Währungswettbewerb is good for You!

Von | 14. Juli 2013

2….Das planwirtschaftliche Zentralbankenwesen ist das Grundübel unserer Zeit. Viele wirtschaftliche Probleme lassen sich auf die verzerrenden Effekte der monopolisierten Geldproduktion rückführen….” (weiter hier)

17 Gedanken zu „Währungswettbewerb is good for You!

  1. Christian Peter

    Ich schätze Frank Schäffler, aber das gebetsmühlenartige Werben für Währungs-
    wettbewerb halte ich für naiv. Einer der wesentlichen Gründe der Entstehung von
    Zentralbanken und des späteren Notenmonopols war übrigens die Eindämmung
    der Unsicherheiten und des Chaos, das durch ausufernden Währungswettbewerb
    im 17. 18 und 19. Jahrhundert entstand.

  2. Christian Peter

    Ich schätze Frank Schäffler, aber das gebetsmühlenartige Werben für
    Währungswettbewerb halte ich für naiv. Einer der wesentlichen Gründe
    für das Entstehen von Zentralbanken und des späteren Notenmonopols
    war übrigens die Eindämmung der Unsicherheiten und des Chaos, das
    durch ausufernden Währungswettbewerb im 17. 18. und 19. Jahrhundert
    entstand.

  3. gms

    Christian Peter :
    .. gebetsmühlenartige .. naiv .. Chaos .. ausufernd .. 17., 18. und 19. ..

    Manchen intellektuellen Mühlen leisten selbst Marshmellows erfolgreich Widerstand, weswegen nichtmal völlige historische Unbelecktheit der wesentliche Grund (sic!) Grund Ihrer Verbotsgläubigkeit sein kann.

    Rahim Taghizadegan rezensiert G. Edward Griffin:
    youtube.com/watch?v=CoO30wyfA2c

  4. Rennziege

    @gms
    Kommissar Pjotr hat gesprochen. (“Hugh!”) Das muss genügen, gms. Wie können Sie es wagen, gegen seine Direktive aufzumucken? 🙂

  5. Christian Peter

    Währungswettbewerb hatten wird mehrere Jahrhunderte lang, bewährte sich
    aber nicht. Warum zu bereits gescheiterten, archaischen Geldordnungen zu –
    rückkehren ? Tatsächlich sinnvoll wäre die Beseitigung des Teilreserveprivilegs
    und die Rückkehr zum Goldstandard.

  6. gms

    @Rennziege

    Gnädigste verkennen unverschuldet die Situation rund um Kommissar Pjotr und mich. Nachdem wir im Augenblick, wie meine Informanten vom HNA bestätigt hatten, ganz privat unter uns sind, will ich Ihnen die Hintergründe und Zusammenhänge wahrheitsgemäß berichten:

    Gewiß ist Ihnen geläufig, wonach Genosse Faymann mit seinen Ambitionen betreffend sozialer Netze (Stw. Facebook und Twitter) gehörig Schiffbruch erlitt, und dementsprechend in der Löwelstraße mächtig Feuer am Dach war. In dieser Stunde höchster Not zögerte die SPÖ nicht und suchte sogar beim deklarierten Klassenfeind Hilfe, womit schließlich ich in meiner Funktion als Söldner für ausweglose Situationen ins Spiel kam.

    Das von mir ausgearbeitete und tatsächlich umgesetzte Strategiepapier beschreibt in der Endausbaustufe eine neuartige Form der Propaganda, deren Ziel-1-Gebiet liberale Blogs resp. deren Leser sind. Aufgabe dabei ist das Absetzen gefinkelt konstruierter Postings, deren vorgeblicher Urheber der wiederholten Selbstbeschreibung nach nicht im Geringsten linksgedrallt ist, und dabei parallel überzeugend vermittelt, eine taube Nuß zu sein, die bereits von Kaugummikauen und gleichzeitigem Schuhebinden heillos überfordert ist. Finaler Zweck ist die Botschaft, Liberale säßen ideologisch treu und artig mit den Sozialisten im selben Boot, indem sie dasselbe forderten wie diese, aber zugleich absolut unfähig wären, die dafür zur Begründung notwendigen Klickiblödia-Textschnippsel mitzuliefern.

