Von Steuern ist in den Zehn Geboten keine Rede….

“Auch eine aufgeklärte Gesellschaft braucht in der Krise einen Sündenbock. Dabei ist es der Staat, der sich nicht an die Regeln hält und mit schlechtem Beispiel vorangeht. (Von Henryk M. Broder, “Welt“)

4 comments

  1. Herr Karl jun.

    Ganz im Gegenteil: Das 7. Gebot (“Du sollst nicht stehlen”) wirft die interessante Frage auf, ab welcher Höhe eine oktroyierte Abgabenquote zu einem Verstoß gegen dieses Gebot wird. Luther erläutert dazu: “Wir sollen Gott fürchten und lieben, dass wir unsers Nächsten Geld und Gut nicht nehmen noch mit falscher Ware oder Handel an uns bringen, sondern ihm sein Gut und Nahrung helfen bessern und behüten”. Die katholische Lehre ist da etwas schwankender, hat aber einen beachtlichen Traditionsstrang hervorgebracht, der in einer übermässig oder unrechtmässigen Besteuerung einen Rechtfertigungsgrund für einen “Tyrannenmord” sieht (z.B.Juán de Mariana).

  2. Rennziege

    12. Februar 2014 – 13:58 Herr Karl jun.
    Die christliche Tradition schwankt keineswegs; Ihr wertvoller Hinweis auf Juán de Mariana, der die Grenzen staatlicher Würgegriffe und die legitime Notwehr dagegen handfest aufzeigte, bestätigt das. Denn damals war, wie bis ins 18. Jahrhundert, der Zehent das Maß aller Besteuerung.
    Da sprach Jesus zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!
    (aus Markus 12, 13-17, bei Matthäius findet sich Ähnliches)

    Für den Zehent oder a wengerl darüber würde niemand einen Tyrannenmord begehen. Aber die heutigen Tyrannen genießen eine solche Narrenfreiheit, dass sie den einst ehrwürdigen Job des Hofnarren gleich selbst ausüben. Wer würde einem Narren ein Leids tun wollen? Die stehen doch alle auf der roten Liste, gööö? 🙂

  3. gms

    Herr Karl jr.,

    Neben dem 7ten Gebot scheint mir das 10te nicht minder maßgeblich (“Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut.”)

    Was uns per Bildschirm als “die glücklichen Wilden” präsentiert wird und weniger prosaisch als “Steinzeitkulturen” firmiert, ist auch und insbesondere Folge einer Neidkultur, in welcher Erfolgreiche dem Glauben nach Zuwächse aus Machenschaften mit bösen Geistern lukrieren. Die Folgen daraus sind a) zyklisches mehr oder minder freiwilliges Verprassen und Verschenken b) organisierte wiederkehrende Beraubungen durch die Gemeinschaft c) keinerlei Austausch darüber, welche Vorgangsweisen erfolgreich sind und damit d) Stagnation auf niedrigem Niveau.

    Neid wirkt, Sozialismus als Politik und Religion gewordene Verbrämung der Neidkultur nicht minder. Daß nun ausgerechnet die Linken den Spieß umdrehen wollen und ihre präsumtiven Melkkühe als neidig darzustellen versuchen, ist ebenso wenig überraschend wie billig infam.

    Siehe u.a. “Der Neid und die Gesellschaft.” von Helmut Schoeck
    amazon.de/Der-Neid-Gesellschaft-Helmut-Schoeck/dp/3451018950

  4. Reinhard

    @Rennziege
    Unsere Tyrannen, Werteste, haben ein viel perfideres System geschaffen. Um an den Zehent zu kommen, nehmen sie gleich die Hälft und verteilen den größten Teil an all jene, die als “Bedürftige” definiert werden. Den Rest verprassen sie in altbewährter Weise.
    Jeder, der jetzt die Zahlung dieser Hälfte verweigert, umgeht oder auch nur kritisiert wird damit vordringlich zu einer neidischen Person, die dem Ärmsten der Armen die gerechte “Umverteilung von reich zu arm” nicht gönnt, den Bedürftigen die Brosamen und den Kranken die Heilung neidet…

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