Warum verbieten wir der Wirtschaft nicht einfach, nicht zu wachsen?

Von | 15. Februar 2013

Einen starken und einmischungsfreudigen Staat hat Barack Obama bei seiner jüngsten Rede zur Lage der Nation den Amerikanern versprochen – und das kann man getrost als Drohung auffassen: Denn in der Praxis heißt das erfahrungsgemäß früher oder später höhere Steuern, höhere Schulden – sie haben sich unter Obama verdoppelt –, höhere Staatsquoten und noch mehr staatliche Drangsalierung des produktiven Sektors, also der Privatwirtschaft.

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Kombination aus Gelddrucken und mehr Staat der US-Wirtschaft auf die Beine helfen wird, ist außerordentlich überschaubar, um es einmal optimistisch zu formulieren. Hingegen ist die Idee des Präsidenten eines gemeinsamen Marktes der EU und USA geradezu vorzüglich.

Umso betrüblicher, dass Obamas Vision vom starken Staat zwar ökonomisch kontraproduktiv, aber dafür unter den maßgeblichen Industrienationen ausgesprochen verbreitet ist. Frankreichs sozialistischer Präsident, Hollande, etwa versucht gerade, die Schließung von Industriestandorten durch allerlei gesetzliche Schikanen hintanzuhalten, und will den Wechselkurs des Euro durch staatliche Fummeleien manipulieren. (Dass Frankreichs angeschlagene Autoindustrie deshalb attraktivere Autos baut, ist freilich eher nicht zu erwarten.)

Selbst in Deutschland hat Kanzlerin Angela Merkel angesichts des nahenden Wahltags plötzlich die nicht eben sehr marktwirtschaftliche Forderung nach obrigkeitlich fixierten Mindestlöhnen entdeckt; daran, dass sie einmal für eine Flat Tax war, kann sie sich wohl nicht mehr erinnern. Und forderte heute ein CDU-Politiker wie Friedrich Merz 2008, Deutschland müsse „mehr Kapitalismus wagen“, landete der wohl nicht im Bundestag, sondern in der Klapsmühle. Dass die Linke im Berliner Parlament einen Grenzsteuersatz von 100 Prozent verlangt und mehr als 100 Politiker, Gewerkschafter und Ökonomen die Einführung der 30-Stunden-Woche – natürlich bei vollem Lohnausgleich – gefordert haben, passt blendend ins Bild.

Gleichsam in der Operettenfassung ist dieses Phänomen ja auch hierzulande zu beobachten: Wenn die Wiener SPÖ plakatiert, „das Wasser vor Privatisierung zu schützen“, knüpft sie an die gleiche Befindlichkeit an, nur halt nicht ökonomisch tragisch (weil folgenreich) wie in Frankreich, sondern als bloße Farce bar jeglicher Verankerung in der Realität – was diesfalls durchaus ein Vorteil ist.

Nun ist grundsätzlich weder erstaunlich noch illegitim, dass sozialdemokratische oder sich als links stehend verstehende Politiker angesichts der globalen Krise Alternativen zum stark eingehegten Kapitalismus der westlichen Wohlfühlstaaten suchen. Erstaunlich und eher mühsam ist allerdings, dass dabei bloß die erprobten und erwiesenermaßen nicht funktionierenden alten etatistischen Rezepte aus dem vorvergangenen Jahrhundert exhumiert werden.

„Der Linken“, diagnostizierte jüngst der liberale US-Politikwissenschaftler Francis Fukuyama in „Foreign Affairs“, „ist es nicht gelungen, für mehr zu stehen als für eine bloße Rückkehr zu einer hoffnungslos veralteten und vor allem unbezahlbaren Spielart der Sozialdemokratie.“ Solange sich daran nichts ändert – was nirgends in Sicht ist –, bleibt Obamas und seiner europäischen Geistesverwandten Bedürfnis nach einem starken Staat eine gefährliche Drohung. (Presse)

 

38 Gedanken zu „Warum verbieten wir der Wirtschaft nicht einfach, nicht zu wachsen?

  1. Suwarin

    Wieso sollten die Linken sich auch weiterentwickeln? Gewählt werden sie, egal wie dumm sie sind.

