Von Auschwitz nach Alepo

“…….Für mich ist Aleppo schlimmer als Auschwitz. Auschwitz ist Geschichte, bis ins letzte Detail dokumentiert. Auschwitz kann und wird sich nicht wiederholen. Es wird der Sündenfall der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts bleiben. Aleppo aber ist Gegenwart. Das Morden und Sterben wird live übertragen. Keiner wird sagen können, das Schlachtfest habe unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden….” (Broder, hier.)

12 comments

  1. Reini

    … was erwartet man von einem Krieg? … man will es nicht wahrhaben, aber Kriege wird es immer geben, … liegt in der Natur des Menschen zum Selbstschutz! …
    Realistisch Global gesehen ist ein Krieg Positiv – er dezimiert die Überbevölkerung und fördert das Wirtschaftswachstum,…

  2. Falke

    Was erwartet Herr Boder von der deutschen Regierung? Dass sie (Boden-)Truppen nach Syrien schickt, um (gegen wen eigentlich?) zu kämpfen? Ich bin ja neugierig, ob er damit einverstanden wäre, dass sein Sohn (falls er einen hat) im fernen Orient für irgendeine fremde Macht seine Gesundheit oder gar sein Leben opfert. Das kann sich keine deutsche oder sonstige Regierung eines demokratischen Staates leisten. Mehr als “Krokodilstränen” sind daher – leider – nicht drin.

  3. Thomas Holzer

    @stiller Mitleser
    Kommt diese “Aleppo-Seife” aus dem von Rebellen oder der Regierung “beherrschten” Teil? 😉
    Man möchte als Kunde ja nicht die Falschen unterstützen

  4. Gerald Steinbach

    Falke
    Das ist der springende Punkt in Syrien, gegen wem eigentlich?
    —Es gibt da die Assad Armee
    –Es gibt die Rebellen die gegen Assad kämpfen
    — Diese teilen sich in ca 100 Milizen auf, wobei die einen “gemäßigter” sind , die anderen weniger
    Es gibt dann ca 30 bis 40 Milizen die für Assad kämpfen
    — Da ist ein großer Teil sich auch nicht sicher ob sie doch nicht zu den weniger gemäßigten überlaufen sollen und ihre eigenen Interessen im Vordergründig sind
    Es gibt die Hisbollah auf Seiten Assads
    Es gibt halt auch die Russen und die feuern auf alles was sich bewegt, so wie halt die andern auch
    Es gibt die Kurden
    Es gibt …….usw

  5. stiller Mitleser

    “Kommt diese „Aleppo-Seife“ aus dem von Rebellen oder der Regierung „beherrschten“ Teil? ?
    Man möchte als Kunde ja nicht die Falschen unterstützen”

    tja, wer weiß?
    Aber ganz ohne Zweifel kann man die marokkanische Lederindustrie unterstützen, in der die heimgeschickten
    jungen Männer dann arbeiten können, und babouches (fescher als Birkenstock und ebenso bequem) kaufen
    https://www.google.at/search?q=babouches&biw=1366&bih=644&source=lnms&tbm=isch&sa=X&sqi=2&ved=0ahUKEwjx0sGBlbnOAhUK1ywKHRyaBM8Q_AUIBigB

  6. waldsee

    jetzt kenn ich mich nicht mehr aus.herr broder,einer der wortgewaltigsten und unerschrockensten verteidiger des christl.-jüd. abendlandes ist der schlauen islam.
    propagandamaschine auf den leim
    gegangen.
    wen soll ich jetzt unterstützen?
    sunniten,schiiten,aleviten ,is,al nusra…?
    ich kann nicht beurteilen ,wer der gute,wer der böse ist.aber ich bin mir sicher,daß sie gerne ,einzeln oder gemeinsam -,auch die leute aus aleppo- ,ihren allbarmherzigen allah über uns stülpen wollen.und das brauch ich nicht.

  7. Mona Rieboldt

    Ich schätze Broder sehr, finde aber diesen Artikel schwach. Wenn da einer kämpfen soll, dann sind es doch die vielen jungen Männer aus Syrien, die es sich in Deutschland gut gehen lassen.

    Und würden die USA mal aufhören, die angeblich “moderaten” Rebellen zu unterstützen mit Waffen etc., könnte der Krieg auch bald zu Ende sein. Obama ist ja seit den Anfängen davon besessen “Assad muss weg”. Wohl damit es dann mit Syrien der nächste failed state wird nach Libyen und Irak.

    Wenn es so schlimm in Aleppo ist, soll doch die USA ihre “moderaten” Rebellen zum Aufgeben bewegen. Darum geht es doch bei der Blockade, dass diese Rebellen, die gerade moderat einem 12jährigen den Kopf abgeschnitten haben, aufgeben. USA verlängern doch diesen Krieg ständig durch ihre Unterstützung der islamistischen Rebellen.

  8. gms

    Nachdem das US-amerikanische Kriegsziel, die Beseitigung Assads, in immer weitere Ferne rückt und die Entscheidung über Syriens Schicksal in Aleppo fällt [0], rollt einmal mehr eine veritable Propagandawelle über Europa. Der jüngste Einsatz von Giftgas wurde von anderen Medienbordellen schon verbreitet, was Broders verzichtbaren Auschwitz-Vergleich begründet. Plünderbare Brutkästen wie im Irak lagen anscheinend nicht in Reichweite und das Bewerfen der Leser mit “Faßbomben” durch Regierungstruppen im Minutentakt hat sich wohl schon totgelaufen.
    Was bleibt noch? Richtig — Frauen! Wenn das syrische Regime gar 14x mehr Frauen in seiner Gewalt hält als der IS [1], dann ist glaskar, wer dort die wirklichen Schurken sind. Selbst syrische Kinder treibt der Gedanken an den Wirrungen an, flehen diese doch (ebenfalls laut “Welt”) authentisch: “Rettet uns statt Pokémon”.

