Warum sich der Islam mit Reformen so schwer tut

Während Europa in der Renaissance in die Moderne aufbrach, stagnierte die muslimische Welt. Weil der Islam anders strukturiert sei, sagt Bernd Roeck. Und die Zähmung der Religion gelang nicht…” (hier)

9 comments

  1. wbeier

    Was der Herr Professor in vorauseilender Gefügigkeit gegenüber den künftigen Bedingungen verschweigt: Der Islam war und ist das historisch größte Sklavenhaltersystem der Weltgeschichte. Sämtliche islamischen Eroberungen zielten nicht nur auf die Ausweitung des dar el islam, sondern primär um sklavische Lieferzonen, Dhimmisteuern und Ressourcen auch kultureller und wissenschaftlicher Art. So gesehen ein riesiges parasitäres Programm, erfolgreich gestartet durch ein inzestuöses Nomadenvolk.
    Was die Änderung oder Verwestlichung aus der Innensicht des Islam betrifft: Wozu? „Never touch a running system“ und es läuft ja gerade gut mit der Infiltrierung des alten Kontinents. Ich kann mir jedenfalls nicht leisten, meine Frau erwerbslos mit sechs Kindern daheim zu lassen und rackere bis incl. Mittwoch für Steuern und Abgaben AUCH im Sinne einer neuen Art Dhimmiesteuer.

    PS: Ich kann bei der nüchternen Fakten- und Datenaufzählung Sarrazins keinerlei Tendenzen erkennen. Ganz im Gegensatz zu Erkenntnissen aus einem Zürcher Elfenbeinturm

  2. sokrates9

    Wenn der Islam zu Europa gehört, gehört auch die Scharia dazu! Daher: Ein klares NEIN!!Der Islam ist keine Religion sondern ein politisches System! Das kann man sehr wohl in Frage stellen!

  3. Falke

    “Die Muslime, die bei uns leben, sind … Menschen, von deren Lebenserfahrung und Werten wir viel profitieren können”. Leider hat der Herr Professor die “Werte”, von denen wir profitieren können, nicht angeführt. Ich habe lange nachgedacht – es ist mir aber nichts eingefallen. Vielleicht ist jemand in diesem Forum gescheiter und erklärt mir, was anscheinend so offensichtlich ist … 😉

  4. fxs

    Schon im 11. Jahrhunder chrislicher Zeitrechnung begann der Niedergang der Wiissenschaften im Islam. Abu Hamid al-Ghazali (1055-1111) ein bedeutender islamischer Theologe, erklärte, dass die Wissenschaften, wie Philosophie, Mathematik und Physik “inkompatibel” mit dem Islam seien.
    Abu Ali al-Hassan al-Tusi (1018–1092) besser bekannt als Nizam al-Mulk, Großwesir der Seldschuken setzte dessen Ideen um, indem er ein Schulsystem, bekannt als “Nizamiyah” aufbaute, indem religiöse Studien auf Kosten unabhängiger Forschung im Vordergrund standen. Zum ersten Mal in der Geschichte des Islam wurden religiöse Studien institutionalisiert und wurden sie zu einem lukrativen Karriereweg. Die Nizamiyah-Schulen wurden 4 Jahrhunderte lang von den mächtigen Seldschuken finanziert und politisch unterstützt. Sie bewirkten eine Abwendung der Moslems von den Wissenschaften, hin zur Religion

  5. astuga

    Naja, leider wird im Artikel – trotz richtiger Kernaussage – viel an Klischees und Mythen über den Islam rezipiert.
    Das idealisierte Islambild das vermittelt wird entpricht schon seit geraumer Zeit nicht mehr dem Stand der Wissenschaft, wenn es das denn je tat.
    Siehe dazu etwa: Aristoteles auf dem Mont Saint-Michel: Die griechischen Wurzeln des christlichen Abendlandes von Sylvain Gouguenheim

    Erstmal hat DER Islam gar nichts für die geistige Weiterentwicklung vollbracht, einzelne Muslime (die wenigsten waren Araber) haben anknüpfend an ihre eigene vorislamische Gelehrtenkultur punktuell neue Erkenntnisse gewonnen.
    Wir bezeichnen einen Galilei oder einen Newton ja auch nicht vorrangig als christliche Gelehrte, die beispielhaft für das Christentum stehen (obwohl das sogar mehr Berechtigung hätte).
    So wie ja auch im Ggs. zu Rom oder Konstantinopel gerade Mekka und Medina niemals intellektuelle Zentren waren. Das intellektuelle Leben im isl. Raum spielte sich immer an der äußersten Peripherie ab, dort wo es bereits vor dem Islam geblüht hatte (vom byzantinisch-westgotischen Spanien bis Persien und Indien).
    Und auch im isl. Raum waren die Wissensvermittler und Übersetzer fast immer Nichtmuslime
    Nicht mal die indischen Ziffern hat uns “der Islam” vermittelt, denn das geschah nachweislich das erste Mal über den nestorianischen Mönch Severus Sebokht. Alle arabischen Texte dazu sind jüngeren Datums.
    Es hat sich halt in späterer Zeit eingebürgert, dass wir sie Arabische Ziffern nennen, während übrigens die Araber die unseren als Europäische Ziffern bezeichnen.
    Im Westen und in Byzanz hat man sie aber lange nicht gebraucht, weil Mathematiker bis in die Spätantike und darüber hinaus griechische Zahlen (!) benutzt haben, basierend auf dem griechischen Alphabet.
    Manches ist auch bloß innerislamischer Propaganda geschuldet, etwa die Legende vom Haus der Weisheit in Baghdad…

