“Vollgeld”: Eine bestechende Idee?

Von | 3. September 2013

“Sollen Banken künftig nur noch dann Kredite vergeben dürfen, wenn sie Bargeld in derselben Höhe auf Lager haben? Zwei IWF-Forscher haben die Folgen solch eine Radikalreform untersucht und kommen zu dem Schluss: Das würde Wirtschaftsleistung und Wohlstand ankurbeln….” (Interessante Idee im “Handelsblatt”)

75 Gedanken zu „“Vollgeld”: Eine bestechende Idee?

  1. Karl Markt

    @Smarti

    Sie verstehen offenbar nicht das Prinzip Gläubiger-Schuldner.

    Ein Gläubiger leiht eine gewisse Menge an Geld an den Schuldner, um mehr Geld zurückzubekommen als ursprünglich hergeborgt.

    In meinem Beispiel war der Gläubiger die Bank, in Ihrem es jetzt “X”

    X hat 104 Millionen sagen Sie, wovon er 100 als Kredit an die Unternehmen gibt. Diese Unternehmen können wiederum nur die selben 100 Millionen zurückzahlen, da können sie noch so fleißig sein.
    GIbt X seine 4 Millionen auch noch aus, kann in diesem Beispiel ein Unternehmen Gewinn machen, jedoch fließen am Ende des Tages wieder exakt die selben 104 MIllionen an X zurück. Er hat vorher 104 Millionen und nacher.
    Hier gibt es keinen Gewinn und keinen Zins und kein Wachstum.
    Es hält vielleicht als Gutenachtgeschichte her, nicht aber als Erklärung für Vorgänge in der Wirtschaft.

  2. Karl Markt

    Aber ich will das Geheimnis lüften.

    Vergibt die Bank 100 Mio an 3 Unternehmen, beginnen diese zu wirtschaften, sie zahlen Löhne und produzieren Waren. Das braucht Zeit. Wenn die Waren schließlich am Markt landen, werden die von den Löhnen gekauft, auch das braucht Zeit.
    Wärend dieser Zeit bleiben die Unternehmen aber nicht untätig. Sie haben neue Ideen, um diese zu verwirklichen benötigen sie neues Geld.
    Das ursprünglich geliehene ist ausgegeben, also wenden sie sich wieder an die Bank. Die schreibt ihnen jetzt eine gewisse Summe gut, neues Geld wurde gschöpft! Und genau von diesem Geld, kann jetzt auch erst der Zins an die Bank (oder einen Gläubiger) zurückgezahlt werden, da jetzt erst in Summe mehr als die ursprünglichen 100 Mio unterwegs sind!

    Tja, und so läufts, und deshalb kann die Wirtschaft ohne Geld aus dem Nichts auch nicht funktionieren.
    Wer damit ein Problem hat, hat ein Problem mit Kapitalismus.

  3. Smarti

    @gms
    “Zu welcher Bank gehen Sie? Was vereinbaren Sie mit der Bank?”

    Inwiefern ist es relevant, was ich mit der Bank vereinbare, wenn der Staat diese Vereinbarung nicht durchsetzt? Insofern kann man auch einfach gleich im jetzigen System die Vollreservenpflicht durchsetzen.

    “”Wie?! Wer zum Henker bezahlt seinen Kredit mit Basisgeld? Und ob Sie’s nun glauben oder nicht, ein beglichener Kredit tilgt das dabei geschaffene Giraldgeld in selber Höhe. Die Schuld besteht nicht mehr, daher gibt es auch keinen elektronischen Schuldschein mehr. Für die Bank ist das eine banale Buchung.”

    Ich glaube wir haben unterschiedliche Definitionen von Giralgeld. Ich erkläre es mal mit Gold:
    Einleger X gibt seiner Bank A 100 Gold.
    Bank A gibt ihm dafür eine Quittung (Banknote), die er jederzeit bei ihr einlösen kann.
    Nichtsdestotrotz verleiht sie die 100 Gold an Kreditnehmer Y.
    Von nun an ist die umlaufende Geldmenge verdoppelt: 100 Gold und eine Banknote im Wert von 100 Gold (A zahlt seine Einkäufe lieber mit der Banknote als dem ihr zugrundeliegenden Gold).
    Irgendwann zahlt Y seine Schulden zurück. Er überweist das Geld von seinem Konto bei der B-Bank an die A-Bank. Die A-Bank wird diese Überweisung aber NUR dann anerkennen, wenn diese in Gold geleistet wird, weil sie kein Interesse an B-Banknoten hat (weil diese genauso mit Gold ungedeckt sind, wie ihre eigenen…) .
    Wird das Gold von der B-Bank geliefert, wird die A-Bank zu einer Vollreservenbank, bis sie das Gold wieder verleiht.

