Warum unsere Politiker sind, wie sie sind

Viele Menschen beschweren sich heute über mangelnde Kreativität bei der Staatsführung. In der Ära interventionistischer Vorstellungen gelangen jedoch nur Menschen in die Politik, die die Interessen mächtiger Gruppen vertreten. Die Mentalität eines Gewerkschaftsführers oder eines Sekretärs des Bauernverbandes macht jedoch keinen weitsichtigen Staatsmann aus. Im Dienst für die kurzfristigen Anliegen einer Interessengruppe entwickelt niemand die Fähigkeiten, derer ein großer Staatsmann bedarf. Bei Staatsgeschäften geht es unweigerlich um langfristige politische Ziele; Interessengruppen hingegen geht es nicht um langfristige Dinge. Das beklagenswerte Scheitern der Weimarer Republik und der französischen Dritten Republik lag hauptsächlich daran, dass ihre Politiker lediglich Experten im Wahrnehmen von Sonderinteressen waren.  (Quelle: Mises, L. v. (1949), Human Action, S. 865 – 866.)

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3 comments

  1. Antonia Feretti

    Also bitte, wozu ist die Ökonomie gut? Zur Bestätigung der ökonomischen Theorien oder zur Lösung der wirtschaftlichen Probleme, die sich so in der Praxis ergeben? Und was bitte sind die Interessen eines “großen Staatsmannes”? Die sogenannten “langfristigen Ziele” sind doch in Wahrheit die, die man nicht will: das tausendjährige Reich? der von Allah gewünschte Islamische Staat? der Kommunismus? Wären die französischen Revolutionäre tatsächlich Experten im Wahrnehmen von Sonderinteressen gewesen, hätte die Geschichte wohl einen anderen Verlauf genommen.

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  2. stiller Mitleser

    @ Antonia Feretti
    “Wären die französischen Revolutionäre tatsächlich Experten im Wahrnehmen von Sonderinteressen gewesen, hätte die Geschichte wohl einen anderen Verlauf genommen. ”
    Ich fürchte der dritte und vierte Stand hatte auch so seine Sonderinteressen.

  3. Johannes

    Ich bin der Meinung auch ein, wie im Artikel gegenteilig behauptet, Sekretär des Bauernverbandes kann ein weitsichtiger Staatsmann sein. Haben sie etwa unseren damaligen Außenminister Figl vergessen.

    Ich sehe in der Behauptung Mises etwas wahres und etwas falsches.
    Zum einen, natürlich sind Menschen die Interessengemeinschaften angehören denen verpflichtet. Und nur weil sie sich für deren Rechte einsetzen sind sie noch lange nicht weltfremde Regulierer.
    Wer sich für den schrankenlosen globalen Handel einsetzt weiß wohl nicht das er der Wegbereiter für die Zerstörung der Welt ist. Wenn es keine Regulierung gibt so gibt es nur das Gesetz des Stärkeren der wenn er die Regenwälder rodet das Monopol auf zb. Soja hat. Nur weil sich dann der Billigstbieter durchsetzt bedeutet es nicht das es gut für die Welt ist. Wenn dann die Landwirtschaftlichen Vertreter der Länder dieser Welt dagegen mobil machen um die eigenen Landwirte zu schützen so sehe ich nicht was falsch daran sein soll. So hoch sind die Lebensmittelpreise nicht das wir unsere Welt für noch billigere draufgehen lassen sollten.
    Das kann doch wohl nicht im Interesse Mises sein.

    Ich glaube starke Persönlichkeiten gibt es in allen Bereichen auch wenn sie in Gewerkschaften oder anderen Bereichen tätig sind. Oft gibt es Schlüsselerlebnisse die sie zur Einsicht und zur realen Sicht und Handlungsweise bewegen. Ich glaube der österreichische Verteidigungsminister ist ein gutes Beispiel wie jemand auch gegen den Mainstream der eigenen Partei dem eigenen Verstand und Gewissen folgt.

    Fatal ist wenn eine Führungsschicht total resistent gegenüber den Entwicklungen ist und auf Dogmen hin stur den Weg ohne Fallschirm wählt.

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