  2. Klaus Kastner

    Man muss auf einen ganz wesentlichen Punkt in Obama’s Argumentation hinweisen: Ziel der amerikanischen Wirtschaftspolitik sollte sein, die Mittelklasse zu stärken. Das kann natürlich nur Rhetorik sein, um andere ideologische Punkte zu rechtfertigen, aber es ist mit Sicherheit die richtige Rhetorik.

    Ende der 1980er Jahre hatte ich eine kleine Firma in den USA, wo ich meinen Mitarbeitern zwischen 8-12 USD/Stunde bezahlte. Da mussten sie schon volle Arbeitszeit bringen, um auf ein Jahresgehalt von 20.000 USD oder mehr zu kommen, was mir extrem niedrig vorkam. Und trotzdem: sie konnten damit gut leben. Ein Mitarbeiter mit 12 USD/Stunde konnte damit als Alleinverdiener ein Haus finanzieren, eine 5-köpfige Familie ernähren und rundherum ein gutes Leben führen. Ich konnte das zwar nie so richtig verstehen, aber so war es.

    Heute sind solche Leute auf verlorenem Posten. Und dann gibt es natürlich Millionen von Amerikanern, denen es noch schlechter geht, als den schwächsten Griechen. Ich halte das vor allem in Amerika für kritisch, weil ein Teil des amerikanischen Traums es immer war, dass man mit ‘hard work and clean living’ seiner Familie einen angemessenen Lebensstandard bieten könnte.

    Deswegen meine ich, dass Amerika alles tun muss, um den Industrialisierungsgrad seiner Wirtschaft, sehr stark ausgehöhlt in den letzten 3-4 Jahrzehnten, wieder zu erhöhen. Und dass Teile der amerikanischen Infrastruktur sich sogar etwas von der griechischen Infrastruktur abschauen könnten, ist auch bekannt.

    Das Problem mit Staatsausgaben ist immer, dass man nicht wirklich zwischen ‘Ausgaben’ und ‘Investitionen’ unterscheidet. Und die besonders Schlauen (viellicht gehört Obama zu ihnen) argumentieren Staatsausgaben mit ‘Investitionsbedarf’, nur um sie dann in echte ‘Ausgaben’ umzuwandeln.

  3. Rainer Gesell

    Ich beobachte diesen Block schon lange und Ich sage es frei heraus. Er schmeckt mir nicht! Es wird kein Hehl draus gemacht das diese Seite ganz offensichtlich von der Hochfinanz oder anderen dunklen Seiten gesponsert wird. 99% Ihrer Vergleiche und Beispiele hinken. Beispiele? Kein Problem:
    Es heisst immer die Privaten können alles immer besser wie der Staat. Ach ja? Ja wo denn? Ich habe es lieber, dass unser Wasser von den Behörden von DEMOKRATISCH gewählten Volksvertretern verwaltet wird als von Privatier’s die nur in ihre Tasche wirtschaften. Wenn mir ein Politiker oder Verwaltungsrat nicht passt dann wähle ich ihn ab. Den Vorstand kann ich NICHT abwählen!

    Sie lachen über die lohnenswerte Initiative das man nur noch 30 Stunden in der Woche arbeiten soll. Das soll sich nicht lohnen und so weiter lauten die hohlen Argumente. Das stimmt – wenn die Vorstände und anderen dunklen Gestalten die wo ihr Geld raffen sich Millionen an Gehältern gönnen – und UNS das Gehalt kürzen und Entlassungen vornehmen!
    Wenn man den Herrschaften das Gehalt kürzt das sie verdienen wie alle anderen hart arbeitendenden Menschen auch, und diesen Profit umFAIRteilt dann bleibt für alle mehr als Genug übrig! Unsere MitarbeiterInnen und Mitarbeiter sind so tüchtig das genug erwirtschafttet wird. Man muss es nur GERECHT umfairteilen.
    Ebenso missfällt mir die Hetze gegen MigrantInnen und Migranten. Sie leisten einen wichtigen beitrag für unseren Volk’s Wirtschaft. Jede Hand wird hier in Deutschland und in Österreich gebraucht! Wer hat denn bitte nach 45 das Land aufgebaut? Das waren die fleissigen MitbürgerInnen und Mitbürger aus der Türkei. Und trotzdem werden sie noch immer diskriminiert!
    Ich bin froh das die BürgerInnen und Bürger in der Mehrheit Ihre verdrehten Sachen hier durchschauen und sich nicht verwirren lassen mit Ihren Zahlen und Argumenten und Tatsachen. Ich bin froh das es die Qualitetspresse gibt die uns solide und sachlich informiert so dass derjenige der wo denken kann nicht auf Blocks wie diesen hereinfällt.