    Kommissar Pjotr ist einer dieser dabei entstandenen und öffentlich unter falscher Flagge segelnden Prop-Bots zweiter Generation, der im Großen und Ganzen seine ihm zugedachte Aufgabe passabel erfüllt. Falls ich tatsächlich hin und wieder auf seine Schriften reagiere, verwende ich dabei abgesprochene Schlüsselwörter, die es den mitlesenden Operatoren in Faymanns Vorzimmer erlauben, das Bot-Verhalten entsprechend nachzujustieren. Im Anlaßfall war eine gezielte und rasche Intervention notwendig, nachdem akut die Gewissheit entstanden war, der ~liberale~ Urheber des Postings würde mental bereits am Schuhebinden scheitern, was angesichts der evidenten Übertreibung wiederum die Gefahr der Enttarnung der geheimen Strategie insich barg.

    Ich hoffe, diese Einblicke, die ich mit der Bitte um Wahrung höchster Vertraulichkeit verbinden möchte, waren für Sie zweckdienlich insofern, die hier im Gravitationszentrum des Liberalismus ablaufenden bizarren Vorgänge zu beleuchten.

  7. Smarti

    @Christian Peter
    Ich sehe nicht wirklich den Widerspruch zu Ihrer Meinung. Bei Währungswettbewerb würden die Marktteilnehmer nur Kurantgeld akzeptieren, also Geld dessen Wert durch seine materielle Substanz gedeckt ist. Unter dieser Prämisse kann es aber kein monetäres Chaos geben, weil die Wechselkurse zwischen den Währungen per Definition konstant sind. Eine Goldmünze, die eine Feinunze wiegt, wird überall gleich viel Wert sein, ganz egal ob “Franc” oder “Mark” draufsteht.

    Währungswettbewerb hat jedoch gegenüber einem Goldstandard den Vorteil, dass prinzipiell auch andere Geldarten möglich sind. Das macht dann Sinn, wenn bspw. die Entdeckung einer riesigen Goldmine zu einer Goldinflation führen würde oder wenn rein theoretisch böse Reiche ihr Gold horten würden, um die Wirtschaft zu erpressen. Die Marktteilnehmer könnten einfach auf alternative Geldarten ausweichen.

  8. Christian Peter

    @Smarti

    Das Grundproblem ist doch die Giralgeldschöpfung der Banken, also die
    multiple Geldschöpfung im fraktionalen Reservesystem. Etwa 80 % des Geldes
    werden auf diese Weise von Banken geschöpft, Zentralbanken haben längst
    keinen Einfluss auf die Geldmenge mehr. Das Geldregal liegt (de facto) in der
    Hand privater Geschäftsbanken, Geld ist somit bereits entstaatlicht – das
    ständige Gekläffe nach “Entstaatlichung” des Geldes und Zentralbanken als
    Hort allen Übels ist einfach lächerlich.

  9. gms

    @Smarti

    Der Wert des bislang weltweit je geförderten Goldes beträgt i.e. 8.000 Mrd Dollar (rd. 6.400 Mrd Euro), die überwiegende Mehrheit davon ist in Privatbesitz. Allein die Marktkapitalisierung der Dax30-Unternehmen betrug mit Stand vom letzten Freitag rund 880 Mrd Euro [1].

    Eine andere Zahl: Pro Tag werden rund 80 Mio. Barrel Öl gefördert [2], deren Gegenwert beträgt Daumen mal Pi am Spotmarkt 8 Mrd Dollar. Dem gegenüber stehen etwa 2.500 Tonnen Gold, die pro Jahr aus der Erde geholt werden [3], mit einem Gegenwert von aktuell rund 10 Mrd Dollar (2500t x 1000kg x 3,1 Unzen x 1300 Dollar/Unze).

    Auch aus einem anderen Blickwinkel wird deutlich, wonach mit einer Goldwährung alleine man gegenwärtig niemals das Auslangen finden wird: Ist tatsächlich alles, was man theoretisch kaufen kann und das nicht aus Gold besteht, so wenig wert, wie das in Summe existierende Gold? Angenommen, alle Hauseigentümer weltweit würden gleichzeitig ihre Häuser gegen Gold verkaufen — würden diese Deals klappen? Gibt es aber irgendeinen Grund, weshalb dies prinzipiell möglich sein sollte?
    Womit könnte man nun wiederum den aktuellen Goldinhabern deren Gold abkaufen?

