Von der Schuldenunion zum Vermögensregister

Von | 12. September 2021

(ANDREAS TÖGEL/ “EXXPRESS”) „Von Troja bis Vietnam“ lautet der Untertitel des 1984 von der US-amerikanischen Historikerin Barbara Tuchmann veröffentlichten Buches „Die Torheit der Regierenden“. In der Einleitung stellt die Autorin fest, dass die Ergebnisse politischen Handelns oft auf das Gegenteil des Intendierten hinauslaufen. Anhand der vier von ihr gewählten historischen Beispiele, erhellt sich das immer gleiche Grundproblem: Hybris – die vielen politischen Führern eigene Überzeugung, nichts falsch machen zu können; Ihr unerschütterliches Vertrauen auf ihr Genie und die Kraft ihres Willens.

Ein nach dem Vorbild Tuchmanns verfasstes, auf die Situation der Europäischen Union zugeschnittenes Buch könnte den Titel tragen: Die Torheit der EU-Granden: Von der Schuldenunion zum Vermögensregister. Aus heutiger Sicht ist es unglaublich, was den Bürgern der Nationalstaaten – speziell den Deutschen und den anderen potentiellen Zahlmeistern des von Beginn an angepeilten Europäischen Bundesstaates – alles versprochen wurde, um Begeisterung für die Teilnahme an diesem Elitenprojekt zu wecken. Auch der Autor dieser Zeilen erlag einst der Wirkung der ausgesandten Schalmaientöne und war naiv genug, darauf zu vertrauen, dass die von den politischen Eliten gemachten Zusagen (Währungsstabilität, Schuldenbegrenzung, Verbot von „Bailouts“, Ausschluss der Staatsfinanzierung durch die Notenpresse, etc.) tatsächlich eingehalten würden.

Leider haben die sich allesamt als Makulatur erwiesen. Mehr noch, das Belügen der Insassen der Union wurde vom seinerzeitigen Kommissionspräsidenten Juncker sogar zur Tugend erhoben. Der „Vertrag von Maastricht“ ist das Papier nicht wert, auf dem er geschrieben wurde.
Nach dem Austritt der Briten aus der EU, haben die Mitglieder des wirtschaftlich maroden und politisch sklerotischen „Club Méditerranée“ Oberwasser. Die Befürworter einer superlockeren Geldpolitik, hemmungsloser Verschuldungsorgien und der Umverteilung von den wettbewerbsfähigen zu den rückständigen Volkswirtschaften, befinden sich im Aufwind.

Die Deutschen, Holländer, Dänen und Österreicher dagegen, haben das geringe Vergnügen, die Konservierung versteinerter Strukturen in Italien, Griechenland, Spanien und Frankreich finanzieren zu dürfen.
Minderleister, die vom Geld fremder Leute leben, haben gegen die Umverteilung von Einkommen und Vermögen naturgemäß nichts einzuwenden. Deshalb dürfen die EU-Granden mehrheitlicher Zustimmung für ihre frivole Geld- Finanz- und Wirtschaftspolitik sicher sein.
Jetzt aber könnte den von ihren Allmachtsphantasien berauschten Eurokraten ein fataler Fehler unterlaufen sein. Sie haben nämlich durchblicken lassen, über ein EU-weites „Vermögensregister“ nachzudenken, in dem sämtliche Vermögenswerte der dann restlos gläsernen Bürger erfasst werden sollen. Da geht es nicht mehr nur um Liegenschaften, Firmenbeteiligungen, Wertpapierdepots und Girokonten, die sich dem raublustigen Fiskus ja bereits jetzt auf Mausklick offenbaren. Nein, hier geht´s ans Eingemachte: Bargeld- und Goldbestände, Inhalte von Banksafes, Juwelen, Kunstwerke, Briefmarkensammlungen, Pelzmäntel und alle anderen Werte.