  4. rubens

    Die zäumen das Ross von hinten auf. Eigentlich sollte jeder dieser Herrschaften mal in der Landwirtschaft Rösser aufzäumen lernen, sie dürfen hinten beginnen.

  5. Selbstdenker

    @Klaus: Ihr Beitrag trifft den Nagel auf den Kopf. Vielen Dank!

    Die Weltretter-Rhetorik von Obama nervt. Trotzdem muss muss ich ihm in einigen Punkten recht geben:

    Der Mittelstand in den USA blutet aus, das Land befand sich bis vor kurzem in einem langen Deinstrialisierungsprozess und die Infrastruktur verrottet.

    Das Funktionieren dieser drei Bereiche hat den westlichen Wohlfahrts-Kapitalismus über Jahrzehnte charakterisiert. Hier gehört dringend der Hebel angesetzt.

    Diese drei Bereiche sind in Europa zwar auch extrem gefährdet, jedoch sind die Urachen andere.

    Aus disem Grund lässt mich der (temporäre) Ruf nach mehr Staat in den USA eher kalt als in Europa. In einer Hochsteuerzone wie Europa nach mehr Staat zu rufen kommt hingegen einem Selbstmord mit Anlauf gleich.

    Die plakative Idee der “Informationsgesellschaft” als spin-off vom Computer- und Internet-Hype hat jahre- wenn nicht jahrzehntelange Fehlentscheidungen und Fehlinvestitionen in den westlichen Ländern bewirkt.

    Der Glaube, dass grosse Volkswirtschaften weitgehend nur von Dienstleistungen leben werden können, dürfte mit all seinen fatalen Konsequenzen in die Wirtschaftsgeschichte eingehen.

  6. Tom Pinger

    Bin wie so oft auch diesmal derselben Meinung wie Ch. Ortner. Nur, was an einem deutschen VW oder Opel soviel attraktiver sein soll, als an einem franz. Citroen oder Renault, ist für mich nicht nachvollziehbar. Zumal die – schwer ausrottbaren – Vorurteile von Rost und Reparaturanfälligkeit franz. Autos längst nicht mehr gelten.

  7. Klaus Kastner

    @Selbstdenker
    Richtig, eine Volkswirtschaft – groß oder klein – kann nicht nur von Dienstleistungen leben, es sei denn, die Bürger dieser Volkswirtschaft konsumieren nie etwas Anderes als Dienstleistungen. Sobald man aber Produkte braucht, dann muss jemand sie herstellen. Wenn sie nur mehr im Ausland hergestellt und importert werden, dann muss sich diese Volkswirtschaft überlegen, wie sie eine ganze Menge von Dienstleistungen exportieren kann. Ansonsten geht sich das mit der Zahlungsbilanz auf Dauer nicht aus. Und nachdem man wahrscheinlich nie soviel Dienstleistungen exportieren kann, wie man an Produkten importiert, wird man wohl nicht darum herumkommen, selbst Produkte herzustellen.

  8. menschmaschine

    hollande ist in panik. er merkt, daß nichts von dem, was er versprochen hat, funktioniert und will seinen a**** retten. dazu ist ihm jedes noch so doofe mittel recht.
    @ klaus kastner:
    die usa werden sich demnächst massiv zu reindustrialisieren. ihr eigenes öl und gas wird dafür sorgen und mit niedrigen energiekosten industrie ins land locken. unsere voest zb. eröffnet demnächst ein neues stahlwerk – aber nicht in österreich, sondern in nordamerika.