    So und jetzt ersetzen Sie Gold mit Zentralbankgeld bzw. Basisgeld und Banknote mit Giralgeld. Aber selbst davon abgesehen, sagen Sie ja selbst dass mit der Kreditvergabe Geld entsteht und mit der Kredittilgung Geld vernichtet wird. D.h. zwangslogisch dass die Geldmenge in der Zwischenzeit ansteigt. Das ist exakt das Problem, von dem ich hier die ganze Zeit rede.

  4. Smarti

    @ Karl Markt
    Soll ich Ihnen noch einmal Ihre Ausgangsfrage posten? Ich habe einwandfrei erklärt wo die 4 Mio € zur Zinszahlung “herkommen”. Nicht mehr und nicht weniger. Ich muss natürlich grundlegende Mathekenntnisse voraussetzen.

    “Ein Gläubiger leiht eine gewisse Menge an Geld an den Schuldner, um mehr Geld zurückzubekommen als ursprünglich hergeborgt.”

    X verleiht 100 Mio € und erhält 104 Mio € zurück. q.e.d.

    “Er hat vorher 104 Millionen und nacher. Hier gibt es keinen Gewinn und keinen Zins und kein Wachstum.”

    Nochmal: X verleiht 100 Mio € und erhält 104 Mio € zurück. Was ist hieran “kein Gewinn”? Sein Gewinn besteht darin, dass er sich 4/104 der Produktion sichert, ohne selbst irgendwie hätte dafür arbeiten müssen. Ob es realwirtschaftliches Wachstum gab ist irrelevant (es wurde nicht näher spezifiziert wie große die Produktion war), weil dieses keinen Einfluss auf monetäre Größen haben kann.

  5. Karl Markt

    @Smarti

    Sie schrieben:
    “Auf Ihr Beispiel bezogen heißt das, dass von Anfang an 104 Mio € existierten, X 100 Mio € davon zur Bank gibt und 4 Mio sozusagen im Portmonee behält”

    Sie erklären also nicht wie aus 100 Mio 104 werden, weil es die 104 ja von Anfang an gibt in ihrem Beispiel!

    weiters schreiben Sie:
    “und zu einem Anteil von 4/104 an X verkaufen”

    X verkonsumiert seine 4 Mio also, was zu einem Gesamtgewinn von 104 Mio bei den Unternehmen führt.

    weiters
    “Mit diesen 104 Mio € tilgen diese Unternehmen den Kredit an die Bank und können sogar noch die 4% Zinsen aufbringen, die die Bank an X weiterreicht”

    Die 4%, die die Bank “an X weiterreicht”, sind ja genau die 4 Mio, die X selbst in Form von Konsum gerade zuvor an die Unternehmen gegeben hat!!!!
    In Ihrem Beispiel zahlt sich also X, der Gläubiger, die Zinsen selbst! Das ist doch völlig absurd!
    Sie erklären die 4% ganz einfch damit, dass sie die ganze Zeit “im Portmonee” von X waren, ja sehen Sie das denn nicht!?

    X verleiht 100 und bekommt 104 zurück, weil er sich die 4 quasi selbst zahlt, weil er in Ihrem Perpetuum Mobile sein eigener Konsument ist. Er geht bei sich selbst (denn er finanziert ja den Produktionsprozess in diesem Beispiel) einkaufen und macht “Gewinn”.
    Er ist quasi ein Barkeeper der sich in seiner eigenen Bar besäuft.
    Gründen Sie mal eine Firma, nehmen Sie 100€ von Ihrem Gehalt und gehen Sie bei Ihrer eigenen Firma einkaufen. Wenn Sie nach diesem Prozess 104€ in der Hand haben, verleihe ich Ihnen höchstpersönlich den Nobelpreis für Wirtschaft UND für die Erfindung des Perpetuum Mobile!

