Warum der Ausstieg aus dem Atomvertrag mit Iran richtig ist

(Von Thomas Eppinger ) Es hätte so schön sein können. Wir machen blendende Geschäfte mit Iran, das Land blüht auf und entwickelt sich zu einem verlässlichen Partner im globalen Sicherheits- und Wirtschaftssystem. Alles was war ist vergessen, war nie so gemeint oder falsch übersetzt, und Hassan Rouhani ist im Grunde seines Herzens ohnehin ein waschechter Liberaler. Niemand will eine Atombombe bauen. Nur ein paar Jahre noch. Dann wird alles gut. „Wie wunderbar die Strategie auch sein mag, man sollte gelegentlich einen Blick aufs Resultat werfen“, empfahl Winston Churchill. Also tun wir das. Hier.

14 comments

  1. Herbert Manninger

    Merkwürdig auch, dass plötzlich exponierteste Kapitalismusgegner auf die wirtschaftlichen Nachteile der Trumppolitik hinweisen…..

  2. cmh

    Die Jämmerlichkeit jeglicher Politik der Europäischen Garden (Eliten, Nationalregierungen, Nationalregimes oder wie man sonst will) zeigt sich daran, dass sie sich ohne Not überhaupt in diese Situation hineinmanövriert haben. Ohne die Folgen zu bedenken haben sie gegen den amerikanischen Präsidenten (es ist dabei egal, dass dieser z.Zt. ein Prolet namens Trump ist, es ist der amerikanische PRäsident!) gestänkert. Jetzt wundern sie sich, dass dieser mit der Aufkündigung des Atomvertrages auch die europäische Industrie trifft. Selten ist jemand so am ausgestreckten Arm verhungert gelassen worden wie diese Stümper.

    Aber es gilt halt immer noch: je mehr Pomp, desto größer der Stümper, desto blöder seine Handlungen.

  3. dna1

    Im letzten Absatz steht es: Es geht um einen Regime-change im Iran, das ist alles. Das ganze Schauspiel hat nichts mit Atomwaffen oder Terror oder sonst was zu tun.
    Wenn man sich heutige Artikel wie diesen samt der Erklärung Trumps ansieht wird man unwillkürlich an 2003 erinnert, Bush hat mit Bezug auf den Irak dieselben Worte gewählt, und wie immer wird den Menschen Angst gemacht, indem in jedem zweiten Satz das Wort “Terror” vorkommt und ständig von “Bedrohung für die ganze Welt” gesprochen wird. Eine nüchtere Betrachtung findet nicht statt, die wäre ja auch nicht hilfreich, wenn man der Welt erklären müsste, warum nun wieder Millionen Iraner unter Sanktionen leiden müssen (zur Erinnerung: im Irak starben etwa 1 Million Menschen aufgrund der Sanktionen), nur damit die USA den Iran unter ihre Kontrolle bringt.

  4. Thomas Holzer

    Und die ZDF-Korrespondentin in Israel spricht im moma doch glatt von “israelischen Provokationen”

  5. Christian Peter

    Bloß eines habe ich nie verstanden : Wenn Länder wie die USA, Russland, Frankreich, Großbritannien, China, Israel, Indien, Pakistan und Nordkorea über Atomwaffen verfügen, warum sollte dies anderen Ländern verwehrt bleiben ?

  6. Christian Peter

    Der Atomsperrvertrag ist meines Erachtens ein Witz – weil Länder, die bereits über Atomwaffen verfügen, dadurch privilegiert werden.

  7. Christian Peter

    Es gibt nur eine Lösung : Entweder gibt es eine vollständige Abrüstung (wobei auch Länder die die USA, Frankreich und Großbritannien ihre Atomwaffen zu vernichten haben), oder allen Ländern der Erde wird das Recht zugestanden, über Atomwaffen zu verfügen.

  8. Rennziege

    Christian Peter — 11. MAI 2018 – 11:28
    Hallelujah! Der Prophet und Experte für alles hat gesprochen, gleich dreimal. Welch unverdiente Gnade für uns!
    Der heutige Freitag enthält etlche Typfäler. Er müsste Feiertag heißen, um Christian Peters greistige Meisterleist7ungen zu würdigen.

  9. Christian Peter

    Tippfehler hin oder her : Länder wie der Iran (u.a) müssen bescheuert sein, sich von Atommächten wie den USA in Sachen Abrüstung bevormunden zu lassen.

  10. Thomas Holzer

    Ich fordere hiemit zumindest eine “mini-nuke” für Österreich, wenn wir dann die Kronländer wieder unter unsere Herrschaft gebracht haben, natürlich zumindest eine “mega-nuke” 😉

  11. MM

    @TH: Israel droht mal wieder mit Selbstverteidigung. 😉 Das passt dem ZDF natürlich nicht, die wollen die Juden als Mündel.

  12. Johannes

    Herr Eppinger nicht so augenscheinlich, Sie sollten schon ein wenig die diplomatischen Regeln beachten, wollen Sie die Teheraner überlisten.
    Geht es jetzt um die iranische Atombombe oder um den Regimewechsel?
    Natürlich wäre beides wünschenswert, aber es ist unklug so zu tun als ginge es um den Atomwaffensperrvertrag und gleichzeitig laut zu verkünden die Kündigung des Atomwaffensperrvertrages und die Wiedereinführung der Sanktionen diene dazu um das Regime in Teheran zu stürzen.

    Ich denke nicht das der Iran Israel mit Atomwaffen angreifen wird, es wäre sein Todesurteil, so dumm ist nicht einmal Kim Jong-un und der ist wahrlich unberechenbarer.
    Sicher ist dass das Regime im Iran Israels größter Feind zu sein scheint. Aber Israel hat ein Militär das wehrhaft ist und letztendlich Amerika als Schutzmacht. Der Iran kann Israel sekkieren, mehr schon nicht würde ich glauben. Letztendlich wird das Regime im Iran fallen, aus einem einfachen Grund, die Menschen selbst werden die geistlichen Führer abschütteln wie lästige Läuse. Lassen wir den Menschen im Iran die Zeit dazu und unterstützen wir sie dabei. So wie der Kommunismus zu Fall gebracht wurde, muss es auch mit dem Regime im Iran gelingen, die Revolution muss von innen kommen, und von außen diskret unterstütz werden.
    Alles was zum Krieg führt behindert diesen Vorgang und endet wie im Irak, das wollen wir doch alle nicht, oder?

  13. dna1

    Johannes, sie sagen es.
    Die Sanktionen werden nur das genaue Gegenteil von Regime-Change bewirken, die Menschen werden verständlicherweise noch mehr Hass auf die USA und den Westen entwickeln und sich mit ihrer Regierung solidarisieren, jeden Tag eine US-Fahne verbrennen und “nieder mit Amerika und Israel” brüllen. Würde man alle westlichen Produkte und Annehmlichkeiten für den Iran öffnen, nur dann würden die Menschen vielleicht auch ein solches Leben haben wollen und einen Regime-Change fordern.
    Aber um das zu verstehen bedarf es einer ungefärbten, waffenlobby-befreiten Sichtweise, und die hat Trump nicht. Die milliardenschwere Kriegswaffen-Industrie kann alles gebrauchen, nur keinen Frieden, und diese Industrie hat mehr Geld, als wir uns alle vorstellen können.

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