Warum lernen die Deutschen nicht aus ihrer Geschichte?

“Die Deutschen mögen den Kapitalismus nicht, und der Widerwillen steigt mit der zeitlichen Entfernung vom Realsozialismus, der vor einem Vierteljahrhundert zwischen Elbe und Ural an seinen Geburtsfehlern zugrunde gegangen ist….” (hier)

18 comments

  1. Selbstdenker

    Die Unterscheidung zwischen Befindlichkeiten zu idelogisch aufgelandenen Kampfbegriffen (“Neoliberalismus”, “Kapitalismus”, …) und Entscheidungen mit tatsächlichen Auswirkungen (“Marktwirtschaft”, …) erscheint mir sehr wichtig zu sein.

    Die Befindlichkeiten eilen politischen Entscheidungen voraus, die sich wiederum zeitverzögert in der Lebensrealität der Menschen auswirken. Nachdem der aktuell vorherrschende Sozialismus bereits nach nur wenigen Jahren seiner Wiederauferstehung wieder mit voller Wucht an die Wand fährt, ist der Grundstein für die nächste Gegenbewegung bereits gelegt.

    An den Thesen von Nikolai Kondratiev in Bezug auf Paradigmenwechsel von einer Generation zur nächsten ist etwas dran. Es gibt schon eine nächste Generation, die den Kopf über die aktuell medial noch sehr präsente Loser-Generation schüttelt und so nie werden möchte.

    Wenn man sich z.B. die Einstellung jener vor Augen führt, die jetzt mit dem Studium begonnen haben, ist diese bei weitem nicht mehr so katastrophal wie von jenen, die vor fünf oder zehn Jahren studiert haben.

  2. Thomas Holzer

    Die Wenigsten lernen aus der Geschichte, wenn überhaupt.
    Ein Volk, ein Kollektiv egal welcher Art ist sowieso wesentlich lernresistenter als ein Individuum.
    Bezeichnend, daß bis auf eine Ausnahme immer nur vom “K” geschrieben wurde; anscheinend ist der Kapitalismus auch für Herrn Joffe ein Wort, welches “mit Vor- und Rücksicht” zu verwenden ist.
    Den Mutlosen scheint die westliche Welt zu gehören, respektive scheinen diese die Oberhand zu gewinnen.
    Genauso wie man -politisch korrekt- z.B. anscheinend nicht mehr “gesegnete Weihnachten” sagen darf, weil man könnte ja einen “Andersgläubigen” verletzen, sollte man anscheinend auch das Wort Kapitalismus nicht mehr verwenden, weil dieses Wort Sozialisten und deren Adepten als ein Synonym für ungerecht, kalt, unfair, und was noch auch immer, gilt.
    Natürlich, nach 25 und mehr Jahren Indoktrinierung mit “Gerechtigkeit”, Gleichheit, bösen Märkten, Spekulanten, Reichen etc. sollte es niemanden Wunder nehmen, daß in einem Großteil der Bevölkerung die Sehnsucht nach dem Paradies auf Erden auf fruchtbaren Boden fällt.
    Nur das Erwachen aus diesem (realisierten) Traum wird wieder ein Böses sein.

  3. Herbert Manninger

    Der typische Deutsche ist extrem obrigkeitshörig, seine Pflichten erfüllt er gehorsamst, vor 80 Jahren ebenso wie heute gegenüber der linken PC.
    Und selbst im vertrauten Gespräch lässt er da kaum Zweifel aufkommen, während wir Ösis wenigstens im Privatbereich aufbegehren, was auch bei geheimen Wahlen der FPÖ zugute kommt. So eine Partei ist in Deutschland in diesem Umfang nicht möglich, die Deutschen begehen sogar in der sicheren Wahlzelle einen Akt der perfekten Selbstverleugnung.

