Warum Staaten immer wuchern wie ein Geschwür

“Ein grundlegendes Merkmal moderner Zivilisationen ist das kontinuierliche Staatswachstum.[1] Dieses Staatswachstum vollzieht sich auf zwei Art und Weisen, entweder durch eine stärkere Besteuerung der bisherigen Untertanen oder dadurch, den zu beherrschenden Personenkreis zu erweitern. Das Staatswachstum kann also in Form einer „Intensivierung“ oder in Form einer „Extensivierung“ der Hegemonie voranschreiten. Da ein Staatswachstum mit einer noch grösseren Beschneidung privater Eigentumsrechte einhergeht, besteht das fundamentale Problem darin, dass einige Betroffene geneigt sein werden, Widerstand zu leisten. Doch welche Faktoren bestimmen diesen Widerstand? Wie ist es möglich, dass der Staat in manchen Fällen seine Dominanz auf Menschen außerhalb seines eigentlichen Einflussbereiches ausdehnen kann, in anderen Fällen aber nicht? Und wieso geht jede Machtausdehnung mit einer steigenden Besteuerung einher? In diesem Artikel versuche ich, die Erklärung von staatlicher Ausdehnung zu ergänzen, indem ich die Bedeutung von politischer Vereinigung bei deren Verfestigung untersuche.” (hier)

One comment

  1. Lisa

    Dass die Bürger freiwillig zusammenarbeiten würden statt den staatlichen Institutionen die Hauptsorgen zu überlassen, ist für kooperationsgewohnte Kulturen eine Option, nicht aber für tribalistisch, ständisch und quasi-feudalistisch hierarchisch funktionierende. zit.”Die Streitfrage dreht sich dann lediglich darum abzugrenzen, welche Lebensbereiche hiervon (vom Einfluss staatlicher Instititionen) betroffen sind. Dies jedoch ist mehr oder weniger eine Frage persönlicher Präferenzen, eine Meinungsfrage.” Oder auch schlicht die Erkenntnis, dass die Regierendenn ihre Pappenheimer kennen. Inwieweit Freiheitsdrang, Zusammenarbeit und praktische Vernunft genetisch bedingt sind oder durch Erziehung entstehen, wage ich nicht zu entscheiden. Mir ist indes aufgefallen, dass Leute, die in der DDR sozialisiert wurden, z.B. Hierarchien viel widerspruchsloser akzeptieren als die im Westen Deutschlands. Oder die oberitalienischen Städte mit ihrer langen Selbstverwaltungsgeschichte können gut kooperieren, während Sizilien stets irgendwlchen Mächten parieren musste und daher Hierarchien zumindest vordergründig akzeptiert werden. (Begleiter bei solchen Systemern ist da allerdings immer ein unterdrückter Rebell…) Wenn es also eher die Umwelt ist, dann verstehe ich nicht, warum bei der Integration/Assimilation von Immigrantenkindern nicht mehr getan wird, nicht nur von Staats wegen, sondern auch von Seiten der einheimischen meckernden Bevölkerung: Wenn das Kind dann in die Schule kommt, ist ein grosser Teil der mitgegebene Werte bereits fixiert. “Im Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland” meinte Jeremias Gotthelf… Gar nicht so übel, obwohl lange her.

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