Warum ist Griechenland eigentlich in der EU?

Von | 3. Juli 2015

“…In der deutschen Presse war die Skepsis gegen den Beitrittskandidaten groß. Die Erweiterung der EG um Griechenland sei »wirtschaftlich ein Unding« schrieb der Tagesspiegel. »Die Steuerzahler [müssen] mit einem erheblichen Preis für die Erweiterung rechnen«, prophezeite die Welt. Im Spiegel stand zu lesen, die EG-Unterhändler hätten ihren Dossiers entnehmen können, »was sie vorher schon hätten wissen müssen: ›Griechenland ist Italien minus Mailand‹«. Zudem wähnte man die EG ohnehin in der Krise. »Die Mitgliedschaft der Griechen erscheint in Brüssel […] so nützlich wie die Aufnahme eines Lahmen in einen Verein von Fußkranken, der um seinen Aufstieg in die erste Liga kämpft«, polemisierte die ZEIT. Doch die sozialliberale Regierung unter Helmut Schmidt und die anderen westeuropäischen Regierungen ließen sich nicht beirren: Am 1. Januar 1981 wurde Griechenland zehntes Mitglied der EG….” (hier)

6 Gedanken zu „Warum ist Griechenland eigentlich in der EU?

  1. H.Trickler

    Dass die südlichsten Länder Griechenland, Portugal und Spanien damals in die EG/EU aufgenommen wurden, war grundsätzlich richtig, auch wenn es eine gewisse (klar begrenzte) Zusatzbelastung darstellte. Wirtschaftlich brachte dieses angebliche “Unding” keine unlösbaren Probleme und politisch ist der gewünschte Erfolg durchaus eingetreten!

    Das Schlamassel begann mit der Einführung des Euros:

    Zwar war es den Beteiligten klar, dass nur wirtschaftlich vergleichbar starke Länder eine gemeinsame Währung haben können – Man formulierte deshalb die sog. Konvergenzkriterien für den Beitritt zum Euro.

    Es war den Beteiligten klar, dass der fehlende Zwang zum Ausgleich der Target2-Salden einen Konstruktionsfehler darstellte und dass der Sanktionsmechanismus mit Bussen bei späterer Verletzung der Konvergenzkriterien ungenügend war.

    Die Einführung des Euros war aber eine so gewaltige Anstrengung, dass man diese zwei Pendenzen auf später verschob, um den Start des Projektes überhaupt zu ermöglichen.

    Dies war der entscheidende Fehler, denn aus “später” wurde der Sankt-Nimmerleinstag und in den vergangenen 5 Jahren wurde es sträflich vernachlässigt, mit Griechenland über die Einführung einer inländischen Parallelwährung zu verhandeln.

    Die Gründe für diese Realitätsverweigerung sind vielfältig und von Staat zu Staat unterschiedlich. Das Ergebnis sind immense Kosten für alle Beteiligten und ein nie enden wollendes Drama für das betroffene Land.

  2. cmh

    Es gehören immer zwei dazu: einer der es probiert und einer der es sich gefallen lässt.

    Daher sind die Griechen schuld. Dieser Herr http://www.welt.de/wirtschaft/article143305543/Jauchs-unhoeflicher-Grieche-ist-gar-kein-Tsipras-Berater.html kam in der gleichen Weise in die Talkshow wie Griechenland in die EU. Die Griechen sind aber auch deshalb schuld, weil nur der sich aufs Hochseil begeben sollte, der es kann und der schwindelfrei ist und nicht der, der es nur gern täte.

    Andererseits sind aber auch die Eurokraten schuld. Denn in ihrem Wahn, dass Ungleiches zu Ununterscheidbarem zusammenwachsen muss, weil wegen des Friiiiieeeedens, haben sie vergessen, einen Reality-check der griechischen Möglichkeiten zu tun.

  3. Max Müller

    Verschwörungstheoretiker fragen sich natürlich ob es Zufall ist, dass Goldman Sachs den Griechen geholfen hat, in den Euro zu kommen.

  4. sokrates9

    Europa ist ein politisches Projekt und Griechenland das Mutterland der Demokratie – Aussage Merkl! Das kommt davon wenn man alle wirtschaftlichen Gesetzte glaubt ignorieren zu können und Gesetze ohnehin nur dazu da sind bei Bedarfsfall gebrochen zu werden! Hoffe, dass das der Tod der EU ist!

  5. Fragolin

    @sokrates9
    Europa ist ein Kontinent, der als Wurmfortsatz an Asiens Westküste hängt, und Griechenland ist ein Überbleibesl des Osmanischen Reiches. Aber da “Mutti” den Geschichtsunterricht in der DDR besuchte, kann es sein, dass der Genosse Geschichtslehrer ihr das anders beigebracht hat. Und Unterricht in Ökonomie gab es an DDR-Schulen sowieso nicht, weil solche kapitalistischen Grauslichkeiten wie Markt und Geschäft verderben nur die junge sozialistische Persönlichkeit.
    Wie soll man da das griechische Grundprinzip verstehen: Wasser kommt aus Wand, Essen aus Kühlschrank und Geld von Bank. Wand will Wasser nicht zurückhaben, Kühlschrank will Essen nicht zurückhaben, also warum will Bank Geld zurück?

  6. Rennziege

    4. Juli 2015 – 05:58 Fragolin
    Auf den Punkt gebracht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.