oder andere Militäraktion gegen die Kurden in der Türkei, in Syrien und im Irak ausgehen. Der Überling wird dann von der Türkei an den IS überwiesen.

    Preisfrage: was bedeuten eine absehbare EU-Mitgliedschaft der Türkei, die Aufhebung der Visapflicht und die Niederlassungsfreizügigkeit mittelfristig für in der Türkei befindliche Migranten?

    Wie gesagt: was nicht vorne rum geht, geht halt hinten rum.

  15. Selbstdenker

    Und noch etwas: mit der Abschaffung der Visapflicht für die Türkei würde ein visafreier Korridor vom türkisch-syrischen Grenzgebiet bis in das Herz der Schengenländer geöffnet.

    Die ISler könnten dann recht unbehelligt ihre nagelneuen Toyota-Pickups in Europa ausfahren und so manche Kurierfahrt mit Kleintransportern nach Europa erledigen.

    Reiselustige “Sommerfrischler” mit BGL-Kennzeichen könnten sich so künftig auf ihre eigentliches Reiseprogramm statt den Kampf mit der Bürokratie konzentrieren.

    Man sieht: nur “Vorteile”.

  16. astuga

    @Selbstdenker
    Bereits Rumänien und Bulgarien sind ja zeitweise durch die massenhafte Verteilung ihrer Staatsbürgerschaften an Nicht-EU-Bürger aufgefallen (Einzelfälle soll es ja auch in Westeuropa gegeben haben, speziell bei zahlungskräftigen Russen).
    Dann kann man sich vorstellen, wie das mit der Türkei laufen wird.

    Hinzu kommt, die Türkei verleiht recht großzügig Staatsbürgerschaften, id Regel reicht ein Bekenntnis zum Türkentum.
    Und die Türkei wäre dann auch das Einfalltor nach Europa für alle Angehörigen der “Union der Turkstaaten”.

    Das sog. Türkische Konzil. https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkisches_Konzil
    Motto des Treffens 2010 in Istanbul: 1 Nation, 6 Staaten (Türkei, Aserbaidschan, Kirgistan, Kasachstan und Turkmenistan, nur Usbekistan als 6. Staat war, wie schon zuvor, nicht angereist).
    Punkt 52 der gemeinsamen Schlussdeklaration vom 16. September, 2010 in Istanbul:
    Die Unterstützung des Beitritts der Türkei zur EU, sowie die Aufforderung den Beitrittsprozess auf der Grundlage bestehender Verpflichtungen voranzutreiben. Mit der Betonung darauf, dass die Türkei ein bedeutender Staat der eurasischen Region ist, und ihre Mitgliedschaft die politische, soziale und ökonomische Entwicklung der Region beschleunigen, und die Verbindungen dieser Region (Anm.: die 6 Staaten) mit der EU stärken werden.

  17. Selbstdenker

    @astuga:
    Dann hätte die EU mit dem Beitritt der Türkei zusätzlich gleich fünf weitere – wenn auch kurzfristig “nur” informelle – Mitgliedsländer. Ganz schlau. Und dann zur Krönung noch.die “Mittelmeerunion”.

  18. astuga

    Stimmt, Mittelmeerunion.
    Das ganz lässt sich aber noch weiterspinnen.
    Egal ob südliche Mittelmeer-Anrainer oder Union der Turkstaaten, sie gehören gleichzeitig auch alle zur OIC (Organisation der Staaten der Islamischen Konferenz) oder teilweise zur Arabischen Liga.
    Europa ist in dem ganzen Ringelspiel nur der nützliche Idiot, Opferpfand und Bindeglied für Partikular-Interessen Richtung Eurasien und die sog. Mena-Region (Middle East, North Africa).
    Und die EU Mittel zum Zweck, vorher gilt es natürlich den möglichen Widerstand der Bevölkerung zu brechen, etwa indem man sie hinauszüchtet und politisch neutralisiert.