  4. sokrates9

    Selbstdenker@ Ihre Analyse ist vom Ansatz her richtig! Einstellung zum Studium wandelt sich (hoffentlich); allein die Studien sind heute schon derart indoktriniert (Genderismus) alle sind gleich (..dumm) , die jahrzehntelange einseitige Berieselung durch die linke Presse zeigt auch Wirkung, es gibt auch intellektuell kaum neue Theorien die es zB mit dem damals idiotischen MAO -Kult aufnehmen können- wer damals nicht Mao gelesen hat war ein Untermensch – kritische Gedanken beginnend von Sarazin werden sofort mit der Faschismuskeule erschlagen oder todgeschwiegen…

  5. Selbstdenker

    @sokrates9:
    Ich meine gar nicht (nur) die Einstellung der Studenten zum Studium, sondern zu den vermittelten Inhalten bzw. ihre individuellen Ansichten. Ich glaube nicht, dass die meisten Studenten alles glauben was man ihnen so erzählt.

    Bei den ÖH-Wahlen – sofern man diese Wahlen überhaupt ernst nehmen kann – verlieren linke Gruppierungen und insbesondere die GrünInnen konstant an Zuspruch. Ein bestimmter Gradmesser wohin die Reise in ein paar Jahren gehen wird, ist es allemal.

  6. sokrates9

    selbstdenker@..die Botschaft hör ich wohl, allein..die vermittelten Inhalte werden bis zum Gendern der Diplomarbeiten LEIDER vom Großteil der Studenten völlig kritiklos hingenommen!.. ich kann mir nicht vorstellen dass wir zu meiner Zeit auf der UNI uns diese Genderei und Pflichtveranstaltung analog MarxismusLeninismus in der DDR gefallen lassen hätten!- und was die Wahlen betrifft – 70 – 90 % der Studenten gehen ( berechtigterweise) nicht zur Wahl und überlassen somit den radikalen Gesellschaftsträumern das Feld!
    Somit sehe ich nicht dass die Reise zurück zur Vernunft geht…

  7. Mona Rieboldt

    @Herbert Manninger
    Sagen Sie doch einfach, dass Sie die Deutschen nicht mögen, Österreicher für viel besser halten. Aber dass die Ösis so viel besser waren vor 80 Jahren, glauben Sie ja wohl selbst nicht. In der deutschen Bevölkerung gärt es ganz schön, was die massenweise Einwanderung oder auch die EU angeht, was man auch an den Erfolgen der AFD sehen kann. Was die deutsche Einheitspresse schreibt, hat wenig mit der deutschen Bevölkerung zu tun.

  8. Herbert Manninger

    @ Mona Riebold
    Die Österreicher für besser halten? Eine Fehlinterpretation meiner Aussagen.
    Ich schätze eure Korrektheit – aber die wird derzeit leider von der PC in Geiselhaft genommen.

  9. Graf Berge von Grips

    @Monika Riebold

    Habe lange in D gearbeitet und habe noch viele Freunde ..
    Aber sarry, die sind wirklich alle von der PC brain washed…
    Keine Chance.. sind leider wirklich faktenresistent…

  10. Selbstdenker

    Rein formell gesehen gibt es in Deutschland etwas weniger Regulierungswurt als in Österreich. Die bestehenden Regeln werden aber von der Mitte der Gesellschaft genauer befolgt.

    In Österreich gibt es zahlreiche Regeln, die sich einander widersprechen, gegenseitig aufheben oder nur rein auf dem Papier bestehen. Der gelernte Österreicher weiss das und braucht sich nicht weiter Gedanken machen, welche Regeln er befolgen soll. Wenn man – egal was man tut – so oder so bestraft werden kann, steckt man den Aufwand besser in die Strafvermeidung als in die Regelbefolgung.

    Die Fähigkeit übertriebene Staatsgläubigkeit im öffentlichen Leben im privaten Bereich zu konterkarieren schätze ich sehr an Österreich. Es ist wahrscheinlich der Hauptgrund warum Österreich trotz allem immer noch einigermaßen prosperiert.