    Alles Gute
    Karl M

  6. Smarti

    @Karl Markt
    “Sie erklären also nicht wie aus 100 Mio 104 werden, weil es die 104 ja von Anfang an gibt in ihrem Beispiel!”

    Aus 100 Mio VERLIEHENEN € werden 104 Mio €.. Die gesamte Geldmenge bleibt die ganze Zeit 104 Mio €. Natürlich kommt da nichts hinzu oder geht weg.

    “In Ihrem Beispiel zahlt sich also X, der Gläubiger, die Zinsen selbst! Das ist doch völlig absurd!”

    Nicht absurd, sondern logisch, weil X ja gemäß Annahme die einzige Quelle der zusätzlichen 4 Mio € ist. Er zahlt sich die Zinsen auch nicht wirklich selbst, weil er, wie Sie konsequent ignorieren, sich einen Anteil an der Produktion sichert, ohne selbst arbeiten zu müssen.

    “Sie erklären die 4% ganz einfch damit, dass sie die ganze Zeit “im Portmonee” von X waren, ja sehen Sie das denn nicht!?”

    Klar sehe ich das, ich hab es ja von Anfang an als Annahme gesetzt.

    “Gründen Sie mal eine Firma, nehmen Sie 100€ von Ihrem Gehalt und gehen Sie bei Ihrer eigenen Firma einkaufen. Wenn Sie nach diesem Prozess 104€ in der Hand haben…”

    Tja, ich gebe ja auch nicht 100€ für meien Firma aus, sondern 104€, daher kommen auch 104€ zurück.
    Wie gesagt, Mathekenntnisse vorausgesetzt…

  7. Karl Markt

    @Smartie
    “Er zahlt sich die Zinsen auch nicht wirklich selbst, weil er, wie Sie konsequent ignorieren, sich einen Anteil an der Produktion sichert, ohne selbst arbeiten zu müssen.”

    Was soll denn dieser Satz bedeuten?
    Er zahlt sich die Zinsen nicht selbst, weil er nicht arbeitet?
    Er zahlt sich die Zinsen deshabl selbst, weil er Quelle UND Empfänger in einer Person der 4 Mio Euro ist!
    Und natürlich arbeitet er nicht, Gläubiger lassen andere für sich arbeiten.

    Hoffentlich arbeiten Sie nicht als Unternehmensberater. “Immer schauen dass die Geldmenge konstant bleibt” und ” bei sich selbst einkaufen” sind wahrlich nicht die Erfolgskonzepte in einer kapitalistischen Marktwirtschaft.

    “Die gesamte Geldmenge bleibt die ganze Zeit 104 Mio €. Natürlich kommt da nichts hinzu oder geht weg.”
    I got news for you:
    Auch Banken machen Gewinn, die Geldmenge bleicht NICHT konstant. Wie Sie die Geldmenge vermehren ohne Geld aus dem Nichts können Sie nach wie vor nicht erklären.

  8. Smarti

    @ k.M.
    Ja wenn Sie nur begreifen könnten, dass nicht alles vorhandene Geld verliehen wird, sondern nur eine Teilmenge davon, dann würde es vielleicht auch mit dem Zinsverständnis klappen. So können Sie sich ja weiter in Ihrem selbst gebauten Ideologiegefängnis suhlen und alles so verdrehen, dass auch ja das dabei herauskommt, was Sie ohnehin schon die ganze Zeit zu wissen glaubten.

  9. Karl Markt

    Bitte, können Sie mir wenigsten sagen, woher Sie dieses Modell haben?
    Lernt man das auf der WU? Oder ist das Österreichische Schule? Oder haben Sie sich das selbst ausgedacht?
    Ich würde gerne selber recherchieren.

  10. gms

    Smarti,

    > [Kontext: Freier Währungswettbewerb, Giralgeld – Basisgeld] Von nun an ist die umlaufende Geldmenge
    > verdoppelt [..]

    Der gravierende Unterschied zum aktuellen Regime besteht darin, wonach in einem freien Geldwesen eine deshalb erwartbare Entwertung auch bemerkt würde.
    Die Crux im zentral gesteuerten Reserve-System ist von den Austrians zutreffend mit “clusters of errors” beschrieben, weil alle Banken gemeinsam /eine einzige/ Währung fraktionieren. Damit haben alle Geldnutzer zugleich die falsche Information über die wahren Marktverhältnisse mit der aufgelegten Folge von Booms und Busts.