    Die Muslime haben gleich zu Beginn ihrer Raub- und Eroberungszüge im 7. Jh. (ein Grund weshalb der Islam damals so attraktiv für einige war) zahlreiche intellektuelle Zentren geplündert und oft auch zerstört.
    In Europa etwa das Benediktinerkloster Monte Cassino, das Athenaeum in Nimes (1453 sogar noch das Athenaeum von Konstantinopel), im koptischen Ägypten endgültig die Bibliothek von Alexandria, in Persien die Akademie von Gundischapur, in Indien die Klosterbibliothek von Nalanda.
    Ebensogut könnte man behaupten, die Conquistadoren hätten die Texte der Azteken für die Nachwelt bewahrt.

    Zitat: Abi Waqqas fragte: „’Was soll man bloß mit den vielen Büchern der Perser machen?’ Der Kalif Umar antwortete: ‘Wirf sie ins Wasser, denn wir haben den Quran, der das vollkommenste Buch aller Zeiten ist. Wenn diese Bücher das gleiche enthalten wie der Quran, haben wir selbst das Original. Wenn sie etwas anderes enthalten, dann brauchen wir sie nicht.'”
    Aus der Muqaddima des Ibn Chaldun.

    Oft werden auch gefälschte Aussprüche (Ahadith) Muhammeds zitiert.
    Etwa: “Strebt nach Wissen und sei es in China.”
    Dabei stammt das aus dem Buch al-Mawdu’at al-Kubra (Sammlung erfundener Überlieferungen) und wurde von Abu’l-Faraj ibn al-Jawzi zusammengestellt um falsche Überlieferungen zu dokumentieren.

    Eigentlich war intellektuell bereits die Scholastik des Hochmittelalters der islamischen Falsafa (von gr. Philosophie) überlegen (ohne Scholastik hätte es übrigens auch später keinen Humanismus und keine Renaissance gegeben).
    Weil man dort dem menschlichen Erkenntnisgewinn eine gleichberechtigte Stellung neben der von Gott kommenden Einsicht zugestanden hat (siehe: Universalienstreit, Nominalismus).
    Im Islam hingegen ist jedes Wissen das nicht von Gott stammt bzw im Widerspruch zu Quran und Ahadith und deren strenger Auslegung steht eine verbotene Neuerung (bidah).

    https://www.youtube.com/watch?v=kN2rvquYBbQ
    www . youtube . com/watch?v=QwXtTwNvWXc

  6. Johannes

    Der Islam tut sich überhaupt nicht schwer mit Reformen. Herr Professor ich muss sie schon bitten, wie kommen Sie auf eine so infame Unterstellung?
    Der Islam lehnt alle Reformen kategorisch ab. Reformen sind in dieser Religion gotteslästerliches Modernisierungszeug.

  7. astuga

    @Johannes
    Das liegt natürlich auch daran, dass sich der Islam selbst als radikale Reformbewegung versteht.

    Muhammeds einzige Legitimation als (letzter und endgültiger) Prophet liegt darin, dass er den göttlichen Auftrag erhalten hat den Monotheismus wieder auf den richtigen Weg zu bringen.
    Da laut Islam Juden und Christen ihre göttlichen Offenbarungen verfälscht hätten (aber immerhin hatten sie eine, anderen wird nicht einmal das zugestanden).
    Die Juden vorsätzlich, die Christen irrtümlich.

    Totalitäre Weltanschauungen kann man nicht reformieren, man kann sich nur entscheiden sie nicht mehr zu praktizieren.

  8. charles darwin

    Der Islam ist ein sektoider Jenseitskult. Wichtig ist, durch das Einhalten der gottgegeben Regel und Vorschriften, ins Paradies zu gelangen. Der kurzen Existenz auf dieser Welt wird keine Bedeutung (im Vergleich zur Ewigkeit) beigemessen. Dies erklärt auch, neben der Inzucht durch Verwandtenheirat, die Rückständigkeit der islamischen Welt. Das Zeitalter Mohammeds wird zur “goldenen Epoche” verklärt. Der Islam ist mitnichten mit der europäischen Kultur vereinbar. Der Gebrauch von Vernunft und Verstand, wie ihn die griechisch/römische Antike lehrt, wird abgelehnt. Es gilt allein das Wort Gottes.

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