Von der friedensstiftenden Wirkung von Grenzen

(C.O.)  Wer sich in den vergangenen Tagen aus irgendwelchen obskuren Gründen ausgerechnet mittels des ORF über die Vorgänge in der Ukraine informieren wollte, der erfuhr nahezu stündlich von „der Gefahr einer Spaltung des ukrainischen Staates“. Leider nicht erklärt hat uns der ORF hingegen, warum und für wen eine allfällige Spaltung der Ukraine eigentlich eine Gefahr darstellen soll. Denn schließlich ist die Trennung von Volksgruppen, die, aus welchem Grund auch immer, nicht mehr so recht miteinander können, historisch besehen eines der erfolgreichsten Rezepte, gewalttätige Konflikte zu vermeiden und ein gedeihliches Zusammenleben antagonistischer Bevölkerungsteile herbeizuführen.

So war die Trennung der früheren Tschechoslowakei in eine tschechische und eine slowakische Republik nicht nur keine Gefahr, sondern für alle Beteiligten die beste Lösung. Auch bei der Spaltung der UdSSR in ihre Nachfolgestaaten sah weder der ORF noch sonst jemand besondere Gefahren; schon gar nicht die Esten, Litauer oder Letten, die dieser Aufspaltung den Wiedergewinn ihrer nationalen Souveränität verdanken. Warum eine Teilung der Ukraine – sollte die Mehrheit der Ukrainer dies wünschen – in einen eher europäisch und einen eher nach Moskau orientierten Teil irgendwie gefährlicher als diese erfolgreichen Scheidungen sein soll, bleibt das Geheimnis jener, die diese Gefahr raunend beschwören.

Wirklich gefährlich ist in der Regel nicht die Spaltung inhomogener Nationen, sondern das Gegenteil, nämlich die mit Gewalt erzwungene staatliche Einheit von Völkern, die diese Einheit nicht wollen. Eine Einsicht, die zu verweigern im Gebiet des ehemaligen Jugoslawien mehr als hunderttausend Tote forderte.

Dass Grenzen, und seien es neu gezogene, durchaus günstige Auswirkungen haben können, hat schon 2012 der Philosoph Konrad Paul Liessmann in seinem Essay „Lob der Grenze“ überzeugend, wenn auch hart entgegen dem Zeitgeist stehend argumentiert. Spöttisch spricht der Philosoph vom zeitgenössischen „Pathos der fallenden Grenzen“ als eher zweifelhaftes Fundament der europäischen Politik des frühen 21.Jahrhunderts– ob es um Schlagbäume zwischen Staaten, kulturelle Trennlinien oder Präferenzen geht. Grenzen einzustampfen ist oberstes Gebot dieses Zeitgeistes, Integration und Inklusion treten an die Stelle der als reaktionär diffamierten Grenzen.

Das ist wahrscheinlich auch der tatsächliche Grund, dass eine Teilung der Ukraine politischen und medialen Eliten der EU als „Gefahr“ erscheint: weil sie nicht an das unionstypische „Pathos fallender Grenzen“ appelliert, sondern eine Entwicklung bestärken könnte, die der Union Kopfzerbrechen bereitet, nämlich die (mögliche) Sezession von Territorien wie Schottland, dem Baskenland, Katalonien, vielleicht Flandern oder Norditalien, Korsika oder eines Tages gar Bayern.

Ein Europa, das in eine große Anzahl kleinerer Nationalstaaten zerfällt, wünschen sich aus naheliegenden Gründen weder die politische Eliten der Mitgliedstaaten noch jene in Brüssel, denen eine (gern als spießige, nationalistische und uneuropäische „Kleinstaaterei“ denunzierte) Neuordnung Europas ungefähr so erstrebenswert erscheint wie ein Meteoriteneinschlag im Brüsseler EU-Bezirk rund um das Berlaymont-Gebäude. (Dass Europa just in der Renaissance, als hunderte Kleinststaaten miteinander in hartem Wettbewerb standen, dynamisch und erfolgreich war wie kaum sonst jemals, beeindruckt in diesen Milieus naturgemäß wenig.)