    > Aber selbst davon abgesehen, sagen Sie ja selbst dass mit der Kreditvergabe Geld entsteht und mit der
    > Kredittilgung Geld vernichtet wird. D.h. zwangslogisch dass die Geldmenge in der Zwischenzeit ansteigt.
    > Das ist exakt das Problem, von dem ich hier die ganze Zeit rede.

    In einen freien Geldwesen ist es das Problem jener Menschen, die diese Währung akzeptieren. Der erneute Vergleich mit Aktien (=Wertpapier!) macht es vielleicht deutlicher: Jede Firma hat einen Wert ansich, unabhängig davon, mit welchem anderen Basis-Geld man diesen Wert beschreibt. Damit hat auch die Aktie einen inneren Wert und kann als Zahlungsmittel dienen.

    Angenommen nun, eine Aktiengesellschaft produziert selbst garnichts, sondern vergibt einzig und allein neue Aktien von sich selbst als Kredit. Der initale Wert ist das eingebrachte Stammkapital, alles andere resultiert aus der Anzahl der zusätzlich ausgegebenen Aktien (Fraktionierung), sowie der eigentlichen Geschäftstätigkeit, mit diesen Aktien in Unternehmungen zu investieren, deren Rücklauf den Firmewert hebt.
    Ist Betrug denkbar, indem die Firmenleitung heimlich Aktien druckt und damit privat einkaufen geht? – Ja, das ist vorstellbar und sogar naheliegend, sogar extreme kriminelle Energie.
    Wer eine derartige Währung akzeptiert, wird sich dieses Betrugspotentials bewußt sein.

    Die Pointe: In einen freien System sind vollständig gedeckte 100%-Reserve-Währungen in Ihrem Sinne so gewiß wie der Punkt am Ende des Satzes. Damit aber gibt es auch Benchmarks für Teilreserve-Währungen, die in jeder zeitlichen Dimension schlechter, aber auch besser performen können.

    Sobald man sich zur Erkenntnis durchgerungen hat, daß Geld auch nur eine Ware ist, werden sich in einem freien Geldwesen die besseren Gelder durchsetzen. Eine Aktiengesellschaft, die durch ihre Anteilsscheine selbst dieses Geld verkörpert und einzig sich durch Investitionen selbst produziert, wäre exakt jenes im Mikroformat, was aktuell einem gigantischen Währungsraum entspricht. Der einige Unterschied zu heute wäre der Wettkampf vieler dieser Währungsäume auf einem gemeinsamen geographischen Gebiet — und der Kunde hätte die Wahl. Liberaler geht es nicht.

  11. Smarti

    @gms
    Okay, ich glaube ich verstehe ich Position. Ein bißchen Probleme habe ich noch mir vorzustellen wie der Einkauf im Supermarkt abläuft, wenn es soviele parallele Gelder gibt, aber sei´s drum.

    Eine Frage habe ich noch zu meinem Beispiel, auf das Sie nicht eingegangen sind. Ich bin kein Banker und weiß jetzt nicht wo ich dafür nachgucken soll… Ist es grundsätzlich richtig, dass Banken im Zuge des Zahlungsverkehrs ihrer Kunden untereinander nur gedecktes Giralgeld (also Zentralbankgeld) akzeptieren? Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, dass eine Bank A einfach so einen Betrag auf das Konto eines Kunden X gutschreibt, der eine Überweisung eines Kunden Y der Bank B erhält, wenn sie nicht irgendetwas “werthaltiges” (also eben kein ungedecktes Luftgeld) von Bank B dafür bekommt.

  12. gms

    Smarti,

    > Ist es grundsätzlich richtig, dass Banken im Zuge des Zahlungsverkehrs ihrer Kunden untereinander nur gedecktes
    > Giralgeld (also Zentralbankgeld) akzeptieren?

    Ja. Wie dies aber technisch sichergestellt wird, weiß ich nicht. Wenn ich die Antwort gefunden habe, werde ich sie an geeigneter Stelle einfließen lassen. (Ich bin auch kein Banker, allenfalls familiär vorbelastet.)

