Von der Willkommenskultur zur Verabschiedungskultur

Von | 10. Januar 2016

(GEORG VETTER) Polizeipräsident zu sein ist nicht leicht. War es bis zum Ende des Jahres 2015 politisch unkorrekt, die Herkunft von Straftätern zu benennen, ist es seit Anfang 2016 genau umgekehrt: Die Herkunft von Straftätern zu verschweigen kostete dem Polizeipräsidenten von Köln den Job. Der Polizeisprecher dieser Stadt brachte das Dilemma sinngemäß wie folgt auf den Punkt: Solle man schweigen, um der Rechten nicht Recht zu geben, oder reden, um die Wahrheit zu sagen?
Andere Polizeipräsidenten Mitteleuropas werden nun schnell umzulernen haben.
Als Cicero die Catilinarische Verschwörung vereitelte, war er ein Volksheld. Ein paar Jahre später wurde er mit der Begründung, dass er einen römischen Bürger ohne Gerichtsurteil hatte hinrichten lassen, zum Teufel gejagt. Die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit (Aulus Gellius), Hochverrat eine Frage des Datums (Talleyrand).
Wie lange hatte es im Falle des Attentäters von Graz gedauert, bis dessen Hintergrund in den Medien publiziert wurde. Henryk Broder hat dem Thema wesentliche Teile eines ganzen Buches gewidmet („Hurra, wir kapitulieren!“).
Weil ein namhafter Redakteur einer Boulevard-Zeitung in Zeiten der alten Dogmatik deutlich wurde („Junge, testosteron-gesteuerte Syrer“), musste er nicht nur den Rückzug antreten, sondern auch öffentlich Selbstkritik üben. Presserrat und Staatsanwaltschaft wurden gegen ihn in Marsch gesetzt. Wie ihm heute zumute ist?
Jeder, der die Augen offen gehalten hat, weiß, dass die Balkanroute nicht gerade als Familienausflug geeignet ist. Es kommen auf diesem Weg vor allem junge Männer nach Europa. Diese haben wie sehr viele Menschen vor allem zwei Bedürfnisse: Essen und Sexualität. Ersteres kann der Staat bieten, letzteres nicht. Die Ereignisse von Köln können daher nur für jene überraschend sein, die sich hinsichtlich der Zuwanderer Illusionen hingegeben haben. Wer tatsächlich glaubte, dass die Völkerwanderer zu uns kamen, um hier fleißig zu arbeiten und unsere Pensionen zu sichern, muss irgendwann einmal aufwachen. Auch der radikal-behavioristische Ansatz – Gebt mir Menschen und ich mache alles aus ihnen! – klappt in der Wirklichkeit nicht. Auch die Integration – also die Umerziehung zum aufgeklärten Europäer – kennt ihre Grenzen (hier möge man der Versuchung, Sein und Sollen zu verwechseln, widerstehen).
Es mag durchaus sein, dass auch viele Zuwanderer mit Illusionen nach Europa gekommen sind. Hier flössen Milch und Honig, von Sozialleistungen ließe es sich locker leben. Dass selbst die Gutwilligsten irgendwann in alte Muster verfallen, wenn sie in der Realität ankommen, darf nicht verwundern. Das gilt auch für die Sexualität.
Nun hat auch Angela Merkel ausgesprochen, dass mit derartigen Straftaten das Gastrecht verwirkt sein sollte. Dass man in der Analyse selbst mit einer Alice Schwarzer übereinstimmen kann, ringt ein amüsiertes Lächeln ab.
Mit Köln hat die Willkommenskultur einen Dämpfer erhalten. Ab nun sollte es – wenn ich Angela Merkel richtig verstanden habe – auch eine Verabschiedungskultur geben.

19 Gedanken zu „Von der Willkommenskultur zur Verabschiedungskultur

  1. Thomas Holzer

    Wohin will denn Frau Merkel dann diese Personen verabschieden? Ins Nirwana?
    Sprechblasen, und sonst gar nichts, oder werden diese Abzuschiebenden, wenn die Rücknahmestaaten zur Rücknahme nicht bereit sind, mit Fallschirmen abgesetzt werden?