  9. nometa

    “Erstaunlich und eher mühsam ist allerdings, dass dabei bloß die erprobten und erwiesenermaßen nicht funktionierenden alten etatistischen Rezepte aus dem vorvergangenen Jahrhundert exhumiert werden.”

    Das ist erwiesen, ja, aber noch nicht bis zum Mainstream durchgedrungen. Roosevelts “New Deal” gilt für die meisten noch immer als Rettung aus der Großen Depression in den Dreißigern… Südeuropa spart sich kaputt – zumindest laut Mainstream-Medien. Und so weiter, und so weiter… Daher finde ich es nicht so erstaunlich, dass zum xten Mal zu etatistischen Voodoo-Maßnahmen gegriffen wird.

  10. Rennziege

    @menschmaschine
    “die usa werden sich demnächst massiv zu reindustrialisieren.”
    Stimmt. Der Fracking-Glücksfall ist auch der einzige Rettungsanker und Treinbstoff für Obamas unverhohlen sozialistischen Vergnügungsdampfer. Kam auch in seiner SOTU-Ansprache durch, zumindest zwischen den gewohnt populistischen Zeilen.
    Aber hierzulande wird Fracking, eine veritable Chance auf dem Weg zu tatsächlich brauchbaren anderen Formen der Energiegewinnung (denn “erneuerbare” gibt es physikalisch nicht), von den üblichen Autisten so verteufelt wie das Anzünden eines Waisenhauses.
    Hätte sich die EU nicht eh schon wissenschaftlich kastriert, jetzt wird sie vollends zum weltwirtschaftlichen Eunuchen.

  11. herbert manninger

    @Rainer Gesell
    Super Satire, gut gemacht!
    Sie besteht aus einem Hochkonzentrat naiver Krone-Leserbriefe, Absonderungen der Verschwörungstheoretiker und unbedarfter Viecherlschützer.

  12. Thomas Holzer

    @Rainer Gesell
    Und wenn Sie das z.B. das gesamte Bruttoegehalt des VW-Vorsitzenden auf alle 501.958 Mitarbeiter aufteilen (und den VW-Vorsitzenden lassen wir FAIR unbezahlt arbeiten) erhält jeder Mitarbeiter dieses Konzerns monatlich sage und schreibe EUR 2,83 brutto mehr!

    Ihre Ideen sollten wirklich zum Wohle der Menschheit umgesetzt werden 😉

  13. Kapuściński

    @Rennziege
    Kann mich nur anschließen. Drei der besten Texte die ich in den letzten Monaten gelesen habe stammen von Pirincci! Ein zeitgenössischer „Atlas shrugged“-Autor. Sehr witzig, Sehr gebildet. Skrupellos incorrect. Ein Genuss! Ach ja – und sehr wahr!

  14. wollecarlos

    @Reiner Geselle

    “Es heisst immer die Privaten können alles immer besser wie der Staat. Ach ja? Ja wo denn? Ich habe es lieber, dass unser Wasser von den Behörden von DEMOKRATISCH gewählten Volksvertretern verwaltet wird…”

    Gut gebrüllt, Geselle, aber zum Meister reicht es noch nicht:

    ” Beispiele? Kein Problem:”

    Staatlich geplante Philharmonie in Hamburg:
    Statt 70 Millionen veranschlagt, ist man jetzt bei 700 Millionen.

    Staatlich geplanter Flughafen in Berlin:
    Statt 4 Milliarden und Eröffnung im Jahr 1012 nunmehr -voraussichtlich 7 Milliarden und Eröffnung eventuell (!!!) im Jahr 1015.

    Staatlich geplanter -weil in Bundesbesitzt befindlicher- Bahnhof in Stuttgart statt 4 Milliarden nunmehr 6 bis 7 Milliarden….

    Reicht das erstmal, um die Effektivität staatlicher Wirtschaftmaßnahmen zu untermauern?

    Aber Sie offenbaren Ihre wirtschaftpolitische Sicht in ein paar Worten:

    “Ich habe es lieber, dass unser Wasser von den Behörden von DEMOKRATISCH gewählten Volksvertretern verwaltet wird…”

    “Verwaltet” !!! Das ist das Stichwort!