  13. Smarti

    @gms
    Das “Wie” dürfte nicht so schwierig zu beantworten sein. Ich tippe ma sehr stark darauf, dass die Zentralbank als Bank der Banken agiert: Überweist Y sein Geld an X, so wird dies an die Zentralbank gemeldet, sodass diese das Zentralbankguthaben der B-Bank mit dem entsprechenden Betrag belastet und das Zentralbankguthaben der A-Bank entsprechend erhöht. Sollte X das Geld nun von der A-Bank in bar abheben wollen, liquidiert die A-Bank ihr Guthaben bei der Zentralbank und lässt sich selbiges in bar auszahlen, um es an X weiterzureichen.

  14. FDominicus

    @Smarti. Eine Zentralbank ist genau nicht das was wir brauchen. Es ist m.E. auch offensichtlich, daß sich gewisse Standardwährungen etablieren werden. Da es früher funktioniert hat, dürfte es naheliegend zu sein Edelmetalle als “Basis” zu nehmen. Die Banken haben dann Ihre “Währungen” die sich eben in xy Gramm was-auch-immer-messen lassen. Natürlich wäre es denkbar das etwas anderes als “Geld” dienen könnte. Was gms aber immer wieder betont (und hier kann ich Ihm nur voll zustimmen), es gilt gemacht Zusagen (aka Verträge) einzuhalten. Wenn ich mit gms übereinkomme folgendes zu Handeln 1000 kg Weizenmehl gegen 1 Unze Silber, dann ist das Silber unsere “Währung”. Es ist mein Problem dieses Geld aufzutreiben, es ist Ihr Problem sich mit dem Silber dann etwas anderes zu kaufen. Ich gehe davon aus, daß man aber gewisse “Gewichte” normieren könnte. DIN klappt bei Papier warum nicht auch bei Geld?

    Bank A und Bank B begeben da zwei Münzen die Bank A Münze hat 10 g Silber die Bank B 11 g Silber also ist der Umrechnungs”kurs” 1.1: 1. Natürlich könnte auch Bank ein nur einen Schuldschein begeben, der besagt bei Vorlage liefert wir Ihnen in unseren Bankfillialen 100 kg Schweinefleisch. Es ist anzunehmen das sich verderbliche Waren nicht als Geld durchsetzen werden. Aber auch das spielt bei dem System von gms keine Rolle. Geld ist was 2 Parteien als solches in einem Handel als Geld ansehen.

    Ich kann wirklich nicht sehen warum irgendjemand damit Problem haben sollte zu aktzeptieren, das unser derzeitiges System durch und durch korrupt ist. Es gibt kein “Gutes” im Schlechten. Staaten drucken Geld wie Sie wollen, manchmal gehen dabei die Währungen hops. Staaten reagieren mit Gewalt, Unterdrückung Mord. Ein Geldsystem MUSS ohne Staat auskommen ansonsten sind dem Betrug Tür und Tor geöffnet.

  15. Smarti

    @FDominicus
    Banken werden eine zentrale Clearingstelle brauchen, um ihren Kundenzahlungsverkehr abwickeln zu können ohne Basisgeld durch das Land transportieren zu müssen. Diese Clearingstelle muss aber halt weder staatlich sein, noch Fiatmoney produzieren können. Soviel dazu.

    Zu dem Thema Verträge: Was passiert denn, wenn den vertraglich festgelegten Leistungen nicht nachgekommen wird? Geht der nicht leistende (also z.B. die Teilreservebank) dann einfach pleite?
    Wenn ja, ist der Vertrag für den Bankeinleger wertlos. Wenn nein, was soll als alternative Betrafung passieren?

    Weiter: Ich erkenne die Vorteile eines freien Bankensystems an, in dem jede Bank ihr eigenes Geld produzieren kann. Die Bankkunden könnten durch Vergleich der Wechselkurse zwischen den fraktionierten Bankwährungen das Ausmaß der Geldschöpfung erkennen. Bloß wenn tausend Banken im Land ihr eigenes Geld emittieren, wird irgendwann kompliziert beim Supermarkteinkauf. In welcher Währung denominiert der Supermarkt seine Preise? In der Basiswährung (also z.B. Gold)? Wenn ja, wie ist der Umrechnungskurs der verschiedenen Bankwährungen in Gold? Wenn nein, welche Währung soll der Supermarkt als seine Standardwährung nehmen? Einigt sich die Wirtschaft auf die Benutzung weniger Bankwährungen, könnten diese u.U. wieder fleißig unbemerkt Geld schöpfen.

