Warum Trump so viele Fans hat

(JÜRGEN POCK) Der politische Popanz hat einen Namen: Donald John Trump. Zumindest wenn es nach denen geht, die für die demokratische Kandidatin trommeln und den rüpelhaften Republikaner  als hysterischen Hetzer diskreditieren, der seinem ungezügelten Ego auf dem Weg durch das Minenfeld der politischen Korrektheit immer einen Schritt hinterherhinkt. Bereits vor dem Start der Vorwahlen wurde dem US-Unternehmer die Eignung für jegliche Polit-Ämter abgesprochen, sein Bestreben als Hirngespinst eines übermütigen Hanswurst dargestellt.
Die systemtreuen Medien waren sich von Beginn der Berichterstattung an einig: Trump gefährdet die Sicherheit des Kontinents. Mittlerweile zählt man ihn gar zu den zehn größten Gefahren für die Welt. Das verbale Waffenarsenal der Presse scheint schier unerschöpflich, Schlagzeile für Schlagzeile wird auf Trump gefeuert, einem Ritus gleich. Bis dato aber ohne nennenswerten Treffer. Von den linksliberalen Kräften wurde er belächelt, als er sich ab Februar den Vorwahlen stellte, dann gewann er, siehe da, haushoch. Die Propaganda der Gegner prognostizierte eine Spaltung der Republikanischen Partei, dennoch versammelte Trump die nötige Mehrheit der Delegierten am Parteikonvent hinter sich.
Trump treibt sowohl seine eigene Partei als auch die Demokraten mit kalkulierten Entgleisungen vor sich her. Überfordert von der Wucht seines Erfolges kontern seine Gegner mit seichten Scheindebatten und produzieren inflationär immer neue, immer fadenscheinigere Angstschablonen. Wenn ihre Argumente keine Wirkung zeigen, dürfen auch sie fluchen.
Je mehr die Elite gegen Trump wettert, desto mehr Stimmen gegen die Polit-Packeleien in Washington wandern auf das Konto des Milliardärs. Je mehr sie den New Yorker in Beschuss nehmen und als primitiven Populisten bezeichnen, desto mehr drückt sich die Unzufriedenheit und Verbitterung des Volkes in der Zustimmung für Trump aus. Unabhängig von Parteizugehörigkeit weht der Wind des politischen Überdrusses quer durch die Staaten. Die Menschen kehren der schöngeistigen Großraumpolitik den Rücken zu und fordern die Rückbesinnung auf nationale Interessen. Das Stimmvolk hat sich längst vom Establishment entfremdet, die alteingesessenen Parteigranden verkörpern allenfalls Machtrausch und Maßlosigkeit. Während Clinton dieses tiefe Bedürfnis der Bürger nach Veränderung ignoriert, bürgernahe Themen tabuisiert und sich auf den langen Arm des Lobbyismus verlässt, mobilisiert Trump die Massen und punktet weit über die Grenzen der republikanischen Stammwählerschaft hinaus.
Letztlich geht es den Wählern nicht darum, ob Trump als Präsident der Vereinigten Staaten stets politisch korrekte Kommentare von sich gibt, während einer Kabinettssitzung mit redlichen Worten Eindruck macht oder denselben Redenschreiber wie Obama engagiert. Die Basis sucht nach neuen Repräsentanten, der Durchschnittsbürger will sich verstanden fühlen und nicht nur alle vier Jahre Beachtung erfahren und zwar dann, wenn der Gang zur Wahlurne bevorsteht.
Der Politik-Neuling wehrt sich mit allen Kräften gegen eine machtbesessene und weitgehend verbrauchte Frau an der Staatsspitze, die als Präsidentschaftskandidatin ein desaströses Arbeitszeugnis als Außenministerin (siehe Libyen und E-Mail-Skandal) mitbringt und als Dank dafür vom FBI auch noch Rückendeckung bekommt, um den öffentlichen Aufschrei im allgemeinen Wahlkampfgetöse untergehen zu lassen. Trotz klarer Verstöße gegen geltende Sicherheitsregeln.
Die Anhänger Trumps suchen nicht den nächsten Moralapostel oder Schutzheiligen der politischen Korrektheit, sondern einen ehrlichen Präsidenten, der das Machtkartell der egozentrischen Elite zerschlägt.