  19. astuga

    Und egal ob sog. Flüchtlingskrise oder Finanzkrise, alles lässt sich für dieses Ziel nutzbar machen.
    Die Flüchtlingskrise treibt, richtig gehandhabt, die Zuwanderung ebenso voran wie den Beitritt der Türkei zur EU.
    Und die Finanzkrise ermöglicht Arabischen Investoren und Staatsfonds die Einkaufstour durch Europa.
    Ja man bettelt geradezu darum (siehe Frankreich und Qatar).

  20. Selbstdenker

    @astuga:
    Frankreich erarbeitet sich ohnedies gerade die finanziell gut “entlohnte” Rolle des Dubai Porta Potties. Naja, eigentlich Quatar Porta Pottie.

    Ganz ordinär könnte man sagen, dass Frankreich gerade mächtig abkackt.

  21. Rennziege

    5. März 2016 – 12:25 Selbstdenker
    Skandal! Unerhörte Diskriminierung! Wie gesagt: was nicht vorne rum geht, geht halt hinten rum.
    Geiles Posting, aber klingt a wengerl unappetitlich, gööö? Sie werden uns doch nicht mit homophobenphilen Parolen in den Knast oder ins Paradies bringen wollen? 🙂

  22. Selbstdenker

    @Rennziege:
    Gerade die Türken wissen, dass es über diesen Weg immer eine Alternative gibt, bei der man sich unangenehme Fragen ersparen kann. Und Merkel, die alternativlose Gespielin, kann nach außen hin sogar ihre Aura der jungfräulichen Mutter bewahren. Wenn das kein Deal ist?!

    Mein wahrhaft gschmackigstes Kommentar ist jedoch das von 13:39. Manche Araber – so hört man gelegentlich – sollen ja auch das eine oder andere unappetitliche, wenn auch für Mitspieler*Innen gut dotierte, Hobby haben. Wenn das kein Gleichnis für Europa ist?

    Außergewöhnliche Situationen erfordern eben manchmal eine Außergewöhnliche Sprache. 😉

  23. Rennziege

    5. März 2016 – 14:19 Selbstdenker
    “Wenn das kein Gleichnis für Europa ist?”
    Herrlich! Das ist es, wie die Faust aufs Aug’. Als ich zwölf Jahre alt war, nahm mein alter Herr mich mit auf einen Kurztrip nach Diyarbakır (osmanisch دیاربکر Diyâr-i Bekr), die heimliche Hauptstadt der türkischen Kurden. Mir fielen die vielen jungen Männer auf, die Hand in Hand durch die Straßen flanierten und auch ein wenig poussierten. Befragt, warum dies offenbar üblich sei, erklärte mein Erzeuger mir das strikte Verbot vor- und außerehelicher Leibesübungen im Islam, das nur homoerotische Ersatzhandlungen zulasse — obwohl diese von Mohammed als höllisch gegeißelt, aber in der Türkei Atatürks toleriert würden, weil es ja ein Testosteron-Ventil geben müsse. (Dieses Hormon erklärte er mir anschließend.)
    Keine drei Jahrzehnte her, diese Reise. Den Bazar in Diyarbakır seh’ ich heute noch vor mir: bunt, duftend, fröhlich, weltoffen, großteils unverschleiert, friedlich und dennoch turbulent. — War allerdings etliche Jahre vor Recep Tayyip Erdoğan, der entschlossen scheint, die Türkei ins prä-atatürk’sche Mittelalter zurückzuwerfen.
    Was aber einer Frau Merkel stinkegal ist, solange dieser Retromuslim zu ihrer Gesichtswahrung beiträgt, wenn auch für ein sündteuers Honorar mit unabsehbaren politischen Folgen.

    P.S.: Herzliche Grüße!

  24. Selbstdenker

    @Rennziege:
    Vielen Dank für diese Anekdote aus einer (gar nicht so lange zurückliegenden) Zeit in der auch der Nahe Osten noch ein besserer Ort war.