  16. gms

    Smarti,

    > Bloß wenn tausend Banken im Land ihr eigenes Geld emittieren, wird irgendwann kompliziert beim
    > Supermarkteinkauf.

    Das bestechendste Argument gegen diese Befürchtung ist die aufgelegte Henne/Ei-Thematik. Anfangs haben alle dasselbe Problem — die Unsicherheit drüber, welche Währung die für sie im Anlaßfall zweckmäßig ist. Die Folge dessen ist sowohl bei Waren-Anbietern wie auch Nachfragenden ein langsames sich Herantasten. In einer zugegeben schwächeren Ausprägung traf uns diese Problematik bei jeglichem Tausch und den hierbei verwendeten Trägern, siehe anno dazumal Verpackungsarten, Bild- und Tonkassetten, Medienformate usw.

    Entschärft wird diese tatsächlich exisitierende Problematik durch die zwischenzeitliche Omnipräsenz vernetzter elektronischer Helferlein mit deren Möglichkeit der Umrechnungen zu aktuellen Kursen. Anzunehmen ist weniger eine schlagartige Vervielfachung von Preisauszeichnungen, denn viel mehr ein langsames Anwachsen gängiger Währungen, ausgehend von Nischen und von diesen wiederum langsam in den Mainstream fließend. Bitcoin scheint etwa dafür ein aktueller Kandidat zu sein.

    ef-magazin.de/2013/07/12/4341-waehrungswettbewerb-was-bedeutet-das-fuer-ihr-taegliches-leben

    P.S.: Ich bezweifle mangels aktuell für mich erkennbarer Notwendigkeit das Vorhandensein von zentralen Clearingstellen in einem freien Geldwesen. Sie können zwar als freiwillig einbezogene Kontroll-Instanzen dienen zwecks erhöhter Sicherheit für Geldnutzer (Stichwort: Beurkundung des Transfers durch Dritte), oder auch zur Reduktion technisch-organisatorischer n-zu-m-Beziehungen unter den einzelnen Geldhäusern, zum bloßen Überweisen von Kundengeldern zwischen Banken mit dem Abbuchen auf der einen Seite und der Gutschrift auf der anderen, braucht man aber diese Clearingstellen nicht zwingend.

  17. Christian Peter

    @smarti

    Freebanking mit Teilreserve würde bedeuten : Statt einer Zombie – Währung Hunderte.

  18. FDominicus

    @Smarti. Es wird keine zentrale Clearingstelle brauchen. Und es wird auch besser sein eine solche nicht zu haben. Was Clearingstellen wert sind konnte man gerad in jüngere Vergangenheit in den USA beobachten. Das hat nicht geklappt. Ich habe Ihnen auch gesagt was ich für “naheliegend” halte. Warum eine DIN Norm nicht funktionieren sollte kann ich nicht erkenne. Sie gehen in ein Geschäft und verlangen Din A 4 und Sie bekommen DIN A 4, gibt es eine Norm die sagt ein was-auch-immer sind 100 g Silber dann bekommen Sie für ein was-auch-imemr 100 g Silber.

    Ich kann auch Ihren Problem mit den Verträgen nicht folgen. In den Verträgen wird der Gerichtsstand aufgeführt und eben dort bei Streitigkeiten vorgetragen. Wo ist das Problem?

    Christian Peters Kommentar zu Freebanking mit Teilreserve finde ich sehr treffend. Teilreserve bedeutet immer und überall, Sie müssen für etwas aufkommen was nicht existiert, das ist in meinen Augen schlicht und einfach Betrug. Und man sollte es immer und überall auch so nennen.

