Warum eigentlich libertär sein?

Von | 9. Dezember 2013

“Warum sollte man überhaupt libertär sein? Was steckt hinter dem Ganzen? Wie kommt man dazu, sich ein Leben lang für das Prinzip und das Ziel individueller Freiheit einzusetzen? Bedeutet so ein Einsatz, in unserer weitestgehend unfreien Welt, nicht notwendigerweise radikalen Widerspruch zur und Entfremdung von der herrschenden Meinung – eine Entfremdung, die ebenso notwendigerweise Opfer materieller und ideeller Art erfordert? Wenn das Leben kurz ist, und der Sieg in weiter Ferne, warum tut man sich das alles an?..” (merh hier)

7 Gedanken zu „Warum eigentlich libertär sein?

  1. Reinhard

    Freiheit ist weder ein Geschenk noch ein Grundrecht. Man ist immer so frei, wie man sich erkämpft hat.
    In einer Welt, in der die Propagandisten die wohlstandsverwahrlosten Schafe mit dem Schlaflied vom wohl erworbenen Recht und von der allumfassenden Gerechtigkeit einlullen, begreifen das nur die wenigsten. Immer mehr glauben allen Ernstes, nur ein mächtiger Staat mit allumfassender Reglementierungs-, Verbots- und Bestrafungspolitik verschaffe ihnen Freiheit, weil sie die Freiheit von Sorgen (im Knast muss ich mir um das Dach über’m Kopf und den warmen Brei zu Mittag eben keine machen) mit der Freiheit der Person verwechseln.

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  3. Reinhard

    @Thomas Holzer
    …sprach die Sardine zum Hai.
    Wir leben nicht in der freien Natur, wo die Zwänge von niederen Trieben und dem Aufbau der Nahrungspyramide vorgeschrieben werden. Wir leben in einer sogenannten Zivilisation, in einer Gemeinschaft unterschiedlicher Individuen mit unterschiedlichen Interessen, und damit sowas funktioniert, muss es Regeln und Gesetze geben.
    Freiheit wie wir sie meinen, die persönliche Freiheit im Rahmen der gemeinschaftlichen Regeln, setzt voraus, dass die Regeln mit Augenmaß gesetzt werden und die eigene Verantwortung des Einzelnen für sich selbst gewahrt bleibt. Das Wesen der Gemeinschaft ist aber, ihre eigenen Interessen zu entwickeln, und wenn sich Gemeinschaften teilen – und das passiert ab einer gewissen Größe zwangsweise – dann ist es eine Frage der Macht einer Untergruppe, ob sie ihre Regeln der anderen aufzwingen kann. Unfreiheit ist einer Zivilisation inhärent, sowie sie die Größe eines Affenrudels übersteigt (und selbst dort kann von individueller Freiheit keine Rede sein, spricht der Silberrücken…), und jetzt liegt es am Einzelnen und an Untergruppen, die Rechte der Einzelnen auf ein höheres Maß an Freiheit zu verteidigen. Schlummern die Individuen im Schlaflied des demokratisch pseudolegitimierten allumsorgenden Überstaates sanft ein, erwachen sie irgendwann unsanft in einer Diktatur. Weil Freiheit eben kein Naturrecht ist, sondern Naturgesetze dafür sorgen, dass nur derjenige eine größere Freiheit als andere genießt, der sie sich erkämpft. Und wo man seine Macht verschenkt, hinterlässt sie ein Vakuum, das sich schnell mit Dingen füllt, die man dort nicht haben wollte…

  4. Thomas Holzer

    @Reinhard
    Mit der Aussage “Freiheit ist ein Naturrecht” wollte ich nicht zum Ausdruck bringen, daß jeder Mensch die Freiheit hat, sich das zu nehmen, was ihm gerade in den Sinn kommt. Dieses “sich einfach nehmen” impliziert ja gerade den Zwang, welcher dem libertären Gedanken zuwider läuft
    Gerade dieser verkehrte Freiheitsbegriff wird ja andauernd von der vereinigten Linken den Libertären vorgeworfen.

  5. Wettbewerber

    @Reinhard
    Es war für mich auch ein Schock, aber wir leben tatsächlich in der freien Natur. Alles Leben auf diesem Planeten ist “freie Natur”, also warum sollte unsere “Zivilisation” etwas _grundlegend_ anderes sein? Weiterentwicklung hin oder her: Tee, auch wenn noch so raffiniert und optimiert gezüchtet, bleibt immer Tee. Klar, der Mensch hat aufgrund seiner Gehirnfähigkeiten viel mehr Möglichkeiten als ein Schimpanse, aber ein Schimpanse hat auch wesentlich mehr Möglichkeiten, als ein Reh. Wir haben (z.B.) eine Vorstellung von “Morgen”, von der Zukunft, und während uns das den Tieren überlegen macht, ist es auch die Quelle schlimmer Angst: Was kann morgen alles schiefgehen? Was wird mir in Kürze passieren?

    Somit sind wir mit Hilfe des eigenen Bewusstseins über unsere (zukünftige!) Verletzlichkeit leicht erpress-, steuer- und korrumpierbar. Im ewigen DNA-Spiel haben diejnigen die Nase vorne, die – ob nun bewußt oder (großteils) unbewußt – dies zu ihrem Vorteil nutzen können. Die Anfänge machten Sklaverei und Leibeigenschaft (pure Gewalt), heute sind es Staat und Fiat-Geld (Gewalt gepaart mit Täuschung und Betrug, mit zunehmendem Schwerpunkt auf den letzten beiden). Man darf gespannt sein, was sich die Evolution als nächstes “einfallen” läßt…

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