Indem sie am „Pathos fallender Grenzen“ festhalten, riskieren sie zunehmend, in Konflikt mit der Bevölkerung zu geraten. Die scheint nämlich – aus guten und teilweise auch weniger guten Gründen – zunehmend von einer Sehnsucht nach Grenzen erfasst zu werden; territorialer, ökonomischer oder auch nur kultureller Art. Dieses Bedürfnis nach Art der Brüsseler Eliten von einem moralischen Hochstand herab als dumpfes Hinterwäldlertum zu diffamieren wird das Problem freilich eher nicht lösen. (“Presse”)

24 comments

  1. Thomas Holzer

    Wir brauchen hunderte Liechtenstein in Europa (schrieb vor längerer Zeit ein “Fritzliberal” auf dieser website)

  2. world-citizen

    Wann immer irgendwo Kriege geführt wurden, ging es um Schaffung oder Verschiebung von Grenzen. Und wann immer irgendwo neue Grenzen gezogen wurden kam es zu einem enormen Druck auf alle Menschen, die auf der “falschen” Seite der neuen Grenze lebten, sich entweder zu assimilieren oder auszuwandern (natürlich unter Zurücklassung ihres Hab und Gutes). Und wann immer so etwas geschah, ließ dies wieder den Ruf nach “Vergeltung” erschallen.
    Wenn man schon in die Vergangenheit blicken will, sollte man etwas weiter zurückblicken, bevor der Nationalismus – folgenschwerster Irrtum der Menschheit im 19. Jhd. – begann, seine Grenzen zu ziehen. Damals gab es noch keine Grenzen, sondern Übergangszonen mit einer Breite von 50 – 200 km, in denen zwei oder mehrere Sprachen gleichwertig existierten und die meisten Einwohner dieses Gebietes auch mehrsprachig waren. Niemanden störte es – so lange bis die Nationalisten die Menschen dazu zwangen, sich unbedingt zu einer Nation bekennen zu müssen.

    Am besten wäre es wohl Menschen zu befragen, die direkt an einer Grenze leben müssen. Insbesondere ältere können sicher sehr ausfürlich schildern, wie es sich anfühlt, wenn man plötzlich von seinen Freunden und Verwandten getrennt wird und sich nur mehr über einen Zaun zuwinken kann.

    http://www.presseurop.eu/files/images/article/Norviliskes-Pitskuny.JPG?1351089723

    Dauerhafter Frieden kann nur durch Beseitigung aller Grenzen und natürlich durch Toleranz erreicht werden. Ich bin nicht der Meinung, dass Intoleranz dem Menschen angeboren ist – diese wird meist bewusst erzeugt.

  3. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>>>>> Dass Europa just in der Renaissance, als hunderte Kleinststaaten miteinander in hartem Wettbewerb standen, dynamisch und erfolgreich war wie kaum sonst jemals, beeindruckt in diesen Milieus naturgemäß wenig. <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Dieser Logik folgend hätte Europa in der ersten Hälfte des 20. Jhd. viel erfolgreicher sein müssen als die USA.