Diese ungeheuerliche Anmaßung, die mit vorgeblichen Bemühungen im „Kampf gegen die Geldwäsche“ fadenscheinig begründet wird, könnte zum Rohrkrepierer werden. Und zwar deshalb, weil damit plötzlich besonders die Bürger der von der Umverteilungsmaschinerie der EU bislang verwöhnten „Südstaaten“ ins Fadenkreuz der auf der Suche nach neuen Geldquellen befindlichen Eurokraten geraten. Denn Franzosen, Spanier und Italiener verfügen über größere Medianvermögen, als Deutsche und Österreicher.

Da die zentrale Erfassung aller Vermögensbestände selbst von schlichteren Gemütern als erster Schritt auf dem Weg zur (zumindest teilweisen) Enteignung von Privatvermögen begriffen werden wird, läuft die EU mit diesem Vorhaben Gefahr, ausgerechnet in ihren treuesten Provinzen Kredit zu verspielen. Denn gerade für die bislang Gehätschelten wird das EU-Vermögensregister zur Bedrohung, während bei den Deutschen nicht viel zu holen ist.

Nach dem Brexit und den Attacken der Kommission auf Ungarn und Polen, wird diese flagrante Gefährdung der Privatvermögen das Image der Union weiter veschlechtern. 

3 Gedanken zu „Von der Schuldenunion zum Vermögensregister

  1. Selbstdenker

    Die USA und die EU zählen zu den größten Finanzierern und Waffenlieferanten islamischer und linker Terrororganisationen.

    Wer Terrorismus, Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Korruption ernsthaft bekämpfen möchte, hätte in den Sumpfgebieten von Washington und Brüssel ein ergiebiges und lebenslanges Betätigungsfeld.

    Beispiel 1: man hätte sich den “Soli” ersparen können, wenn die zuständigen Behörden dem Abschleichen vom milliardenschweren SED-Nachlass nicht tatenlos zugesehen hätten.

    Beispiel 2: der BAWAG Prozess war nicht eine Aufarbeitung, sondern eine Schadensminimierung für die beteiligten politischen Akteure samt anschließender juristischer Weisswaschung.

    Beispiel 3: unter der damaligen SPD-Familienministerin Schwesig wurden mehrere gewaltbereite linke Organisationen mit Steuergeldern finanziert.

    Beispiel 4: die EU hat jahrelang die Hamas finanziell unterstützt.

    Beispiel 5: die USA haben über zwanzig Jahre lang Geld in das hochkorrupte Afghanistan gepumpt. Ein Schelm, der davon ausgeht, dass sich die Taliban nichts davon abgezweigt haben.

    Beispiel 6: Dank dem erbärmlich unprofessionell durchgezogen Abzug der Amis aus Afghanistan verfügen die Taliban nun über eine bessere militärische Ausrüstung als jedes westeuropäische Heer. Der nächste Terroranschlag findet mit einem Equipment Made in USA statt.

    Und von den NGOs – das sind die Waschsalons und chemischen Reinigungen der globalistischen Geldwäsche – ganz zu schweigen.

    In allen genannten Fällen hätte man keine Bargeldabschaffung und kein Vermögensregister und nicht einmal neue Gesetze gebraucht.

    Eine unabhängige Justiz und Behörden, die ihren eigentlichen Aufgaben nachkommen, wären völlig ausreichend gewesen.

  2. sokrates9

    Selbstdenker@Wie die EU müssen sie sicgh auf Hauptübeltäter konzentrieren: Das sind sicherlich die Sparvereine die von ihren Mitgliedern mponatlich mit Horrorsummen im 2 – stelligen Bereich gefüttert werden um dann bei der Auszahlung noch irgendwie ein Weihnachtsessen zu finanzieren! Die werden mit Vorschriften zugeschüttet und jetzt erfolgreich zum überwiegenden Teil eliminiert!

  3. Kluftinger

    In Fällen wie diesen ( Vermögensregister) wird es sich zeigen ob Österreich ein Veto einlegt?
    Und bitte das, bevor Herr Scholz als möglicher neuer Bundeskanzler der BRD innerhalb der EU die Mehrheitsbeschlüsse durchdrückt!
    PS.: Herr Tögel, ich glaube auch bei Tuchmann die Dominanz des Systems (und weniger der Einzelpersonen ) herausgelesen zu haben? Aber ich kann mich irren.

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