Von Putin-Verstehern und Männern mit Haltung

(C.O.) “Wer andere sanktioniert, sanktioniert sich mit. Die ersten Auswirkungen spüren wir schon: im Tourismus, bei den Warenlieferungen. Jenen, die da mit einem „Hurra“ hineingestürmt sind nach dem Motto: Jetzt zeigen wir es dem Putin – denen muss man schon einige Fragen stellen.” – Österreichs Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl, ein ebenso typischer wie würdiger Vertreter der österreichischen Schule der opportunistischen Anschmiegsamkeit.
„Wenn Putin diesen Weg weitergeht, dann ist es nicht der Weg der deutschen Wirtschaft“, sagte hingegen der Vorsitzende des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft, Eckhard Cordes, dem Handelsblatt. Wenn  Regierung und  EU  harte Sanktionen umsetzen, „dann tragen wir dies zu hundert Prozent mit“, sagte er. Dies werde zwar für deutsche Unternehmen schmerzhaft sein, aber „wenn der Preis bezahlt werden muss, werden wir ihn zahlen“.

23 comments

  1. Thomas F.

    Als ob wir ein intellektuelles Kaliber wie Leitl gebraucht hätten um zu verstehen, dass Sanktionen den Westen auch etwas kosten. Wenn daraus nicht für beide Seiten ein Nutzen entstehen würde, würde Außenhandel ja überhaupt nicht stattfinden.

  2. cmh

    Was ist der Unterschied zwischen Sanktionen und Erpressung?

    Sanktionen sind für eine gute Sache. Und die gute Sache ist klarerweise die eigene Sache.

    Und damit ist der Unterschied wieder dahin.

  3. vom Berg

    Sanktionen: Russische Zentralbank droht mit Crash des globalen Finanz-Systems
    Deutsche Wirtschafts Nachrichten |

    Mit der Aufnahme der russischen Sberbank auf die Sanktions-Liste könnten die EU- und US-Politiker einen verhängnisvollen Fehler gemacht haben: Die Bank wird von der russischen Zentralbank beherrscht. Diese kennt die internationalen Verflechtungen im Finanz-System genau. In einer geharnischten Stellungnahme drohen die russischen Banker unverhohlen mit einem Crash des Finanzsystems: Ein Drittel der Anteile an der Sberbank halten nämlich Investoren aus Europa und den USA.

    http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/08/02/sanktionen-russische-zentralbank-droht-mit-crash-des-globalen-finanz-systems/

  4. Graf Berge von Grips

    Man sollte den Text der deutschen Hymne auf: “päpstlicher als der Papst” ändern ….

  5. rubens

    Jetzt haben die ClubMed-Staaten endlich einen Weg gefunden, mehr Schulden machen zu können. Sanktionen gegen Russland.

    Gut gemacht, kann ich nur sagen. Erst “übersieht” man das Entstehen einer Organisierten Kriminalität, profitierten auch noch mit. Wenn sie sehen, jetzt werdens selbständig und driften ungut ab, dann gibt es Sanktionen. Setzen diese Sanktionen aber so, dass sie die Ursachen nicht treffen, sondern ein paar Symptome und werden so Mittäter einer verhängnisvollen Verschleierung.
    Auch lässt es sich gut leben, wenn Deutschland in die Knie gezwungen wird. Eurobonds, Schuldenvergemeinschaftung, VSE wird so der Weg geebnet.
    Nur ist dieses Europa nicht das, was sich die Menschen wünschen. Die Menschen haben bedauerlicherweise nicht begriffen, dass möglicherweise Krieg gemacht wird und dass sie direkt betroffen sein werden.

    Ja und zum Leitl im Vergleich zum Cordes ist zu sagen, der Leitl spricht für – im internationalen Vergleich – Minikonzerne und für KMUs, die nicht aufgefangen werden, während Cordes Interessen großer Konzerne vertritt, die notfalls “Too big to fail” sind. Ein kleiner feiner Unterschied.