  19. Smarti

    Clearingstelle) Banken brauchen eine zentrale Clearingstelle, um tatsächliche Basisgeldströme zu minimieren. Würden alle Basisgeldtransaktionen lediglich bilateral durchgeführt werden, ergäben sich aus Sicht der individuellen Bank zahlreiche negative oder positive Salden zu den jeweils anderen Banken, die insgesamt aber nicht verrechnet werden könnten, weil eben eine übergeordnete Clearingstelle fehlt. (Alternativ könnten Wechsel benutzt werden, um gegenseitig “über drei Ecken” diese Salden zu verrechnen)

    Verträge) Wenn eine Bank, die meine Einlage verwaltet, starke Geldschöpfung betreibt und irgendwann pleite geht, ist mein Geld futsch. Da hilft mir mein Vertrag auch nicht mehr.
    Man kann höchstens argumentieren, dass der bloße Umstand, dass meine Bank durch einen Bank Run gestürzt wurde, Beweis dafür ist, dass eben Vertragsbruch begangen wurde und dem Bankmanager deshalb ein Strafprozess droht. Das geht aber wiederum nicht, wenn Fractional-Reserve-Banking grundsätzlich erlaubt ist, wie z.B. gms fordert.

    Konkurriernde Währungen) Wenn Sie von einer DIN sprechen, z.B. Silber als Standard, landen Sie doch unweigerlich in folgendem Dilemma (bzw. Lösung): Wenn Banken Geldschöpfung betreiben, beträgt der allgemeine Wechselkurs von Silber zu Bankgeld am Markt nicht mehr 1:1, sondern z.B. 1:2. Wenn dem so wäre, würde doch jeder Bankeinleger lieber sein Bankgeld in Silber (dessen Wechselkurs bei der Bank per Definition 1:1 sein muss) einlösen und mit Silber zahlen. Dadurch könnten die Banken von Anfang an keine großartige Geldschöpfung betreiben. Insofern könnte man somit die ungedeckte Giralgeldschöpfung des Bankensystems stoppen, ohne Regierungskontrolleure losschicken zu müssen. Voraussetzung hierfür ist, dass sich der Markt auf ein Basisgeld bzw. wenige Basisgelder geeinigt hat.

    Vollreservenpflicht) Obwohl ich einigermaßen für ein Verbot der Teilreserve bin, so muss doch anerkannt werden, dass die Überprüfung der Vollreservenhaltung in der Praxis etwas kompliziert ausfallen könnte. Man müsste z.B. schauen wieviel Basisgeld die Bank lt. ihrer Bücher halten müsste und nachprüfen ob wirklich soviel da ist. Dabei ist dieses Basisgeld natürlich über alle möglichen Bankautomaten und Filialen verteilt. Auch könnte die Bank dasselbe Basisgeld u.U. von einer überprüften Filiale zur nächsten kacheln, wenn Beamtenbesuche anstehen (und nicht gleichzeitig in allen Filialen durchgeführt werden). Last but not least könnten Beamte auch einfach nur korrupt sein (das alte “Wer-kontrolliert-den Kontrolleur-Dilemma). Insofern hat das Free-Banking-System doch eine gewisse Eleganz, weil man die Wahrheit an ihren Früchten erkennt und das Individuum selbst handeln kann.

  20. Christian Peter

    Mit Vollgeld lassen sich die wesentlichen Mängel des heutigen Geldsystems gleichzeitig beheben :

    – kontinuierlich steigende Geldmenge (Inflation, Blasenbildung, Finanzkrisen, etc.),
    – ausufernde Verschuldung (Bankenpleiten, Staatspleiten, etc),
    – Zins und Zinseszins (Schneeballsystem mit Ablaufdatum),
    – Zentralbanken (Moral Hazard),
    – Vertrauen in das Geldsystem (Bunk Run),
    – Gerechtigkeit (Bereicherung Einzelner und Verarmung des Rests),
    – Wahrung von Eigentumsrechten (Veruntreuung der Ersparnisse durch Banken), u.a.

  21. gms

    Smarti,

    “[Alle streben nach Basisgeld.] Dadurch könnten die Banken von Anfang an keine großartige Geldschöpfung
    betreiben. Insofern könnte man somit die ungedeckte Giralgeldschöpfung des Bankensystems stoppen, ohne Regierungskontrolleure losschicken zu müssen. Voraussetzung hierfür ist, dass sich der Markt auf ein Basisgeld bzw. wenige Basisgelder geeinigt hat.”

    Das ist ja gerade der Witz, wonach Freiheit und Vernunft spätestens dann sich treffen, wenn’s um tatsächlich Handfestes geht, dem seit Jahrhunderten kulturübergreifend Werthaltigkeit zugeschrieben wird.
    Die Gier der Menschen kann einzig und allein dann von großem Übel sein, wenn ihr Ziel ein von Oben verordnetes Abstraktum ist, dessen Wert sich mit dem elektronischen Schieberegler rauf und runter regeln läßt. Aus Willkür folgt Beliebiges, aus zentral gelenkter Willkür folgt potentiell Unheil für die Massen. Streben alle aber dasselbe Handfeste an, findet jede Willkür ihre Grenze im handfesten Gegenüber.

