Warum die Ukraine Waffen braucht

“….Nur wenn man das militärische Potenzial der Separatisten und ihrer russischen Unterstützer schwächt, ist eine politische Lösung möglich….” (von Carl Bildt, hier)

7 comments

  1. Fragolin

    Wieso reden die Falken ständig von der Aussichtslosigkeit der Diplomatie, wenn bei den Verhandlungen bisher die separatistischen Freischärler gar nicht eingeladen waren? Ein “Waffenstillstandsabkommen”, zu dem eine am Krieg beteiligte Partei gar nicht erst hinzugezogen wird, kann nicht funktionieren. Da die Politik das weiß bleibt der Verdacht, dass es gar nicht funktionieren soll. Und die Falken flattern immer aufgeregter; einige brennen scheinbar schon darauf, dem Ringelzöpfchen den Wunsch nach einem atomaren Holocaust in der Ostukraine zu erfüllen…

  2. Leitwolf

    Es ist eine Schande, dass man über Waffenlieferungen überhaupt diskutiert. Ein souveräner Staat, und das ist Ukraine zumindest seit dem Maidan, bekämpft einen Aggressor. Wozu sonst dienen Waffen, dient ein Heer, wenn nicht dazu einen Aggressor abzuwehren.
    Zum Streiten gehören halt immer zwei. Ein Täter und ein Opfer.

    Österreich hat sich die längste Zeit des kalten Krieges auf seine “bedingte Abwehrfähigkeit” verlassen. Die Bedingung war, dass die Nato hoffentlich innerhalb einer Woche Ersatztruppen bringen würde. Nun da ein anderes neutrales, blockfreies Land überfallen wird, hält man die Maxime der Nichteinmischung hoch. Das nenn ich mal konsequent!

  3. Erich

    @Fragolin
    “…den Wunsch nach einem atomaren Holocaust in der Ostukraine…”
    Dann ein bisschen Nordostwind und schon stecken auch wir mitten drin! Aber den Falken, die über dem großen Teich wohnen, kann das noch egal sein. Bis zu ihnen kommt die in atomar verseuchte Luft wohl nicht.

    Glauben auch die europäischen Regierungen an den begrenzten Atomkrieg? Hollywood hat das ja möglich gemacht. Ich glaube, der Film hieß “The day after”, in dem die Menschen am nächsten Tage nach Atombomben bereits wieder auf der Straße waren als hätte nur ein Tornado ihr Haus umgelegt. Tschernobyl hat uns schon gezeigt, wo es bei einem im Vergleich dazu kleinen Ereignis langgeht!

  4. H.Trickler

    Es gibt mindestens zwei Lösungen:

    a) Die Separatisten gewinnen völlige ‘Autonomie’ in ihren Gebieten und schliessen sich dann dankbar an Russland an.

    b) Der Westen versucht ernsthaft, a) zu verhindern und sendet Waffen, was ein unabschätzbares Risiko einer weiteren Eskalation bewirkt.

    Die Amis sollten wissen: There is no free lunch! Ein bisschen auf dem Maidan wursteln bringt letztlich nur Ärger.

  5. Christian Weiss

    Waffenlieferungen, welche die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine steigern, erhöhen den Preis sowohl für die Separatisten wie auch Putin, sich noch mehr zu krallen.
    Es mag zynisch klingen: Aber ein Stellvertreterkrieg ohne direkte Konfrontation der Grossmächte hat schon manche Eskalation verhindert. Immerhin könnte Putin durch militärische Erfolge, fussend auf der Passivität des Westens, auch motiviert sein, im Baltikum die russische Bevölkerung vor “Unterdrückung” zu “schützen”. In diesem Fall hätten wir aber einen NATO-Verteidigungsfall und sowas wird mit deutlich mehr Geknalle und Brimborium von statten gehen als ein Krieg zwischen NATO supporteten Ukrainern und russisch unterstützten Separatisten.

