Völkerwanderung: “Wie der Frosch im heißen Wasser”

Von | 15. März 2017

(von Alexander Meschnig) Die massenhafte Zuwanderung aus arabischen und afrikanischen Ländern erzwingt faktische Umwälzungen in Europa. Die Maßstäbe dessen, was noch vor kurzem als „normal“ galt, verschieben sich mehr und mehr. Was früher als Skandal galt, wird heute hingenommen. Man gewöhnt sich daran wie ein Frosch, der im Wasser sitzt, während es erhitzt wird.

I. Der Sozialstaat in Gefahr

Wahrscheinlich erleben wir gerade eine der größten Umwälzungen in der europäischen Geschichte. Die massenhafte Zuwanderung aus den zerfallenden Gemeinschaften arabischer und afrikanischer Staaten mit ihren youth bulges, einem riesigen Überschuss an jungen Männern, ist ein Ereignis von weitreichender Bedeutung, das lange Zeit wie eine Naturkatastrophe, die über einen hereinbricht, behandelt wurde. Auch aktuell hat man nicht den Eindruck, dass irgendjemand der politisch Verantwortlichen in Deutschland den Ernst der Lage begreift. Der spätestens seit September 2015 herrschende Unwille der Regierung, sich mit unangenehmen Fragen und Entscheidungen auseinanderzusetzen, sie entweder in die Zukunft zu verschieben oder von anderen Akteuren eine Lösung zu erwarten, verhindert immer noch alle längst notwendigen Schritte. Hunderttausende von hauptsächlich jungen, muslimischen, männlichen Einwanderern wurden und werden deshalb weiter in Deutschland aufgenommen und großzügig alimentiert.

Im Prinzip läuft die Entwicklung auf eine Auflösung des National- und damit auch des Sozialstaates in Deutschland hinaus. Ersterer ist in den Augen der politischen und medialen Eliten sowieso nur noch ein Relikt dunkler Zeiten und durch die europäische Idee zu ersetzen. Die unkontrollierte Masseneinwanderung und die offensichtlich von höchster Stelle gewollte Transformation – „Das Volk ist jeder, der hier im Land lebt“ – werden in absehbarer Zeit die Grundlagen des Sozialstaates zerstören, der auf fragilen Voraussetzungen beruht: Solidarität, Gegenseitigkeit, Vertrauen, ein funktionierender Rechtsstaat, die Aufgabe tribalistischer Strukturen und eine weitgehend kulturelle Homogenität seiner Bürger. Alles Elemente, die in Kombination für sich genommen historisch und im globalen Maßstab eine Ausnahme bilden.

Die Existenz des Sozialstaates steht heute mit der ubiquitären Öffnung für praktisch alle Einwanderungswilligen auf dem Spiel, da die wesentlichen Voraussetzungen (unabhängig von den horrenden Kosten) für sein Funktionieren unter der Last der Massenmigration brüchig werden. Der 2016 verstorbene Zivilisationshistoriker Rolf Peter Sieferle fasst die Situation in einem Essay zum „Migrationsproblem“ knapp zusammen: „Ein Ausbau des Sozialstaats bei gleichzeitiger Öffnung für Immigration ist zweifellos nicht nachhaltig. Es wäre so, als drehte man die Heizung auf und öffnete gleichzeitig die Fenster.“

II. Das erschreckende Tempo der Veränderungen

Historiker werden wohl erst nach Jahren detailliert rekonstruieren können, welche Konsequenzen ein singuläres Ereignis wie die deutsche Grenzöffnung im September 2015 für die europäische Geschichte hatte. Selbst wenn wir bereits heute bestimmte historische Kontinuitäten, mentale Muster und politische Fehleinschätzungen konstatieren können: Viele der aktuellen Entwicklungen wären noch vor einigen Jahren von den allermeisten Beobachtern als undenkbar abgetan worden.

“Wahrscheinlich besitzen alle großen Umwälzungen der Geschichte”, so Joachim Radkau in “Das Zeitalter der Nervosität“, einer lesenswerten Studie der wilhelminischen Ära, „in ihrer Entstehungsweise ein Element der Kontingenz, der zufälligen Verknüpfung verschiedener Entwicklungslinien; denn ohne einen gewissen Überrumpelungseffekt wären sie nicht möglich.“

Geschichte ist niemals linear oder allein das bewusste Ergebnis handelnder Akteure (der Irrtum jeder Verschwörungstheorie), was aber nicht bedeutet, dass es keine Korrekturmöglichkeiten oder unterschiedliche Optionen gibt.

