Warum Staatsausgaben kein Wirtschaftswachstum erzeugen können

“….Nach Ansicht vieler Kommentatoren haben Staatsausgaben großen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum. Insbesondere wenn das Wirtschaftswachstum sich verlangsamt, könne eine Erhöhung der Staatsausgaben den notwendigen Anschub geben, um die Wirtschaft wieder zu beleben, so dass ein weiterer Abschwung verhindert wird. mehr hier

One comment

  1. Klaus Kastner

    Als überzeugter Wirtschaftsliberaler und im Wissen, dass auf Dauer Wohlstand von Privatinitiative und vom Privatsektor kommt, muss ich dennoch bedauern, dass Autoren wie hier Frank Shostak extreme bzw. dogmatische Positionen verteidigen, die letztendlich das Vertrauen in die Kompetenz der Wirtschaftsliberalen untergraben. Hier wird die Position der ‘schwäbischen Hausfrau’ verteidigt, die an ‘echte Ersparnisse’ glaubt und überzeugt ist, dass der Staat nur das ausgeben kann, was er seinen Bürgern wegnimmt. Hätte der österreichische Staat seinen Bürgern all das weggenommen, was er in den letzten 5+ Jahrzehnten ausgegeben hat, dann wären diese Bürger heute viel ärmer. Der Staat finanziert einen erheblichen Teil seiner Ausgaben mit Schulden und die Geldmenge ist in Zeiten der Notenbank-Geldschwemmen kein Nullsummen-Spiel, d. h. die Schulden des Staates gehen nicht zu Lasten der Schulden, die Private aufnehmen können.

    Der Staat ist weitem der größte ‘economic agent’ in einer Volkswirtschaft. So zu tun, als hätten die Ausgaben des Staates nur negative (und keine positiven) Auswirkungen auf die Volkswirtschaft ist schlichtweg unredlich. Es sind nie die Staatsausgaben per se, die primär relevant sind. Genauso wie man nie pauschalieren kann, dass Schulden schlecht sind. Es hängt immer davon ab, wofür der Staat Geld ausgibt und was mit Schulden finanziert wird. Wenn Konsum mit Schulden finanziert wird, dann ist i.d.R. der damit verbundene Aufschwung ein Strohfeuer; wenn es sinnvolle Investitionen sind, dann sind auch die Schulden gut verwendet.

    Eines der besten Beispiele, wie Staatsausgaben eine depressive Volkswirtschaft beflügeln können, sind die USA im 2. Weltkrieg. Und diese Staatsausgaben wurden größtenteils mit Schulden finanziert (und die wiederum größtenteils über die Notenbank). Wer ein wirklich kontroverses Beispiel für sinnvolle Staatsausgaben sucht, der möge sich die ersten 2-3 Jahre der Nazizeit anschauen. Alt-Kanzler Helmut Schmidt hat einmal in einem Interview gesagt, dass diese Zeit ein Paradebeispiel für sinnvolles Deficit Spending ist (“Es war Keynesianismus in reinster Form… Wenn Hitler 1936 erschossen worden wäre, würde er (Anm.: Hjalmar Schacht) heute als Held der Wirtschaftsgeschichte dastehen.”).

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