  4. Reinhard

    @world-citizen
    “Wann immer irgendwo Kriege geführt wurden, ging es um Schaffung oder Verschiebung von Grenzen.”
    Sorry, aber das ist gelinde gesagt Schwachsinn. Kriege werden geführt, um eigenständige nationale Einheiten und die Grenze zu ihnen zu eliminieren.
    Beispiel: Als Hitler in Frankreich oder Polen einmarschierte, wollte er nur die Grenze zwischen dem Deutschen Reich und diesen Staaten eliminieren und die Gebiete dem Reich einverleiben. Wenn eine Armee eine Grenze überschreitet, will sie diese nicht verschieben oder gar eine neue schaffen, sondern die alte zerstören.
    Grenzverschiebungen wurden immer erst bei Friedensverhandlungen vereinbart; sie waren nie der Zweck eines Krieges sondern immer nur die Folge eines verlorenen solchen. Die Grenzziehungen innerhalb Deutschlands waren eine Folge dessen, das sich die Siegermächte den Kuchen aufteilen wollten um ihn (Westen) als Bollwerk gegen den Kommunismus wieder aufzubauen oder (Osten) einfach zu plündern.
    Ganz extrem gesagt kann man feststellen, dass Hitler in seinem Weltkrieg am liebsten alle Grenzen vernichtet und ein einziges Weltreich geschaffen hätte. Also eigentlich das Paradies für den Weltbürger, der sich dann grenzenlos frei auf der ganzen Erde hätte bewegen und niederlassen können. (Ihre Ideologie hat nämlich den Schwachpunkt, die Interessen anderer, die Ihren ureigensten widersprechen, zu unterdrücken oder gar das Existenzrecht abzusprechen. Dass Sie gelegentlich gedanklich nicht weit von dem entfernt sind, was die Nazis angetrieben hat, war ja schon an anderer Stelle zur Genüge erkennbar.)

  5. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>> Ganz extrem gesagt kann man feststellen, dass Hitler in seinem Weltkrieg am liebsten alle Grenzen vernichtet und ein einziges Weltreich geschaffen hätte. <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Dieses Zitat kommt wohl einer Geschichtsfälschung extrem nahe.
    Hitlers Krieg hatte das Ziel, das deutsche Reich territorial zu erweitern und zugleich alle Menschen, die entsprechend seiner Ideologie als "minderwertig" erachtet wurden – und das waren wohl alle, die nicht seinem Rassenideal entsprachen – unter die Vorherrschaft jener zu stellen, die seiner Ideologie als '"Herrenmenschen" betrachtet wurden.

    Inwieweit Ihr Vergleich strafrechtliche Konsequenzen haben könnte, kann und will ich nicht beurteilen. Dafür gibt es Gerichte.

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  7. Thomas Holzer

    @WC
    “Inwieweit Ihr Vergleich strafrechtliche Konsequenzen haben könnte, kann und will ich nicht beurteilen. Dafür gibt es Gerichte.”

    Verzeihung, aber langsam wird’s peinlich!

    “Ganz extrem gesagt kann man feststellen, dass Hitler in seinem Weltkrieg am liebsten alle Grenzen vernichtet und ein einziges Weltreich geschaffen hätte.”

    Was soll an diesem Satz strafrechtlich relevant sein?! Rein gar nichts!
    Sie wollen und können es nicht beurteilen, wie sie schreiben, erlauben sich aber, eine strafrechtliche Relevanz zumindest in den Raum zu stellen.

  8. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>>>> “Ganz extrem gesagt kann man feststellen, dass Hitler in seinem Weltkrieg am liebsten alle Grenzen vernichtet und ein einziges Weltreich geschaffen hätte.” <<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Und in diesem "Weltreich" hätten die "Herrenmenschen" über die "Untermenschen" bestimmen sollen, oder sie wollen doch nicht ernsthaft glauben, dass dort alle Menschen gleichwertig und gleichberechtigt gewesen wären.

    Das ist der springende Unterschied.

  9. Thomas F.

    Was würden wir uns heute erparen, hätten wir Kärntens Unabhängigkeitsdrang doch längst beigegeben!

  10. gms

    WC,

    Ihre Ausführung von wegen Grenzen und Streit verkennt einmal mehr Banales und Grundlegendes: Das Wort “Einfriedung”, mit dem innewohnenden “Frieden”, steht für die Umzäunung, für die Hecke, für die Grenze — sie ist sichtbares Zeichen dafür, wessen Spielregeln innerhalb dieser Einfriedung gelten.

    “Strenge Rechnung, gute Freunde.” — Das Wissen darum, was gilt und was nicht, ist das A und O jeglichen friedlichen Zusammenlebens. In der Umkehrung ist in der Regel das Allgemeingut, über dessen Verwendung man in die eine oder andere Richtung disputieren kann, die klassische Quelle für Unfriede und Streit.

