War ja doch nicht alles schlecht unter Stalin, oder?

“….Und was immer man – berechtigt oder unberechtigt – gegen die Stalin-Zeit vorbringen mag, ihre Ergebnisse waren jedenfalls nicht Niedergang und Verwesung, sondern die Entwicklung eines um Jahrhunderte zurückgebliebenen Landes in eine moderne Großmacht währ end eines weltgeschichtlich einzigartigen Zeitraums; damit die Überwindung von Elend, Hunger, Analphabetismus, halbfeudalen Abhängigkeiten und schärfster kapitalistischer Ausbeutung; schließlich der über Hitlers Heere, die Zerschlagung des deutschen und europäischen Faschismus sowie die Ausweitung sozialistischer Gesellschaftsverhältnisse über den halben europäischen Kontinent. Dagegen entstellt keines von jenen Krisensymptomen, an denen der Sozialismus in seiner Endphase krankte, bereits in den zwanziger bis fünfziger Jahren das Bild der sowjetischen Gesellschaft….” (Die populäre deutsche Links-Politikerin Sahra Wagenknecht, hier)

14 comments

  1. Ehrenmitglied der ÖBB

    Da würde sich Solschenizyn und seine Kollegen zu Tausenden im GULAG aber freuen?
    Und für diejenigen, die die hehren Worte von Frau Wagenknecht doch nicht so akzeptieren wollen:
    Dimitri WOLKOGONOW
    “Die sieben Führer”
    Aufstieg und Untergang des Sowjetreichs.
    SocietasVerlag
    ISBN 3-7973-0774-8
    (eines der ersten Bücher aufgrund einsehbarer Originaldokumente)

  2. Reinhard

    Ich sag’s ja immer, die sattgefressenen Salonkommunisten sind die schlimmsten. Lafontaines ultralinke Herzdame, sollte mal ein paar Wörtchen mit ehemaligen Gulag-Insassen oder Angehörigen derer reden, die Stalin in den Bleibergwerken hat verrecken lassen, reden. Aber das würde wohl auch nix helfen. In ihrer selbstgerechten missionarischen Geschichtsverzerrung erreichen die bekehrenden Salonkommunisten die Lernresistenz eines Zeugen Jehovas.
    Der wahre Glaube an Stalin lässt sich nicht durch Fakten erschüttern.

  3. Thomas Holzer

    “Die DDR der sechziger Jahre bot das Bild eines hoffnungsvollen Staates von enormer Produktivität und Stabilität, von wachsender Ausstrahlungskraft, ungebrochener Zukunftsgewißheit und scheinbar grenzenloser Entwicklungsmöglichkeit.”

    Einfach herrlich 😉
    jetzt erst wird mir klar, warum sie die Mauer haben bauen müssen:
    nämlich um die Massenzuwanderung aus dem Westen in diesen Staat der “wachsenden Ausstrahlungskraft und ungebrochenen Zukunftsgewissheit” abzuwehren.

    Würde es jemand wagen, einen anderen Diktatur des 20. Jahrhunderts mit so wohlwollenden Worten beschreiben, wäre er seines Lebens nicht mehr sicher, oder zumindest für den Rest seines Lebens diskreditiert, von dem sofortigen Ruf nach gerichtlicher Verurteilung gar nicht zu schreiben.

    Wie ich immer schon sagte: Dummheit kann durch Gesetze nicht aus der Welt geschafft werden

  4. caruso

    Ja, wenn man das so sieht, kann man auch der Hitler-Zeit einiges abgewinnen: Abbau der Arbeitslosigkeit, Autobahnen, gesellschaftliche Durchlässigkeit, einiges in der Sozialgesetzgebung, das bis heute gültig ist usw. Das alles ändert nichts daran, daß es das unmenschlichste Regime war, das man sich vorstellen kann. Die SU war insofern besser, daß es nicht sie war, die den II.WK angezettelt hat. Sonst kaum, wenn überhaupt.
    lg
    caruso

  5. Rado

    @caruso
    Die SU hat den 2. Weltkrieg sehr wohl mit angezettelt. Nach dem Überfall auf Polen als Waffenbruder Hitlers hat sich Stalin 1939-40 noch die Zeit damit vertrieben, Finnland anzugreifen. Dasselbe hatte er kurz darauf auch mit Rumänien vor.

  6. Riso

    Wenn man Viktor Suvorow glauben schenkt, hatte Stalin vor Juli 41 die Deutschen anzugreifen.

    So oder so sollte man nicht vergessen, das die Briten kräftig mitgeschürt haben, indem es Polen angehalten hat keinerlei Verhandlungen mit Deutschland zu führen.

  7. Herr Karl jun.

    Da bleibt einem die Luft weg bei soviel Borniertheit und Zynismus. Und dann noch behaupten, die Volksmassen hätten hinter dem Regime gestanden und dabei die großflächigen Säuberungen der Kritiker inclusive Holodomur einfach auszublenden, macht fassungslos. Es überkommt einem ein Déjà vu: Auch hierzulande hatte ein Landeshäuptling einmal von der “ordentlichen Beschäftigungspolitik” im III. Reich gefaselt.

  8. Thomas F.

    Was die Wagenknecht von sich gibt, ist Wiederbetätigung von der grausamsten Sorte. Allerdings ist das nicht verboten, sondern wird sogar von Politikern betrieben, weil es eben links ist.

  9. Rennziege

    Frau Wagenknecht ist beklagenswert ungetschendert. Sie sollte Wagenmagd heißen, besser noch: Traktoristin, wie nach Stalins Massenmord an den Ukrainern und anderen Bauern die letzten arbeitsfähigen Kommunistinnen genannt wurden. (Aber die sowjetischen Traktoren der 20er und 30er Jahre waren schwachbrüstig; erst der T-34 brachte einen technischen Fortschritt.)

  10. Thomas Holzer

    @Rennziege
    Aber seien wir doch ehrlich; der T-34 war wirklich wesentlich besser als das, was damals aus den germanischen Waffenschmieden kam 😉

  11. Christian Peter

    Immerhin war Die Linke die einzige Partei im Deutschen Bundestag, die geschlossen gegen den Ausverkauf Deutschlands durch den Fiskalpakt und ESM stimmte und sogar Beschwerden an Karlsruhe richtete : Man sollte Parteien nicht an ihren Worten messen, sondern an ihren Taten.

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