  6. Manfred erzetic

    Na endlich können die Investoren wieder in Europa investieren, statt in fremden fernen Ländern.

  7. Dieter Zakel

    Ich habe die Budapester Verträge und die Schlußakte von Helsinki gebrochen.
    Ich habe die Krim illegal annektiert und die Ostukraine militärisch destabilisiert.
    Das ist doch “moderate Politik”, oder?
    Euer Vlad.

  8. ricbor

    @ vom Berg
    Sie können davon ausgehen, dass bevor Finanz-Sanktionen offiziell werden, westliche Banken die in Russland als Anleger engagiert sind, einen Wink bekommen und ihr Invest rechtzeitig abstoßen. Wobei sich das Engagement sowieso ausschließlich im Eigenkapitalbereich abspielt Was die Sberbank betrifft handelt es sich um eine bessere Sparkasse, ziemlich groß aber international kaum tätig. Dass mit diesem Hinterwäldlerinstitut eine Weltfinanzkrise initiert werden soll, ist nur was für Verschwörungsfans wie Sie.

    http://www.nzz.ch/wirtschaft/wirtschafts-und-finanzportal/russische-sberbank-sorgt-vor-1.18272092

  9. Mourawetz

    Was interessieren mich die Tourismus-Einnahmen auf dem Graben in Wien? Die russischen Heuschrecken haben sowieso nur die Preise zsammghaut. Hat das schon mal jemand dem Christoph Leitl gesagt? Oder steht der im Sold der Wiener Kaufmannschaft am Graben?

  10. gms

    Mourawetz,

    “Was interessieren mich die Tourismus-Einnahmen auf dem Graben in Wien?”

    Auf die Frage, was denn schlimmer sei — Unwissen oder Ignoranz? — antworteten Figuren wie Sie vorhersagbar mit: “Keine Ahnung, interessiert mich aber auch nicht.”

    Daß es den DAX in den letzten Wochen gewaltig verhagelt hat und die Sanktionen hierfür mitverantwortlich waren, braucht Sie nicht zu jucken. Ebenso wenig wird es Sie interessieren, was andere zu diesem Thema sagen: “Hans-Werner Sinn: Russland-Sanktionen kosten Deutschland jegliches Wachstum. Die Ukraine-Krise und Sanktionen gegen Russland werden das Wirtschaftswachstum in Deutschland dem Präsidenten des ifo-Instituts zufolge auf Null drücken.”

    Tourismus am Graben?! — Meine Fresse, welch erbärmliches Kino.

    [1] boerse-express.com/pages/1471470

  11. LePenseur

    Cher ricbor,

    um das globale Finanz-System crashen zu lassen, brauchen die Russen aber wirklich net die Sberbank. Da reicht es, wenn sie den Petrodollar in die Luft jagen. Und dafür haben sie schon Vorkehrungen getroffen.

    Es gibt Amerikaner, die das schon sehr schnell übernasert haben (z.B. Jim sinclair) und sich deshalb gegen die Kraftmeierei der US-Regierung aussprachen; andere brauchen halt noch etwas länger, oder glauben, daß — da der Totalcrash sowieso kommen muß — er zwecks besserer Verschleierung im Blut einiger Völker ertränkt werden soll. Da red’t man dann über was anderes …

    Und weiters …

    Cher Dr. Zakel,

    darf ich ihre geneigte Aufmerksamkeit auf den Umstand lenken, daß die USA 2002 einseitig den ABM-Vertrag von Helsinki aufgekündigt haben, darf ich? Komisch, irgendwie …

    Und darf ich noch auf einen netten Cartoon hinweisen, der die ganze Propaganda-Chose ein bisserl zurechtrückt: »Sieh nur, wie nahe sie ihr Land an unsere Nato-Basen geschoben haben«