    Drittens mutet Ihr Hinweis auf historische Reiche mit verwaschenen Grenzen eigentümlich an, werfen Sie doch bei anderen Gelegenheiten ein historisch progressives Fortschreiten des Zusammenlebens in den Ring. Dem eifrigen Leser dieses Blog wird noch Ihr diesbezügliches “Dinosaurier”-Diktum bezogen auf Nationen in den Ohren klingeln.

    Es mag schon sein, daß irgendwann auch Nationen dem Schicksal dieser frühzeitlichen Riesenechsen anheimfallen — nämlich dann, wenn Menschen vermehrt erkennen, daß der Staat in seiner Rolle als anmaßendes Irrtumsmonopol auf einem bestimmten Territorium die Wurzel des Übels darstellt. Die von Ihnen aber herbeigesehnte Supernation namens EU zwischen Lissabon und Riga ist bereits totgeweiht. Ob Sie dieser Supernation zur Heilung der von Ihnen strapazierten Grenzlandbewohnerproblematik noch “Übergangszonen mit einer Breite von 50 – 200 km” ankleben wollen oder nicht, sei Ihrer Willkür überlassen.

  11. Reinhard

    @world-citizen

    Seine SS hat Verse wie “Heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze Welt” natürlich nur aus Lebensfreude gesungen oder wie? Natürlich war die Weltherrschft sein Ziel.
    Eine einzige Weltzentralregierung, der alle Völker untergeordnet sind, war sein Traum. Und auch die Parallele zu Ihrer Ideologie von der zentralen Weltregierung ist da erkennbar.
    Eine Nähe zu Hitlers Rassenwahn und seiner paranoiden Psychose habe ich Ihnen nicht unterstellt, also können Sie unterschwellige Drohungen ruhig unterlassen.
    Dass Sie sich hier aber bereits als einzig wahrer Liberaler, einzig vernünftiger und rationell denkender Mensch dargestellt haben, können Sie nicht bestreiten. Und auch die Passagen in Ihren Kommentaren, wie mit Menschen zu verfahren sei, die nicht Ihrem hehren Ideal folgen, wären eine Sammlung wert. Ich gestehe aber, für so etwas keine Zeit zu haben resp. haben zu wollen. Ich bin hier um zu diskutieren, auch mal um auszuteilen oder einzustecken, aber nicht um zu prozessieren. Wenn erwachsene Menschen sich nicht mehr die Meinung sagen können, ohne dass einer sogleich nach dem Kadi greint, haben wir einen Punkt erreicht, an dem Diskussion sinnlos wird.

    Doch zurück zum Thema.
    Auch wenn man die psychotische Dimension des Rassenwahns der Nazis nicht erreicht, besteht doch grundsätzlich der Sinn des Zentralstaates, über die Völker zu regieren (ja, ich bleibe bei der Mehrzahl “Völker”, oder eben “Nationen”). Wie ich die herrschende Kaste jetzt nenne, ist Makulatur. Dieser “Gleichberechtigung” ist nämlich absolute Rechtlosigkeit inhärent.
    Warum? Okay, ein Beispiel: Wenn die Menschen eines Gebietes in einer Volksabstimmung Regeln für dieses Gebiet aufstellen wollten, gäbe es nur zwei Möglichkeiten:
    1. Sie stimmen allein ab, verstoßen damit gegen den Grundsatz, dass im Sinne der Gleichberechtigung jede Stimme gleich viel wert ist und somit ist das Ergebnis irrelevant.
    2. Alle Menschen der Welt stimmen ab, verstoßen damit aber gegen den Grundsatz, keine Regeln aufzustellen die für sie selbst gar nicht relevant sind und damit treten sie beherrschend und unterdrückend gegenüber einer Minderheit auf.