  2. Fragolin

    @Thomas Holzer
    Nach Dublin und der Logik der eigenen Spur rückwärts folgend Abschiebung in das Land, aus dem sie eingereist sind. Und da haben wir ein Problem.
    Wenn das unbedarfte Wernerle sich jetzt mal auf das Wort der größten wortbrüchigen Opportunistin aller Zeiten verlassen hat, dann wird er eine bittere Lektion lernen – und wir natürlich diesen Eimer voll bitterer Suppe auszulöffeln haben…

  3. Der leiwaunde Johnny

    Es ist ja nicht so, dass man sich nicht abschauen könnte, wie das Problem zu lösen wäre. Ein Blick nach Ungarn reichte. Da wir aber die Wünsche von Fremden (Einwanderung in ein Sozialsystem) über die Sorgen (Kriminalität) und Nöte (Finanzierung nur durch noch mehr Schulden möglich) der eigenen Bevölkerung stellen, haben wir ein massives Problem.

  4. Falke

    @Thomas Holzer
    Es geht hier gar nicht darum, dass ihn kein Land zurücknehmen will; laut Urteil der Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte darf niemand – egal, was er auch getan haben mag – in ein Land abgeschoben werden, wo ihm Lebenssgefahr droht bzw. wo Krieg herrscht. Merkel reißt wieder einmal groß das Maul auf, um die Bürger zu beruhigen – geschehen wird aber nichts.

  5. Christian Peter

    ‘Ab nun sollte es auch eine Verabschiedungskultur geben’

    weder noch. Illegale Einanderer müssten an der Grenze abgewiesen werden, wie es andere Ländern (Ungarn, u.a.) längst erfolgreich praktizieren – alles andere ist sinnloses Geschwafel.

  6. astuga

    “Es mag durchaus sein, dass auch viele Zuwanderer mit Illusionen nach Europa gekommen sind. Hier flössen Milch und Honig, von Sozialleistungen ließe es sich locker leben…”

    Das ist mehr als eine Vermutung, es ist ein Faktum.
    Es sind ja nicht zufällig jene Länder mit hohen Sozialleistungen die Zielländer.

    Das Merkel redet auch viel wenn der Tag lang ist, und die Rechtslage eine andere.
    Ohnehin, jemand der nach einer Pressekonferenz zu den unsäglichen Vorfällen in Köln grinsend und feixend mit ihrer Begleitung verschwindet (die Kameras hat man wohl vergessen) ist ein… ich spreche es nicht aus und denke mir es lieber nur.
    Wie man in Deutschland sagt: Butter bei die Fische!
    Ansonsten: Weg mit dem “Pack” an der Staatsspitze, dort wie auch bei uns.

  7. Fragolin

    @astuga
    Das Grinsen und Feixen scheint echt zu sein. Merkel freut sich scheinbar, dass alle Pläne aufgehen.
    In wenigen Jahren wird sie in Deutschland die meistgehasste Person sein, in Brüssel aber mit dem Aachener Karlspreis um den Hals den Thron als Kommissionspräsidentin besteigen. Bei ihrem Demokratieverständnis würde es mich nicht wundern, wenn sie sich kurz darauf nur noch mit “Euer Majestät” anreden lässt…

  8. sokrates9

    Warum geht abschieben nicht? Sind die europäischen OGH Entscheidungen ewig in Stein gemeißelt? Vielleicht gibr es mal Güterabwegung und man hinterfragt ob ein autochthoner Bürger der jahrzehntelang sich im Land behauptet, spart, Kinder großzieht – meist unter großen Entbehrungen – auch irgendwelche Rechte hat, oder sich von Invasoren enteignen lassen muss? was haben übrigens Tunesier, Algerier, Marokkaner in Österreich verloren?? Herrscht dort Krieg? Die Beamten / Politiker die hier Bleiberecht feststellen gehören auch mal hinterfragt!!

  9. Christian Peter

    @sokrates9

    alles geht, Einwanderungspolitik ist Sache der Nationalstaaten und nicht der EU. (Wirtschaft-) Flüchtlinge, die über sichere Staaten (Flüchtlingslager in der Türkei, Libanon oder europäische Länder etc.) kommen, braucht man erst gar nicht einreisen zu lassen. Die Rechtsprechung des EGMR ist für deutsche Gerichte außerdem nicht bindend.

