Warum sollen die Briten 60 Milliarden für Brexit löhnen?

Von | 2. April 2017

EU-Kommissions-Präsident Juncker hat unlängst gesagt, der Austritt aus der EU werde die Briten «mindestens 60 Milliarden Euro» kosten. Woher nimmt er diese Zahl? Und wie realistisch ist sie?” (NZZ, hier)

16 Gedanken zu „Warum sollen die Briten 60 Milliarden für Brexit löhnen?

  1. Thomas Holzer

    Es geht den EU-“Granden” und den Politikerdarstellern der verbliebenen 27 nicht um eine sachliche Trennung EU/GB, sondern schlicht und einfach um eine möglichst strenge (teure) Bestrafung dieser “Subordination” der UK-Wähler und daher größtmöglicher abschreckender Wirkung, um allfällige zukünftige Bestrebungen, derlei Referenden durchzuführen, gleich im Keime zu ersticken.

  2. MM

    @Fragolin : Juncker braucht man nicht erst für voll nehmen. Er ist es bereits.

  3. Fragolin

    @Thomas Holzer
    Und nicht den Verdacht aufkommen zu lassen, dass das Ganze durchaus gewollt war, denn ausgerechnet die Juncker-Gang ist erleichtert, die renitenten Briten los zu sein. Nicht umsonst haben die sofort nach Bekanntwerden des Ergebnisses eine möglichst schnelle und umfassende Trennung gefordert.

    @MM
    Ich wollte auf dieses Wortspiel verzichten, aber irgendwie kommt man nicht drum herum, dass bei Juncker im Normalfall mehr Geist im Magen ist als im Kopf… 😉

  4. Fragolin

    Nachtrag: Böse Zungen behaupten ja, wo andere “Vollbluteuropäer” sind, ist Jucker ein “Vollalkeuropäer”… 😉

  5. sokrates9

    Habe gelesen, dass die Briten Gegenforderungen von 140 Milliarden haben! Das Pokerspiel ist eröffnet! Tatsache ist, dass auf Grund der Streitereien in der EU die nächsten 2 Jahre wieder nichts weitergehen wird…

  6. mariuslupus

    Aber, die NZZ als Junker-Fan-Blatt ist dafür, dass die Briten blechen sollen.
    Wer kassiert das Geld ? Was geschieht mit dem Geld? Die Eurokraten haben bewiesen, dass sie jedes Geld als ihr Geld betrachten. Heisst, die Eurokraten werden, sollten sie das Geld von den Briten bekommen, auch nur verschleudern.

  7. Falke

    Bei einer Straßenbefragung in England über diese (angeblichen oder tatsächlichen) Schulden antwortete ein Passant: “Sollen sie halt den Gerichtsvollzieher herschicken!” 🙂

  8. aneagle

    Letztlich werden die Briten ca. 35 Mrd zahlen und dafür die EU-Sicherheitsleistung an der Grenze in Calais, die Meistbegünstigungsklausel und die weitestgehendste gegenseitige Personenfreizügigkeit an den beiden Arbeitsmärkten geschenkt bekommen. Ein gutes Geschäft für beide Seiten. Besser nach zwei Jahren ein Deal ohne wesentliche beidseitige Gesichtsverluste, als ein jahrzehntelanger Streit. Immer noch gilt: “It´s the economy, stupid”
    2 Jahre Stillstand ist ökonomisch, zwischen Nachbarn ohnehin eine Ewigkeit. Aber, noch müssen Emotionen abgearbeitet werden, noch ist die Vernunft nicht am Zug.

  9. Selbstdenker

    Pat Condell bringt es wieder einmal auf den Punkt:

  10. Rennziege

    60 Milliarden Eulen? Diese Summe wird alljährlich von der EU verschwendet: für Eisenbahnen, Spaßbäder, Windmühlen, fürstliche Pensionen der EU-Mitarbeiter und Abgeordneten eines rechtlosen Parlaments, für alle möglichen Kommissionen, deren bürokratische Schnapsideen und den EUGH. All dies braucht kein Mensch.
    Und wenn die Briten sich zu zahlen weigern, was dann? Will die wehr- und zahnlose EU ihnen dann den Krieg erklären? Mit Claudia Roth, Frank-Walter Steinmeier, Sigmar Gabriel und Angela Merkel als Generälen einer Heimschläfer- und Kita-Armee, deren Munitionsbunker von privaten Wachdiensten beschützt werden? Oder mit Jean-Claude Juncker als Bismarck für Arme?
    Die G’schicht wird immer abwegiger und absurder. Aber wenigstens kann man darüber herzlich lachen. 🙂

  11. Thomas Holzer

    @aneagle
    So sicher bin ich mir nicht!
    Die Spanier schielen schon auf Gibraltar, und Merkel und “Konsorten” geht es einzig und alleine darum, daß in den nächsten Jahren kein anderes Land austritt, -dafür nehmen sie Stillstand gerne in Kauf, tangiert dieser Stillstand doch niemals sie persönlich- und dafür werden sie an GB ein Exempel statuieren, befürchte ich

  12. Rennziege

    2. April 2017 – 15:06 — Selbstdenker
    Auch ich bin ein Fan von Pat Condell. Traurig daran ist aber, dass dieserkluge Mensch immer nur ein paar tausend Klicks erntet; er hätte ein paar Millionen verdient. Mag auch sein, dass er zu schnell redet und zu viele Argumente in acht oder zwölf Minuten unterbringen will.
    Rhetorical device #1: Give your audience ample time to follow you, to understand, think and (hopefully) laugh. Do not overload whatever you have to say. Stay focused, stick to the point, do not stray. And never try to patronize!
    Derlei lernt man als Postgraduate in Cambridge, wo auch Hugh Laurie und Stephen Fry sich an den dortigen Studentenbühnen ihre ersten Sporen verdienten, Rowan Atkinson in Oxford.
    Alternativ reicht es bisweilen, die großen Rhetoriker der alten Griechen und Römer zu ergründen. Was weder Pat Condell getan hat, noch die heutigen Polit-Schwätzer, die keinen geraden Satz formulieren können. Condell aber beherrscht wenigstens seine Muttersprache perfekt.

  13. mariuslupus

    @Selbstdenker
    “We have been swindled”, stimmt, aber die Bevölkerung möchte sich lieber betrügen lassen.

  14. Johannes

    Da es mit dem EU Austritt Großbritanniens ernst wird und ein bekannter Spruch eines bekannten EU Machers lautet “wenn es erst wird muß man lügen“ würde ich als Engländer sehr vorsichtig sein über Zahlungsaufforderungen die aus Brüssel kommen. Vielleicht sind es ja die ominösen Lügen die ihnen aufgetischt werden weil ernst wird es auf alle Fälle für die Brüsseler Bürokratie wenn ein wichtiger Zahler für die aufgeblähte Verwaltung wegfällt.

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