    Und außerdem, seit wann sind die Behörden demokratisch gewählt?

    Vielleicht brauchen Sie noch etwas Nachhilfeunterricht?

    Auch dafür ist dieser Blog recht gut!

  15. menschmaschine

    @Rennziege
    im ernst: für europa schaut es nicht gut aus. egal, welche prognose man auch hernimmt, in praktisch jeder wird europa als verlierer der nächsten jahre und jahrzehnte gesehen. wirtschaft, außenpolitische bedeutung, energiepolitik, arbeitsmarkt, kaufkraft, sparquote, verfügbares einkommen, alles im niedergang begriffen.
    irgendwann in nicht allzu ferner zukunft werde ich wohl um asyl in den usa ansuchen müssen.

  16. Mona Rieboldt

    @herbert manninger
    Unter Türken bzw. mit türkischem Migrationshintergrund gilt ja das Märchen, sie hätten Deutschland nach dem Krieg, also ab 45, wieder aufgebaut und genau das schreibt Rainer Gesell auch. Türken kamen aber erst in den 60 bis 70er Jahren nach Deutschland, als es Vollbeschäftigung gab und die Industrie mehr Arbeiter brauchte. Davon haben gerade Türken profitiert, die sich von dem Geld Häuser in der Türkei bauen konnten. Ebenfalls gab es Verträge, dass Fsmilienmitglieder in der Türkei in der deutschen Krankenversicherung mitversichert waren etc.
    Die Türken kamen also erst, nach dem Deutschland schon lange aufgebaut und wirtschaftlich auf einem Höhepunkt war.

    Und was Migranten an sich angeht, so leben heute in Berlin 90!! Prozent aller Libanesen von Hartz IV.

  17. Suwarin

    @Rainer Gesell
    Sie schreiben, einerseits könnten wir uns die 30-Stundenwoche leisten, andererseits bräuchten wir aber auch jede Hand. Denken Sie darüber bitte nochmal nach.

  18. Jennerwein

    @Rennziege
    Wasserkraft ist nicht erneuerbar, Windkraft ist nicht erneuerbar, Solarenergie ist nicht erneuerbar? Alle Energieformen, die beim Erzeugen von Energie nicht verbraucht werden, sind erneuerbar. Oder ist die Donau irgendwann leer, wenn man die Flusskraftwerke nutzt?
    Man kann manche Erneuerbare von der Effizienz her kritisch sehen, aber Ihre Physik müssen Sie einmal eingehend erläutern.

  19. Rennziege

    @Jennerwein
    Es gibt erneuerbare Energiequellen, wie die von Ihnen erwähnten. Energie per se, physikalisch, folgt unabänderlich der Formel E=mc² — und solange Sie den alten Einstein nicht widerlegen können …

  20. Gutartiges Geschwulst

    @Rainer Gesell

    Rainer Gesell :
    Ich beobachte diesen Block schon lange und Ich sage es frei heraus. Es wird kein Hehl draus gemacht das diese Seite ganz offensichtlich von der Hochfinanz oder anderen dunklen Seiten gesponsert wird.

    Sie ahnen ja nicht, wie ungern ich Ihnen widerspreche, @Rainer Gesell! Jedoch, zu meinem aufrichtigen Leidwesen, waren bisher weder Hochfinanz noch andere dunkle Seiten dazu bereit Ihre großartige Idee aufzugreifen, und mich zu sponsern.
    Sollten Sie irgendwelche Beziehungen haben, wenigstens zu dunklen Seiten (Hochfinanz traue ich Ihnen nicht gerade zu), bitte ich Sie um entsprechende Empfehlung.
    Dafür würde ich meinerseits nicht verabsäumen, Sie mit einer großzügigen Provision zu versehen.

  21. Gutartiges Geschwulst

    Jetzt habe ich mich selbst unter Zitat begeben. Falsche Bescheidenheit war schon immer mein Problem.

  22. Kayneth

    Ich find es ein wenig traurig, dass die “Rechten” nach all den Jahren noch immer nicht den eigentlich doch ziemlich einfachen Grundgedanken der “Linken” verstanden haben, daher nochmals ein verzweifelter Versuch idiotensicher zu veranschaulichen, warum es keinen Sinn macht, bei den Ärmerein zu sparen.

