Vorbeben….

Von | 13. März 2013

“Der heimische Automarkt ist nach einem Minus im Vorjahresvergleich von knapp 12 Prozent im Februar in Österreich in den ersten zehn März-Tagen gleich um 23 Prozent eingebrochen.” (Presse)

11 Gedanken zu „Vorbeben….

  1. GeorgK

    Im Kommentarbereich der “Presse” läuft ja schon wieder die Armutsdiskussion (oder sollte ich “Armutschkerl”-Diskussion sagen?). Ein Auszug aus einem Posting, das sich größter Zustimmung erfreut:

    >> Die Einkommensschere, von der alle leugnen, dass es sie gibt, bringt Zuwächse vor allem für Billigstautos à al Dacia und für die Luxusklasse von A8 aufwärts.
    Dazwischen wären vernünftige Autos zu haben, aber eben zu Preisen jenseits von Gut und Böse: So kostet ein vernünftig ausgestattetes Auto in der Golf-Liga beinahe 30.000 Euro. <<

    Nun, nur so als Beispiel – einen "vernünftig" ausgestatteten Oktavia (Radio, Klima, ZV, eFH) kriegt man zwar schon um 18 – 19.000, mit Diesel (für die ganz Armen mit gefördertem Eigenheim am Land, die subventioniert mit Privat-PKW in die Arbeit pendeln wollen) wirds a bisserl teurer, aber immer noch weit unter den angeblich unvermeidlichen 30 Kilos. Wer nicht gerade 365 Tage im Jahr eine fünfköpfige Familie spazierenfährt, kann sich sogar noch eine Klasse tiefer menschenwürdig mobilisieren, ohne zum Bettelmönch mit Armutsgelübde zu mutieren…

    Aber so klingt heute die "Armutsdiskussion" im "leidenden Mittelstand".

  2. Samtpfote

    Erst wenn die ersten Autos verschenkt werden, mache ich mir Sorgen… 🙂

    @GeorgK
    Skoda Fabia Kombi:
    Benzin, Automatik, Einparkhilfe, beheiz.Sitze, Kklima, Radio,CD, beheizb.Aussenspiegel, Kühfach, Tempoma ..
    18.000,00

  3. Thomas Holzer

    @Samtpfote
    Aber bitte; der Skoda Fabia Kombi bietet für das Geld viel zu wenig Luxus 😉

    Sorgen müssen wir uns machen, wenn die Politik wieder auf so “glorreiche” Ideen wie z.B. die Abwrackprämie kommt.

  4. Samtpfote

    @Thomas Holzer
    Also gehn’S, der hat immerhin a echtes Ersatzrad! Was haben die Audis? Elektrobike-Radln sind Walz’n dagegen.
    Also noch mehr Luxus? 🙂

  5. Stefan

    Meinen neuen Seat Ibiza hab ich im Eintausch meines uralten Ibizas um rund 8.500€ bekommen. Ist halt kein Golf (zum Glück, finde Golf sehr altbacken und bieder, aber Geschmackssache ;-)).
    An meiner ehemaligen Unis wurden die Autos von Jahr zu Jahr mehr (auch mit Studiengebühren), Freunde von mir haben tw. am Ende der Lehre schon teurere Autos gefahren als ich im Beruf (was ich Ihnen vergönne). Bei uns in der Siedlung stehen jetzt zwar nicht die A8 aneinandergereiht, aber älter als 5 Jahre ist da auch kein Auto. Und dass der Absatzmarkt einbricht, wenn ich ihn 2 Jahre zuvor künstlich hochpushe ist jetzt nicht verwunderlich. Mal davon abgesehen, was wollen die Leute? Wollen sie, dass sich jeder Mensch viele Autos leisten kann (dann könnte man mit Senkung der Steuern und Abgaben anfangen?) oder wollens dass eh nicht (dann bitte aber keine Abwrackprämie zur Marktverzerrung oder Proteste wenn ein Autowerk schließt und die Arbeiter dort noch keinen Ersatzjob im Fahrradwerk gefunden haben).

  6. Christian Peter

    Eine erfreuliche Entwicklung, geben Deutsche und Österreich ohnehin viel
    zu viel für das Statussymbol Auto aus. “30 Euro für Motoröl, 3 Euro für
    Speiseöl” lautet das Credo vieler Österreicher, die sich zwar meist große
    Autos, selten jedoch eine vernünftige Ernährung leisten.

  7. Mona Rieboldt

    @Thomas Holzer
    Dass nach der Abwrackprämie weniger Autos verkauft werden, war von Anfang an klar. Wenn die Politik eingreift, wird es meistens schlechter wie z. B. mit der Transaktionssteuer, nach Schäuble sollen das ja die bösen Banken zahlen. Nichts werden die tun, das zahlen die Kunden wie Riester-Rentner.

    Waren Sie es nicht, der die herrliche Satire geschrieben hat? Dass die Reichen ihr karges Mahl über einer Kerze zubereiten, damit niemand was von ihrem Geld bekommt etc. Leider habe ich sie nicht mehr. Können Sie die vielleicht nochmal posten? Ich fand sie herrlich.

  8. world-citizen

    Habe seit Nov. einen neuen Wagen. Daher werde ich in den nächsten 12 Jahren mit großer Wahrscheinlichkeit keinen kaufen.
    Als ich ihn neulich wegen eines Parkschadens (Verursacher unbekannt) zur Reparatur bringen musste, wollte die Werkstatt von mir die Vorlage von Zulassung, Vers. Polizzennummer und Leasingvertrag. Bei letzterem erklärte ich, daß es einen solchen nicht gäbe, weil der Wagen bezahlt ist. Ein beinahe ungläubiges Staunen war die Reaktion darauf. Offensichtlich ist es eher ungewöhnlich, daß ein neuer Wagen bezahlt ist.

  9. perry

    @world-citizen
    ich danke ihnen für diese wirklich interessanten und wichtigen mitteilungen. sie haben sicher damit allen eine große freude bereitet.

  10. Mona Rieboldt

    @gms

    Vielen lieben Dank. Einfach göttlich Ihre Satire. Sie schreiben das so hinreißend, z. B. unter anderem “schnöseliger Sohn des Golfpartners” etc., dass ich begeistert bin.

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