Erschreckend an den vergangenen zwei Jahren ist insbesondere die Geschwindigkeit, mit der sich die Veränderungen unserer gewohnten Welt vollziehen. Die menschliche Psyche hat aus Überlebensgründen die Fähigkeit, sich an veränderte Bedingungen anzupassen. Durch Gewöhnung verschieben sich die Maßstäbe dessen, was noch vor kurzem als „normal“ galt, mehr und mehr. Was früher als ein Einbruch in unser Leben oder Skandal galt, wird heute als unveränderbare Realität wahrgenommen, akzeptiert und/oder resignativ hingenommen.

Vieles, was noch bis vor nicht allzu langer Zeit als Ausdruck von Pessimismus oder dystopische Phantasie abgetan wurde, ist heute längst Wirklichkeit. Wenn wir ehrlich sind, wer hätte sich – obwohl es natürlich für nüchterne Analytiker Anzeichen dafür gab – Anfang 2015 vorstellen können, wo wir uns heute befinden?

Weihnachtsmärkte, Karnevalsumzüge und größere Veranstaltungen müssen von schwer bewaffneten Polizisten, mit Straßensperren und strengen Einlasskontrollen gesichert werden;
Gewaltverbrechen von neuer Qualität, Vergewaltigungen, Messerstechereien, Massenschlägereien, Angriffe auf Polizisten, Rettungs- und Krankenhauspersonal sind Alltag geworden;
Pfefferspray, Schusswaffen, Überwachungs- und Sicherheitselektronik sind Verkaufsschlager;
Hunderttausende abgelehnte Asylbewerber, die vorher alle ungeprüft ins Land gelassen und willkommen geheißen wurden, können nun aus unzähligen Gründen nicht abgeschoben werden;
Die Kosten der „Willkommenskultur“ – Unterbringung, Integration, Sprachkurse, Hartz IV, Gesundheitskassen, Sicherheit – erreichen inzwischen schwindelerregende Summen (nach Schätzungen für 2017 zwischen 20 und 40 Milliarden Euro);
Politiker einer demokratisch gewählten Partei werden angegriffen, Hoteliers und Veranstaltungsorte vermieten auf Druck linker Gewalttäter keine Räume für Parteiversammlungen oder werden massiv von „toleranten und weltoffenen Gruppen“ bedroht;
Tausende deutsche Staatsbürger mit Doppelpass fordern bei einem Auftritt des türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim in Oberhausen lautstark die Einführung der Todesstrafe in der Türkei;
Die Opfer eines islamistischen Terroranschlags in Berlin werden praktisch totgeschwiegen; erst auf massiven Druck der Öffentlichkeit müssen die politisch Verantwortlichen (niemand tritt zurück) eine Gedenkveranstaltung mehr als drei Wochen nach dem Anschlag abhalten.
Die Liste der bis vor kurzem noch für ganz unwahrscheinlich gehaltenen Tatsachen lässt sich endlos fortführen. Der Gewöhnungseffekt hat dabei längst eingesetzt, nur noch spektakuläre Ereignisse lassen uns aufhorchen. Die Abstumpfung hat uns alle erfasst und das ist ein wirklich schlechtes Zeichen.

III. Die beharrliche Verdrängung der Wirklichkeit

Beunruhigend ist aber auch, das viele Bürger keine Notiz von diesen täglichen Vorfällen nehmen oder die realen Entwicklungen, in den Worten der Kanzlerin, für „alternativlos“ halten, wenn sie nicht weiter schlicht geleugnet oder gar als Hetze bezeichnet werden (jeder Hinweis auf Gewalttaten von Migranten gilt für weite Teile der politischen und medialen Elite als rechtspopulistisch). Die hartnäckige Leugnung, das stumme Hinnehmen, aber mehr noch die beharrliche Realitätsverweigerung in weiten Teilen der Gesellschaft, sind offenbar spezifische Kennzeichen der deutschen Situation.

Ein Blick auf die ausländische Berichterstattung zeigt, dass viele Kommentatoren die hiesigen Entwicklungen mit zunehmendem Unverständnis betrachten. Deutschland ist mit seiner Position in Europa weitgehend isoliert. Im Blick der „Verantwortungsethiker“ (Max Weber), erscheint die praktisch ausnahmslose Grenzöffnung für alle Migranten – es reicht, das Wort „Asyl“ korrekt auszusprechen – die Ausnahme. Die Tabuisierung aller nationalen Interessen, die faktische Preisgabe des Landes, wird in den Augen der meisten anderen europäischen Staaten, wie auch von Ländern wie China, Japan oder den USA, als „deutscher Sonderweg“ betrachtet, als eine illusionäre und weltfremde Politik, die einer Selbstzerstörung gleichkommt. Dass ursprünglich im linksextremen Spektrum angesiedelte Positionen („No borders“, „Kein Mensch ist illegal“) zur Staatsdoktrin in einem von einer (einst) konservativen Partei geführten Deutschland wurden, ist vielleicht die erstaunlichste Tatsache des „summer of love.“