    Zur Ehrenrettung der Türkei möchte ich anmerken, dass dort zumindest früher im Privaten vieles möglich war, solange der äußere Schein gewahrt blieb. Das war damals gar nicht so grundverschieden wie in meiner Heimat, dem “heiligen” Land, dem ich noch die Treue halte.

    Es ziehen aber fast rund um den gesamten Erdball finstere Wolken auf, wobei sich die wahre Dramatik nicht aus einer Momentaufnahme, sondern aus der Beobachtung dieser Dynamik erschließt.

    Auch in dem von mir stets geschätzten Nordamerika schreien sich neue puritanisch-säkulare Glaubensbewegungen, die man als Social Justice Warrior bzw. Neoprogressive bezeichnet, immer mehr in Rage.

    Es wird spannend, ob sich der englischsprachige Raum – wie so oft – wieder erholt, oder ob auch dieser Notausgang demnächst keine Option mehr ist.

  25. Rennziege

    5. März 2016 – 15:54 Selbstdenker
    Auf die Gefahr hin, dass dieser Thread zu einem Dialog zwischen uns zwei Wenigkeiten schrumpft: Vielen Dank für Ihren Link zu dem abendfüllenden Verbal-Essay von Sargon of Akkad (whoever he may be, never heard of him before), das mich nun für eine Stunde gefesselt hat. Allein wie der Mann die Strategie und Taktik der passive aggression von Gandhi über Metternich zu Kissinger et al. fundiert analysiert, ist atemberaubend, aber — nagelneue Erkenntnis für mich — auch im Berufs- und Privatleben anwendbar; in letzterem oft schon angewandt, wenn auch nur unterschwellig.
    Zu Ihrer Einschätzung der jüngsten Ereiginisse im US-Vorwahlkampf nur so viel: Der puritanisch-säkulare Glauben ist es nicht, der “the Donald” auch jenseits republikanischer Kreise so beliebt macht; sogar viele junge Leute, an ihren Schulen und Unis zunehmend in ein linkspolitisch korrektes Korsett fernab aller Wissenschaftlichkeit gezwängt, erwarten von ihm einem frischen Wind. Trump ist ein Hoffnungsschimmer wider das verknöcherte Establishment, das Amerikas Schicksal seit Bill Clinton und den zwei Bushs usurpiert hat — und US-Arbeitsplätze für billigen Importramsch ins Ausland exportiert: auf Kosten des amerikanischen Mittelstands und dessen Arbeitsplätzen, zugunsten der Beltway-Industriellen, die illegale Immigranten nicht minder illegal beschäftigen und mit Hungerlöhnen abspeisen.
    O.K., Trump ist ein bunter Vogel — einer, der in der aalglatten Politlandschaft Europas wegen seiner Ecken und Kanten längst zu den ausgestorbenen Arten zählt. Aber die Amis lieben ihn immer mehr, weil er auf den Mainstream pfeift, mit vollem Risko und auf eigene Kosten.
    Ich halte nichts davon, vor Trump zu warnen, was sich die meisten europäischen Medien anmaßen. Die älteste Demokratie der Welt wird wählen, wie sie lustig ist, wie immer schon. Kein Nicht-Ami hat das Recht, sich darüber moralinsauer aufzuplustern. (Hillary Rodham Clinton und ihr Clan, nebenbei bemerkt, ist weit weniger lustig, dafür aber anrüchig vorbelastet.)

  26. astuga

    @Thomas Holzer
    Die Necla Kelek, das ist ja auch bloß so eine Hetzerin die keine Ahnung vom Islam hat… 😉

    Das wir Ihnen jeder selbsternannte westliche Islam(ismus)experte sagen der schon mal in einer Moschee Tee getrunken und Karl May gelesen hat.