13 comments

  1. Mona Rieboldt

    Die deutsche Presse schimpft jeden Tag auf Trump. Besonders peinlich ist aber der deutsche Außenminister, der auch noch öffentlich verbal gegen Trump wettert.
    Und die Clinton war unfähig schon als Außenministerin. Sie zieht die Frauenkarte, erste Frau als Präsidentin der USA.

    Ich hoffe sehr, die Clinton verliert.

  2. Dieter hausammann

    Es ist erstaunlich aus Österreich einen so treffenden Brricht über Trump zu lesen. Es ist unglaublich wie in den USA nahezu alle Medien, die entweder den Demokraten zugeneigt oder von den Clintons abhängig sind, sich mit vereinten Kräften jeden Tag auf Trump einschießen. Dabei ist man nicht zimperlich ob die Argumente stichhaltig, Halbwahrheiten oder frei erfunden sind. Beim letzten Reuters Poll ist ans Tageslicht gekommen, dass man das Sample defakto größer als angegeben angelegt hatte, wobei gezielt eine sichere Mehrheit von eingetragenen Demokraten untergemischt wurde.
    Trump lässt nicht beinflussen weniger Trump und mehr präsidial zu sein. Seine Message trifft Wähler von schwarz und rot aber auch viele Nichtwähler . Sie alle wollen keinen gelackten Politiker sondern einen richtigen Macher. Sie wollen alles was er sagt. Amerika muss wieder amerikanisch werden.

  3. Richard Ruisz

    Die deutsch/österreichischen Medien überbieten sich Tag für Tag in der Häme gegenüber Donald Trump, ganz so als würde Trump bei uns zur Wahl stehen. Nur wenige Journalisten fragen warum Trump überhaupt so viele Fans haben kann. Gerne wird dabei die Rolle von Präsident Obama übersehen, Bei uns ist Barack Obama so etwas wie in Held. Wir teilen seine Visionen, hören seine Reden und jubeln Obama zu. Die u.s.-Bürger erleben aber hautnah, dass es einen Unterschied macht, ob man etwas bloß ankündet oder etwas auch bewegen kann. Politik ist die Kunst des Möglichen – und genau das ist das was Präsident Obama nicht beherrscht. Er betreibt eine Politik der Ankündigungen, aber keine Politik der Möglichkeiten. Sein Scheitern schreibt er aber sich nicht selber zu, sondern den unbelehrbaren u.s.-Bürgern. Dann wird es auch verständlich, warum so viele u.s.-Bürger genau von dieser Art Politik nichts mehr wissen wollen.

  4. Fragolin

    @Richard Ruisz
    Ganz besonders putzig ist ja, dass Großmaul Obama, der für inhaltsleere Ankündigungen sogar einen Friedensnobelpreis nachgeworfen bekam, nichts anderes als ein leerer Schwätzer ist, ein Dampfplauderer, der faktisch keine seiner großartigen Ankündigungen auch nur ansatzweise erfüllt, dafür mit verheerender Nichtpolitik weltweite Krisen befördert und das Heft seinen Hintermännern überlassen hat, von unseren Medien faktisch als Messias gefeiert wird, als Großer Macher und Kämpfer, während Trump, der wirklich ein Macher ist und erst zupackt um sich dann selbtverliebt in seinem Erfolg zu sonnen, der ein Imperium aufgebaut hat, als Schwätzer lächerlich gemacht wird. Über die Jubelmeldungen betreffs Hillary Clinton möchte ich gar nichts sagen, das ist nur noch peinlich wie eine so unfähige, leichtsinnige und dampfplauderische Dumpfbacke hochgejubelt wird.
    Amerika hat die Wahl zwischen Pest und Colera, keiner von beiden wäre eine ideale Wahl, aber erstens war das schon auf der gesamten Vorwahlliste so (eben weil gespickt mit den gelackten stromlinienförmigen Dampfgarern) und zweitens fokussiert sich jetzt wenigstens alles auf eine Wahl zwischen pc und Direktheit. Das amerikanische Volk kann jetzt eine deutlich Entscheidung treffen zwischen politisch korrektem Gesülze bei weiterer expoldierender Verschuldung und Niedergang der USA oder einem ruppigen, international von allen gelackten Politaffen angegeiferten Jetzt-erst-Recht!-Präsidenten, dem das Ansehen Amerikas bei den Amerikanern wichtiger ist als das Ansehen Amerikas auf der Welt. Nach dem Motto: Wer uns nicht liebt, der lässt es eben.
    Eine Einstellung, die in Deutschland zu Schnappatmung führt und bei hiesigen Politikern zu Schweißausbrüchen führt.

