Von wegen “Lernen`s Geschichte”…

(LUKE LAMETTA) Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft mir von triumphierenden Sozen im revisionistischen Furor schon ein Kreisky’sches “lernen’S Geschichte!” entgegengeschleudert wurde – ich wette fast, dass dieser Typus Linksspießer einer ganzen Reihe von, nun ja, Nicht-Linken geläufig ist.

Deshalb mal ein kleines Vademecum für entsprechende Infights: Der von Bruno Kreisky mit “Herr Reporter” abgekanzelte Ulrich Brunner war im Recht, als ihn der ins Schwimmen geratene Sonnengott mit seinem berühmten “lernen’S Geschichte!”-Untergriff schulmeisterte: Der AKH-Bau wurde zu einem der größten Skandale der Zweiten Republik. Der entsprechende U-Ausschuss war kein Rückfall in die 1930er, wie von Kreisky insinuiert, sondern brachte die Wahrheit ans Licht.

Von Brunner hätten die rotgrünen Bobo-Gscheitbären unserer Tage indessen viel lernen können: Er war – obwohl er deren Weltanschauung grundsätzlich teilte – ein unvoreingenommener, kritischer und historisch überaus versierter Journalist.

4 comments

  1. Der Realist

    heutzutage werden schon einfach gestrickte Leute vom ORF als geistige Größen gefeiert, wenn sie den harmlosen Gemütern aus der Politik ein paar unangenehme Fragen stellen

  2. A.Felsberger

    Manchester-Liberalismus aus der Sicht eines heutigen Liberalen? Das ist in etwa so, als ob eine gealterte Jungfrau von ihren jugendlichen Liebesgeschichten erzählt. Die Zeit der “Corn laws” mit der Brille des Hier und Heute, des modernen, “sozialen” Menschen, zu beurteilen, ist eine Schwachsinnigkeit, die ihresgleichen sucht. Damals war der Liberalismus eine offensive Kraft, der der aufsteigenden Industrialisierung seine natürliche Ordnung gab. Heute? Im Zeitalter des Niedergangs der Industrie, was soll der Liberalismus hier bewirken? In gewisser Weise ist der Artikel des Herrn Herzinger symptomatisch für die Krise des heutigen Denkens: Oberg`scheid, viele Fakten zitierend und nicht einmal die einfachste Tatsache des Lebens vom “Entstehen und Vergehen” verstehend. So stellt man sich einen modernen Intellektuellen vor.-)

  3. A.Felsberger

    Würde man sich die Zeit und das Hirn nehmen und den damaligen Kampf der englischen Liberalen gegen die “Corn laws” tatsächlich in die heutige Zeit übersetzen, dann müsste man die Öffnung der Märkte und den weltweiten Freihandel fordern, damit der englische Arbeiter mit Schuhen aus Vietnam, Textilien aus Bangladesch, Handy`s, Computer, Autos aus China und Lebensmittel aus Australien versorgt wird, damit sich seine Lebenshaltungskosten senken – um dann eigentlich was zu tun? Sich in Marketingstrategien zu ergeben, Versicherungen zu verkaufen, Aktien zu handeln oder als Verkäufer in einer Schuhkette zu arbeiten? Na, das sind Lebensperspektiven für ein Volk, da kann man ja nur gratulieren! Zu diesem Schwachsinn benötige ich aber keinen Liberalen nicht, das leisten unsere Politiker bekanntlich auch.-)

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