Vor dem Fiskus ist nichts so gefährlich wie Leistung

“…..Wer bei “Wer wird Millionär” gewinnt, darf sein Geld behalten. Wer bei der “Millionärswahl” als Bester ausgewählt wird, bekommt es mit dem Finanzamt zu tun. Ist das fair?….” (hier)

8 comments

  1. Christian Peter

    Die Steuerbefreiung für Glücksspiel – Gewinne stammt aus der Zeit des staatlichen Glücksspiel – Monopols – ein Bombengeschäft für den Staat. Angesichts zunehmender Liberalisierung des Sektors ist dieses Steuerprivileg überholt.

  2. Thomas Holzer

    “Vor dem Fiskus ist nichts so gefährlich wie Leistung”

    Diese Erkenntnis ist absolut nichts Neues!
    Leider

  3. Rennziege

    Nur eine Frage der Zeit, bis österreichische Wähler für fünf Jahre total steuerbefreit werden — sobald sie ein in der Wahlkabine geschossenes Smartphone-Foto von ihrem rot oder grün angekreuzten Zettel vorweisen können.

  4. mannimmond

    @ Christian Peter: “Die Steuerbefreiung bei Glücksspiel”

    “Gewinne aus Glücksspielen sind steuerfrei.”

    Wie Sie richtig schreiben, stammt das aus den Zeiten, als ausschließlich der Staat (bzw. im Staatsbesitz befindliche Monopolgesellschaften) als Betreiber auftreten.

    Und das mit der Steuerfreiheit – hier am Beispiel des Lottos dargestellt – funktioniert so: die Einsätze aller Spieler werden in einen Pool eingezahlt, dann wird die Hälfte vom Fiskus abgezogen, und erst dann wird der Rest entsprechend auf die Gewinner aufgeteilt.

    Wenn Sie also eine Million Euro im Lotto gewinnen, so haben Sie diese “steuerfrei”. Man könnte genausogut sagen: Sie hätten ZWEI Millionen Euro gewonnnen und eine 50%-Glücksspielgewinnsteuer wurde sofort abgezogen.

    Wenn Sie brutto € 5.000 verdienen und es bleiben Ihnen netto € 2.500, ärgern Sie sich (zurecht) über die horrenden Abgaben.
    Always look at the bright side of life!
    Freuen Sie sich doch darüber, dass Sie € 2.500 steuerfrei auf Ihr Konto kriegen!

    So funktioniert die “Steuerfreiheit” von Spielgewinnen: “Ich habe zwei Millionen gewonn – und davon krallt sich die Finanz gleich wieder die Hälfte!” klingt eben viel weniger attraktiv als “Ich habe eine Million gewonnen – und auch noch steuerfrei!”

    Wohlgemerkt: das gilt für das Lotto und mutatis mutandis auch für andere Glücksspiele (beim Roulette etwa zahlen Sie durch die Existenz der Null und der Berechnung der Gewinnquoten ihre “Steuer” ans Casino, wovon dieses wiederum den größten Teil an den Fiskus weiterleitet.).

    Inwiefern “Steuergerechtigkeit” in Bezug auf einen Gewinn bei der Millionenshow vorliegt, kann ich nicht beurteilen.

    Wenn Sie aber beim Lotto oder in einem Casino gewinnen, so mögen Sie sich über Ihren Gewinn freuen – Steuern haben Sie aber auch bezahlt.

  5. Thomas Holzer

    @mannimmond
    Deswegen sagt man ja auch zum Glücksspiel im Volksmund “Deppensteuer”, weil auch die Steuer zahlen, die Verluste machen/nichts gewinnen 😉
    Man sieht, beim freiwilligen Steuerzahlen nimmt der Staat ohne jeglichen Zwang, ohne Finanzbeamte, ohne großen verwaltungstechnischen Aufwand in Relation zu “Zwangssteuern” wahrscheinlich am Meisten ein 😉

  6. Reinhard

    @Christian Peter
    Wenn jemand sein Einkommen bezieht, wird dies bereits (im internationalen Vergleich sehr hoch) besteuert.
    Trotzdem kauft er sich davon ein Lotterielos.
    Die Einnahme wird vom Staat noch einmal steuerlich belastet, und zwar deftig!

    Wenn jetzt das Geld, das bei der Einnahme bereits zweimal massiv besteuert wurde, bei der Ausgabe nicht noch ein drittes Mal vom Staat abgeschöpft wird, faseln sie von “Steuerprivileg”.