Orientiert an der Idee einer „universellen Menschheit“, der Absage an jedes nationale Interesse als unmoralisch und egozentrisch, wurde die Grenzöffnung als eine Art moralischer Imperativ kommuniziert. In Wirklichkeit wollte man sich einfach nicht mit den Bildern geschlossener Grenzen und randalierender Flüchtlinge konfrontieren, da die politische Führung die Verantwortung für die daraus resultierenden Maßnahmen nicht übernehmen wollte. Im November 2015 hatte ich dazu in einem Artikel für die „Achse“ geschrieben:

“Es wird niemand tausende junge Männer, die entschlossen die deutsche Grenze überschreiten, ohne Gewaltanwendung aufhalten können. Bilder von physischen Auseinandersetzungen an etwa der deutsch-österreichischen Grenze wären bei Einhaltung der gesetzlichen Regeln unvermeidlich. Genau diese Bilder will Merkel verhindern. Das ist – zugegeben – ein legitimes Anliegen und moralisch zweifellos zu rechtfertigen, es stellt sich aber als Konsequenz die Frage: Kann jemand, der so denkt und (nicht) handelt, einen Staat in der größten Krise der letzten Jahrzehnte führen?”

Die gesinnungsethische Radikalität, vielleicht nur ein Ausdruck politischer Feigheit und mentaler Schwäche, ist im Kern genuin unpolitisch. Denn ihre abstrakten Forderungen reflektieren weder die Folgen ihres Handelns noch die von ihr erzeugten Effekte. Dass sich eine deutsche Bundeskanzlerin in infantiler Pose für Selfies mit in der Regel illegalen Einwanderern zur Verfügung stellte, ohne offensichtlich in Erwägung zu ziehen, was solche Bilder in den arabischen und afrikanischen Ländern auslösen, war nur die Spitze eines Kitsch- und Rührstücks, welches das Politische durch einen moralischen Imperativ ersetzte.

IV. Das Diktat moralischer Erhabenheit

Inzwischen wird immer deutlicher, dass die rein gesinnungsethischen Positionen unter dem Druck der Realität zu bröckeln beginnen. Große Teile des linksgrünen Milieus – und dazu gehören inzwischen auch Teile der CDU, die die Grünen als Partei fast überflüssig machen – weigern sich zwar weiter standhaft, die Folgen einer Politik einzugestehen, die die Sicherheit, Stabilität und Prosperität Europas als Ganzes bedrohen, aber ihre Botschaften klingen bereits mehr wie Rückzugsgefechte.

Von Anfang an wurde aus Gründen der sozusagen „nachträglichen Rechtfertigung“ von führenden Vertretern der „Willkommenskultur“ deshalb versucht, uns die Folgen der massenhaften Einwanderung als eine „Win-Situation“ zu verkaufen. Wie im Märchen sollten die „Neuhinzugekommenen“ Deutschland nicht nur von seiner historischen Last erlösen, für das vielzitierte „Bunt“ in einer grauen Republik sorgen, uns mit den Worten Maria Böhmers „mit ihrer Kultur und Herzlichkeit bereichern,“ sondern auch für handfeste Ergebnisse bei der Steigerung des Bruttosozialprodukts sorgen. Industrie-Vertreter wie etwa der Daimler-Chef Dieter Zetsche halluzinierten schon von einem „nächsten deutschen Wirtschaftswunder“.

Die Realität sieht heute so aus: In den 30 DAX-Unternehmen mit mehr als 1,1 Billionen Euro Jahresumsatz und rund 3,5 Millionen Beschäftigten wurden gerade einmal 54 Flüchtlinge bzw. Zuwanderer fest angestellt, davon entfielen allein 50 auf die Deutsche Post. Der unkontrollierte Zuzug aus mehrheitlich islamischen Ländern, so die Einschätzung des „Instituts der deutschen Wirtschaft“ in Köln (IW Köln), wird in den kommenden Jahren zu einem sinkenden Leistungsniveau des deutschen Bildungssystems führen. Nach Einschätzung der Vereinten Nationen wird das multikulturelle Schweden bis 2030 ein Dritte-Welt-Land werden. Das mag vielleicht übertrieben sein, die jüngsten PISA-Ergebnisse zeigen aber: Kein Land ist im Ranking so stark abgestürzt wie Schweden. In Mathematik, in den Naturwissenschaften und beim Lesen liegt Schweden inzwischen unter dem OECD-Durchschnitt.