  10. Der Bockerer

    Mutti tut das, was sie schon immer am besten konnte: Nebelkerzen absondern. Wenn sich in Köln – vorsichtig geschätzt – einige hundert “Flüchtlinge” auf Kosten einheimischer Frauen sexuell amüsiert haben, dann müssten folgerichtig diese paar hundert Leute abgeschoben werden. Einfach nur mal die Überwachungskameras auswerten und mit dem Bestand an “Flüchtlingen” abgleichen, und innerhalb weniger Wochen müssten diese Leute außer Landes sein. Dass genau das passiert, glaubt nicht einmal der Weihnachtsmann.

    Es gibt eine potente Lobby von Flüchtlingshelfern, Rechtsanwälten etc. (übrigens vom Steuerzahler finanziert), die genau selbiges zu verhindern wissen.

    Ich nehme an, dass das Testosteron der Sex-Flüchtlinge seit den Ereignissen in Köln nicht so einfach verschwunden ist. Junge Männer sind im allgemeinen sexuell aktiver als ältere. Und der Triebstau wird sich bestimmt noch auf die eine oder andere Art Bahn brechen.

    Wir schaffen das! – Ganz sicher.

  11. Christian Peter

    @sokrates9

    fallen Sie nicht auch noch der plumpen Propaganda der Massenmedien zum Opfer, es gäbe völkerrechtlich verbindliche Verpflichtungen, Millionen (Wirtschafts-) Flüchtlingen eine neue Heimat anzubieten. Auch das Gefasel von vermeintlichen ‘Menschenrechten auf Asyl’ ist reine Propaganda. Ob und welchen Menschen ein Staat Asyl gewährt, ist eine rein politische Angelegenheit der jeweiligen Gesellschaft. Einwanderungspolitik wird auf internationaler Ebene daher völlig verschieden gehandhabt. In vielen westlichen Ländern haben illegale Einwanderer überhaupt keine Chance, jemals einen legalen Aufenthaltstitel zu erlangen (z.B. Australien, USA,
    u.a.).

  12. Fragolin

    @Christian Peter
    Dieser Propaganda fallen ja sogar deren Urheber selbst zum Opfer – wie man hier sehen kann:
    https://www.youtube.com/watch?v=hSgXp9R32mM
    Diese Frau hätte Musikmanagerin abgehalfterter Punkbands bleiben sollen, die bewegt sich sogar unterhalb der Taxifahrerschwelle…

  13. Thomas Holzer

    @Fragolin
    Da die Politikerdarsteller einen Querschnitt der Bevölkerung darstellen (sollen), sollte es niemanden Wunder nehmen, daß Menschen, “gesegnet” mit Unbedarftheit, Dummheit und grenzenloser Naivität die Mehrheit in den Parlamenten darstellen 😉

  14. Selbstdenker

    Erschreckend ist, dass jene Szenarien, die nun nach und nach eintreten, schon vor mehreren Monaten recht präzise vorausgeahnt wurden.

    Anstatt eine sachliche und offene Diskussion über die Migrationspolitik zu ermöglichen hat die deutsche Bundesregierung mit den Leitmedien ein Schweigekartell gebildet, das Vertrauen in den Rechtstaat extrem beschädigt und sachliche Kritiker als “Rechte” verunglimpft.

    Die deutsche Bundesregierung hat in letzter Konsequenz nicht nur die eigenen Bürger, sondern auch hunderttausende Menschen, die sich in Richtung Europa aufgemacht haben, betrogen.

    Es wird “spannend” werden, wenn nunmehr zuerst die deutschen Bürger und anschließend die Migranten in der Realität aufwachen werden; das Anspucken der deutschen Fahne wird da noch zu den harmlosesten Protestmitteln zählen:

    https://www.youtube.com/watch?v=M0iMUFINZsQ

    Über Deutschland schüttelt die halbe Welt den Kopf. Die Deutschen werden nicht bewundert, sondern belächelt und vielfach – so wie in Frankreich – zunehmend verachtet.

