Warum schaffen die Griechen das nicht?

Von | 12. März 2016

„Die EU hat Griechenland nicht im Euro-Raum gehalten, um auch noch hinzunehmen, dass der Sozialist Tsipras es nicht einmal hinkriegt, eine vergleichsweise kleine Zahl von Migranten menschenwürdig unterzubringen und zu versorgen – und zwar schnell…..“ (hier)

18 Gedanken zu „Warum schaffen die Griechen das nicht?

  1. Fragolin

    Naja, im Kern richtig, aber eines fällt schon auf: Es gibt nur wenige Kilometer von der Grenze entfernt saubere, stabile Zeltlager mit Toiletten und Duschen und Essenausgaben – nur „wollen“ die Migranten dort nicht hin. Also wer selbst entscheidet, lieber in einem Schlammloch zu sitzen als in einer trockenen Unterkunft möge weder seine durch eigene Schuld erkrankten Kinder noch die verzweifelt heulende Ehefrau vorschieben sondern genau jenes Los ertragen, für das er sich freiwillig entschieden hat!
    Und der Rest ist billige Erpressung; was der Sultan kann, kann der Marxist auch.
    Übrigens interessant, dass Erdogan gerade erst seinem Verfassungsgericht ausgerichtet hat, wenn es nicht in seinem Sinne entscheidet, werde er es kurzerhand auflösen. Ich entdecke aber nirgends in den deutschen Medien Anzeichen des Polen-Syndroms (Schnappatmung und Empörung bis zum Blutstillstand) sondern schleimige Anbiederung an das Erdogan-Regime. Jetzt gibt er sich solche Mühe, mit Bombardierungen, Tränengas gegen Frauentags-Demonstrantinnen und Auflösung der letzten rechtsstaatlichen Reste die Voraussetzungen für ein Platzen des EU-Deals zu basteln, und das Merkel-Regime reagiert nicht einmal.

  2. sokrates9

    Es ist unglaublich welche intellektuellen Bocksprünge die Öffentlichkeit heute akzeptiert ohne den berühmten nassen Fetzen hervorzuholen! Alles ist anscheinend alternativlos!

  3. Thomas Holzer

    @Fragolin
    Im Forum des „Der (Sub)Standard“ zur causa Idomeni hat doch glatt einer gepostet, daß die „Flüchtlinge“ dieses „Lager nicht verlassen dürfen!
    Abgesehen davon: Vielleicht ist es ja die Intention von Frau Merkel und Herrn Tsipras, durch diese Bilder wieder einen „moralischen Imperativ“ auszulösen 😉
    zuzutrauen wäre es ihnen durchaus

  4. Falke

    @Fragolin
    Das war auch sofort mein erster Gedanke: In der heutigen „elektronischen“ Zeit, wo sich Informationen innerhalb von Sekunden weltweit verbreiten, ist es wohl undenkbar, dass die Flüchtlinge, die zwar keine Pässe, aber die neuesten Smartphones besitzen, nicht sofort wissen, wie es in Idomeni aussieht. Wenn sie trotzdem dorthin gehen, muss man ihnen wohl – auch wenn das politisch total inkorrekt ist – selbst die Schuld geben.

  5. Fragolin

    @Falke
    Schlimmer noch, es stehen dort ständig Busse bereit, um sie zu den besseren Lagern zu bringen, aber es will keiner einsteigen. Es ist eine bewusste Ansammlung, um eine kritische Masse zu bilden.

    @Thomas Holzer
    Ich traue es den beiden nicht nur zu sondern gehe ganz ehrlich davon aus.

  6. Thomas Holzer

    Vielleicht wird ja dieser „moralische Imperativ“ am kommenden Montag nach den Landtagswahlen in D schlagend 😉

  7. Falke

    @Fragolin
    Ich beuge mich noch weiter aus dem Fenster: Was ich jetzt sage ist „menschenverachtend“, „rassistisch“, „fremdenfeindlich“, „rechtsextrerm“, politisch inkorrekt sowieso (ich hoffe, ich habe nichts vergessen). Wer sich in ein überfülltes Schlauchboot setzt und damit das Mittelmeer (oder auch nur einen Teil davon) überqueren will, ist ebenfalls selber schuld, wenn es schief geht. Die Schlepper sind natürlich ganz böse, allerdings habe ich noch nie gehört, dass sie die Flüchtlinge mit gezogener Waffe gezwungen hätten, in diese Boote zu steigen – im Gegenteil, die Flüchtlinge zahlen noch ganz ordentlich dafür, dass sie mitfahren dürfen. „Verzweiflung“ heißt ja nicht automatisch, dass der gesunde Menschenverstand völlig ausgeschaltet ist.