Neben der angeblichen Ankurbelung der Wirtschaft waren für die Verfechter der „Willkommenskultur“ auch die Lösung der demografischen Probleme, die Rentenfinanzierung und eine „Auffrischung des Genpools“ (Schäuble) erwünschte Nebeneffekte der Migrationswelle. Auf dem Höhepunkt der Hysterie, mit applaudierenden Bürgern an Bahnsteigen, Blumen und Girlanden (das erinnerte an siegreiche Kriegsheimkehrer), wurden jeden Tag neue Vorteile entdeckt. Gegenargumente, ein nüchterner Blick auf die empirische Gestalt des durchschnittlichen Migranten (jung, männlich, ungebildet) und seiner Herkunftsgesellschaft jenseits einer abstrakten „Fremdenliebe“, prallten an den moralisch Erhabenen ab und führten im Regelfall zur gesellschaftlichen und medialen Ausgrenzung des Kritikers. Eine Gesinnung ist empirisch solange nicht falsifizierbar, solange sie an sich selbst glaubt. Und das kann bekanntlich (siehe Kommunismus) lange dauern.

V. Das Versagen der politischen Führung

Zu dem Zeitpunkt an dem die Realität mit aller Macht die Ideologie ad absurdum führen wird, werden die Positionen der einst Diffamierten, wie die der AfD oder des „Packs“, voraussichtlich zu Forderungen der Regierung. Das deutet sich bereits in manchen kühnen Volten der einstigen Vorturner an, wenngleich die eigenen Irrtümer und das komplette Versagen nur in Ausnahmefällen eingestanden werden. Im Prinzip müsste man die Verantwortlichen in Politik – und vor allem auch in den Medien – jeden Tag in Endlosschleife mit ihren Haltungen der vergangenen zwei Jahre konfrontieren. Hat sich etwa Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) für seine Aussagen am 16. November 2015 bei denjenigen entschuldigt, die damals als Hassprediger galten, nur weil sie bestimmte Probleme ansprachen? Wir erinnern hier an seine Lageeinschätzung:

„Es gibt keine Verbindung, keine einzige nachweisbare Verbindung zwischen dem Terrorismus und den Flüchtlingen außer vielleicht einer: nämlich dass die Flüchtlinge vor den gleichen Leuten in Syrien flüchten, die verantwortlich sind für die Anschläge in Paris.“

Dabei hatten sogar Teile der eigenen Geheimdienste früh auf Verbindungen von Terrorismus und Flüchtlingsströmen hingewiesen. Die Mißachtung dieser Warnungen zeigt, dass die Weigerung, unangenehme Tatsachen anzuerkennen, in der Staatsspitze Konsens war. Wenn regierungsverantwortliche Personen ihr Handeln rein gesinnungsethisch ausrichten, kann man von einem Versagen der Staatsführung sprechen. Das wird brandgefährlich, wenn Entscheidungen getroffen werden müssen, die eine existentielle Bedeutung haben, da bestimmte Entwicklungen den Bestand des Gemeinwesens bedrohen. In einer solchen Situation befinden wir uns heute, auch wenn die gute Konjunktur, hohe Steuereinnahmen sowie funktionierende administrative und zivilgesellschaftliche Strukturen das noch eine Zeit lang verdecken können.

Da viele Probleme erst später in vollem Umfang sichtbar werden, fällt es vielen Bürgern leicht, sie zu ignorieren. Hinzu kommt die Gewöhnung an veränderte Zustände, ein langsamer und schleichender Prozess der Aushöhlung des einst Vertrauten. Es wirkt wie ein Betäubungsmittel. Die Dinge entwickeln sich eben so und nehmen ihren scheinbar vorbestimmten Lauf. Wie auf der staatlichen Ebene, fehlt auch in der Gesellschaft so etwas wie der Wille, sich zu behaupten, überhaupt etwas zu wollen. Dieser Wille ist für die Weiterexistenz der freiheitlichen und demokratischen Welt aber unabdingbar.

In dem nach seinem Freitod erschienen Band „Das Migrationsproblem“ in der Werkreihe von TUMULT kommt der anfangs erwähnte Rolf Peter Sieferle zu folgendem abschließendem Urteil:

„Ein altes Rechtsprinzip lautet ultra posse nemo obligatur, d. h. jede Verpflichtung hat ihre Grenze dort, wo die Selbstzerstörung begänne. Das Leben wie auch das Überleben des politischen Gemeinwesens hat einen Vorrang vor abstrakten Rechtsprinzipien, auch wenn es einzelnen freistehen mag, den Selbstmord zu wählen. Die politische Führung ist dazu jedoch nirgendwo ermächtigt. Man kann, wenn man will, die andere Wange hinhalten; die Regierung darf jedoch nicht die Wange des Volkes hinhalten, das sie gewählt hat.“

Der hier mit freundlicher Genehmigung des Autors veröffentlichte Beitrag erschien zuerst auf der „Achse des Guten“

23 Gedanken zu „Völkerwanderung: “Wie der Frosch im heißen Wasser”

  1. Der Realist

    sollte man zur Pflichtlektüre unserer “Volkszertreter” erkoren

  2. stiller Mitleser

    Auf Rückzugsgefechte habe ich eigentlich auch gehofft und gedacht wenn ein paar Meinungsmacher dann umschwenken wird der Rest folgen (diese Dynamik ist quasi universell ) – aber es gab keinen Schwenk.

