Vom unfassbaren Leid der Lehrer

Von | 27. Juni 2013

OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2013“ kompakt zusammengefaßt: Österreichs Lehrer unterrichten im internationalen Vergleich weniger, müssen sich dabei um weniger Schüler kümmern und verdienen zu jedem Zeitpunkt ihrer Karriere besser als ihre Kollegen in anderen Industrienationen. – Deswegen ist ja auch so wichtig, dass sie auch weiterhin nicht gezwungen werden, 26 Stunden pro Woche in der Schule anwesend sein zu müssen.

8 Gedanken zu „Vom unfassbaren Leid der Lehrer

  1. Thomas Braun

    Also liebe Maturanten! Werdet Lehrer! Das Paradies wartet auf euch! Glaubt es doch endlich! Es ist wirklich ur-super!

  2. Christian Peter

    Typisch Österreich. In wenigen Ländern versickert mehr Steuergeld
    im Bildungsbereich, die Leistungen der Schüler im internationalen
    Vergleich sind jedoch nicht einmal durchschnittlich.

  3. Realist

    Thomas Braun :
    Also liebe Maturanten! Werdet Lehrer! Das Paradies wartet auf euch! Glaubt es doch endlich! Es ist wirklich ur-super!

    Studiert doch eh schon jeder Schwachmat. Schade, dass nur die Unfähigsten diesen Beruf ergreifen.

  4. Graf Berge von Grips

    Ja, es lebe das Leeramtstudium…!

  5. Thomas Braun

    @Realist
    Schon mal an Wiener Gymnasien den akuten Lehrermangel gecheckt? Realist allein zu sein reicht nicht. A bissi a Ahnung von der Realität kann nicht schaden.

    Und wenn es wirklich so wäre, dass so viele Schwachmatiker Lehramt studieren, dann würde es meine Aussage erst recht bestätigen. Die Schlauen gehen offenbar in die Wirtschaft, obwohl sie es als Lehrer so viel besser hätten. Somit sind entweder die Schlauen doch nicht schlau, oder Lehrer sein ist nicht ganz so super, wie in den Medien dargestellt.

  6. Reinhard

    @Thomas Braun
    Der Lehrermangel resultiert nicht aus der zu geringen Anzahl an Lehrern, sondern der zu geringen Anzahl an AKTIVEN Lehrern. Das möglichst frühzeitige Verabschieden in die Frühpension zählt in diesem Job nämlich zur Normalität, ja gehört sogar zur Lebensplanung vom Tage der Berufsentscheidung an.
    Lehrer sind eben auch nur Österreicher…

  7. RB

    Danke für diese kompakte Zusammenfassung, wie sie sonst nur Qualitätsmedien in der Art von “Österreich” und “Heute” gelingt. Schön auch, daß Herr Ortner bei der grundsätzlich vor Ferienbeginn stattfindenden Lehrerbeschimpfung mitmacht – der Verbrüderung mit Fellner & Co. steht nun nichts mehr im Weg, und Frau BM Schmied wird sich auch sehr freuen.
    Da würde ich vorschlagen: Selber Lehrer werden, lieber Herr Ortner, es ist ja eh nur ein überbezahlter Halbtagsjob, und die paar Absätze für die Homepage und die paar Artikerln für die Zeitung schütteln Sie sich einfach in der reichlichen Freizeit aus dem Ärmel.
    Schade, daß ein sonst recht klarer Denker bei manchen Dingen völlig ahnungslos daherfachsimpelt.

  8. bs

    Der Lehrermangel ist für mich als alte “Junglehrerin”, die aus der freien Wirtschaft kommt und mit Mitte 40 doch schon einiges an Lebenserfahrung und Vergleichsmöglichkeit mit anderen Jobs mitbringt ABSOLUT als Resultat schlechter Arbeitsbedingungen und schlechter Bezahlung nachzuvollziehen.
    Mir kommt es so vor, als ob die Lehrerhasser das Niveau des nicht lernen wollenden Schülers, der auf den Lehrer böse ist, weil er so viel Aufgabe gibt, in ihrem Leben nicht viel weiter erhöht hätten. Es ist JEDER gerne eingeladen, auch nur einen einzigen Tag mit 25 Kindern wie in der Volksschule verbringen zu dürfen – allerdings INKLUSIVE eines Bildungsauftrags, der natürlich mittels einer Studie im Nachhinein überprüft wird und eine Beurteilung und Bewertung der Qualität dieses verbrachten TAGES mit sich zieht! Die Herausforderung besteht nicht in der BETREUUNG von Kindern, sondern in der Einhaltung eines den Lehrern aufs Aug gedrückten Lehrplans, der getoppt von einzuhaltenden Bildunsstandards den Druck und die Belastung nicht kleiner macht. INKLUSION macht das Lehrer- UND Schülerleben dann auch nicht leichter. INDIVIDUALISIERUNG, DIFFERENZIERUNG, INKLUSION (aber von diesen Schlagworten haben die meisten Lehrerkritiker ja wohl wenig Ahnung) heißt auf Deutsch DREI- und MEHRFACHBELASTUNG auf didaktischer Ebene, abgesehen von der Herausforderung, in einem ständigen Lautstärkenpegel, den Kinder (vor allem heutzutage) eben erzeugen, konzentriert und zielorientiert arbeiten zu KÖNNEN. Oftmals sind (wie jeder weiß) gerade VolksschullehrerINNEN am Werk. Dass sie zu Hause für Haushalt und Kindererziehung- und betreuung auch meistens alleine zustänig sind, ist Realität. Dass alleine für die Schule eine 90Stunden-Woche zusammenkommt und der Haushalt und die Betreuung der eigenen Kinder nur noch das Schlagobershäubchen auf die Anforderungen an vor allem Frauen dazukommt, ist EGAL? Am Ende bleibt für Junglehrer dann ein Gehalt über, das einen Stundenlohn von ca. 15,– ergibt – weil die Arbeitszeit eben NICHT nur die UNTERRICHTSZEIT ist. Es ist JEDER Kritiker herzlich eingeladen, sich doch EINMAL die Mühe zu machen bevor er den Mund öffnet und über eine Berufsgruppe schimpft, die die wichtigste in einer Gesellschaft ist, weil nur lernfreudige, lernwillige Kinder, gesellschaftsbereichnernde Erwachsene werden, sich die Arbeitsbedingungen und die tatsächlichen Belastungen (neben einer permanenten Verantwortung für Menschen) anzuschauen – nein besser noch – zu erleben bzw. am eigenen Leib zu spüren. Man spürt das. Ja. Und daher brechen Menschen in diesem Job auch zusammen – Burnout – Frühpension. Das alles ist kein Witz. Werdet Lehrer – ihr Kritiker! Nehmt euch diesen Job! Wer hält euch auf??? Ohne gute Ausbildung von glücklichen, motivierten, nicht überforderten und VOR ALLEM leistungsadäquat bezahlten Lehrern gibt es in weiterer Folge auch keine Menschen, die Spaß und Freude haben, sich mit Studien unterschiedlichster Art auseinanderzusetzen. (Medizin, Technik, etc.) – Denkt bevor ihr sprecht!

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