  6. Rennziege

    Alles, was die Ukraine braucht — finanziell am Ende, korrumpiert bis zum Stehkragen, von Regierungen und Günstlingen jahrzehntelang bestohlen und wirtschaftlich ruiniert, hungernde und frierende Menschen überall —, ist Geld. Ein “alter Schwede” wie Carl Bildt sollte dies wissen, anstatt von Waffenlieferungen zu schwafeln, die das Elend der Ukrainer nur verlängern würden. Die pfeifen mehrheitlich auf ihren Pseudostaat und sehnen sich zurück nach der Sowjetunion, unter deren Fittichen sie Frieden, Lohn, Brot und Wärme hatten; bescheiden, aber verlässlich. In Putin sehen sie einen Hoffnungsstrahl. (So berichtet ein ukrainisches Ehepaar, das vor zwei Jahren nach Kanada auswanderte und in unserer neuen Nachbarschaft wohnt.)

  7. Fragolin

    @Rennziege
    Auch Geld löst die Probleme nicht, da es sich eh nur die bekannten Nasen in ihre prallen Taschen stopfen würden. Ausgerechnet jene, die uns hier als Musterdemokratiefreunde vorgegaukelt werden, waren und sind selbst Nutznießer der Ausplünderung der ukrainischen Bevölkerung nach dem Zerfall der kommunistischen Diktatur. Wenn der Ukraine Geld fehlt, dann jenes, dass ihr die Oberschicht der Oligarchen, die heute als Milliardäre lebt, abgeschöpft hat. Die Ukrainer hatten nie eine Chance, sie gerieten aus der Diktatur der Kommunisten in die Diktatur der Oligarchen – meist ehemalige mächtige Kommunisten, die das Messer schon am Kuchen hatten, bevor andere überhaupt merkten, dass es da was zum Verteilen gab.
    Es ist ja ein Witz sondergleichen, dass sich ausgerechnet jene exkommunistischen Provinzfunktionäre, die nach der Sowjetzeit permanent den Rahm abgeschöpft und das Land ausgeblutet haben, heute als Befreier gerieren – weil diese Paten der ukrainischen Mafia somit den Konkurrenzkampf mit den Paten der russischen Mafia umgehen können. In der EU haben sie keinen nennenswerten Gegenwind zu befürchten. Ganz im Gegenteil, Brüssel liefert ihnen frische Milliarden zum einsackeln, die wieder nicht beim Volk ankommen.
    Alles was sich in der Ukraine abspielt ist ein Richtungskampf zweier Vereinigungen von Mafiapaten, milliardenschweren Oligarchen. Die einen wittern das Große Geschäft im Osten, die anderen im Westen. Die einen biedern sich den russischen Oligarchen an, die anderen versuchen den Westen abzuzocken. Dazwischen steht eine Politik mit einem mächtigen Despoten auf der einen Seite und einer selbstgefälligen großkotzigen Provinzpudelrotte auf der anderen.
    Was die Ukraine bräuchte ist die konsequente Befreiung von ihrer korrupten mafiösen Oberschicht, die in ihrem Machtkampf keine Skrupel hat, wehrlose Demonstranten abzuschlachten, Passagierflugzeuge abzuschießen und wenn man ein entsprechendes Youtube-Video betrachtet sogar leichte Atomgranaten in Städten einzusetzen. Und die wollen wir noch mit Waffen beliefern anstatt sie wegen Verbrechen gegen die Menschheit anzuklagen?
    Und der Amerikaner als lachender Dritter muss nur hier und dort ein bisschen gezielt zündeln, und schon bekommt er milliardenschwere Gasgeschäfte und Rüstungsaufträge praktisch abgebettelt.
    Die Ukraine war einmal die Kornkammer Europas. Jetzt ist sie das Armenhaus. Die brauchen kein Geld, die brauchen Guillotinen!

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