  3. Fragolin

    @Der Realist
    Die wenigen, die Texte noch sinnerfassend lesen können, haben kein Interesse daran.
    Denen könnte man das im NR vorlesen, dann würden sie mit dem Handy gelangweilt spielend dasitzen wie wissensverweigernde Pflichtanwesende in der Mittelstufe. Denen hat Gott nicht nur zwei Ohren gegeben, damit das, was auf der einen Seite reinkommt, auf der anderen Seite wieder rauskann, sondern auch nichts ernsthaft Erwähnenswertes dazwischen, sodass auch das Echo ohne jede Wahrnehmung verhallt. Anders kann man sich deren Verhalten nicht erklären, wollte man keine mutwillige Sabotage am eigenen Staat und Hass auf das eigene Volk unterstellen…

  4. stiller Mitleser

    @ Fragolin
    “wollte man keine mutwillige Sabotage am eigenen Staat und Hass auf das eigene Volk unterstellen…”

    Verachtung, Distanzierung vom Herkunftsmilieu über das man sich durch polit. Karriere erhoben hat, Identifikation mit dem Aggressor (Identifikation mit dem Starken, Aktiven, die Situation Bestimmenden und
    dadurch Teilhabe an dieser Stärke, man wird nicht zu deren passivem Objekt)

  5. sokrates9

    Mir ist dieser kollektive Wahnsinn der auch Österreich betrifft ein Rätsel!! Die gesamte 4. Macht die Medien kommen aus dem applaudieren nicht heraus, der Bundespräsident steht mit Willkommensfahne am Westbahnhof, 100.000 jubeln den Refugees am Heldenplatz zu, (umbenennen auf Platz der Irrtümer??),Flüchtlinge müssen sofort “integriert werden” – wobei auch die FPÖ voll dafür ist – Volkswirte erklären was für Gewinn die Flüchtlinge für Österreich sind, die Kirche jubelt über jeden Moslem der nach Österreich kommt!, die Emanzinnen freuen sich auf die kulturellen Bereicherer, die gesamte Juristenschar sieht nirgends einen Verstoß gegen diverse Verfassungsbestimmungen, die Lehrer wundern sich warum wir in Pisa immer mehr zurückfallen und nach 8 Jahren Schule 30% nicht sinnerfassend lesen können! – willkommen im kollektiven Irrsinn ein offensichtlicher Geisterfahrer!!

  6. Fragolin

    @Realist
    Habe ich vorhin vergessen: Ich möchte niemanden verbessern, mache ja selbst auch Fehler, aber weil es die Wenigsten wissen: Es müsste richtig “erkiesen” heißen. 😉

  7. Der Realist

    @Fragolin
    Ihre Gedanken bezüglich sinnerfassend lesen usw. kamen mir auch in den Sinn, war aber in Eile und beließ es mit einem kurzen Statement;
    und nach dem Abschicken ist mir auch der Fehler aufgefallen, würde aber eher “erheben” verwenden

  8. Der Realist

    @sokrates9
    Sie sind wirklich ein Geisterfahrer, wie kann man nur so borniert sein, um nicht all den Segen der dank dieser Wanderfreudigen über uns hereinbricht zu erkennen. Die Wirtschaft reißt sich ja dermaßen um diese Hochqualifizierten, dass das AMS nicht genug Nachschub liefern kann. Auch unser Bildungssystem erfährt aufgrund dieser Bereicherung gerade eine Hochblüte, und um unser Sozial- und Pensionssystem brauchen wir uns auch keine Sorgen machen, denn wenn deren Leistung einmal schlagend wird, leben wir förmlich im Paradies. Auch die Vertreter christlicher Religionen werden erst zufrieden sein, wenn ihre Kirchen wieder bis auf den letzten Platz gefüllt sind, nur sie selbst haben dann auch drinnen keinen Platz mehr, ist aber wurscht, Hauptsache man hat sich jahrelang im gutmenschlichen Sumpf gesuhlt und wurde als Brückenbauer medial gefeiert.

  9. Rennziege

    15. März 2017 – 11:51 — Fragolin
    @Realist

    Es müsste richtig „erkiesen“ heißen. Sorry, Gentlemen: Dieses Verbum ist spätestens seit Goethes Tagen obsolet und wird nur noch ironisch gebraucht. Warum nicht enfach “küren”, von mir aus auch “erküren”? Präteritum & Perfekt: “erkoren”.