  8. Herr Karl jun.

    Ein Blick auf das berufliche Herkommen der SYRIZA-Regierungsmitglieder erklärt vieles. Sie wurden über Jahrzehnte in staatsfinanzierten, mehr oder weniger geschützten Werkstätten sozialisiert. In dieser Welt strebte man ein epikuräisch gutes Leben an und suchte (erfolgreich) eine ökonomische Absicherung durch ein vielgestaltiges System von staatlichen Apanagen und dem sprichwörtlichen Fakelaki („gefüllter Briefumschlag“). Man pflog end- und ergebnislose Ideologie-Diskurse und verstieg sich mit Eifer in lebens- und wirtschaftsfremde Scheinlösungen – siehe etwa das „Thessaloniki-Programm“. Trotz linker Selbstattribution ist dieser Biotop der trotzigen Weltverneinung der orthodoxen Mystik viel näher als dem revolutionären Gestaltungswillen traditioneller Linker. Und so regieren sie nun: In den Analysen voller kognitiver Dissonanzen, zaghaft und zaudernd im Tun, mit großen Worten und theatralischen Gesten und einem steten Fingerzeit auf andere als Schuldige.
    PS: In der Migranten- und Flüchtlinngsfrage sollte nicht vergessen werden, dass es die griechischen Minister Kammenos, Kotzias und Kouroumplis waren, die im März 2015 den mitteleuropäischen Staaten offen damit gedroht haben „Tausende von Migranten und Dschihadisten“ zu schicken.

  9. Mona Rieboldt

    Es ist schon erstaunlich, wie man den eigenen Kindern sowas zumuten kann, ohne in die sicheren Unterkünfte zu gehen. Ärzte ohne Grenzen tönten aber auch, wie schrecklich es in Indomeni wäre, anstatt zu sagen, sie versuchen die Leute zu überreden, in die geheizten Zelte zu gehen.

    Es soll halt Mitleid hervor rufen. Sie haben ja da schon deutsche Fahnen geschwenkt und nach „Mama Merkel“ gerufen. Das wurde im deutschen Fernsehen gezeigt. Und in welch schrecklichem Zustand sie da leben müsse. Also etwas für die Tränendrüsen.

  10. Fragolin

    @Falke
    Ich lehne mich neben Ihnen aus dem gleichen Fenster. Deshalb sehen wir wohl einiges auf dieser Welt auch gleich.

    @Herr Karl jun.
    Ganz besonders putzig finde ich, wenn der kleine Kommunistenbubi dem Wernerle ausrichtet, dieser werde eben von den „Rechten“ der FPÖ vor sich hergetrieben.
    Und der findet (woher auch?) mal wieder keine Antwort, anstatt zu sagen: Lieber Alex, wer mit den Rechten im Koalitionsbett liegt, sollte den Mund nicht so voll nehmen…

    @Mona Rieboldt
    Wie schon oft hervorgehoben, haben die Kinder für zumindest einige dieser Menschen nur den Wert von Schlüsseln. Eine Kultur, die Kinder als Schutzschilde, Kindersoldaten, Kinderopfer und lebende Sprengsätze kennt, geht mit Kindern anders um als unsere, in der (als gegenteiliges Extrem) Kinder bis zur Verweichlichung verhätschelt und über alles andere erhoben werden. An der kroatischen grenze wurden zelte angezündet, in denen sich Kinder befanden, Kinder wurden über ungarischen Stacheldraht geworfen und durch den Qualm brennender Reifen getrieben. Reines Kalkül von Menschen die in einer menschenverachtenden Kultur sozialisiert wurden.