    Gold und Silber sind aufgelegte Kanditaten für weltweite Basisgelder allererster Ordnung — da bedarf es keiner prophetischen Gaben. Andere Metalle, Land und Rohstoffe werden sich daneben und darüber ansiedeln, bis in letzter Ableitung ganz oben drauf noch faktischer Unsinn gesattelt werden wird, um auch die letzten ökonomischen Esoteriker zu befrieden, die den Zusammenhang von Vorfressen und Nachhungern negieren.

    Aber! – Der jeweilige Wert all dieser zusätzlichen Währungen folgt der aggregierten Einschätzung aller Geldnutzer jeglicher Währungen. Das gegenteilige und aktuelle Vorgehen wird Geschichte sein, wonach zentrale Stellen zuerst den Wert der einzigen Währung verändern zur Manipulation der wirtschaftliche Einschätzungen von hunderten Millionen von Bürgern. Irrtümer und Blasen wird es auch dann noch geben, doch wie in jedem auf Freiheit basierenden System werden die Folgen dieser Irrtümer kleinräumiger bleiben, weil sie rascher korrigiert werden.

    Die völlige Freiheit von Irrtum wird dem Menschen niemals gelingen. Was aber Monopole auf Irrtum anbelangt, sieht die korrekte Beurteilung völlig anders aus. Sollen andere für uns irren dürfen? Ich meine — nein. Daß sie dies ausgerechnet im Gravitationszentrum des Wirtschaftens tun sollten, stellte den Gipfel des Wahnsinns dar.

  22. FDominicus

    @Smarti. Es braucht keine zentrale Clearingstelle. Ware gegen ausgemachtes Geld – Geschäft, ansonsten eben nicht.
    Sie sehen ja es langt eine DIN Norm. Sie erkennen ja auch das dann der Geldschöpfung Grenzen gesetzt sind.
    Ich habe Ihnen auch geschrieben Sichteinlagen sind als Anderkonten zu behandeln und für die Bank tabu. Es gibt da keine Diskussion, eine Bank die ohne entsprechende Weisung Sichteinlagen verleiht betrügt. Das wird auch genauso geahndet.

    Warum sollte die Überpüfung auf Vollreserve problematisch sein. Es müssen auf beiden Seiten der Bilanz die Geld zum Verleihen und das verliehene Geld stehen. Gibt es eine Diskrepan mit “mehr” verliehenem Geld ist es Betrug. Solange Sichteinlagen für die Banken tabu sind, kann die Bank gerne versuchen zu betrügen. Das Geld was die Bank nicht ausleihen darf, kann immer an eine andere weitergereicht werden. Betrug der begangen wird sollte aber auch geahndet werden. Heute werden die Betrüger noch mit besseren Posten im System “belohnt”.

  23. Smarti

    @FDominicus
    Sie verstehen da etwas falsch. Sichteinlagen müssen sehr wohl von der Bank angerührt werden, wenn der Sichteinlagenbesitzer eine Überweisung tätigt. Dann muss nämlich das Basisgeld, das ja zur Deckung der Sichteinlagen dient, an eine (vermutlich) andere Bank transferiert werden. Was denken Sie, wieviel Basisgeld da hin und her geschickt werden müsste? Insofern wird ein Mechanismus benötigt, um die Salden mit anderen Banken gegeneinander verrechnen zu können, sodass am Ende nur eine minimale Menge an Basisgeld wirklich transportiert werden muss.

  24. FDominicus

    @Smarti. Ich glaube nicht, daß ich etwas falsch verstehe. Ich habe gesagt die Sichteinlagen haben für die Bank tabu zu sein, d.h. Sie darf Sie nicht benutzen um davon einen Kredit zu vergeben. Wenn Sie von mir einen Auftrag bekommt, Geld zu überweisen handelt Sie nicht in Ihrem Namen sondern in meinem.

    Meinetwegen kann es “Clearingstellen” geben, ganz bestimmt sollte es aber keine staatliche Clearingstelle sein. Warum auch?

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