13 Gedanken zu „Währungs-Privatisierung gegen Notenbank-Exzesse

  1. aaaaaaaa

    Bitcoin wird die Finanzindstrie auf die selbe Weise umkrempeln wie Filesharing die Musikindustrie. Sie sind aus rein technischen Gründen machtlos, und wenn sie an den alten Regeln festhalten, werden sie einfach in die Bedeutungslosigkeit abgleiten.

    Ein Blick darauf lohnt sich. Leider gibt es wenig gutes Lesematerial dazu. Es gibt gutes technisches Lesematerial, das jeden Kryptologen überzeugt, dass das ganze funktioniert. Leider folgt daraus aber nicht, dass ein Normalverbraucher weiß, warum er dem System trauen kann und wie er damit sicher umgehen soll. Auf der anderen Seite gibt es populär verständliches Lesematerial, das aber leider nur wie Bedienungsanleitungen daher kommt. Die Leute müssen aber verstehen, wie das ganze funkioniert, um Vertrauen haben zu können. Die mathematischen Hintergründe sind leider nicht so einfach. Mit deutschsprachigem Lesematerial sieht es noch deutlich schlechter aus.

  2. oeconomicus

    De facto gibt es den Wettbewerb des Geldes schon (USD, Euro, CHF, Gold usw.), vor allem bei der Wertaufbewahrung. Im Geldverkehr können wir jede Währung benützen, die wir wollen, Multis parken ihr Bargeld auch dort, wo es am besten ist. Wenn wir Steuern zahlen, wechseln wir unser Geld in Euro um. Die Diskussion ist ein Sturm im Wasserglas, macht aber das Problem der jetzigen Geldpolitik deutlich.

  3. aaaaaaaa

    @oeconomicus
    Aber alle relevanten Länder (USA/EU/Japan/Schweiz) werten ihre Währung willens ab. Gold ist unpraktisch, und man kann einem Goldpapier wenig trauen. Die Lager sind doch mittlerweile nur noch voll mit unechten Barren.

  4. Reinhard

    @oeconomicus
    Bitte die Begriffe “Geld” und “Währung” nicht verwechseln; “Strecke” und “Meter” sind auch nicht das Gleiche.
    Es mag einen Wettbewerb der Währungen untereinander geben (obwohl auch dieser staatlich verzerrt wird, siehe den schweizerischen Kampf gegen die Parität), aber es gibt keinen Wettbewerb des Geldes an sich mit der realen Wirtschaft. An der Realwirtschaft hängt das staatlich reglementierte Tauschmittel wie ein Kropf am Hals oder ein sozialistischer Fünfjahresplan an der Produktentwicklung.
    Der historisch zum untertanen evolutionierte Zentraleuropäer wird aber weiterhin nur staatlichen Zahlungsmitteln vertrauen, denn er geht der politisch-ideologischen Hetzpropaganda gegen den bösen Kapitalisten gewohnheitsmäßig auf den Leim – sonst hätte er längst erkannt, dass es eben nicht “die Unternehmen” sind, die “mehr zahlen” sollten, sondern es ausreichen würde, wenn der Staat nicht die Hälfte des Gezahlten kaltschnäuzig enteignen würde. Wer allein zu dieser einfachen Einsicht nicht in der Lage ist, dem brauche ich private oder auch nur lokale (Versuche gibt es mittlerweile genug) Währungssysteme gar nicht ers probieren, schmackhaft zu machen.

  5. Reinhard

    @aaaaaaaa
    Einem Goldpapier kann ich genausowenig trauen wie jedem anderen bunten Fetzen auch, das stimmt. Deshalb stellt auch nur physisches Gold, also eine kleine Philharmoniker- und Eagle-Sammlung, eine Absicherung dar.
    Dabei geht es aber auch nur um Rettung der Werte in ein neues System; die Zeit des Umbruchs selbst kann und wird wahrscheinlich (mal wieder) mit Verboten des Privatbesitzes an Edelmetallen sowie deren Verwendung als Tauschmittel einhergehen. also, ein gutes Versteck ist ebenso wichtig wie die dauerhafte Anlage in haltbaren Gütern. 10 Jahre nach dem Crash wird die Masse der Ikea-Kunden in ihren verfallenden Hütten vor kaputten E-Geräten sitzen, während die denkende Minderheit ihren Echtholz-Verbau ihren Kindern vererben werden. Statt Papieren welcher Art auch immer hilft nur das investieren in haltbare Güter, Immobilien und Produktionsmittel.

  6. aaaaaaaa

    @Reinhard
    Das ist ja das gute an Bitcoins. Die kannst du in deinem Kopf verstecken, wenn du es technisch richtig anstellst.

  7. Reinhard

    @aaaaaaaa
    Na gut, ich bin kein Kryptologe und deshalb kann ich mir virtuelle Einmaligkeit nur schlecht vorstellen, aber die besondere Wertigkeit von Gold liegt in seiner physischen Endlichkeit und chemischen Beständigkeit, die besondere Wertigkeit beständiger Güter liegt in ihrer nachhaltigen Brauchbarkeit, aber wie kann mir garantiert werden, dass virtuelle Geldeinheiten ebensowenig reproduzierbar und vermehrbar sind wie physische Buntlappen? Eine virtuelle Mengenbegrenzung kann geknackt werden, aber das Schaffen zusätzlicher Goldmengen hat seit den Zeiten der Alchimisten noch niemand vermocht.
    Außerdem sind auch die Bitcoins wieder in Menge und Wertigkeit willkürlich festgelegt und damit um nichts besser als jede andere künstlich erschaffene Währung.
    Und auch dies: Die Wahrscheinlichkeit, dass haltbare Güter mit Gebrauchswert oder real existierende Edelmetallscheibchen nach einem Währungscrash auch im neuen Geldsystem einen Gegenwert finden, ist meines Erachtens nach größer als jene, dass dies auch für virtuelle Werteinheiten gilt.
    Einer Währung, die ich löschen kann, vertraue ich weniger als einer, die ich verstecken kann. Und eine Währung steht und fällt einzig und allein mit dem in sie gesteckten Vertrauen auf Tauschbarkeit gegen reale Güter und Dienstleistungen.