    Allein diese wenigen exemplarischen Beispiele bzw. simplen Fragen verdeutlichen, wonach ein Goldstand zwar eine gute und brauchbare Währung ist, aber logisch zwangsweise nur eine von vielen sein kann. Gold, Silber, Kupfer, Öl, Getreide, usw. usf — selbst darauf basierende Währungen würden einzig und allein ausreichen, um den entsprechenden Gold-, Silber-, Kupfer-, Öl- und Getreidehandel zu bedienen – auch wenn man da oder dort eine Zehnerpotenz runterrechnet in der validen Annahme, es würde all das Genannte, ergänzt um den Rest aller sonstigen Güter, nicht immer zeitgleich gehandelt.

    Im Prinzip ist jedes Wertpapier mehr oder minder geldwert. In der Umkehrung ist alles von Wert tauglich, in verbriefter Form als Währung zu dienen. Der einzige, der uns heute daran hindert, Preise etwa in Äquivalenten von DIN-Normziegeln oder BASF-Aktien auszuschreiben, ist der Staat.

    [1] finanzen.net/index/DAX/Marktkapitalisierung
    [2] welt-in-zahlen.de/laendervergleich.phtml?indicator=92
    [3] investor-verlag.de/rohstoffe/ein-wuerfel-von-20-meter-kantenlaenge/111021502/

  10. gms

    Christian Peter :
    Zentralbanken haben längst keinen Einfluss auf die Geldmenge mehr.

    Komisch, daß selbst die linken Clowns in Frankfurt anderer Meinung sind und vom “Öffnen der Liquiditätsschleußen” reden, wenn sie über Nacht mal so eine Billion in den Markt drücken, was in etwa dem Drittel des deutschen BIPs entspricht.

    Komisch, daß sowohl Befürworter wie Gegner sich der Folgen solcher Maßnahmen im Klaren sind — wonach nämlich selbst ohne Konjunktur der amtlich geschönte Preisindex um die 2% schaukelt, was die Staatschulden schneller weginflationiert, als ein geborener Moskauer “Pjotr” knurren kann.

    Komisch, daß ein Propaganda-Bot, der offenkundig vorspielen kann, die einzelnen Tasten auf dem Keyboard zu unterscheiden, den Unterschied zwischen einem Haus oder Auto als Pfand und einem amtlich verbrieften warmen Händedruck negiert. Wollen Sie Ihren Operatoren in der Löwelstraße nicht endlich mal vermitteln, daß sie und damit mittelbar Sie mit Ihren Arien auf die Segnungen des Staates den Bogen langsam aber sicher überspannen und sich damit eindeutig als elektronischer Maulwurf verraten?

  11. Karl Markt

    @gms
    Ein System “konkurrierender” Währungen kann nich funktionieren, weil keine Investitionsentscheidungen getroffen werden können, wenn man nicht weiß ob es das Geld, mit dem man investiert, morgen auch noch gibt.
    Was ist außerdem, wenn eine Währung vom Markt ausscheidet, weil sich die Marktteilnehmer auf eine andere Währung stürzen, und man sein Vermögen aber zufällig in dieser Währung hat? Wird man dann quasi vom Markt enteignet?

    Wer von “Währungswettbewerb” spricht, enttarnt sich als ökonomisch völlig Ahnungsloser.
    Wettbewerb entsteht durch die “Produktionsanarchie”, also dadurch dass verschiedene Anbieter die selben Waren mit den selben Gebrauchswerten produzieren und um die begrenzte Kaufkraft der Konmusmenten rittern.

    Die Konkurrenz besteht darin, den Produktionsprozess zu rationalisieren um billiger anbieten zu können und die Gewinnspanne zu erhöhen.
    Geld spielt hierbei die Rolle des Zirkulationsmittels. Das Konkurrenzprinzip lässt sich aufs Geld nicht anwenden, weil Geld keine Ware mit einem Gebrauchswert ist, die verkauft werden will.
    (Geld verursacht “tote Kosten der Reproduktion”, weil sich durchs reine Gelddrucken eben kein Geld verdienen lässt. Deshalb gibt es auch die Dynamik zu immer abstrakteren Formen voon Geld (Edelmetallmünze- Papiergeld-elektronisches Geld))

    Wer die wahren Mechanismen, welche hinter dem Spiel von Angebot und Nachfrage am Markt stehen, verkennt, der kann den Markt natürlich nur al Black Box begreifen, und ihm die abenteuerlichsten Heilskräfte andichten.

