Vom Säkularismus zum Islamismus?

“….In Frankreich ordnete die sozialistische Regierung für jede Schule eine “Säkularismus-Satzung” an, womit das Christentum aus dem Bildungssystem verbannt wurde. Gemeindeverwaltungen haben bereits begonnen die Anmeldeformulare für Schulkinder zu verändern, indem die Worte “Vater” und “Mutter” entfernt und durch “Erziehungsberechtigte(r) 1” und “Erziehungsberechtigte(r) 2” ersetzt werden. Es ist George Orwells “Neusprech”….” (hier)

18 comments

  1. Christian Weiss

    Dass ein “Tag des Säkularismus” sicher keine starke Antwort auf einen Terroranschlag ist, leuchtet mir ja auch ein, aber zu behaupten, der Islamismus habe wegen des Säkularismus leichtes Spiel, ist ebenso dummer Unfug, wie die Anmerkung der deutschen Bundeskanzlerin bei einer Frage-Antwort-Konferenz mit Schweizer Bürgern in Bern, dass man quasi darum islamisiert würde, weil man zu wenig selber in die Kirche geht.
    Gegen die Entfernung allzu aufdringlicher religiöser Symbole und Rituale aus den Klassenzimmern staatlicher Schulen spricht erstmal gar nichts. Über Jahrhunderte hat sich die Gesellschaft die Aufklärung, rationales Denken und Liberalismus gegen hyperreligiöse Spinnereien erkämpft. Immerhin waren jene Zeiten, als die katholische Kirche eine mächtige Institution mit starkem weltlichen Einfluss war, auch keine Zeiten geistiger Offenheit, Innovation und Toleranz.
    Was der Schreiber zudem unterschlägt: Von Säkularismus kann keine Rede sein, wenn die Kruzifixe abgehängt werden und keine Weihnachtslieder mehr gesungen werden, aber stattdessen Gebetsräume für Muslime und Schweinefleisch freie Kantinen eingeführt werden. Das ist nicht Säkularismus, das ist Kapitulation.

    Die Zurückdrängung des Religiösen war zentral für die Weiterentwicklung und Öffnung der westlichen Gesellschaft. Wenn wir heute noch so religiös wären wie 1500 oder auch noch 1800, könnte ich diesen Text jetzt kaum hier schreiben, weil weder Computer noch Internet erfunden wäre.
    Die Hyperreligiösität ist auch das grosse Problem der islamischen Welt. Wer normale Menschen vor den Kameras westlicher Fernsehteams sieht, stellt fest, dass die bei kurzen Interviews keinen Satz machen können, ohne “so Gott will” oder “möge Gott uns helfen” und den ganzen Quatsch. Im Koran mögen Mord- und Totschlagverse stehen, aber die alleine reichen noch lange nicht, damit einer zum Jihadisten wird. Er muss den ganzen Plunder, der im Koran steht, auch noch ernst nehmen. Der Muslim allein ist noch lange nicht das Problem. Das Problem ist diese Geist tötende und verblödende Hyperreligiösität.

    Wenn jetzt in den europäischen Staaten toleranzaffine und “ich-fühle-mit-dir”-Verständnis-Tunten mit xenophiler Fremdenverklärung am Werk sind und die bei jeder islamischen Zumutung beide Augen zudrücken, während sie uns gleichzeitig “Gender gerechte Sprache” und “antiheteronormative” Familienbilder aufzwingen wollen, dann ist das sicher kein Säkularismus. Dann ist das reine Verblödung im Rahmen des allgegenwärtigen Anti-Diskriminierungswahns, wo inzwischen die Herabsetzung anderer religiöser Überzeugungen, geschlechtlicher, sexueller und kultureller Identitäten hinter jedem weggelassenen Binnen-“I” und jedem “Zigeuner” an Stelle von “Rotationseuropäer” steckt.

  2. Thomas Holzer

    Die Dummheit “unserer” Politikerdarsteller und deren Einflüsterer scheint wirklich grenzenlos zu sein; leider ist zu befürchten, daß dieser Schwachsinn in Bälde auch begeistert von “unseren” Politikerdarstellern umgesetzt wird.

    Von derlei “Zeichen Setzen” werden sich die Fundamentalisten sicherlich beeindrucken lassen…

  3. Gerald

    Offensichtlich ist es ein Zeichen von Überreife einer parteienbasierter parlamentarischen Demokratie wenn solche Missstände nicht mehr abgestellt werden können. Die damit einhergehende Dekadenz der meisten Beteiligten lässt für die Zukunft keine guten Aussichten.
    Alle westeuropäischen Staaten leiden unter den selben Phänomenen. Verstärkend kommt in Europa die schier grenzenlose Macht der in allen Institutionen verankerten Alt68er, die, meist ungebildet, arrogant und mit einem Zerstörungsdrang gegen alles nicht marxistisch angehauchte dem Kontinent ihren Stempel aufdrücken. Dass dieser und seine Jahrhunderte währende großartige Kultur dabei zugrunde geht, stört einen wahren Linken nicht.