  11. astuga

    @Fragolin
    „Übrigens interessant, dass Erdogan gerade erst seinem Verfassungsgericht ausgerichtet hat, wenn es nicht in seinem Sinne entscheidet, werde er es kurzerhand auflösen (…) und das Merkel-Regime reagiert nicht einmal.“

    Im Gegenteil.
    Der Bundesminister für besonderen Quark… äh, besondere Aufgaben (sic!), Peter Altmaier meinte gerade eben, dass sich die Türkei europäischer verhalten würde als manche Europäer.

  12. gms

    astuga,

    „.. Altmaier meinte gerade eben, dass sich die Türkei europäischer verhalten würde als manche Europäer.“

    ‚Wollte die EU sich selbst beitreten, schaffte sie die Kriterien nicht.‘ — An dieses uralte und zutreffende Diktum haben sich die Europäer schon dermaßen gewöhnt, als würden sie nicht auf einem irdischen Kontinent leben, sondern dem gleichnamigen Jupitermond.

    Derselbe Jupiter, der zur Hervorbringung Europas erst Juno, die Göttin der Familie, vergewaltigen mußte, diktiert heute seinen Eseln den Willen, aufdaß diese heute wie Eloys, von auf Euroscheinen skizzierten Brücken ins Nirgendwo, offenen Auges in Abgründe springen.

    Getürkt ist so Manches an dem Gebilde ’sui generis‘, bloß was war unser damaliges Ja zum Beitritt wert, so man heute kein Nein mehr artikulieren darf? Nur den deutschen Bürgern unter der heutigen Knute Merkels und Altmaiers kann kein Vorwurf gemacht werden, wurden diese doch niemals in ihrer Geschichte zu irgendetwas befragt.

  13. Hanna

    Hier ist eine zusammenfassende, sehr gute Stellungnahme eines Experten … http://www.profil.at/ausland/interview-paul-scheffer-migration-grenzen-balkanroute-tuerkei-6262859 … leider im unsäglich arroganten „profil“, aber man darf sich über die patzige, provokante Fragestellung nicht allzu sehr ärgern, denn der Befragte antwortet souverän. Ich selber bin schon so ang’fressen von der ständigen Wiederholung der Aussage „Asyl ist ein Grundrecht“ – ist überhaupt nicht wahr, wie viele schon wissen. Wohl ein Grundrecht ist es, dass die angestammte Bevölkerung die eigenen Werte und Bedürfnisse ÜBER irgendwelche Gesetzesbrechereien der Regierenden stellen darf. (Falls Sie das Interview nicht verlinken möchten, Herr Ortner, respektiere ich’s natürlich.)

  14. Rennziege

    12. März 2016 – 17:38 gms
    Den deutschen Bürgern (und den österreichischen auch, leider) kann sehr wohl der Vorwurf gemacht werden, sich niemals vehement gegen eine Entmündigung und Entrechtung durch die EU aufgelehnt zu haben.
    Sie alle hätten, ein wenig Interesse vorausgesetzt, die Zeichen der Zeit erkennen müssen. Aber sie ließen sich von hohlen Gebetsmühlen wie „Friedensidee Europa“ betäuben und entrechten.

  15. gms

    Rennziege,

    Teuerste sprechen große Worte einmal mehr gelassen aus, gilt doch nachwievor: Sitzt man nicht bei Tisch, steht man auf der Speisekarte.

  16. AD

    ein Syrer (im Interview mit einer asiatischen Zeitung): „Deutschland hat doch gesagt wir sollen kommen, wir werden gebraucht“ … er konnte nicht verstehen dass es jetzt von Griechenland aus nicht mehr weiter gehen soll…….die Griechen schaffen die „Organisation“ nicht ….aber in Griechenland bleiben will sowieso niemand

  17. sokrates9

    AD@ Richtig bemerkt! In großen Teilen des Orients und ganz Afrika glaubt man dass Mutti Merkel dringend potente ,kräftige Männer sucht die helfen die demographische Lücke zu schließen! Und niemand erklärt den Analphabeten, dass dies nicht stimmt! Sehe mehr Gefahren in Afrika als durch Flutung mit Syrern!

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