  12. FDominicus

    @gms
    Das sehen Sie durchaus falsch. Sie rechnen mit heutigen Geldpreisen nur spielen die bei Gold keine Rolle. Es gibt genügend Gold um damit weltweit bezahlen zu können. Es müssten sich nur die Preise ändern. Wo heute eben 50 € draufsteht steht dann even 0.01 g Goldäquivalent oder 1 g Silber oder irgend so etwas. Gold ist genügend fein teilbar daß man auch weit unter Gramm rechnen kann, und für’s Kleingeld haben wir jede Menge Silber oder sogar Kupfer. Die Menge spielt nur insofern eine Rolle, wie man “gut” darin rechnen kann. Wenn wir halt nur 100 GE Einheiten auf der Erde haben wird es schwierig die heutigen Billionen auf diese 100 GE “aufzuteilen”.

    @Karl Markt:”Ein System “konkurrierender” Währungen kann nich funktionieren, weil keine Investitionsentscheidungen getroffen werden können, wenn man nicht weiß ob es das Geld, mit dem man investiert, morgen auch noch gibt.”

    Beweisbar falsch wir haben USD, NZD, CAD, EUR, Kronen, Pfund etc pp. Wollen Sie behaupten diese Währungen konkurrieren nicht.

    Und selbst wenn wie Goldkronen, Golddoubloenen, GoldMarkt etc. haben. Selbst wenn die Währung GoldMarkt untergeht schmelzen wir das um und machen Golddoublonen draus.

    Ihr Argument wird sogar mit dem heutigen “Geld” widerlegt.

  13. Karl Markt

    @FDominicus
    “wir haben USD, NZD, CAD, EUR, Kronen, Pfund etc pp. Wollen Sie behaupten diese Währungen konkurrieren nicht.”

    Funktioniert ja gerade deshalb halbwegs gut, weil diese Währungen stabil sind.
    Und wenn der Franken dann auf einmal steigt, schauen die Häusbauer blöd aus der Wäsch. Jetzt stellen Sie sich das exponentiell gesteigert vor, dann haben Sie eine Vorstellung, was “Währungswettbewerb” bedeuten würde.

    “Es gibt genügend Gold um damit weltweit bezahlen zu können. Es müssten sich nur die Preise ändern.
    Gold ist genügend fein teilbar daß man auch weit unter Gramm rechnen kann”

    Blöd nur, dass zwischen Preisen und Goldmenge ein Zusammenhang besteht, nämlich Arbeitszeit.
    Man kann nicht Warenwerte zu beliebigen Goldmengen anbieten, will man (wie Sie), dass Wert der Währung = Wert der Ware.

    Ironischer Weise führen Sie ja selbst den Gedanken der Goldwähung ad absurdum, wenn Sie mit “Gold ist genügend fein teilbar” argumentieren.
    Wenn Sie es nur geügend fein teilen, also Währungseinheiten schaffen, welche immer weniger wert sind, landen Sie ja genau da, wo wir heute sind: Bei wertlosen Lappen!
    “Beliebig fein teilen” meint nichts anderes als “Geld aus dem Nichts”. Aus eins mach zwei.

    Also warum wollen Sie überhaupt Goldwährung, wenn Sie sie eh hux flux inflationieren wollen?

  14. Karl Markt

    Und für alle Fans von Wirtschaftswachstum gibts noch eine schlechte Nachricht:
    Wenn alle Kredite gedeckt sein sollen, gibts kein Wachstum mehr.
    Wenn man nämlich nur Geld herborgt, dass es schon gibt, werden schon vorhandene Werte nur hin- und hergeschoben.
    Allfälliger Zins der erwirtschaftet wird muss dann von einem anderen Kapital abgeflossen sein. Ein Nullsummenspiel.