  5. Gerald

    Die Situation in den USA ist der in Österreich nicht unähnlich. Auch hier haben täglich mehr Menschen genug von dieser packelden und korrupten Politmeute, die von den abhängigen Medien, ORF, ATV, Print, etc. gestützt werden.
    Den Durchschnittsamerikanern steht ein Macher näher als diese schmierigen Verkäufer von Wundermitteln wie Dr. Feelgood, Clinton, Obama, obwohl sie doch immer wieder auf diese reinfallen.

  6. Der Realist

    Es ist noch nicht lange her, da haben die politisch korrekten Medien tagtäglich auf Putin eingedroschen und dessen “Versteher” versucht lächerlich zu machen. Den russischen Präsidenten hat das wenig gekratzt, und mittlerweile wird er wieder als ein unbestrittener Machtfaktor in der globalen Weltpolitik gesehen. Die Obermoralisten und politisch “Überkorrekten” prophezeien ja auch bei uns stets den Weltuntergang, sollten die Freiheitlichen an die Macht kommen, und die täglichen Berichte über Trump sind ähnlich gelagert. Dass die Bürger, auch in Europa, von der arroganten und selbstverliebten “Politikerelite” schon längst die Nase voll haben, das kommt diesen Machtbesessenen in ihrem Überlegenheitswahn gar nicht in den Sinn. Dass viele Medien am Gängelband der Politik hängen, ist auch nicht ganz unbekannt.

  7. mariuslupus

    Der offen gelegte Hass auf Trump in den meisten deutsschprachigen Medien, hat einen einfachen Grund.
    Trump macht die poltisch-korrekten, linken Meinungsmonopolisten, lächerlich. Aber Trump geht es nicht darum sich als everybodys darling, bei den linken Medien anzubiedern, sondern sich als zukünftiger Präsident zu deklarieren und positinieren.
    Eine gewisse Gemeinsamkeit, mit ebenfalls angefeindeten Putin, gibt es durchaus. Putin hat auf die Frage eines Journalisten wer seine Freunde sind, geantwortet, es geht nicht um Freunde, seine Aufgabe als Präsident ist die Interessen seines Volkes zu verteidigen.
    Die hiesigen Medialisten haben eine merkwürdige Wahrnehmung der Landkarte der USA. Aus der eingeschränkten Perspektive der Manipulatoren der öffentlichen Meinung besteht die Landmasse der USA aus zwei Teilen – der Nordosten, mit Boston, New York, Washington, sowie aus dem Küstenstreifen zwischen San Francisco und LA.(SF und LA ist nicht CA, aber in Grand Valley, oder z.B. Santa Barbara, sieht die Situation schon anders aus). Dazwischen ist ein Niemandsland, (Flugzeit über dem Niemandsland cca 5 Stunden),angeblich kein Mensch, keine Wähler. In diesen, nach Ansicht der Medienschaffenden, entweder, no mans land, oder der Heimat der alten, dumpfen, weisen Männer, wird die Wahl entschieden.
    Die Wahl Trumps hätte eine destabilisierende Wirkung auf das marxistische politische Establishment in Europa. Deswegen die Einmischung des deutschen Linksausensozi. Die Angst treibt ihn an.
    Auch Obama hat sich in das Referendum in GB eingemischt. Wie, immer mit durchschlagenden Erfolg.
    @Fragolim
    Bis jetzt habe ich nur ein einziges Argument gehört warum Clinton gewählt werden sollte, und das heisst, Trump zu vermeiden. Clinton hat kein Programm, aber marschiert in Obamas Fusstapfen – via Ankündigungen wird heisse Luft den Wählern versprochen.

  8. Antonia Feretti

    Es ist allerdings sehr zu bezweifeln, dass Trump der ehrliche Präsident sein wird, den sich die Amerikaner wünschen. Er ist ein eitler Clown, der vielleicht imstande ist, bestehende Strukturen zu zerstören, aber was dann? Es gibt keinen einzigen Hinweis, dass er einer konstruktiven Politik fähig wäre.

