Warum der IS seinen Untergang überleben wird

Von | 30. Mai 2017

“…..Dennoch wäre es naiv zu glauben, der Islamische Staat werde nach dem Verlust seiner Territorien verschwinden. Der Verweis [des IS-Sprechers] Abu Muhammad al-Adnani auf die Wüste mag vage erscheinen, doch gibt es durchaus umfangreiche Wüstengebiete im Grenzland zwischen dem Irak und Syrien (z. B. in der Umgebung Anbars und Deir as-Zors), in denen die engere Führung operieren und manövrieren kann, selbst wenn sie alle Städte unter ihrer Kontrolle einbüßen sollte. Die Aussicht, dass die Koalition oder sonst irgendwer diese riesigen Gebiete räumen und sichern könnte, sind sehr gering, und sie stellen daher das eigentliche Rückzugsgebiet für den Islamischen Staat dar. (…) Insgesamt deutet also wenig darauf hin, dass der Islamische Staat mit dem Verlust seines Territoriums gänzlich aussterben wird. Im Irak und in Teilen Ostsyriens stellt der Islamische Staat die einzige aufständische Kraft unter Sunniten dar, nachdem er sämtliche Konkurrenten vor drei Jahren zerschlagen hat. Dass diese Konkurrenten sich reetablieren und an die Stelle des Islamischen Staats treten könnten, ist schwer vorstellbar, nicht nur, weil es den Islamischen Staat im Irak und in Syrien weiter geben wird, sondern auch, weil er selbst nach dem Verlust seines Territoriums als internationaler Franchise fortbestehen wird….” (hier)

10 Gedanken zu „Warum der IS seinen Untergang überleben wird

  1. astuga

    “auch, weil er selbst nach dem Verlust seines Territoriums als internationaler Franchise fortbestehen wird…”

    Natürlich, es bleiben ja auch als Bezugspunkte sowohl die Umma (weltweite Gemeinschaft aller Gläubigen – O-Ton: die beste Gemeinschaft unter den Menschen) wie auch das Konzept des Kalifats als deren ideale und einzig legitime isl. Staats- und Regierungsform bestehen.
    Es war auch nicht Muhammed der sagte, “Mein Reich ist nicht von dieser Welt”.
    Das war nur Jesus…
    Ein islamisches Weltreich ist hingegen theologisch-politisch-militärisches Programm seit Anbeginn, und seine Errichtung letztlich auch Pflicht der Muslime gegenüber Allah (Muslim = einer der sich dem Willen Gottes unterwirft, hingibt).

    Ist aber zwangsläufig nur ein Ideal, denn selbst bei einer komplett islamisierten Welt würden sich islamische Fraktionen die Köpfe darüber einschlagen, wer denn eigentlich ein echter Muslim ist (Muminin – Rechtgläubiger) und wer nicht (Faseeq, Munafiq, Kufr – Heuchler, Frevler, Götzendiener).
    Schließlich machen sie das ohne Unterbrechung bereits seit dem Tod Muhammeds.

    In gewisser Weise existiert auch der IS als Topos innerhalb des Islam seit dieser Zeit.
    Er nimmt bloß immer neue Namen und äußere Formen an, abhängig von den Machtverhältnissen und historischen Gegebenheiten.

  2. Rado

    Unsinn. Wir alle kennen den künftigen Rückzugsraum des IS. Nämlich dort wo er am sichersten ist und die Feinde am schwächsten. Das ist NICHT die Wüste sondern eher der Wiener Gemeindebau.
    Vor nicht allzulanger Zeit wollten die Deutschen ihre freiheitlich demokratische Grundordnung am Hindukusch verteidigen. Klingt heute, nachdem eine Dschihadistenarmee noch Europa einströmt, wie aus einer anderen Zeit.

  3. Christian Peter

    @Rado

    Dank der geisteskranken Politik westeuropäischer Regierungen befinden sich Abertausende Terrorzellen des IS in Europa, selbst wenn der IS seine Territorien im Nahen Osten verlieren sollte, wird der IS erfolgreich im Untergrund weiter agieren.

  4. stiller Mitleser

    @ astuga
    bravo!
    @ Rado
    “Das ist NICHT die Wüste sondern eher der Wiener Gemeindebau”
    da ist was dran, leider

  5. waldsee

    Die, die noch nicht in Terrorzellen engagiert sind,sind nicht notgedrungen IS Bekämpfer.
    Sie sind das helfende ,mitleidende Volk,das sich leicht einige Meriten für DRÜBEN dazuverdienen darf. Sowas brauchen die Kämpfer für das Jenseitige und den Allbarmherzigen schließlich auch.

  6. astuga

    @waldsee
    So ist es.
    Und es wir zwar über die sog. Syrienkämpfer aus dem Westen geredet.
    Viel weniger bis gar nicht aber über die Spendensammlungen in den Moscheen und Vereinen in Europa, mit denen der Terror in Syrien und indirekt letztlich auch jener der Rückkehrer mitfinanziert wird.

    Ein erheblicher Teil sog. Spendengelder für die muslimischen Brüder ist wohl in Wahrheit beim IS und anderen Fundamentalisten gelandet.

  7. Fragolin

    “Islamischer Staat” ist eine dumme Floskel, die impliziert, dass es sich um einen Territorialstaat handelt. Tut es aber nicht. Das Khalifat existiert grundsätzlich überall, wo Muslime leben und sich zu ihm bekennen. Deshalb mordet es auch in Libyen, Ägypten, ja sogar England und Deutschland. Das Khalifat umfasst die ganze Erde, denn alles gehört Allah.
    So lange unsere Schwurbelautomaten sich nicht den Tatsachen eines Haufens religiöser Fanatiker stellt und nicht die rcihtigen Fragen mit den richtigen Begriffen stellt, werden wir das Phänomen niemals beherrschen.
    Wer das Khalifat bekämpfen will, müsste den Islam bekämpfen, denn das Khalifat ist das angestrebte Paradies auf Erden jedes Muslims.
    Sowas kann man nicht ausrotten. Man kann es nur versuchen, sich vom Hals zu halten. Ohne Erfolgsgarantie, denn die Dummheit ist grenzenlos.

  8. waldsee

    @Fragolin
    das Paradies auf Erden wird schon von den Sozis angestrebt ,da sehe ich Probleme in der Zukunft.

  9. mariuslupus

    @Rado
    Richtig, auch der dümmste IS oder wie die Organisation auch heissen mag, wird sich nicht irgendwo in der Wüste herumzutreiben. In Europa hat er Unterstützung in den höchsten Kreisen, wird auf Schritt und Tritt beschützt, kann seine Fähigkeiten voll entfalten.

  10. Fragolin

    @waldsee
    Das macht sie ja zu den nützlichen Idioten der Mujahiddin. Die glauben wirklich, die Missionare der Friedensreligion für sich ausnutzen zu können. Am Ende sind sie auch nur die letzten, die von dem Krokodil gefressen werden, dem sie vorher die eigenen Feinde vorgeworfen haben.

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