Warum kommt uns das bloß so bekannt vor?

“…..Die Gleichheit, die der Liberalismus schafft, ist Gleichheit vor dem Gesetze; eine andere hat er nie angestrebt. Es ist daher im Sinne des Liberalismus eine ungerechtfertigte Kritik, wenn man diese Gleichheit als unzulänglich tadelt und darüber hinaus volle Einkommensgleichheit durch gleichmäßige Verteilung der Genüsse als die wahre Gleichheit bezeichnet.
Gerade in dieser Gestalt findet aber das Gleichheitsprinzip immer freudige Zustimmung bei allen jenen, die bei der gleichmäßigen Verteilung der Güter mehr zu gewinnen als zu verlieren hoffen. Die Massen sind leicht für diese Gleichheit anzuwerben. Hier liegt ein dankbares Betätigungsfeld für Demagogen. Wer gegen die Reichen auftritt, wer immer wieder das Ressentiment der Wenigerbemittelten zu erwecken sucht, kann auf großen Zulauf rechnen. Die Demokratie schafft nur die günstigsten Vorbedingungen für die Entfaltung dieses Geistes, der verborgen immer und überall vorhanden ist. Das ist die Klippe, an der alle demokratischen Staatswesen bisher zugrunde gegangen sind. Die Demokratie unserer Zeit ist auf dem besten Wege, ihnen zu folgen…..” (Ludwig von Mises (1932) , Die Gemeinwirtschaft. Untersuchungen über den Sozialismus. Lucius & Lucius)

5 comments

  1. Wolf

    Ich verweise in diesem Zusammenhang auf die immer wieder von Sozialisten vorgebrachte scheindemokratische Begründung, die Mehrheit der Bevölkerung sei für die Millionärssteuer (oder Vermögenssteuer, oder Reichensteuer, wie immer man sie nennen mag). Klar, die große Masse ist davon nicht betroffen (oder glaubt es zumindest), daher ist sie dafür. Genauso “demokratisch” wäre es, würde man ein Zusatzsteuer für Linkshänder oder Kleinwüchsige erwägen – eine große Mehrheit dafür wäre gewiss.

  2. Marianne

    Die Mehrheit über das Eigentum (und in weiterer Folge das Leben) einer definierten Minderheit abstimmen zu lassen, hat bei sozialistischen Regimen in unseren Breiten Tradition. Die Geschichte wiederholt sich und alle schauen zu bzw. bleiben am Wahltag lieber daheim oder gehen spazieren.

  3. Thomas Holzer

    @Marianne
    Verzeihung, aber dieses Fakt ist der Demokratie immanent.
    Es handelt sich definitiv um ein Gerücht, daß die Demokratie die Rechte von Minderheiten schützten würde!

  4. Sybille Stoa

    Eine geschaffene Gleichheit vor dem Gesetz und unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, materiellen Werten, … ist gut und richtig und die Justiz funktioniert auch soweit noch gut, dort wo es nicht das politische Umfeld betrifft.
    Eine gleiche Verteilung schaltet den wahren Willen des Individuums aus, nicht jeder hat die gleichen Bedürfnisse, der Asket oder der Künstler wählt freiwillig einen wenig begüterten Weg und lebt damit zufrieden.
    Je mehr Zugang zur Bildung, freien beruflichen Möglichkeiten, Kommunikation, Kunst & Kultur und medizinischer Versorgung haben, desto reicher ist die Gesellschaft als ganzes meiner Meinung nach. Dazu bedarf es aber mehr Investitionen und weniger Verteilung.

  5. Thomas Holzer

    Die “geschaffene” Gleichheit vor dem Gesetz wird “gerade” vom Gesetzgeber durch horrende Gerichtsgebühren konterkariert!

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