  10. Erich

    Viele Leute nehmen von alldem keine Notiz, weil es nicht in ihrer direkten Umgebung passiert und die Medien nichts berichten. Etwa so könnte ich meinen: ich habe noch nie einen schweren Autounfall mit Toten in meiner näheren Umgebung gesehen, also bezweifle ich, dass das sonstwo in großer Zahl auftritt.

    Ich habe gerade von Rolf Peter Sieferle sein letztes Buch “Das Migrationsproblem – über die Unvereinbarkeit von Sozialstaat und Masseneinwanderung” gelesen und kann nur hoffen, dass seine emotionslosen profunden Analysen nicht in allen Punkten in Erfüllung gehen! Ich kann nur jedem dieses Werk (135 Seiten) ans Herz legen!! Ortners “Prolokratie” war dagegen vergleichsweise ein kleiner Seitenhieb auf unsere Demokratie, die in Wirklichkeit schon eine Ochlokratie ist. Sarazzin ist auch schon lange vergessen.

  11. xoxoxox

    Alles schön und gut. Ich (persönlich) erfahre aus diesem Artikel keinerlei neue Erkenntnis. Ich sah, diese heutige “Entwicklung” schon vor Jahren kommen (ich wurde belächelt / als Pessimist / Schwarzseher und auch als “Nazi” betitelt) .

    “Nun ist (sind) sie mal hier”, um das mit den Worten der dt. BK, A. Merkel zu sagen und im Raum stehen zu lassen. Es können sich die Leser dieses Blogs die Finger Wund schreiben (einen lieben Gruß an Fragolin, dessen Blog und dessen Kommentare ich sehr, sehr schätze) – ändern werden wir auf der “Tastatur” gar nichts. Ich denke, auch die aufgeklärten Menschen hier haben schier keine Ahnung wohin die Reise geht.

    Ich trage keinen Aluhut und zähle mich auch nicht zu den sog. “Verschwörungstheoretikern”, doch haben wir defakto den sog. “point of no return” überschritten. Aufgrund meines beruflichen Statuses kann ich leider nicht weiter in Details gehen – das Europa was wir kannten, schätzten und liebten ist am Ende.
    Wie jeder Jäger weiß, – ” Ist die Kugel aus dem Lauf, hält kein Teufel sie mehr auf. …

  12. mariuslupus

    Eine sehr gute, nüchterne Analyse des Weges in den Untergang. Lesenswert. Nur die die es lesen sollten, werden es nicht lesen, weil es ihren angestrebten und z.T. bereits erreichten Zielen, widerspricht. Egal, warum die Initiatoren und Förderer der Masseneinwanderung, nicht lesen werde. Diese Leute würden es nicht verstehen. Dass ist so, wie mit den Perlen und den Eichkatzeln.
    Die EU Despoten, haben durch ihr Sprachrohr, die Medien, die breite Öffentlichkeit und damit die zukünftigen Wähler, davon überzeugt, dass es möglich ist unkontrollierte Einwanderung und Sozialstaat, gleichzeitig, und zum Wohl der Bürger, zu haben. Die Wähler werden die Obrigkeit, für diese Wohltat bei der nächsten Wahl, mit einer, fast absoluten Mehrheit bestätigen. 85%, nicht schlecht.
    Die bestätigte und demokratisch legitimierte Obrigkeit, wird den Wählern für ihre Loyalität danken.
    Aus dank beschliesst die Obrigkeit den ehemaligen Wähler, in seiner Apathie nicht zu stören und keine überflüssigen Fragen zu stellen. Sondern, Handeln, wie bisher, zum eigenen Wohl.

  13. mariuslupus

    Lapsus, es waren nicht Eichhörnchen gemeint, Schreibfehler.

  14. Falke

    Dazu irgendwie passend der Konflikt zwischen Deutschland und der Türkei:
    Erdogan wirft Merkel vor, Terroristen zu unterstützen. Nun, wenn man es recht bedenkt – eigentlich liegt er gar nicht so falsch, wenn er auch natürlich ganz andere “Terroristen” meint.
    Zu den Vorwürfen Erdogans sagt Merkels Schoßmops Altmaier ganz empört, Deutschland sei ein “vorbildhafter Rechtsstaat”. Da dürfte er eine sehr selektive Sicht der Dinge haben; in den letzten 18 Monaten hat die Merkel-Regierung eher das Gegenteil bewiesen (und tut es nach wie vor).

  15. Oliver H.

    @Alexander Meschnig
    “Geschichte ist niemals linear oder allein das bewusste Ergebnis handelnder Akteure (der Irrtum jeder Verschwörungstheorie), was aber nicht bedeutet, dass es keine Korrekturmöglichkeiten oder unterschiedliche Optionen gibt.”