  27. mariuslupus

    Die sogenannte europäische Lösung will und soll, keine Lösung sein. Die Möchtegern Entscheidungsträger, ob in Brüssel oder in Berlin, haben bereits ihre Lösung. In enger Zusammenarbeit mit der Türkei und Griechenland werden immer mehr Leute auf den Weg nach Europa geschickt. Nur ein paar Gartenzwerge stehen noch im Weg und behaupten, dass es so etwas wie Grenzen gibt. .
    Es gibt nur eine Lösung und dass ist die Visegrad Lösung. Die Diskussion über Quoten und Solidarität ist unsinnig. Die Leute die diese aufgezwungene solidarische Lösung propagieren, sind die gleichen, die bereits den Rechtstaat in Europa demontiert haben.

  28. Thomas Holzer

    Trump wird, so denke ich, das gleiche Schicksal “erleiden” wie Barry Goldwater

  29. Hanna

    Es ist halt dieses Erzwingenwollen seitens der Auswanderer, das so schwer erträglich ist. Die “wollen”, “fordern”, “weigern” sich etc. Unsereins kann das alles nicht. Ich weiß vom Fall eines Österreichers, der sein Unternehmen aufgeben musste und aufgrund misslicher Umstände nun um Mindestsicherung ansuchen musste, Mitte Oktober 2015 – und es gibt immer noch keinen Bescheid, trotz mehrmaliger Anrufe. Alle Dokumente sind eingereicht und abgekommen, aber “man komme nicht dazu”, hieß es von Seiten der MA40. Wenn das einem Ausländer (Asylanten) gesagt wird, rennt der/die sofort zu einer NGO und die interveniert. Besagtem Österreicher wurde kürzlich vom AMS (!) geschrieben, er habe zu dokumentieren, dass er Arbeit suche, sonst werde sein Bezug gekürzt. Welcher Bezug? Es ist wirklich nur noch unfair. Und hier sind Beispiele, wie’s bei uns auch bald aussehen und zugehen wird, denn all die Flüchtlingshelfer sind eigentlich Schuld an den Missständen in den Camps, aber die müssen ja nicht dort leben oder schlafen: http://www.independent.co.uk/news/world/europe/calais-jungle-refugee-children-being-raped-in-camp-aid-workers-claim-a6912711.html
    http://www.independent.co.uk/news/world/europe/calais-jungle-clearance-reports-that-refugees-could-be-armed-raises-fears-of-violent-clashes-with-a6906161.html
    In der Tat – es gibt keine Lösung. Heute O-Ton in einem Park, Ausländer zu EInheimischer: “I go nowhere. I stay. I have nothing to lose.” Genau. Aber wir, ÖsterreicherInnen, werden bald dasselbe sagen, denn das ist keine Lebensqualität mehr. Es ist soweit, dass man in Wien nicht einmal mehr ausgehen kann, wenn man eine Frauengruppe ist. Wofür dann Steuern zahlen und so, wenn man daheim sitzen und sich verbarrikadieren muss? Brr. It sucks.

  30. Selbstdenker

    @Thomas Holzer:
    Hey, diese Dame hat unsere Diskussionen, die hier im Ortner Forum vor über einem Jahr geführt wurden, abgekupfert 😉

    Warum wird das erst jetzt, wo die irreversiblen Schäden bereits angerichtet wurden, im Standard veröffentlicht?

    Aber schön, dass man nun den Zusammenhang zwischen Islamismus und Gender Mainstreaming langsam zu kapieren beginnt. Selbst wenn sich die Moslems in ferner Zukunft, wenn alles in Schutt und Asche liegt, wieder einkriegen, ist nur ein Teil der Gleichung gelöst. Gender Mainstreaming baut ähnlichen utopischen Lügen auf und legitimiert ähnlich toxische Mittel um diese zu erreichen.

    Die neoprogressiven Social Justice Warriors, die gerade dabei sind ehemalige US-Elite Unis in teure Sonderschulen zu verwandeln, werden irgendwann ihren PhD verliehen bekommen und ihre Unwesen auf der anderen Seite des Atlantiks voll ausleben.

    Ähnlich ging es übrigens auch mit dem politischen Islam los.