    Wie Sie es drehen und wenden, der Abschied von der von den meisten Menschen selbst gewollten und gewählten nationalen Identität (wie sie jede Volksgruppe für sich auch immer definieren möchte) zugunsten eines zentralistischen Machtapparates geht immer und grundsätzlich mit Unterdrückung einher. Da tröstet es den unterdrückten Einzelnen nur wenig, dass er jetzt halt im Namen der PC in seinen Freiheiten beschnitten, seine Formulierungen vorgeschrieben, seine Klospülung reglementiert und sein Handln permanent überwacht wird. Man muss halt keine Angst haben, dass das wegen der Zugehörigkeit zur falschen Rasse passiert, aber das falsche Bankkonto, die falsche Meinung oder die falsche Ideologie reichen auch schon aus.
    Und wenn Sie dem Menschen das Grundrecht lassen, um seinen Garten einen Zaun zu ziehen, dann müssen Sie auch einer Menschengruppe (Nation) das gleiche Recht zugestehen. Oder das ganze Gerede von Gleichheit gilt mal wieder nur dort, wo es Ihnen persönlich in den Kram passt.
    Ich weiß, die Welt ist ungerecht. Es ist wie mit den kärntner Ortstafeln. Es gibt keine gerechte Lösung, denn jede der beiden Lösungen spielt nur den Nationalisten der anderen Seite in die Hände… 🙂

  12. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>>> Die von Ihnen aber herbeigesehnte Supernation namens EU zwischen Lissabon und Riga ist bereits totgeweiht. <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Ich würde die EU nicht "Supernation" sondern richtigerweise "Antination" nennen, denn sie wurde gegründet um langfristig den Nationalismus und damit die Nationen zu überwinden, gestützt auf die gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis, dass diese nur Kunstgebilde sind.
    Und die Tendenzen gehen eindeutig in diese Richtung. Jede 3. Ehe die geschlossen wird ist heute binational und die aus diesen Verbindungen entstammenden Kinder sind in ihrer Identität nicht mehr starr auf eine einzige Nation ausgerichtet- meist wachsen sie auch bilingual auf. Dies ist ein sehr positiver Trend der unbedingt weiter gefördert gehört, indem man sich endlich mal dazu entschließt, die Menschen dort wählen zu lassen, wo sie auch leben und ihre Steuern bezahlen anstatt weiterhin in dem Land dem sie eigentlich den Rücken gekehrt haben.
    http://www.wohnsitzbuergerschaft.blogspot.com

  13. Thomas Holzer

    @WC
    Die Politik hat gar nichts zu fördern!
    Jede Förderung bringt nur ,wie es so schön heißt, Fehlallokationen hervor.
    Die EU ist eine häßliche Nachäffung(sic!) des Karolingischen Reiches.
    Außer ein paar Tagträumern und Mitgliedern der “regierenden Kaste” möchte kein Mensch in einem zentralistischem, alles reglementierenden und verbietenden Superstaat leben.

  14. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>> Die Politik hat gar nichts zu fördern <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    OK, dann schaffen wir die Politik einfach ab. Regierungen, Parlamente, Wahlen etc. – nichts wie weg damit: Zurück zur Anarchie. Es gilt ausschließlich das Recht des Stärkeren. Fressen oder gefressen werden.

    Ist auch eine Meinung. Mit Humanismus hat es wohl nichts mehr zu tun, aber wer glaubt, dass dies das Richtige sei, möge dies auch laut und deutlich ohne komplizierte Umschreibung kundtun. Auch gegenüber jenen, die später einmal zu den Gefressenen zählen werden.

  15. Thomas Holzer

    @WC
    Verzeihung, again, Schwachsinn!
    Nur weil ich die Politik für mehr als nur überflüssig erachte, heißt dies nicht, daß ich für Anarchie eintrete.
    Die Politik, wie wir sie derzeit erfahren müssen, mischt sich in Dinge ein, welche absolut nicht in deren Aufgabenbereich gehören.
    Humanismus impliziert nicht, das Private der Öffentlichkeit zu öffnen, alles und jedes zu “demokratisieren”. Humanismus impliziert ein Miteinander, eine Empathie, welche die Politik niemals(sic!) per Gesetz erreichen kann.
    Herzensbildung werden Sie nicht durch die Politik, die Politiker noch durch Gesetze erreichen.
    Die Politik unternimmt seit mindestens 40 Jahren alles(sic!), gewachsene, bewährte Institute des menschlichen Daseins per Gesetz auszuhebeln, ja zu vernichten, um einer den Menschen und das Individuum verachtenden Utopie den Weg zu bahnen.