    Sogenannte Verschwörungstheorien kommen in der Regel erst dann auf, wenn die offizielle Darstellung mit den Tatsachen definitiv nicht in Einklang zu bringen ist. Im Anlaßfall widersprechen nachfolgende Fakten glasklar dem, was man Bügern mit dem politmedialen Brecheisen unterjubeln will:

    1) Thomas de Maizière nannte bereits Wochen vor dem vorgeblich humanitären Notfall der in Budapest gestandeten “Flüchtlinge” die Zahl von 800.000 in Deutschland erwarteten Neuankömmlingen in Deutschland für 2015 und forderte europäische Solidarität ein. Allein reine Hochrechnungen der bis dahin vorliegenden Zahlen gaben aber diesen angepeilten Achthunderttausender auf Jahressicht nicht her.
    2) Sowohl das deutsche, wie auch das österreichische Innenministerium, Botschaften, sämtliche Militär- und Geheimdienste und wer sonst noch mit möglichen Wanderungsbewegungen zu tun hatte, wußte um den potentiellen Dammbruch bescheid. Warnungen gab es bereits im Frühjahr 2015.
    3) Hauptsächlich kausal war, neben verschärften kriegerischen Auseinandersetzungen, die Kürzung von Hilfszahlungen an Flüchtlingslager in der Region. Nachweisbar thematisiert wurde dies im EU-Parlament in den Jahren 2013 und 2014. (Vorsitzender des zuständigen Ausschusses war übrigens Elmar Brok, jener United-States-of-Europe-Protagonist, der später in diversen Talkshow entrüstet murmelte, die Deutschen müßten heute nun nolens volens ausbaden, daß sie, die Deutschen, damals die Gelder kürzten.)

    Das Gschichtl, Merkel wäre im September 2015 beim Blick nach Ungarn irgendwie am falschen Bein erwischt und in ein moralisches Dilemma gestürzt worden, ist erstunken und erlogen. Fullstop.
    Die Ungereimtheiten rund um den historisch erstmaligen Fund eines Kleinlasters mit zu Tode gekommenen Schlepperopfern, dem toten Jungen in Bodum, dessen Bild tagelang die Titelseiten füllte oder die Aussetzung der Regeln für die Mitarbeiter des BAMF hin zu einem innovativen “Wir behandeln jeden der kommt!”, eine Anordnung, von der bis heute niemand den Nachweis erbringen kann, ob sie jemals rechtswirksam erteilt wurde (siehe veröffentlichte Kommunikation von Flüchtlingsorganisationen mit Behörden), — all das kann man getrost beiseite lassen, wenn man allein die wohldokumentierten Bausteine nüchtern beurteilt.

    Nach identer nüchterner Einsicht der EU-eigenen Pressemeldungen halten auch die Stories von Merkels Alleingang mit der Türkei oder die von Sebastian Kurz mit der EU unabgestimmte Schließung der Balkanroute nicht. Wenn heute aber eh schon jeder weiß, daß sogar Kriege mit Propagandalügen beginnen, wer wollte dem politmedialen Komplex mehr oder minder lässliche Notlügen ankreiden?

    In ihrer Eindeutigkeit eindeutige Aussagen über die Notwendigkeit der Verschmelzung der Völker kamen nicht nur von Donald Sutherland oder Frans Timmermans, sondern weiteren ranghohen Politikern, ein Duktus, der von einer Angela-wir-müssen-in-einer-globalisierten-Welt-Souveränität-abgeben-Merkel bis heute konsequent durchgezogen wird, wenn sie von “die, die schon länger da sind” daherfaselt. Deutschlandfahne verschnupft von der Bühne entfernen? Geschenkt, sind ja alles Zufälle, wie auch der Umstand, daß die meisten, die mit besonders saublöden Aussagen auffielen (wie exemplarisch Dieter Zetsche), zugleich in den globalistischen Cirkeln bestens eingebettet sind.

    Deutschsprachige Medien könnten auch unkonzertiert ein derartiges Propandafeuer ablassen, wir wir es als dauerdröhnende Begleitmusik just im Juli und August 2015 nach einer längeren Pause furorisch anschwellend erlebten? (Martin Lichtmesz hatte diesen Umstand im Vorjahr akribisch herausgearbeitet.) Klar, in den Medien sind alle links, sprich naturblöd. Ist auch eine Erklärung, sprich den Punkt können wir abhaken.