    Broder: “Das sind wir uns und unserer Willkommenskultur schuldig.”

    Hätte er doch geschwiegen oder Klartext gesprochen, weiß er doch wie alle anderen, wer für das Chaos in Syrien verantwortlich ist. Gestern im ORF (ZiBII) durfte der “Experte” Christoph Reuter, ausgezeichnet für sein Buch über die Entstehung des IS, das sonderbarer Weise ganz ohne US-Bezug auskommt, die Lage in Teilen Aleppos als “Stalingrad mit Palmen” beschreiben [2], derselbe Reuter, der uns am 05.08. im Zerrspiegel noch verklickerte, Regierungstruppen würden durch Scharfschützen fliehende Zivilisten abknallen [3]. Was aber das Regierungsfernsehen dort ausstrahlt, ist eine glatte Lüge, zeigt es doch laut Reuter die Tante von irgendwem, welche bereits vor zwei Jahren die Stadt verlassen hatte.

    Die abschließende Message des Experten im ZiB: Der IS terrorisiert Europa, weil er anderswo militärisch unter Druck gerät; würde der Druck nachlassen, müßte er mit Gewalt und Schrecken in unseren Breiten keine Stärke demonstrieren und damit Anhänger bei der Stange halten. Gut, wonach wir über diesen O-Ton “klaren Zusammenhang” aufgeklärt wurden.

    [0] wsj.com/articles/battle-for-aleppo-carries-high-stakes-for-syria-1470907802
    [1] welt.de/politik/ausland/article157555760/Regime-haelt-14-mal-mehr-Frauen-in-seiner-Gewalt-als-IS.html
    [2] tvthek.orf.at/program/ZIB-2/1211/ZIB-2/13444260/Spiegel-Korrespondent-Reuter-zum-Kampf-um-Aleppo/13444272
    [3] spiegel.de/video/christoph-reuter-staats-fernsehen-syrien-video-1695080.html

  9. Christian Weiss

    ” man will es nicht wahrhaben, aber Kriege wird es immer geben, … liegt in der Natur des Menschen zum Selbstschutz! …
    Realistisch Global gesehen ist ein Krieg Positiv – er dezimiert die Überbevölkerung und fördert das Wirtschaftswachstum,…”

    Mit Verlaub, aber das ist grober Unfug, in jeder Hinsicht.
    Demokratisch-marktwirtschaftliche Wohlstandsgesellschaften führen keine Kriege gegeneinander, denn sie haben überhaupt keinen Grund dazu.
    Krieg fördert das Wirtschaftswachstum bei genauer Betrachtung genau so wenig wie Keynesianische Investitionspolitik. Man zerstört zuerst Milliarden von Werten, um danach dann auf Pump wieder alles aufzubauen. Mit etwas Glück wird vielleicht der Schuldenberg wieder mal abgebaut, aber wirklich vorwärtsgekommen ist man überhaupt nicht.

    Und gegen die “Überbevölkerung” hilft Krieg schon gerade gar nicht. Nach jedem Krieg geht der Babyboom los, so dass die “Bestände” der Vorkriegszeit in kürzester Zeit wieder ausgeglichen sind. Weil Krieg zudem wohlstandsvernichtend ist, hält sich die höhere Geburtenrate unter Umständen über einen langen Zeitraum, weshalb letztlich mehr Menschen auf dem Planeten leben, als ohne da gewesen wären.

  10. Reini

    @Christan Weiss…
    wird es die “Demokratisch-marktwirtschaftliche Wohlstandsgesellschaften ” immer geben???? …
    leben wir nicht ohnehin auf “Pump” – um den Wohlstand zu erhalten? – finanzielle Scheinwelt!
    Der Schuldenberg wird nicht mit “Glück” abgebaut, sondern mit “Inflation” und neuen Schulden!
    was wäre die USA ohne Krieg – ist z.B. diese Wirtschaft nicht vom Krieg abhängig? …
    wie viele Menschen verkraftet die Erde wirklich für ein Friedvolles leben? Braucht der Mensch nicht den Krieg(wenn er lernt daraus) um danach in Frieden zu leben?
    … ich erinnere sie wenn der “Unfug” eintrifft! … – hoffen wirs nicht!

  11. Christian Weiss

    “ist z.B. diese Wirtschaft nicht vom Krieg abhängig?”

    Nein, eben nicht. Erfolgreiche Wirtschaft ist das Schaffen von Werten, nicht das Vernichten der selben. Die amerikanische Wirtschaft hat von den Kriegen genau so wenig wie die deutsche von der Flüchtlingswelle. Genau so wenig wie die boomende Sozial- und Flüchtilingsbetreuungsindustrie reale Wertschöpfung schafft, sondern Steuergelder verbrennt, so verbrennt die amerikanische Rüstungsindustrie vornehmlich Steuergelder.
    Es mag im Bereich Rüstung gelegentlich etwas Technologietransfer in den zivilen Sektor geben, aber das hat in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung verloren. Heute dürfte der umgekehrte Fall häufiger anzutreffen sein. Apple, Microsof, Google, Facebook, die wahren Stützen der amerikanischen Wirtschaft brauchen keine Rüstungsindustrie.

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