  4. Selbstdenker

    Unsere Schwäche ist ihre Stärke.
    Und je schwächer wir sind desto mehr hassen sie uns.

    Was haben
    a) Säkularismus
    b) Gender
    c) Multikulturalismus und
    d) Kommunismus

    gemeinsam? Na?

  5. Carl Schurz

    “mmerhin waren jene Zeiten, als die katholische Kirche eine mächtige Institution mit starkem weltlichen Einfluss war, auch keine Zeiten geistiger Offenheit, Innovation und Toleranz.”
    Das kann ich nicht so unkommentiert stehen lassen. Nur kurz: was bedeutet z. B. der St. Patricks Day? Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, die Zeit der des Christentums, vor allem des katholischen sei intolerant, dunkel und rückwärtsgewandt. Vor allem verbietet sich diese Interpretation aus der heutigen Position heraus. Eine faire, ehrliche Bewertung muss im Kontext der Zeit gesehen werden, sonst ist man auch nur ein Besserwisser, der danach immer alles besser weiß und doch nicht selbst die Verantwortung tragen muss.
    Dies gilt auch für das Mittelalter. Es war eben nicht so düster und rückständig wie gerne behauptet. Wer kennt noch die Hanse und weiß was das ist?
    Und wer jetzt mit Kopernikus, Galileo und dem Disput der katholischen Kirche Einwände erhebt, möchte bitte den aktuellen Umgang mit Klima und Kernenergie bedenken. Wie aufgeklärt sind wir nun wirklich?

  6. Lisa

    @Christian Weiss: Religiosität oder Spiritualität ist ein menschliches Bedürfnis sogar in primitivsten Kulturen: der Mensch will wissen, woher er kommt und wohin er geht- und wenn ihm das jemand plausibel erklärt, greift er danach. Wenn dabei z.B. eigene aggressive Anlagen mit Hilfe irgendwelcher “Götter” ausgelebt werden dürfen, ja müssen(Islam), umso lieber hängt man dieser “Religion” nach. Und die jeweiligen Stammesältesten, Anführer oder andere Machthaber oder auch nur ein Esoterikzentrum benutzen dieses Bedürfnis für ihre Zwecke. Die Baumumarmer haben zufällig andere Bedürfnisse als jahrhunderte alte Kriegerkulturen…

  7. Selbstdenker

    Was haben nun a) Säkularismus, b) Gender, c) Multikulturalismus und d) Kommunismus gemeinsam?

    Diese Strömungen leugnen Unterschiede im Wesen der Sache / der Person bzw. deuten diese in soziale Konstrukte um. Für die Linken ist die ihrerseits konstruierte fehlende Unterscheidbarkeit ein elementares Rechtfertigungsvehikel für Ergebnisgleichheit.

    So ein Tumor, der die elementarsten Grundannahmen der Logik befällt, produziert natürlich eine ökonomische und soziale Katastrophe nach der anderen. (Gut, dass man die “Energiewende” nicht mit Gender kombiniert hat, sonst würden noch mehr Sicherungen durchknallen).

    Damit ist auch die zentrale Schwachstelle westlicher Gesellschaften umrissen: wer gut von böse bzw. Freund von Feind nicht mehr unterscheiden oder benennen kann, ist äußeren Feinden schutzlos ausgeliefert. Wenn der äußere Feind besonders schlau ist, wird er diesen autodestruktiven Reflex der Wirts-Gesellschaft gegen sich selbst richten.

    Es ist nicht so, dass Europa einfältig-tiefreligiöse christliche Fundamentalisten für das Überleben benötigen würde. Aber ein klares Bewusstsein dafür, dass die westliche Kultur zu einem großen Teil im Christentum verwurzelt ist, sollte zum Common Sense gehören.

    Ein säkularer (=entwurzelter) Westen präsentiert sich den weitaus primitiveren, gewaltaffinen aber fest verwurzelten islamisch-geprägten Kulturen wie eine Burg mit offenen Toren und heruntergelassener Zugbrücke: bereit zur Übernahme und Plünderung.

    Bin gespannt, wie wir unsere Beiträge auf Ortner Online beurteilen werden, wenn wir sie in 10 Jahren über die Wayback Machine nochmals lesen werden. D.h. sofern wir dann noch am Leben, in Freiheit und mit dem Internet verbunden sind.

  8. Christian Weiss

    “Religiosität oder Spiritualität ist ein menschliches Bedürfnis sogar in primitivsten Kulturen.”