  16. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>> Die Politik, wie wir sie derzeit erfahren müssen, mischt sich in Dinge ein, welche absolut nicht in deren Aufgabenbereich gehören. <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    So ist es leider nicht. Mindestens 80% unserer Gesetze sind Anlassgesetzgebung. Wenn es mal stark regnet, gibt es sicher eine große Masse die nach Gratisregenschirmen für alle ruft. Und die Politik reagiert. Und wenn die Sonne scheint, verlangt die Masse nach Gratissonnenschutzmitteln und die Politik reagiert wieder, denn sie will ja bei der nächsten Wahl die Stimmen haben. Aber im Wesentlichen folgt die Politik immer dem Diktat der Masse. Und dass von der Masse niemals zukunftsweisende Visionen ausgehen ist wohl hinreichend bekannt. Die großen Fortschritte der Menschheit wurden immer von Einzelpersonen oder Minderheiten erdacht.

  17. Thomas Holzer

    @WC
    Genau so ist es!
    Gäbe es keine (Tages)Politik, gäbe es auch keine Anlaßgesetzgebung!
    Gäbe es keine Demokratie. müßte kein “Verantwortlicher” auf seine Wiederwahlchancen schielen!

  18. world-citizen

    >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>> Gäbe es keine (Tages)Politik, gäbe es auch keine Anlaßgesetzgebung! Gäbe es keine Demokratie. müßte kein “Verantwortlicher” auf seine Wiederwahlchancen schielen! <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    OK, jetzt fehlt nur noch, die möglichen Alternativen zu benennen.

  19. gms

    WC,

    > Ich würde die EU nicht “Supernation” sondern richtigerweise “Antination” nennen,

    Als Insider würden Sie gewiss eine Peking-Ente auch als solche erkennen, selbst wenn der Kellner sie als Lachsforelle anpreist.

    > .. denn sie wurde gegründet um langfristig den Nationalismus und damit die Nationen zu überwinden,

    Und wenn sie gegründet worden wäre, um den Himmel auf Erden zu bringen und die Schwerkraft aufzuheben — who the fuck cares?! Die EU watschelt wie eine Supernation, sie schnattert so, sie will eine solche sein wider die anderen Supernationen i.e Rußland und USA, sie hat ein Beginndatum wie jede Nation, sie strapaziert gemeinsame Werte wie einen Nation, sie hat Grenzen, die sie nach Außen hin absichert, etc. pp.

    > gestützt auf die gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis, dass [Nationen] nur Kunstgebilde sind.

    Sie wollen hier also allen Ernstes mit dem Sanktus der Wissenschaft vom Stapel lassen, die EU sei kein Kunstgebilde und verletze dadurch ein notwendiges Kriterium einer Nation? Get a life, my dear!

  20. KClemens

    @w-c,
    >>>>> Dieser Logik folgend hätte Europa in der ersten Hälfte des 20. Jhd. viel erfolgreicher sein müssen als die USA <<<<<

    Hm, wie erfolgreich waren denn die USA zur Zeit der Renaissance?

  21. KClemens

    @w-c,

    EDIT:

    >>>>> Dieser Logik folgend hätte Europa in der ersten Hälfte des 20. Jhd. viel erfolgreicher sein müssen als die USA <<<< Sorry, Fehler!

    In der Tat gab es in Europa bis zum Ende des zweiten Weltkriegs mehr Innovationen als in den USA. Danach gab es mehr Innovationen in den USA.

  22. KClemens

    @ w-c,

    >>>>> Beispiel: Als Hitler in Frankreich oder Polen einmarschierte, wollte er nur die Grenze zwischen dem Deutschen Reich und diesen Staaten eliminieren und die Gebiete dem Reich einverleiben. <<<<<

    Da konnten Frankreich und Polen ja froh sein, daß Hitler keine Grenzen verschieben wollte. Besonders nicht die Grenzen des Deutschen Reichs.

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