  8. aaaaaaaa

    @Reinhard

    Deine Fragen sind alle beantwortet, da rate ich ja dazu, sich das ganze mal anzuschauen. Ein paar kurze Punkte:

    Die Menge ist im Absoluten zwar willkürlich festgelegt (es gibt maximal 21 Millionen Stück), aber sie sind beliebig zerteilbar. Von daher verhält es sich hier ähnlich wie mit dem Gold.
    Der Wert ist nicht willkürlich festgelegt, sondern ist einfach der Marktpreis. Leute sehen in den Bitcoins den Wert, da sie der Mathematik dahinter trauen, die die Mengenbegrenztheit garantiert, und weil sie bequem zu benutzen sind im Gegensatz zu anderen knappen Gütern.

    Die Währung ist nicht virtuell in dem Sinn, dass sie auf irgendeinem fremden Computer existiert. Es gibt eine große Datei (genannt Blockchain), in der steht alles drin. Alle Kontostände und Transaktionen. Zur Zeit ist die Datei knapp 7 GB groß, und sie wird natürlich wachsen, je mehr Transaktionen die Nutzer durchführen. Diese Datei wird jedenfalls (wie Musik beim Filesharing) von Nutzer zu Nutzer verteilt. Wichtig ist: Es gibt wirklich absolut keine Zentrale oder Hierarchie. Jedes Smartphone, das mitmacht ist ein vollkommen gleich mächtiger Teilnehmer dieses Netzwerks.

    Zusätzlich hat jeder Nutzer eine sogenannte Wallet-Datei, in der kryptographische Schlüssel einer bestimmten Art enthalten sind. Diese muss er geheim halten. Diese Schlüssel ermöglichen es ihm, Transaktionen von Konten auszulösen, deren Schlüssel er hat. Die Schlüssel sind mit den Konten mathematisch verbunden, niemand weiß, wem die ganzen Konten in der Blockchain gehören. Man muss auch keine Identität preisgeben, um eine Transaktion auszulösen. Mit dem Schlüssel kann man eine Transaktion ans Netzwerk verschicken, die einen bestimmten Betrag an ein anderes Konto sendet. Es ist also völlig öffentlich, welche Konten es gibt und wie Geld zwischen den Konten hin- und herwandert. Es ist aber nicht bekannt, wem die Konten gehören. Der Besitz der Wallet-Schlüssel auf dem privaten, verriegelten Computer ist die einzige Verbindung, und die ist nicht sichtbar.

    Um sicher zu Stellen, dass es nur eine einzige Version dieser Datei (Blockchain) gibt, kommt jetzt ein kryptographisches Konzept namens “proof of work” zum Zug. Dies ist die große Neuerung gegenüber allem, was es vorher gab. Teilnehmer im Netzwerk lösen um die Wette bestimmte mathematische Aufgaben, die genau so schwierig eingestellt ist, dass rein statistisch alle 10 Minuten einer Erfolg hat. Dieser Prozess wird Mining genannt, weil die Leute, die diese Aufgabe übernehmen, neu generierte Münzen erhalten. Die gibt es also als Gegenleistung für die Unterstützung der Fälschungssicherheit der Blockchain-Datei. Diese Belohnung wird regelmäßig halbiert, so dass eine Gesamtsumme von 21 Millionen in diesem Prozess erzeugt werden.

    Ich hab mal versucht, nur die Grundzüge zu skizzieren, um dich nicht mit Details zu verwirren.

  9. Reinhard

    @aaaaaaaa
    Herzlichen Dank für die Erläuterung, ich finde dieses Projekt durchaus interessant, allerdings eher im technischen als im monetären Sinne.

    Sie schreiben “Die Währung ist nicht virtuell in dem Sinn, dass sie auf irgendeinem fremden Computer existiert.” – mag sein, aber sie ist sehr wohl in dem Sinne virtuell, als ich sie nicht in die Hand nehmen und auf einen Tresen abzählen kann. Ob eine virtuelle Währung jemals die Vertrauenswertigkeit – gerechtfertigt oder nicht möchte ich nicht bewerten – erreichen kann, die z.B. physisches Edelmetall besitzt, wage ich zu bezweifeln.

    Ich werde davon die Finger lassen, aber meine Neugier ist geweckt, dieses Projekt im Auge zu behalten.
    Nochmals Danke!

  10. aaaaaaaa

    @Reinhard
    Ja. Meine Empfehlung war auch nur, sich das Projekt genauer anzuschauen. Ich hab nicht gesagt, dass du deine Altersrücklagen in Bitcoin umwandeln sollst.

  11. aaaaaaaa

    Du kannst dir die Blockchain übrigens auch online anschauen, zum Beispiel unter:

    http://blockexplorer.com/

    Da kannste die letzten Blöcke sehen, von denen wie gesagt alle 10 Minuten ein neuer auftaucht. In diesen Blöcken siehst du die Transaktionen. Man kann sich einfach da durchklicken.

  12. samot

    Ohne den ganzen Schwachsinn in den Kommentaren gelesen zu haben. Bitcoin funktioniert nicht. Stichwort Bitcoinmining 😉

  13. aaaaaaaa

    @samot
    Was funktioniert daran nicht? Mining hat mit der eigentlichen Funktion von Bitcoin nichts zu tun.

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