  11. Mona Rieboldt

    Warum schreibt Ihr eigentlich meinen Namen nicht richtig? 😉
    @Herbert Manninger
    Ja PC ist ein Übel. Wer dagegen verstößt, kann auch schnell vor Gericht landen, weil sich
    irgendwer beleidigt fühlt. Wenn man sagt, was man denkt, kann es auch den Arbeitsplatz kosten, auch schon da gewesen. Daher wird nur privat anders gesprochen.

    @ Graf Berge von Grips
    Ich habe da andere Erfahrungen, wem die Leute vertrauen, dann reden sie auch anders.

  12. FDominicus

    @sokrates9 Es kommt nicht nur darauf an was behandelt wird sondern speziell das worüber gar nichts zu hören ist. Zu meiner Zeit an der Uni gab es nicht einmal einen Hinweis auf irgendwelche Bücher von Österreichern. Weder Human Action, noch Weg in die Knechtschaft noch…

    Und selbst heute erfahre ich von jemanden der bei der Arbeitsagentur, wohl auch Jobs für Joblose suchen soll, und dort Mikroöknomic etc macht in dem es darumgeht Angebots und Nachfragekurven zu verschieben dabei natürlich auch die “unelastischen Kurven”. Grauenhaft ist dafür ein viel zu schwaches Wort.

  13. KClemens

    @Thomas Holzer,

    Natürlich, nach 25 und mehr Jahren Indoktrinierung mit “Gerechtigkeit”, Gleichheit, bösen Märkten, Spekulanten, Reichen etc. sollte es niemanden Wunder nehmen, daß in einem Großteil der Bevölkerung die Sehnsucht nach dem Paradies auf Erden auf fruchtbaren Boden fällt
    ____________________________________________

    Man darf in dem Zusammenhang nicht vergessen, daß auch auf der EU-Bühne genau das gleiche Schauspiel geboten wird. Seit der “Wiedervereinigung” Deutschlands, der schon als
    Gründung der wahren EU bezeichnet wird, findet man außerordentlich viele auf der politischen, bzw. öffentlichen Bühne, die das “Unbehagen im Kapitalismus” nahezu zementiert haben.

    Das ist aber auch eine unangenehme Sache so ein Kapitalismus. Ist er doch ein Ergebnis von Leistungsbereitschaft und Anstrengung, mit dem Versprechen, daß sich dieses auch lohnt. Und das nicht nur im Sinne (des Leistungsbringers) von sich wohl fühlen, sondern auch, von sich wohl stellen.

    All die kleinen Neider und Hetzer gegen den Kapitalismus vergessen nämlich, daß es genau
    dieser Kapitalismus ist, der es ihren Eltern ermöglicht hat, sie sorgenfrei groß zu bekommen.

    Ebenso vergessen all die kleinen Neider und Hetzer, ganz besonders die im ÖD, in der
    Sozial/Betreuungs/Empörungsindustrie (und verwandten steuerfinanzierten Branchen)
    daß es genau dieser Kapitalismus ist, der ihnen ihre in der Regel gut bezahlten Stellen
    und spätere Pensionen/Renten sichert.

    Verwerfungen, wie z.B. die Steuervermeidungsparadiese sind nicht vom Kapitalismus
    gemacht, sondern von der Politik. Und dient auch nur den ganz großen “Global Payern”.

    Warum solche politischen Entscheidungen getroffen werden, und welche Verquickungen
    es da geben mag – das gehört journalistisch aufgearbeitet. Aber die Medien widmen sich
    lieber der (Um)Erziehung des Volkes mit Skandalisierung all jener, die sich gegen PC, Genderismus, weitere Verbote (Tabak, Alkohol, Fett, Zucker etc.) und allgemeine schleichende Idiotie zur Wehr setzen.