    Haben Sie es wirklich nötig, sich auf die Seite jener zu stellen, die vermeintlich mangelnde (weil nicht mehrfach erfolgende) Steuereinzahlung als Schwerverbrechen, Verschwendung und Luderei bei den Steuerausgaben aber als wohl erworbenes Recht betrachten? Oder gehören Sie einfach zu jenen, die von Steuergeld leben?

  7. Turing

    @mannimmond
    “Steuergerechtigkeit” interessiert mich nicht. Man sollte vernünftig(!) besteuern. Steuern sind nunmal ein notwendiges Übel und daher sollten sie
    1. einfach,
    2. effizient und
    3. moderat erhoben werden.

    Mit “einfach” meine ich, dass es jeder versteht. Das korreliert natürlich mit der Effizienz. Erbschafts- und Vermögenssteuern sind alleine aus Effizienzgründen abzulehnen, werden aber immer wieder gefordert. Moderate Besteuerung gibt es gar nicht mehr. Man wünscht sich glatt das Frankreich unter Ludwig XVI zurück.

    Und wenn es einfache Regeln gibt, dann wird dagegen polemisiert. Beispielsweise die Pendlerpauschale. Sie ist vernünftig, denn Fahrtkosten zur Arbeitsstelle sind nunmal Werbungskosten. Um aber zu verhindern, dass Millionen von Steuerbürgern den Finanzbeamten erklären, wieviel Sprit verbraucht wurde, welchen Wertverlust das Auto hatte, welchen Anteil an den Versicherungskosten anrechnen lassen möchte… Man opfert hier ganz bewusst Gerechtigkeit der Vernunft wegen und das ist gut so. Denn ist es gerecht, wenn ein Radfahrer genauso Pendlerpauschale kassiert, obwohl er tatsächlich weit unter den pauschal angenommen Fahrtkosten liegt? Nein.

    Und das kotzt mich seit Jahren an: Diese Gerechtigkeitsbesoffenheit der Deutschen. Jedes Problem wird aus der Gerechtigkeitsperspektive betrachtet.

  8. KClemens

    @Turing

    >>>>> Und das kotzt mich seit Jahren an: Diese Gerechtigkeitsbesoffenheit der Deutschen. Jedes Problem wird aus der Gerechtigkeitsperspektive betrachtet. <<<<<

    Es geht nicht um "Gerechtigkeitsbesoffenheit", sondern um die "Gleichheitsbesoffenheit" der Deutschen. Auch das eine Folge der "Vergrünisierung" von Politik und Gesellschaft.

    Gleichheit ist vermeintlich viel einfacher und leistungsloser herzustellen, als Gerechtigkeit. Denn Gerechtigkeit orientiert sich an klaren Parametern, Gleichheit dagegen eher nicht.

    Denn die Pendlerpauschale zum Beispiel, ist nach bundesdeutscher Lesart in ihrer "Gleichheit" nur dann "gerecht", wenn alle den gleichen Satz als Pendlerpauschale erhalten.

    Was aber umgehend zu einer ungerechteren Behandlung der Autofahrer führt, da die Kosten für ein Auto eben höher sind als für ein Fahrrad oder die Kosten für den ÖPNV.

    "Gerecht" wäre hier eine unterschiedliche Pendlerpauschale für Autofahrer, Fahrradfahrer und Nutzer des ÖPNV.

    Und so zieht sich die "Gleichheitsbesoffenheit" der Deutschen durch alle Bereiche des Lebens, fatalerweise immer begründet mit dem Grundgesetz. Ein Totschlagargument erster Güte und in den letzten Jahrzehnten gerade seitens der Politik und besonders auch von allen möglichen "Pressure Groups" wie NGOs als Vehikel genutzt um den Sinn der Gleichheit im Grundgesetz zu verwässern, um ihre eigenen Interessensüppchen zu kochen.

    Das geht mittlerweile soweit, daß das Grundgesetz auch als Maßstab für Dinge genommen wird, für die es meiner Meinung nach nie gedacht war. Eine Reihe prohibitionistischer Gesetze wurden unter Berufung des Grundgesetzes erlassen um zwischenmenschliches gesetzlich zu regeln.

    Das Grundgesetz regelt aber das "zwischenmenschliche" zwischen Staat und Bürgern und nicht das zwischenmenschliche der Bürger untereinander.

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