    1.) Geld ist nur ein Schuldschein, was dem einen gehört, fehlt dem anderen. Es ist eine Umverteilung dessen, was bereits da ist. Mit Geld kann man definitiv nicht mehr Wohlstand schaffen, Geld erschafft keine Produkte. Es sei denn, man nutzt das Geld als Machtinstrument, um die Arbeitsleistung der Menschen in eine Richtung zu lenken, die zu mehr Output führt. Das ist das überzeugendste Argument für den Kapitalismus: Er schafft Leistungsmotivation, Optimierung von Herstellungsprozessen, mehr Output.

    2.) Will man mit Geld den Output an Wohlstand fördern, muss man es sinnvoll investieren. Warum haben die Menschen von heute im Vergleich zum Mittelalter einen durchschnittlich höheren Wohlstand? Aufgrund von Innovation, technischer Entwicklung, Automatisierung, Prozessoptimierung (was wiederum Bildung und Wissenschaft voraussetzt). Die Voraussetzungen muss die Politik finanzieren. Warum? Weil es sich um “Güter” handelt, die der Allgemeinheit zu Gute kommen, nicht jedoch speziellen wirtschaftlichen Betrieben – weshalb diese auch aus gesundem Egoismus heraus sich auf die ersteren Ziele konzentrieren (Weiterentwicklung/Optimierung IHRER Produkte bzw. Arbeitsabläufe). Auch hier ist der Kapitalismus durch den Konkurrenzkampf der beste Motor für Fortschritt. Fehlt der Wirtschaft aber die benötigte Voraussetzung – Bildung, Wissenschaft, Infrastruktur etc. – dann kann auch sie langfristig sich nicht gut entwickeln. Die Politik hat also die Verpflichtung, über den Egoismus und die Dummheit der einzelnen Konzerne hinwegzusehen und die notwendigen Grundlagen wenn nötig per Schulden zu schaffen.

    3.) Okay, also kein Sparen an Wissenschaft, Bildung, Infrastruktur, aber was ist mit der sozialen Unterstützung der Menschen? Viele soziale Massnahmen führen dazu, dass Menschen, die z.B. ohne medizinische oder psychologische Hilfe unproduktiv werden würden nun wieder mehr leisten können. Umso mehr Menschen aus diesem System rausfallen, z.B., weil sie nicht leistungsfähig sind, dann jedoch auch nichts/kaum etwas verdienen, umso weniger kann die Wirtschaft weiter wachsen, schließlich müssten weniger Menschen mehr Produkte verbrauchen. Das geht nicht, ausser…

    4.) … die Masse der Verbraucher hat genügend Geld, um mehr zu kaufen, als sie eigentlich benötigt, kurz gesagt um im Überfluss zu leben. Wenn man einen Schwamm immer mehr ausdrückt, kommt irgendwann auch kein Wasser mehr heraus, ist doch irgendwie logisch, oder? Wenn die Wirtschaft mehr verkaufen will, muss es mehr Konsumenten geben oder dieselben Konsumenten müssen mehr konsumieren können, brauchen also mehr Geld. Wie aber soll die Wirtschaft weiter wachsen, wenn …

    5.) … das Geld, als Schuldschein, als Anspruch auf Gegenleistung, sich immer mehr bei einigen Wenigen ansammelt und dort als ungenutztes Kapital, das nicht in die Wirtschaft (und insofern als Bezahlung an die Arbeiter / Konsumenten) zurück fließt, rumgammelt. Während der Mittelstand sein Einkommen sehr schnell wieder ausgibt (bzw. ausgeben muss) und damit den Kreislauf und die Wirtschaft ankurbelt, sammeln einige wenige Reiche ihre Ansprüche auf Leistungen immer mehr an und lassen nur einen geringen Teil davon wieder in den Kreislauf zurück fließen. Weniger Menschen konsumieren immer weniger, es gibt weniger Nachfrage und es fliesst immer weniger Wasser aus dem ausgedrückten Schwamm, bis irgendwann die große breite Masse der Menschen Schulden bei einigen Wenigen hat, die diese aber niemals einfordern können, weil sie a.) nicht genug konsumieren können und b.) weil es über kurz oder lang aufgrund der zunehmenden Ungerechtigkeit dazu kommen muss, dass diese breite Massen diese Schuld nicht mehr anerkennt, sich davon befreit.