    Die Deutschen waren so davon besessen das Erstarken “rechter” Kräfte zu verhindern, dass es nun die Gesellschaft zerfetzt und die Untoten der deutschen Geschichte wieder in der Gegenwart gelandet sind:

    “New edition of Hitler’s Mein Kampf goes on sale in German bookshops and sells out instantly”

    http://www.dailymail.co.uk/news/article-3391827/New-edition-Hitler-s-Mein-Kampf-goes-sale-German-bookshops-instant-sellout.html

    Alles liegt in Scherben: das Vertrauen in Politik, Medien und Rechtsstaatlichkeit, Deutschland und die Europäische Union.

    Angela Merkel ist angetreten um als mächtigste Frau der Welt in die Geschichte einzugehen. Sie hat es nun tatsächlich zu Lebzeiten geschafft und künftige Generationen werden ihre Lebensverhältnisse mit ihren Namen in Verbindung bringen.

  15. Rennziege

    Eine Verabschiedungskultur für Einwanderer wird es nie geben; sie ist datentechnisch, logistisch und politisch schlicht undurchführbar; zu weit haben sich die (nur noch in D un Ö vorhandenen) Willkommens-Halluzis aus dem Fenster gelehnt, irreversibel.
    Verabschieden werden sich — pardon für diese Binse! — nur die, die in Europa händeringend gebraucht werden: Knowhow-Besitzer fast aller Altersstufen, die fleißig sind und von der Enteignungs- und Entmündigungspolitik so gut wie aller EU-Staaten die Goscherln voll haben. Und die angesichts der gewissenlosen Einwanderungs-Idiotie um ihre gewachsene Kultur und ihre Kinder besorgt sind.

  16. mariuslupus

    @astuga
    Angela Merkel hat sehr viele Gründe zu zufrieden grinsen. Wahrscheinlich, in ihren vier Wändern kugelt sie sich vor Freude, wie sie die einfältigen Idioten über den Tisch gezogen hat.
    Abschieben wäre gut, aber wen ?

  17. Fragolin

    @Thomas Holzer
    Dass sich in den hinteren Bänken zum Teil versoffene Dolme tummeln, die sich bei jeder der seltenen Gelegenheiten ihrer Wortmeldungen maximal lächerlich machen, ist ja kein Geheimnis und auch im Internet schon mehrfach belegt und für die Zukunft dokumentiert. Aber wenn die erste Reihe, so wie eine stellvertretende Parlamentspräsidentin, nicht einmal ansatzweise den Inhalt jenes Artikels des GG kennt, auf den sie sich ständig den noch Unbedarfteren gegenüber beruft (also jenen Millionen Biodeutschen, die sich im ganzen Leben einen Dreck darum geschert haben, dass es überhaupt ein GG gibt…), dann ist das mit “beschämend” noch recht harmlos umschrieben. Auch wenn man beschämungsmaximierend jetzt im Augenwinkel einen Taxifahrer schief dahergrinsen sieht, der sich auf die “Genfer Menschenrechtskonvention” beruft…

    @Selbstdenker
    Und Kritiker ins rechte Eck zu stellen war erst der Anfang der Tragödie, der bald folgenden Intensivierung des “Kampfes gegen rechte Hetze” werden genau jene Kritiker als erste zum Opfer fallen. Testballons wie Sarrazin und Pirincci wurden von der breiten Masse teils positiv, teils mit Schulterzucken und nur von der “verdächtigen” Minderheit der Interessierten ablehnend zur Kenntnis genommen. Da genau jene, die ihre Ablehnung gegen das Vorgehen gegen regimekritische Dissidenten kommuniziert haben, auf der “Abschussliste” der Systembereiniger stehen dürften, sieht es nicht so aus, als ob sich das Volk gegen diesen Frühjahrsputz groß zur Wehr setzen wird. Den meisten wird es schlicht egal sein, solange sie sich auf den Floriani berufen können…

  18. Astrid G.

    Eine Bitte an Christian Ortner: Koennten bitte Links In Kommentaren, die auf externe Websites fuehren, ein eigenes Browserfenster oeffnen? (target=”_blank”)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.