    Leider haben wir es nicht mit einem linksdrehenden und einen rechtsdrehenden Tornado zu tun, die sich im Niemansland oder auf hoher See neutralisieren.

    Während der Orient vom neoprogressiven Islamismus in Gestalt des IS zerstört wird, machen sich ihre säkularen Glaubensschwestern in Gestalt verschiedener Social Justice Bewegungen gerade dran den Okzident zu ruinieren.

    Beide Bewegungen werden in Europa aufeinandertreffen und der Zivilbevölkerung wird es so gehen wie den Polen im zweiten Weltkrieg.

    Es wird noch sehr “heiter” werden.

  31. Thomas Holzer

    @Selbstdenker
    Das der “Der (Sub)Standard”, respektive seine Redaktion, nicht zu den Schnellsten gehört, ist ja hinlänglich bekannt 😉
    Soll uns nichts ärgeres passieren, als daß die Frau Kelek die in diesem Forum geäußersten Gedanken aufnimmt

  32. Rennziege

    5. März 2016 – 17:34 Thomas Holzer
    Barry Morris Goldwater scheiterte 1964 an Lyndon B. Johnson, einem sitting president, der als Vizepräsident nach John F. Kennedys Ermordung (1963) verfassungsgemäß für das letzte Jahr von Kennedys Amtszeit als Präsident nachrückte und Kennedys Vietnamkrieg erbte. Beide gehörten den Demokraten an.
    Das ist, mit Verlaub, 52 Jahre her. Seither hat sich in den USA immens vieles verändert, wie Sie zweifellos wissen, auch die Demographie.
    Donald Trump tritt nicht gegen einen amtierenden Präsidenten an, sondern gegen die als Außenministerin reichlich angekratzte Frau eines charakterlich nicht minder fragwürdigen Expräsisenten; beide haben sich in ihren Amtszeiten skurril verhalten und danach nicht gerade koscher bereichert.
    “The odds are different this time”, sagen die wie immer ausgeschlafenen Londoner Buchmacher.

  33. Thomas Holzer

    Die anscheinende Begeisterung von Menschen, die eher nicht dem schlichten Gemüt zuneigen, für schräge Typen, die genau dieses verkörpern, ist mir unerklärlich.
    Ein Politikerdarsteller, welcher z.B. für Folter eintritt, ist nicht mehr anti-Establishment, sondern schlicht und einfach unwählbar; über andere “Skurrilitäten” breite ich lieber den Mantel des Schweigens.
    Bezüglich des Ausganges der Wahlen: we’ll see

  34. gms

    Selbstdenker,

    “Vielen Dank für diese Anekdote aus einer (gar nicht so lange zurückliegenden) Zeit in der auch der Nahe Osten noch ein besserer Ort war.”

    Was charakterisiert den nahen und mittleren Osten? — Das Vorhandensein von Öl und eine Bevölkerung, die man religionsbedingt leicht radikalisieren und instrumentalisieren kann.
    Wer auf dem Globus sind sie wirklich mächtigen Leute? — Jene in der Hochfinanz und der Ölbranche. Wer steckt hinter Thinktanks, Stifungen, NGOs, Lobbygroups und Medien respektive was propagieren diese unisono?

    “Es ziehen aber fast rund um den gesamten Erdball finstere Wolken auf, wobei sich die wahre Dramatik nicht aus einer Momentaufnahme, sondern aus der Beobachtung dieser Dynamik erschließt.”

    Fügen wir mal weitere Puzzlesteine hinzu: Öl wird, bis auf wenige Ausnahmen, in Dollar gehandelt. Dies und der Umstand des Dollars als globale Leitwährung erlauben den USA, aus allen Winkeln der Erde Güter zu beziehen im Tausch gegen bedrucktes Papier. Was dabei oberflächlich betrachtet allen Amerikanern gleichermaßen zugute kommt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Begünstigung einiger Weniger, während der Mittelstand zerbröselt, sei es infolge der wiederholten Booms and Busts, Verlagerung von Arbeitsplätzen nach China oder inflationsbedingt.