    Wenn also Staaten Schulden bei jenen Menschen, die überflüssiges Kapitel haben, machen, und damit den Rückfluss in die breite Masse ermöglichen – in Form langfristiger Entwicklungsmaßnahmen, die zu wirklich mehr Wohlstand (im Gesamten und im Idealfall auch für jeden Einzelnen) führen (nämlich Technologie, Fortschritt, Stichwort Industrialisierung) – dann stellt dies letzten Endes den notwendigen “Gegenspieler” zum Zinssystem dar, bei dem Kapital sich ansonsten immer mehr bei Einzelnen anhäufen würde (selbst bei geringer Verzinsung) und der Umverteilungsprozess unstoppbar langfristig zu einem derart extremen Ausmaß führen müsste, dass – wie oben beschrieben – sich die Breite Masser der Menschen irgendwann von der in Sklaverei übergehenden Ausbeutung befreien würde. Was wird, bzw. was muss passieren? Die Staaten sind gezwungen – langfristig – diese Kapitalansammlung zu bremsen und das geht nur, indem es zu einem Schuldenschnitt, gewaltiger Inflation oder einem System kommt, bei dem zwar theoretisch Staaten große Schulden bei Einzelnen haben, diese Einzelnen aber diese Schulden niemals schlagend machen werden (sie also ohnehin gewissermassen erlassen). Letzteres war bisher der Fall, weil es nicht nötig war, mehr als einen Bruchteil des Geldes der Schuldner einzutreiben, um es zu investieren. Nun aber kriegen immer mehr Eigner Panik, dass ihre Schulden nicht mehr gedeckt sein könnten, wenn sie nicht zu den Ersten gehören, die ihren Anspruch noch geltend machen – und genau darum haben wir heute wieder eine Wirtschaftskrise.

    Klar ist, dass Menschen mit Kapital dieses nicht mehr dem Staat borgen wollen, wo sie doch ahnen können, dass sie es damit langfristig verlieren werden. Klar ist aber auch, dass – weil das Kapital der Reichen immer mehr zunimmt – ebenso gut alle übrigen Investitionsmöglichkeiten zunehmend schlechter werden, da beispielsweise die Nachfrage nach Produkten sinkt, wenn die Masse der Menschen weniger Geld zur Verfügung hat. So oder so: diese Spirale hat genau ein Ziel, die Frage ist nur, wann sie es erreichen wird. Und je stärker der Staat dieser Entwicklung entgegen wirkt, indem er Wohlstand durch technologischen Fortschritt begünstigt (und damit erlaubt, dass auch ein zunehmend geringeres Einkommen im Mittelstand diesen zufriedenstellen kann) bzw. wieder Geld in die Konsumentenschicht zurückführt, umso länger können die Gewinner des Systems noch von ihrem Vorteil profitieren. Daher ist es viiiielleicht ein wenig kurzsichtig, sich über soziale Umverteilung zu beschweren.

  23. waldsee

    sehr schön ,daß so vielen das mayersche
    energieerhaltungsgesetz bekannt ist.
    nur das nützt uns aber nichts im hier und jetzt .die österr.linksdenker zum beispiel
    retten gerade das wasser,wie früher der haider und die krone.helft ihnen doch.
    vielleicht lassen sie uns dann in ruhe.

  24. Gunter

    Jennerwein :
    @Rennziege
    Wasserkraft ist nicht erneuerbar, Windkraft ist nicht erneuerbar, Solarenergie ist nicht erneuerbar? Alle Energieformen, die beim Erzeugen von Energie nicht verbraucht werden, sind erneuerbar. Oder ist die Donau irgendwann leer, wenn man die Flusskraftwerke nutzt?
    Man kann manche Erneuerbare von der Effizienz her kritisch sehen, aber Ihre Physik müssen Sie einmal eingehend erläutern.

