Warum man kein Lösegeld zahlen sollte

(ANDREAS UNTERBERGER) Ein Österreicher ist in Libyen in die Hände von Terroristen des „Islamischen Staats“ geraten. Das lässt wohl realistischerweise nur noch eine Alternative offen. Entweder der arme Mann wird so abgeschlachtet, wie es die Islamisten schon mit vielen ihrer Gefangenen unter Berufung auf den Koran getan haben. Oder Österreich (beziehungsweise ein Unternehmen) zahlt Lösegeld. Das scheint die humanere Lösung zu sein. Ist es aber nicht. Denn mit dem Geld erhalten die Islamisten zusätzliche Mittel, mit denen sie noch mehr Verbrechen begehen können. Und noch mehr Geiseln gefangennehmen. Man kann daher im Interesse der Humanität nur hoffen, dass sich Österreich nicht erpressen lässt, auch nicht bei Geheimkontakten. Selbst wenn die Angehörigen des Opfers jetzt verständlicherweise großen Druck ausüben werden. Selbst wenn die Boulevard-Medien ebenfalls in diese Richtung trommeln werden. Konsequent zu bleiben wäre umso wichtiger, als der „Islamische Staat“ zuletzt in Syrien, im Irak und in Nigeria eine Reihe empfindlicher Niederlagen in Kauf nehmen müsste, die ihn sogar zur Ermordung von 30 eigenen Kämpfern veranlasst haben, die flüchten wollten. Es ist Krieg, fast ein neuer Weltkrieg. Wer da die Seite der Bestialität auch “nur” mit Geld unterstützt, wird selbst zum Teil von ihr. (TB)

13 comments

  1. Thomas Holzer

    Egal ob IS erfolgreich ist oder nicht, Staaten sollten sich niemals von einer Soldateska erpressen lassen, respektive ihnen Lösegeld zahlen.

  2. MaKu

    wenn der AU Geisel wär – tät er net so salbungvoll plaudern – glaub eher winseln ……
    Arroganz u Besserwisserei……aus dem gemütlichen Lehnstuhl an die Welt geschrieben – absurd

  3. Der Realist

    ja genau, nicht einmal einen Cent, mündige Bürger sollten das Risiko abschätzen können, zumal ja heute beinahe jedes Kind weiß, dass es in bestimmten Regionen nicht ganz ungefährlich ist.

  4. Thomas Holzer

    @Der Realist
    Welche mündige Bürger?
    Es gibt in diesem Land ja fast keine mehr; es wird doch schon in fast allen Lebenslagen nach Väterchen Staat gerufen. Und je mehr gerufen wird, desto öfter und bereitwilliger werden diese Rufe von den demokratisch legitimierten Politikerdarstellern erhört und in Gesetzesform gegossen

  5. sokrates9

    Was sind Lösegeldzahlungen? Peanuts! Das ist wahrscheinlich die Summe die die IS pro Minute für ihr Öl verdient, welches korrupte Abnehmer findet! Gegen Iran gibt es Sanktionen, gegen die IS natürlich nicht!

  6. Rennziege

    Weiß man denn, wie dieser bedauernswerte Landmann in die Dreckspfoten der ISIL-Verbrecher geraten ist?

  7. Christian Peter

    Da ist was dran. Europäische Länder zahlen in der Vergangenheit bereits 125 Millionen Dollar Lösegeld an al Kaida und weitere Untergruppen des Terrornetzwerks, während Amerikaner und Briten sich nicht erpressen lassen und niemals Lösegeld bezahlen. Was sollte es bringen, einzelne Menschen freizukaufen, wenn man dadurch Tausende andere Menschen gefährdet ?

  8. Herbert Manninger

    @maku
    Wenn AU in der Lage wär…
    Ist er aber nicht.
    Mit solchen Gefühlsdusel-Sätzchen werden oft genug Maßnahmen vehindert, die der Allgemeinheit gedient hätten.

  9. Christian Peter

    Auf den Punkt gebracht : Für jeden freigekauften Europäer werden hunderte andere Menschen abgeschlachtet.

  10. Mona Rieboldt

    Es ist schon schön, wie hier alle genau wissen, dass kein Lösegeld gezahlt werden soll, weil sie alle ruhig zuhause sitzen. Ihr wisst nicht einmal, warum der Mann in Libyen war, aber wollt über sein Leben entscheiden, ja kein Lösegeld zahlen. Wenn ihr dann mal selbst in der Hand von Islamisten seid, das kann auch im eigenen Land passieren, dann legt bitte von vornherein fest, dass für euch auf keinen Fall Lösegeld gezahlt werden soll, am besten notariell festlegen.

  11. Thomas Holzer

    Dieser Mann wurde sicherlich nicht mit vorgehaltener Pistole gezwungen, nach Libyen arbeiten zu gehen. Ob dieser Mann nach Lösegeldzahlung an die Entführer freigelassen wird, ist in diesen Zeiten auch nicht garantiert.
    Daß gerade Sie Verhandlungen mit Terroristen das Wort reden, nimmt mich doch etwas Wunder

  12. Christian Peter

    @thomas holzer

    wer in Ländern wie Libyen für westliche Unternehmen arbeitet, ist sich des Risikos derartiger Aufträge voll bewusst. Eigentlich müsste man sich in derartigen Fällen an den Unternehmen schadlos halten, die Mitarbeiter in solche Gebiete schicken, denn für Entführungen gibt es längst Versicherungen (‘Kidnap-&-Ransom-Versicherungen’).

  13. Christian Weiss

    “Wenn Andreas Unterberger in dieser Lage wäre…”

    Ja? Und was wäre, wenn Herr Unterberger in einigen Jahren nur in diese Lage kommt, weil sich inzwischen Entführungen mit anschliessenden Lösegeldforderungen zu einem höchst lukrativen Geschäftszweig entwickelt hat und um so mehr entführt wird?

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