    “Auch in dem von mir stets geschätzten Nordamerika schreien sich neue puritanisch-säkulare Glaubensbewegungen, die man als Social Justice Warrior bzw. Neoprogressive bezeichnet, immer mehr in Rage.”

    Sozialismus war und ist der beste Weg in die Knechtschaft der Massen, sich linker Ideologien zu bedienen demgemäß das perfekte Mittel, als Oberschicht dominant zu werden auch zu bleiben. Mächtige Gruppen wären dies nicht geworden und geblieben, wüßten sie nicht um das Wesen der menschlichen Natur und Mittel der Einflußnahme darauf bescheid. Nicht grundlos stolpert man beim Schmökern in den Schriften der Strippenzieher permanent über uralte östliche Weisheiten und Bezugnahmen auf social engineering, nicht grundlos finanzierten Globalisten seit Ewigkeiten weltweit fast ausnahmslos alles, was rote Kräfte an die Regierung brachte — inklusive Bolschewiken in Rußland [2].
    Dieselben Kreise befeuern heute in den USA Social Justice Warriors, Neoprogressive, Fiatmoney und Staatsschuldenexzesse über die Druckerpresse, während der 1917 selbstgeschaffene russische Bär mit dem roten Stern auf der Mütze zuvor für jahrzehntelanges Blühen des sogenannten militärisch-industriellen Komplexes sorgte.

    Der ferne Osten kennt seine alten Meister gut genug, die Russen stehen dem wenig nach, was das aktuelle Ringen in einer noch multipolaren Weltordnung zumindest partial erklärt.

    George H. W. Bush, Sproß einer Öldynastie, CIA-Chef und späterer US-Präsident war auch Botschafter in China. Das expliziteste und unverblümtesten Bekenntnisse zu einer New World Order kommt ebenfalls von Bush senior [1]. Bush junior, sein Sohn und später ebenfalls US-Präsident, legte wiederum mit seinem Bombenteppich im mittleren Osten den Grundstein des heutigen Chaos. Mit dem ominösen Patriot Act von 2001 wurde zugleich der totalitäre Big-Brother aus der Taufe gehoben, der ‘war on terror’ ist bis heute das perfekte Brecheisen wider die Gesellschaft.

    Klar ziehen irgendwann düsterschwarze Wolken auf, ein Blick aus dem Fenster genügt, die sprichwörtlichen Einschläge kommen dichter, alles folgt skriptkonform dem Diktum einer Ordnung aus den Chaos (‘Ordo ab chao’). Wer das Chaos erzeugt, dessen Dynamiken kennt und selbige an den Schaltstellen der Macht zu seinem Vorteil nutzt, steht am Ende des Spiels an der Spitze der Pyramide.

    Ohne Zerstörung oder zumindest nachhaltige Schwächung der USA und Europas durch intensivierten Linkskurs mit all seinen ungustigen Begleiterscheinungen gibt es keine intensivierte Dominanz der Strippenzieher in ihren supranationalen Organisationen. Für die einen klingt das nach Verschwörung, für andere nach dem einzigen Weg zur Befriedung des Erdballs.

    [1] youtube.com/watch?v=VtlO39wIRWs
    [2] wildboar.net/multilingual/easterneuropean/russian/literature/articles/whofinanced/whofinancedleninandtrotsky.html
    kugl: wallstreet lenin; kugl: rockefeller carnegie lenin

  35. Rennziege

    5. März 2016 – 18:21 Thomas Holzer
    Nicht so blauäugig jeden Wahlkampf-Sager auf die Goldwaage legen, pittäh! Glauben Sie im Ernst, ein Trump würde das praktizieren, was ein Obama abzuschaffen schwor, aber nie beendete?
    Wahlkampf ist Wahlkampf, das ist auch im politisch sooo korrekten Österreich nicht anders. Haben Sie hierzulande schon eine Wahlaussage erlebt, die je umgesetzt wurde?
    Offenbar lassen Sie sich bezüglich der USA nur von mitteleuropäischen Medien informieren. Was die berichten, färben, drehen und unterschlagen, wissen Sie besser als ich. Auch dasach so modische Trump-Bashing dient nur der Ablenkung von den wirklich brennenden europäischen Problemen.