    Vor allem in primitivsten Kulturen. Der Islam mag gewaltaffiner als andere Religionen sein. Überall, wo Religion und Spiritualität den Alltag bestimmt, ist es aber mit geistiger Offenheit und Innovation nicht weit her. Das konnte man im alten Tibet sehen (Nein. Ich will damit nicht die chinesische Invasion rechtfertigen.), das kann man dort sehen, wo das hinduistische Kastensystem vorherrscht.
    Religionen sind rudimentäre Welterklärungs- und Gesellschaftsordnungssysteme und es geht jenen Gesellschaften letztlich besser, die diesen Hokuspokus durch rationale Welterklärungen ersetzen und den Menschen keinen festen Platz zuweisen, sondern individuelle Freiheit zulassen.

  9. Selbstdenker

    @Christian Weiss:
    Ich betrachte das Christentum aus einer theologischen und einer kulturellen Perspektive. Letzteres ist meiner Meinung nach das ausschlaggebende Element.

  10. Mona Rieboldt

    Gerald
    Die von Ihnen angeführten Alt68er sind ja inzwischen alle in Rente. Die 68er waren die Jahrgänge 1944-1949.

    Was da heute in den Redaktionen herumläuft, sind vor allem Rot-Grüne-Spinner. Die verdienen gut und haben nicht viel gemeinsam mit der arbeitenden Bevölkerung. Sie sehen sich als Erzieher der Bevölkerung.

  11. Thomas Holzer

    @Christian Weiss
    Mit Ihrem apodiktischem Beitrag unterstützen Sie all jene, welche jegliche Religion, Ideologie ex lege verbieten wollen.
    Das Problem dabei, welches ich sehe, ist: auch das ex lege Verbieten von Religion/Ideologie basiert auf Religion/Ideologie, auch wenn sich die Vertreter dieser “Nicht” Religion/Ideologie als nicht religiös/ideologisch bezeichnen.
    Atheisten können genauso Fundamentalisten sein, wie Anhänger aller anderen Religionen.
    Man erinnere sich nur an den Grazer Universitätsprofessor, welcher die Todesstrafe für “Klimawandelleugner” forderte

  12. Thomas Holzer

    @Mona Rieboldt
    Die, welche in unseren Zeiten ihr Unwesen treiben sind Jünger! der 68er; bedingungs- und kritiklos, unfähig zu lernen sowieso.
    Und “Spinner” sind die leider überhaupt keine! Die sind alle Überzeugungstäter! Genauso wie die muslimischen Fundamentalisten

  13. Selbstdenker

    @Thomas Holzer:
    Das was Sie beschreiben, bezeichnet man im englischsprachigen Raum als Social Justice Warrior (SJW).

  14. Thomas Holzer

    @Selbstdenker
    Mit Verlaub: so what?!
    Ich bin mehr als nur anglophil, habe aber mit “SJW” überhaupt nichts am Hut.
    Ich versuche nur, allem, was kollektivistisch, anti-libertär et al. ist, Widerstand zu leisten!

    Mein letztere Satz geht auch an “CP” und “Wanderer”, welche anscheinend “Probleme” haben, meine Meinung einzuordnen 🙂

  15. Selbstdenker

    @Thomas Holzer:
    Die Strömung, um die es hier geht, kommt primär aus den USA. Im englischsprachigen Raum entwickelt man dagegen allmählich Antikörper, während man im deutschsprachigen Raum das Problem meist weder richtig deuten, geschweige denn benennen kann. Aus diesem Grund habe ich Ihnen den gängigen englischen Schlüsselbegriff genannt.

  16. Christian Weiss

    “Mit Ihrem apodiktischem Beitrag unterstützen Sie all jene, welche jegliche Religion, Ideologie ex lege verbieten wollen.”

    Es ist gerade nicht meine Absicht, Religionen zu verbieten. Ich will unterbinden, dass sie weltanschauliche Dominanz ausüben, denn dort sehe ich das Problem. Religion soll Privatsache sein. Und so brauchen wir eben als Antwort auf eine allfällige Islamisierung keine Rechristianisierung, sondern eine Beschränkung der Religion dahingehend, dass sie eben keine kulturelle Dominanz im öffentlichen Raum ausüben darf. Im ganzen Geschwafel um Religionsfreiheit geht nämlich unter, dass Religionsfreiheit vor allem auch das Recht beinhaltet, frei von Religion zu sein. Wenn, wie in deutschen Städten teilweise schon Realität, der Muezzin vom Turm runter plärrt, dann kann die Antwort nicht lautere Kirchenglocken sein, sondern es muss ein Verbot des Muezzinrufs geben, weil es nicht sein kann, dass Nichtmuslime durch die Rufe belästigt werden.

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