    Der Wachstumszwang führte ja eben von der Goldwährung zu Papier- und elektronischen Währung.
    Eine expandierende Wirtschaft braucht ein ständig verfügbares und beliebig reproduzierbares (= wertloses) Zirkulationsmittel. Deshalb Zahlen wir heute nicht mehr mit Goldtalern, sondern mit der Karte.

  15. gms

    FDominicus :
    Es müssten sich nur die Preise ändern.

    Das ist richtig — bloß Sie beschreiben in Ihrem Posting einzig das Ändern der Preis/schilder/.

    In den Zeilen, auf die Sie replizierten, waren einige einfache Fragen, deren richtige und triviale Antworten einen erkennen lassen, wonach die bei einer alleinigen Goldwährung /richtigen/ Preise einen absurd hohen Goldwert bedingten. Nicht die von Ihnen thematisierte Teilbarkeit ist das Problem, sondern die in Summe unzureichende Goldmenge.

    Als es im vorigen Jahrhundert durch die FED noch den Goldstandard gab, wurde die Relation zwischen Dollar und Gold konsequent und laufend verschlechtert. Das war einerseits mehr oder minder Betrug an den Geldinhabern, aber auch der Notwendigkeit geschuldet, für den immer größer werdenden Handel Geld zur Verfügung zu haben.

    Das jemals geförderte Gold ist weit weniger als 10 Billionen Dollar wert, was zugleich den theoretisch obersten Deckel aller umlaufenden Goldnoten darstellte. Nimmt man das weltweit im Bankwesen kursierende Gold, so umfaßt dies nichtmal das BIP von Deutschland.
    Niemand von Verstand wird annehmen, damit ließe sich alles bezahlen, was jeden Moment aufs Neue seinen Besitzer wechselt. Damit müßte man entweder auf Handel verzichten, auf Schuldverschreibungen ausweichen, oder eben sonstige gedeckte Währungen ins Spiel bringen, deren einzige Auflage darin besteht, daß der Vertragspartner sie akzeptiert. Statt der Schuldverschreibung akzeptiert der Verkäufer dann eben auch Kupfer, Öl oder sonstwas, das er später immer noch in Goldverbriefungen umtauschen kann, sofern sich ein Dritter — und das ist der Punkt — von eben diesen trennt.

  16. gms

    Karl Markt :
    Wenn alle Kredite gedeckt sein sollen, gibts kein Wachstum mehr.

    Ist das so? Wenn Sie also die Schaufel, die Sie rechtmäßig erworben und bezahlt hatten, Ihrem Nachbarn zum Graben überlassen, dann wird dieser — so Ihre putzige Behauptung — damit niemals irgendwo etwas von Belang ausbuddeln können.

    Ein gedeckter Kredit bedeutet Verzicht, indem der rechtmäßige Eigentümer davon Abstand nimmt, selbst sein Gut zu verwenden, und es statt dessen gegen Gebühr einem Dritten überläßt. Erfolgt diese Überlassung mit ausreichendem Sachverstand, wird der Dritte damit Sinnvolles tun, was sich landläufig im Begriff Wachstum ausdrückt.

    Ständiges Wachstum bedeutet zugleich ständiges Wachsen an Gütern und Vermögensgegenständen, die wiederum Grundlage von damit gedeckten Währungen sind. Dieses mengenmäßige Wachstum findet erst dann ein Ende, wenn weltweit alles errichtet und vorhanden ist, was Menschen begehren.
    Kann schon sein, daß in einigen Millionen Jahren für alle Erdenbürger der lebenslange Urlaub in Luxus erreicht ist und damit jedes Wachstum zum Erliegen kommt. Es bedarf aber schon eines eigenartigen Gemüts, dies a) als Problem überhaupt und b) als Problem der Gegenwart zu betrachten.

  17. Karl Markt

    @gms
    Alles der Reihe nach, ich erkläre Ihnen liebend gerne was Kredit ist.

    Einen Kapitalisten kann man charakterisieren durch die Zirkulationsfigur G-W-G’, wobei G’>G, aus Geld wird also mehr Geld gemacht. (G ist vorgsschossenes Kapital, W steht für Ware, G’ ist der Gewinn)

    Die Vollendung dieses Zyklus nennt man Kapitalumschlag. Es folgt dann G’-W-G”, wobei G”>G’ etc.