  36. Selbstdenker

    @Rennziege:
    Es handelt sich um einen Auszug vom Hörbuch “33 Strategies of War” von Robert Greene. Bei mir ist es gestern deshalb auch sehr spät geworden. Stimmt: mir ist auch einiges bekannt vorgekommen.

    Seargon of Akkad hat es nur hochgeladen. Seine Videos schätze ich sehr, da er extrem präzise den Wahnsinn der neoprogressiven Umtriebe im englischsprachigen Raum analysiert.

    Seine Analysen haben mich auf den Trichter gebracht, dass das westliche Wertesystem ganz tief an seinen philosophischen Wurzeln angegriffen wird.

    So unrecht hat Michel Houellebecq gar nicht: Die Unis im Westen sind seit den 1960iger auf diesem Gebiet so gut wie tot. Es wird praktisch nur mehr Marxismus in verschiedenen Abwandlungen und Decknamen gelehrt.

    Wenn man die sich nunmehr aufbäumende Malaise im Westen entschärfen will, muss man tief in die philosophischen Programmbausteine vom westlichen Betriebssystem hinabsteigen und Sicherheitslücken, die sich über die Jahre ergeben habe und von Marxisten eingebaute Backdoors aufspüren und entschärfen.

    Die Lösung beginnt ganz unten in der Philosophie. Adam Smith war z.B. ja nicht nur ein Ökonom sondern auch ein Moralphilosoph.

    The Donald mag zwar schrill erscheinen. Ich bin mir aber sicher, dass er weit vernünftiger wäre als ihn viele einschätzen.

    Die schlechteste Wahl wäre die mit Goldmann Sachs eng verbandelte Hillary Clinton. Wenn sie gewinnen würde, können wir uns auf einen sicheren Raubzug einstellen, wie man ihn noch nie gesehen hat. Sogar der linke Bernie Sanders wäre aus mehreren Erwägungen noch ein besserer Präsident als Hillary Clinton.

  37. Thomas Holzer

    Mein english erachte ich als durchaus ausreichend, um diesen Mann “im Original” zu verstehen;
    und weil Wahlkampf ist, darf man jeden Schwachsinn absondern?………….nein, mit Verlaub, dieser Ansicht kann und will ich nichts, aber auch rein gar nichts abgewinnen.
    Primitiv bleibt primitiv, egal ob in USA, Europa, oder wo auch immer.
    Aber anscheinend finden manche -leider allzu viele- Liberallallas Primitivität ein erheiterndes Moment in der Politik.

  38. Rennziege

    5. März 2016 – 19:18 Thomas Holzer
    Dass Sie, ansonsten kernigen Ausdrücken nicht abgeneigt, sich nun über stinknormale Facetten amerikanischer Wahlkämpfe aufregen, nimmt mich wunder (adverbial gebraucht kleingeschrieben, auch für Sie). Die sind halt lustiger und g’schmackiger als das ewige Einerlei unserer graugesichtigen Lemuren. Aber wenn de Ihr Unterhaltungsbedürfnis besser befriedigen — auch mindere Ansprüche sind demokratisch legitimiert. 🙂

  39. Rennziege

    5. März 2016 – 19:15 Selbstdenker
    Danke nochmals. Also: Robert Greene, merk’ ich mir. (Wird doch nicht ein Bruder, Sohn oder Neffe von Graham G. sein, einem meiner Lieblingsautoren?)
    Auch der Rest Ihres Kommentars erfreut mich, braucht aber keine Antwort. Zeitlich wird’s eng. Hier, am Samstagnachmittag, spielen unsere G’schrappen mit x anderen Football, und wir Eltern stehen gleich auf der Tribüne, um dem Knacken gebrochener Knochen zu lauschen. Aber weit gefehlt! American Football, zumindest bei Teenies, ist weit harmloser als jedes Jugend-Fußballmatch in Österreich; dort herrschen blinde und taube Schiedsrichter.
    Wie auch in nationalen Verfassungs- und EU-Gerichtshöfen.