  9. Fragolin

    @Antonia Feretti
    Wie gesagt, eine Wahl zwischen Pest und Cholera…
    Aber ich möchte noch zwei Sachen anmerken.
    1. Kann der amerikanische Präsident nur halb so selbstherrlich entscheiden wie eine Frau Merkel. Das Aufkündigen internationaler Verträge ohne vorherige Diskussion, ohne Legitimation, einfach aus dem Bauch heraus in einem Presse-Interview alle verfassungsmäßig und gesetzlich vorgeschriebenen demokratischen Instrumente ignorierend würde ihn sofort sein Amt kosten. Verfassungsbeschwerden gegen Merkel wurden bisher ohne Begründung (!) abgewiesen. In den USA undenkbar, dort erzwingt jede Klage einen Richterspruch, auch eine Zurückweisung muss vom Gericht begründet werden. Die USA mögen keine perfekte Demokratie haben, aber sie haben davon mehr als Deutschland.
    2. Kann Trump keine unkonstruktivere Politik als Obama mehr machen. Und Clinton, zumindest weniger kommunistisch als Sanders aber immer noch eine Handlangerin der Linken, steht für mich auch nicht für konstruktive Lösungen genau jener Probleme, die von dem Mann zu verantworten sind, der nicht nur ihr Parteifreund sondern auch größter Fürsprecher ist.
    Trump ist kein Idealkandidat, aber wenn die Auswahl mies ist ist das Ergebnis eben auch nicht ideal. Trotzdem steht Trump, trotz seiner narzisstischen Attitüde, immer noch für eine mehr an wirtschaftlichem Verstand orientierte Politik als die “Wir müssen nur die Reichen schröpfen, dann wird alles supergut!”-Politik Clintons. Er hat den rechten Flügel der Republikaner an seiner Seite, Clinton den linken Flügel der Demokraten. Nur das zählt.

  10. Fragolin

    @Der Realist
    Bei uns funktioniert die Knebelmaschine noch besser, weil jeder, der nicht politisch korrekt getschändert und weichgespült daherschwafelt automatisch und unbedacht des Inhaltes seiner Rede sofort ein Faschist, ein Rechtsextremer, ein Nazi sein muss. Dieses Totschlagargument zieht in Deutschland voll und in Österreich halb – in Russland oder Amerika naturgemäß überhaupt nicht.

  11. Falke

    @Mona Rieboldt
    Auch die österreichischen Systemmedien – an der Spitze mit dem ORF – schimpfen täglich auf Trump und loben Hillary Clinton über den grünen Klee. Was ich allerdings als höchst bedenklich empfinde, ist die Schimpftirade von Steinmeier gege Trump. Gnade ihm Gott, wenn Trump tatsächlich Präsident wird und Deutschland natürlich normale Beziehungen mit den USA unterhalten muss. Wenn dann möglicherweise Trump Steinmeier als persona non grata bezeichnet, der nicht in die USA darf und mit dem auch der künftige US-Außenminister keine Gespräche führt, kann Steinmeier wohl seinen Hut nehmen (was, unter uns gesagt, wohl kein Schaden für Deutschland wäre, ganz im Gegenteil).

  12. Fragolin

    @Falke
    Der Steinbeißer hat eine gute alte Regel vergessen: Sei zu jedem A***loch höflich, denn es könnte schon morgen dein Chef sein! 😉

  13. Dieter hausammann

    @Antonia Feretti
    Was bewegt Sie zu dieser Annahme? Haben Sie sein Wirtschaftsprogramm gelesen?
    Glauben Sie ernstlich dass man in USA 10.000 Millionen Dollar verdienen kann wenn man ein Dümmling ist?
    Um ein Land von der Größe der USA zu regieren muss man in Dimensionen denken können die etwas Größer sind als jene des durchschnittliche Politikers.
    Sein Credo ist dass nur Prosperität Frieden garantieren kann. Er ist im Gegensatz zu den meisten Politikern unbestechlich. Lesen Sie “Clinton Cash” auf Breitbart.com dann wissen Sie was alles möglich ist.

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