    Findet man ein “Opfer”, das sich dagegen zur Wehr setzt, demonstriert man dem unwilligen Volk, wie schnell man jemand mundtot machen kann, bis zur Vernichtung der persönlichen Existenz.

  14. KClemens

    @Selbstdenker,

    Ich glaube nicht, dass die meisten Studenten alles glauben was man ihnen so erzählt.
    ________________________

    Meine Tochter studiert auch, und sie glaubt auch nicht, was da alles erzählt wird.
    Genderismus, mit den entsprechenden Auswüchsen wie von einer Professx Lannscheidt
    an der HU Berlin forciert, entlockt den meisten jungen Frauen nur ein müdes Lächeln.

    Das Problem ist, daß Menschen, wie diese Professx Lannscheidt sprechen für weniger als 0,2% der Bevölkerung, bestimmen aber dank entsprechenden Rückhalt in den Medien die Meinungshoheit.

  15. Thomas Holzer

    Politiker, egal auf welcher Ebene, gehören zu der äußerst seltenen Spezies, welche für (fast) alle Entscheidungen und -vor allem- deren Folgen verantwortlich, jedoch immer ohne Wiederspruch in der Lage sind, diese Verantwortung anderen Unbeteiligten anzulasten.

    Warum dies in der -demokratisch legitimierten- Politik so gut funktioniert, nimmt mich eigentlich doch ein bisschen Wunder.

  16. Selbstdenker

    @KClemens:
    Der wahre Skandal ist, dass sowohl in Deutschland als auch in Österreich angeblich bürgerliche Parteien ohne große Not das Reinpfuschen extremistischer Randgruppen in das gesellschaftliche und ökonmische Betriebssystem erst ermöglichen.

    Und wenn ihnen die Wähler in Scharen zur AfD bzw. zur FPÖ davonlaufen, klagen sie laut über “Populismus” und fahren – zusammen mit linken Parteien – Ausgrenzungsstrategien.

    In einem funktionierenden Staat sollte sowohl der Einzelne vor dem Mob / einer Diktatur der Mehrheit als auch die Mehrheit gegen extreme Randgruppen auf Basis unveräusserlicher Grund- bzw. Freiheitsrechte geschützt werden. Unterschiedliche Interessen hat und wird es immer geben; neu ist aber die extreme Passivität mit der “bürgerliche Parteien” alles über diejenigen, die sie angeblich vertreten, ergehen lassen.

    Weiss die CDU / die ÖVP überhaupt noch für was sie steht und wer sie wählen sollte?

    Ich bin aber überzeugt und zuversichtlich, dass man in ein paar Jahren die herrschende politisch-mediale Klasse – Denk-, Meinungs- und Sprechverbote hin oder her – mit nassen Fetzen aus deren Posten jagen wird.

  17. KClemens

    @Selbstdenker

    Ich bin aber überzeugt und zuversichtlich, dass man in ein paar Jahren die herrschende politisch-mediale Klasse – Denk-, Meinungs- und Sprechverbote hin oder her – mit nassen Fetzen aus deren Posten jagen wird.
    ________________________________

    Gut gebrüllt Löwe!

    Und zu obigen Satz – 1. volle Zustimmung und 2. die Hoffnung, daß es bald geschehen möge.

  18. Selbstdenker

    Vor fünf bis zehn Jahren hätte sich im Vereinigten Königreich auch niemand vorstellen können, dass sich die Wähler derart massiv von den etablierten Parteien abwenden werden:
    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article134600154/Londons-Elite-steckt-fest-im-Kokon-der-Selbstherrlichkeit.html

    Einmal mehr kommt mir die Theorie der Langen Wellen von Nikolai Kondratjew in den Sinn. Wenn man sich vor Augen führt, dass New Labour 1997 eine Masseneinwanderung ins Vereinigte Königreich regelrecht verordnet hat und mittlerweile gerade das Einwanderungsthema den etablierten Parteien zum Verhängnis wird, werden die zyklischen Paradigmenwechsel richtig greifbar.

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