  40. Selbstdenker

    @Thomas Holzer:
    Den Amerikanern traue ich schon zu, dass sie in der Lage sind, die für sie beste Entscheidung zu treffen – und zwar ohne, dass sie von den Europäern an der Hand genommen werden.

    Die Europäer lagen und liegen mit ihren “Einschätzungen” so derart zuverlässig daneben, dass man aus US-Sicht das genaue Gegenteil der europäischen Wahlpräferenz als Wahlempfehlung verstehen könnte.

    Wer hat die Amis vollumfänglich in den Vietnamkrieg gezogen?
    Wie war das nochmal mit Jimmy Carter? Und wer hat zu dieser Zeit die Machtergreifung durch Khomeini unterstützt?
    Wie haben die europäischen Medien Ronald Reagan dargestellt? Das war Hass pur – so wie beim Begräbnis von Margaret Thatcher.

    Weit mehr als vulgäre Sprüche stören mich eine vulgäre Politik, ein verlogener Charakter auf “heiliger” Mission und unmoralische Taten. Von Donald Trump habe ich noch keine Bekenntnisse zu Drone-Strikes gehört. Obama lässt sie einfach durchführen.

    Ausserdem erlaube ich darauf hinzuweisen, dass die europäischen – insbesondere die Deutschen und österreichischen – Medien seit Jahrzehnten ein völlig falsches Amerika-Bild verbreiten.

    Zum Beginn der Migrationskrise hatte man sogar bei der Fahrt von Kufstein nach Kiefersfelden den Eindruck in ein Paralleluniversum einzudringen – zumindest wenn es nach der Darstellung gleicher Sachverhalte in den Radionachrichten diesseits und jenseits der grünen Grenze ging.

    Noch einseitiger wird nur mehr das Amerika-Bild vermittelt.

    Die Europäer glauben alles besser zu wissen. Ich behaupte, dass die Europäer in ein öffentlich-rechtlichen Matrix leben.

    Statt Crystal Meth (siehe den anderen Beitrag auf OO) sollte man hierzulande die “rote Pille” legalisieren.

  41. gms

    Selbstdenker,

    > Ich behaupte, dass die Europäer in ein öffentlich-rechtlichen Matrix leben.

    Was läßt Sie glauben, den US-Amerikanern ginge es anders?

    youtube.com/watch?v=U7aWr7H82FM

  42. gms

    Selbstdenker,

    > Das 1st und das 2nd Amendment.

    Meinungsfreiheit am Papier haben wir auch, das Recht auf Waffen wird ebenfalls in den USA zunehmend eingeschränkt und variiert in einzelen Bundesstaaten extrem. Dessen ungeachtet: Kernpunkt war die Scheinwelt der Medien.

    [1] “In keeping with this manual’s focus on mass media, however, this section will outline U.S. broadcast media—specifically, news media, which is theoretically a transmission of objective truth imparting serious information about society and matters of state.
    B-62. Moreover, many news anchor personalities remained in their positions so long that they took on a familiar and authoritative iconic status. For example, Walter Cronkite (CBS news anchor 1963 to 1981) was alternately known as “Uncle Walter,” or “the most trusted man in America.” Critics have claimed that Cronkite’s opinion after the Vietnamese Tet Offensive that “the war was now lost” significantly influenced American public opinion against continued involvement in the war. Since the 1940s, fewer than two dozen personalities have been the influential public face of such mainstream broadcast news by the three traditional networks.”

    [1] file.wikileaks.org/file/us-fm3-05-130.pdf

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