    Ziel ist es, die Differenz G’-G (=Profit) möglichst groß zu machen.
    Was den Profit aber darüberhinaus auch steigert, ist der Faktor Zeit. Wie lange dauert es bis G-W-G’ durchlaufen wird? (W kann man sich dabei vorstellen als Produktionsprozess, G’ als Verkauf).

    Je schneller also Produktion und Verkauf ablaufen, desto höher ist der Profit pro Zeit, egal wie hoch der Profit prozentuell gemessen ist.

    In der Konkurrenz setzten sich also jene Kapitale durch, welche den Prozess G-W-G’ am schnellsten durchlaufen, welche also den schnelleren Kapitalumschlag haben.

    Das führt verkaufsseitig zur Entstehung von Abnahmeverträgen und Händlern: Der Produzent überlässt den eigentlichen Verkaufsakt einem Händler, um möglichst schnell wieder von vorne beginnen zu können. Warum warten, biss endlich alles verkauft ist? Diese lästige Aufgabe übernimmt der Händler, welcher die Logistik hat etc…

    Investitionsseitig führt es auf folgendes Problem: Bis die Früchte einer (großen) Investition geerntet werden können, vergehen Jahre, evtl sogar Jahrzehnte. Kann es sich der Kapitalist leisten, jahrelang untätig zu sein bis er das vorgeschossene Kapital wieder herinnen hat? Nein!

    Er muss also das Kunststück vollbringen, erneut zu investieren, obwohl er eigentlich blank ist. Lösung: Kredit.

    Die Konkurrenz zwing alle Kapitale in die selbe Situation.
    Es entsteht eine eigene Kaste von Kapitalisten, die Geldkapitalisten, auch genannt Bank.

    Während der produzierende Kapitalist Geld verdient, in dem er von Arbeitern Waren produzieren lässt, welche mehr Wert sind als er für deren Arbeit bezahlt hat, verdient die Bank Geld schlicht und einfach damit, dass Sie dem produzierenden Kapitalisten Geld vorschießt, damit der seinen Produktionsprozess (G-W-G’) aufrechterhalten kann.

    Das Resultat ist, dass der Kapitalist einen Teil seines Profits mit der Bank teilen muss (=Zins).

    Geldkapitalisten verleihen also Geld an industrielle Kapitalisten.
    Jeder industrielle Kapitalist nimmt sich aber mehr (!!!) Geld aus dem Markt heraus, als er hineingesteckt hat (in Form von Investitionen).

    Jeder Vorschüler wird an diesem Punkt verstehen, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt, wie sich alle Kapitalisten beständig mehr Geld aus dem Markt herausnehmen können, als Sie hineinstecken:
    1) Magie
    2) Ausweitung der Geldmenge

    Die Österreichische Vorschule der Nationalökonomie hat sich für Antwort 1) entschieden.

    In Wahrheit aber kommt das Geld vor den Waren(werten) in den Markt, weil ja zuerst investiert und dann produziert wird.
    Ein gedeckter Kredit macht eigentlich sogare überhaupt keinen Sinn, denn hätte der Schuldner die Mittel (Werte) parat, bräuchte er sich erst gar nicht Geld zu borgen.
    Der Sinn und Zweck des Kredits schlechthin ist es letztlich, zahlungs- und investitionsfähig zu sein, obwohl diese Mittel de facto nicht existieren.

    “Geld aus dem Nichts” ist keine Fehlentwicklung oder Missbrauch von Kredit, sonderen in der Natur von eben diesem.
    Wenn alle Kapitale wie wild gegeneinander konkurrieren und die Freuqenz von G-W-G’ beständig erhöhen, ist zwangsläufig der Punkt bald erreicht, an dem das Geld aus dem Nichts kommt, weil ja kein Kapital (auch nicht die Bank) es sich leisten kann, gemütlich Geld zu horten, wärend alle anderen schon am Produkt von übermorgen arbeiten.

    Aber Sie können ja anheuern zB bei Airbus als Chefökonom und vorschlagen die Entwicklung so lange auf Eis zu legen, bis der break even der A380 Serie erreicht ist (bei etwa 450 Exemplaren, derzeit ausgeliefert 106, Bestellungen gesamt 262), damit ja kein Geld aus dem Nichts geschöpft werden muss.
    Viel Erfolg!

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