    Muß man ernst ernst nehmen, wenn Politologen Abhandlungen über “Migration als Waffe” schreiben oder im englischsprachigen Raum (also abseits der BRD) offen über die EU und “The German Question” debattiert wird? Ist relevant, wenn ausgerechnet deutsche Bürger noch niemals in der Geschichte über eine Verfassung, Nato, Montan-Union, EWG, EG, Euro oder EU an der Wahlurne befragt wurden und zugleich als Insassen eines demokratischen Musterlandes hochgejubelt werden?
    Soll man ignorieren, wer den Flüchtlingszirkus maßgeblich finanziert und mit wem dieser bekannte Sponsor noch im Bett liegt? Welche Politiker sind es, die sich speziell für Migranten in die Schlacht werfen und welches hinkünftige Europa streben eben diese Politiker an? Sowohl der kleine wie auch historisch große Kontext gehen nahtlos ineinander über, aber das ist ganz sicher auch ein Zufall.

    Wenn die passende Verschwörungtheorie einen potentiellen Fehler hat, dann den von “too good to be true”, die These ist zu banal. Naive oder vielleicht auch Hoffnungsvolle wollen an ein perpetuiertes Versagen kurzsichtiger Politiker glauben, die zuerst einen Dominonostein neben den anderen stellten und hernach baff erstaunt zusahen, wie nach dem Anstupsen einer nach dem anderen umfiel, obwohl ein einziger Finger gereicht hätte, die Kettenreaktion zu stoppen. Die besten Verbrechen sind immer noch jene, von denen Otto-Normaldenker annehmen würde, niemand sei zu solcher Barbarei in der Lage. So war sicher auch Schweden (“.. wird das multikulturelle Schweden bis 2030 ein Dritte-Welt-Land”) bloß ein vermeidbarer Betriebsumfall und niemals ein erfolgreiches Experiment im Kleinen, wie weit man eine Gesellschaft gezielt auslöschen kann.

    In einigen Jahrzehnten wird das, was heute noch Verschwörungstheorie genannt und tunlichst mit süffisantem Unterton ausgesprochen wird, zum common sense gehören. Gewußt haben dann alle irgendwie davon, standen doch alle Puzzleteile oder auch größere zusammenhängende Bilder da und dort im Mainstream auf Seite 24, und knapp vor Mitternacht gab es sogar gutgemachte Dokumentationen. Analysen, Dokumente, Vorträge — das Internet war voll davon, jeder mußte es gewußt haben. Historie als Wiederholung und dann nicht als Farce.

  16. Thomas Holzer

    Aus der “Die Presse” von heute:
    “Der Anteil der Nichtösterreicher bei den Neugeborenen steigerte sich in den vergangenen zehn Jahren: von 11,7% im Jahr 2005 auf 20 Prozent im Jahr 2015”

    Ich denke, das sagt fast mehr als alles 😉

  17. raindancer

    @Thomas Holzer

    das nenn ich traurigste Nicht-Fakenews

  18. mariuslupus

    @Thomas Holzer
    Sie möchten doch nicht mit Steve King im gleichen Topf landen ?

  19. Wanderer

    Großartiger Text. Leider wird er nicht in der Sonntagskrone gedruckt werden.

  20. Paul

    Die Kosten für diese “Flüchtlinge” werden den bereits geschwächten deutschen Sozialstaat mit sichergeht sprengen!

    Allein im Jahr 2016 haben uns deutsche Steuerzahler diese “Asylanten” schon 30 Milliarden gekostet (mit versteckten Kosten, wie Krankenversorgung).

    Zum Vergleich: die deutschen Bundesländer hatten im gleichen Jahr insgesamt nur 32 Milliarden für Kindergärten, Schulbildung, Strassen und wichtige Infrastruktur zur Verfügung.

    Deutschland wird aber nicht nur wegen der horrend hohen Kosten untergehen, sondern auch weil diese 1 Mio. jungen muslimischen Männer nicht integrierbar sind!

    Der Untergang Deutschlands zeigt starke Parallelen zum Untergang des römischen Reiches, wie der Historiker Prof. Dr. Sieferle in seinem Buch “Das Migrationsproblem – Unvereinbarkeit von Sozialstaat und Masseneinwanderung” klar aufzeigt!

    Das römische Reich ist praktisch von Innen heraus, durch die Zuwanderung von Barbaren selbstzerstört worden.

    Historiker Prof. Dr. Sieferle, der größte deutsche Universaldenker des 21, Jahrhunderts, schreibt in seinem Buch Das Migrationsproblem, das die Zivilisationen und Demokratien in Westeuropa und das “EU Gebilde” durch islamische “Flüchtlinge” zerstört werden! (Wobei zuerst der Übergang zu “barbarischen multi-tribalen Stammesgesellschaften” stattfinden wird, was z.Zt. in vollem Gange ist).

    Deutschland wird aber laut Prof. Sieferle, zusätzlich wieder einmal die Hauptschuld am Zerfall der ganzen EU und Westeuropas tragen.
    Also wieder eine (neue) “Kollektivschuld” für die Deutschen!

    Siehe dazu auch diese Leseprobe aus dem Buch Das Migrationsproblem von Sieferle

    http://www.docdroid.net/CBh5kcX

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