  12. Rennziege

    4. August 2014 – 17:35 gms
    Ihre Hinweise auf DAX, der sich dank österreichischer Abwürgung der heimischen Wirtschaft längst von seiner einstigen Beschützerrolle des ATX losgesagt hat, treffen ins Schwarze. Aber die hysterischen Sanktionen wider (vermeintlich) W.W. Putin sind den ohnmächtigen EU-Kasperln so heilig, dass sie sich, ihrer Wirtschaft und ihren Bürgern ohne Erbarmen ins eigene Wadel schneiden. Weitere Steuererhöhungen werden, meinen sie, diese Wunden schon schließen.
    Würden diese Traumtänzer ihre Wascheln vom gutmenschlichen Ohrenschmalz befreien, täten sie das Gelächter hören, das ihnen aus dem Kreml entgegenschallt. (Ob sie schnallen würden, dass es ihnen gilt, ist auch dann zu bezweifeln.)

  13. sokrates

    Genau das ist die Eu, die wir wollten! Keine Wirtschaftsunion sondern eine politische Diktatur, wo wirtschaftliche Nonsensleistungen begonnen vom Euro über Griechenland bis Aufnahme der östlichen Defizitstaaten Priorität vor wachstum und betriebswirtschaftlicher Politik haben!Zusätzlich Sanktionen gegen Putin, obwohl der Massenmord des Flöugzeugsabschusses eindeutig Kiew zuzurechnen ist! warum woird der Funkverkehr nicht veröffentlicht? was sollen Einschusslöcher von MG´S am Flugzeugwrackj? wo sind Obamas Beweise??NBur auf bewährter Falsflagpolitik der USA verhängt die kriegstreibende EU Sanktionen gegen Putin und liefert dafür Waffen an Kiew!Sorry, aber da braucht man kein Putibversteher zu sein um zu erkennen, dass das nicht die Werte sind, die die EU vorgibt zu vertreten!!

  14. Thomas Holzer

    Wenn die Wirtschaft in der EU dann in Kürze ganz am Boden liegen wird, habe ich einen Vorschlag für “unsere” EU-“Granden”, den Karren wieder halbwegs flott zu bekommen; zwar nur kurzfristig, aber immerhin: Zwangsumtausch aller Sparguthaben und Vermögenswerte in Eurobonds; so ähnlich haben die das in Argentinien Anfang der 2000er Jahre auch gemacht; man sieht ja, hat perfekt funktioniert 😉

  15. Thomas Holzer

    @sokrates
    “was sollen Einschusslöcher von MG´S am Flugzeugwrack”

    Da muß die MH17 aber sehr niedrig geflogen sein, daß sie von den MG der Separatisten durchlöchert werden konnte…………………..

  16. menschmaschine

    ich finde nicht, dass man ein putin-versteher sein muß, um sich zu fragen: was sollen diese sanktionen den bringen?
    was denn bitte?
    glaubt jemand ernsthaft, putin jettet demnächst nach brüssel und bittet mit den tränen in den augen um verzeihung? wenn ja, wofür soll putin um verzeihung bitten? dafür, dass er nicht tatenlos zusieht, was in seinem hinterhof passiert? also etwas, das den usa ohne große diskussion zugestanden wird.
    das einzige, was diese sanktionen ziemlich sicher bringen werden sind höhere gaspreise im nächsten winter, weniger wachstum für alle und verhärtete fronten. ach ja, und ein moralisches überlegenheitgefühl für unsere volkserzieher.

  17. Thomas Holzer

    @Sokrates
    Schon klar; aber: gibt es da irgendetwas konkreteres von diesem OSCE-Mann?

  18. Mourawetz

    @gms

    Der einzige, der hier ein erbärmliches Kino abliefert sind Sie, dem es immer wieder in den Fingern juckt, mir auf seine unnachahmliche, freilich völlig ungefragte Weise zu schreiben. Und dabei mir auch noch Worte in den Mund legt, um das “Gespräch in Gang” zu halten, da ich ihm ja sonst nichts schreibe, außer der gebetsmühlenartig wiederholten Bitte, mich in Ruhe zu lassen. Aber vergeblich, er kann es nicht lassen. Soviel Emotion, so wenig Verstand. Ganz großes Kino.

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