Warum Schulen die Sozialamts-Kunden von morgen produzieren

(JOSEF STARGL) Einerseits soll die Beschäftigungsfähigkeit von Jugendlichen gefördert werden, aber andererseits werden in einer romantisch verklärten Idylle einer Versorgungsschule immer mehr Kunden für das „Sozialamt“ produziert.
In zahlreichen Schulen bemühen sich die Apostel des Egalitarismus um eine Verhinderung des Leistungswettbewerbes. Die Schüler sollen sich an ein Versorgungsdenken und an die Idee der Umverteilungsgerechtigkeit gewöhnen.
Die „Ideologen der Gleichheit“ lehnen das Wettspiel ab. Sie wollen nicht, dass ein Schüler besser als der andere sein will. Wenn ein Schüler individuell mehr leistet und bessere Noten erhält, dann muss er sich dafür (fast schon) entschuldigen.
Talente, die nicht gleich sein wollen, sind den Gleichheitsethikern von vornherein verdächtig. Ihren individuellen Leistungen soll die Anerkennung versagt werden. Es gibt bei zahlreichen „fortschrittlichen“ Lehrern nur mehr „Teamleistungen“. Das Kollektiv soll belohnt werden, aber keinesfalls der Einzelne.
Die Begabten ziehen sich zurück. Warum sollten sie auch die Arbeit der anderen Teammitglieder übernehmen? Die Idee der „geistigen Umverteilungsgerechtigkeit“ verdrängt ja doch die Idee einer leistungsgerechten Beurteilung!
Primäre Aufgabe des einzelnen Schülers ist es nun nicht mehr, seine eigene Verantwortung wahrzunehmen und seine Eigenleistungen zu fördern, sondern den weniger erfolgreichen Mitschülern zu helfen, die Leistungsunwilligen und die Leistungsschwachen zu unterstützen.
Wenn in den Schulen nur mehr ein (zwangs-)solidarisches Verhalten erlernt werden soll, wenn individueller Erfolg bereits suspekt wird, wenn überhaupt an der Leistungsfähigkeit des Einzelnen gezweifelt wird, wenn individuelle Anstrengungen nicht mehr belohnt werden sollen und wenn man den Leistungsbereiten und den Leistungsfähigen nicht mehr ihre „Triumphe“ gönnt, dann darf man sich nicht wundern, wenn bei Schulabgängern die Eigenverantwortlichkeit unterentwickelt und das Versorgungsdenken besonders stark ausgeprägt ist.

Eine Schule, in der die „Selbständigen“, die nicht gleich, sondern besser sein wollen, nicht mehr in ausreichendem Maße gefördert werden und in der die Schüler ihre Mitschüler hassen, weil diese besser sein wollen (besser sind), die bereitet nicht mehr auf die Arbeits- und Berufswelt vor.

Solange in den Schulen immer mehr die selbsternannten Gleichheitswächter dominieren und die pädagogische Praxis nicht mehr auf das Wettspiel, auf den Leistungswettbewerb und auf die Transparenz von Leistungsunterschieden setzt, werden die mit sozialen Wohltaten verwöhnten Schüler nicht eigenverantwortlich leben lernen.

In viele Schulen muss wieder mehr das „positive Wettspiel“ seinen Einzug halten. Jeder Schüler soll nach Verbesserungen streben dürfen, ohne von seinen Mitschülern beneidet oder gehasst zu werden. Der geistige Wettbewerb stachelt die Schüler an. Er gibt ihnen Gelegenheiten für größere Leistungen und fördert ihr Selbstvertrauen, wenn sie individuell erfolgreich sind.

Es ist doch paradox, wenn die Schüler in den Schulen kaum mehr Herausforderungen vorfinden, wenn sie sich an einem „Ort des Lernens“ nicht mehr auszeichnen dürfen, wenn man ihnen das „Siegen“ verbietet und sie infolgedessen keine Versuche mehr wagen, um nicht unangenehm aufzufallen.

Lernen ist ein Abenteuer, in dem man sich und andere fordern kann, in dem man Mühen auf sich nehmen muss, um Erfolge zu erzielen oder seine eigenen Grenzen zu erkennen. Wir lernen nicht „spielerisch“, sondern wir lernen im „Wettspiel“!

Erst wenn es jedem Schüler erlaubt ist, sich den Neid seiner Mitschüler hart zu erarbeiten, werden die Jugendlichen eigenverantwortlich(er) auf die Lebenspraxis vorbereitet sein. Beschäftigungsfähigkeit ist auch ein mentales Problem. Wer dies nicht erkennt, der wird nicht die adäquaten Lösungen für das Problem der Jugendarbeitslosigkeit finden.
Wir müssen es wieder erlauben, dass „der Einzelne herausragen darf“

4 comments

  1. Roswitha

    Die SPÖ hatte Jahrzehnte das Bildungsministerium unter sich. In dieser Zeit haben sich Mobbing und Bullying entwickelt und sich nicht gegen schwächere Schüler gerichtet, sondern die fleissigen Schüler, diejenigen, die ihre Hausaufgaben machen und Fragen der Lehrer beantworten und deren Schularbeiten mit “Sehr gut” und “Gut” benotet werden, sind betroffen. Eigentlich sollten die guten Schüler die schwächeren nach oben holen und nicht, wie es die SPÖ bewirkt hat, alle nach unten auf niederes Niveau ziehen.

  2. Mourawetz

    Das Kräftemessen ist bei der männlichen Jugend ein wesentlicher Bestandteil aller Kulturen. Es ist diese eierabschneidende Feminisierung, die durch alle Instanzen läuft, nicht nur durch die Schule, die dressierte Äffchen erzeugt. Nur eine Gesellschaft, die sich gegen diese Zersetzung von innen erfolgreich wehrt, gebiert Männer mit Cochones, die das freie Spiel der Kräfte nicht scheuen.

  3. astuga

    Sozialhilfe-Empfänger?
    Anderswo muss man bereits froh sein, wenn Lehrer ihre Schüler nicht zu gewaltbereiten Linkextremisten machen.

  4. sokrates9

    Ziel Österreichischer Bildungspolitik ist es dass Ali seinen Namen schreiben kann und bei der richtigen Partei sein Kreuzchen macht! man glaubt bei Pisa weiterzukommen wenn man die Schwächsten fördert Gute zu fördern und Eliten zu bilden ist absolut verpönt.

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