    Wasserkraft, Windkraft und Solarenergie haengen von der Sonne ab. Und die ist NICHT erneurbar! Nach einigen Milliarden Jahren ist Schluss damit.

  25. FDominicus

    Suwarin :
    @Rainer Gesell
    Sie schreiben, einerseits könnten wir uns die 30-Stundenwoche leisten, andererseits bräuchten wir aber auch jede Hand. Denken Sie darüber bitte nochmal nach.

    Verwirren Sie derartige Künstler nicht mit Tatsachen. Das gehört sich einfach nicht.

  26. Samtpfote

    Rennziege :
    @herbert manninger
    @Thomas Holzer
    Ja, das muss Satire sein. Wer sonst schreibt “… so dass derjenige der wo denken kann nicht auf Blocks wie diesen hereinfällt”?

    Der Reiner Gesell erinnert mich an den berühmt berüchtigten Michi Austria im Presseforum…
    Sollte der obige Erguss jedoch ernst gemeint sein, dann wäre er das beste Beispiel, die direkte Demokratie ohne Gesetze hinsichtlich der Wählerqualität, zu hinterfragen …. ach was! einfach zu verbieten!

  27. KClemens

    Mona Rieboldt :
    @herbert manninger
    Unter Türken bzw. mit türkischem Migrationshintergrund gilt ja das Märchen, sie hätten Deutschland nach dem Krieg, also ab 45, wieder aufgebaut und genau das schreibt Rainer Gesell auch. Türken kamen aber erst in den 60 bis 70er Jahren nach Deutschland, als es Vollbeschäftigung gab und die Industrie mehr Arbeiter brauchte. Davon haben gerade Türken profitiert, die sich von dem Geld Häuser in der Türkei bauen konnten. Ebenfalls gab es Verträge, dass Fsmilienmitglieder in der Türkei in der deutschen Krankenversicherung mitversichert waren etc.
    Die Türken kamen also erst, nach dem Deutschland schon lange aufgebaut und wirtschaftlich auf einem Höhepunkt war.
    Und was Migranten an sich angeht, so leben heute in Berlin 90!! Prozent aller Libanesen von Hartz IV.

    Das Problem ist, daß große Migrantengruppen in Deutschland per se von der Arbeitsaufnahme ausgeschlossen werden. So ist es Asylbewerben in Deutschland grundsätzlich verboten zu arbeiten. Auch vielen Türken, die währen des Militärputsches nach Deutschland kamen hatten folgenden Zusatz in ihrem Papieren: “Keine Arbeitsaufnahme erlaubt”.

    Zumindest so lange, wie die Asylverfahren liefen. Das gleiche gilt bis heute. Da das jahrelang dauern kann, hat man in der Zwischenzeit die Leute darauf trainiert, zu hause rumzusitzen.

    Davon hat dann wenigstens die Betroffenheits- und Betreuungsindustrie was.

  28. wollecarlos

    @KClemens
    “Das Problem ist, daß große Migrantengruppen in Deutschland per se von der Arbeitsaufnahme ausgeschlossen werden.”!

    WO sehen Sie “das Problem” in DIESEM Zusammenhang ( in diesem Blogteil?)

  29. KClemens

    Nun, abgesehen davon, daß ich mich mit meiner Antwort lediglich auf ein Vorpost bezog, kann man das Verhindern der Arbeitsaufnahme mit staatlicher Bevormundung- und Entmündigunspolitik auch genau in dem Kontext sehen.

    Wenn ich Personengruppen (gleich ob Migranten oder “alte” jenseits der 45) von der Arbeit ausschließe, so ist das mit Sicherheit auch eine Wirtschaftswachstumsverhinderungsmaßnahme.

    Zufrieden jetzt, wertester wollecarlos?

  30. Mona Rieboldt

    @KClemens
    Wer bitte soll denn diese Wirtschaftsflüchtlinge einstellen? (Die Anerkennungsquote von Asylanten liegt bei 0,?%) Es fehlt ihnen an Qualifikation, sie sprechen die Sprache nicht, sind nicht selten Analphabeten. Zur Zeit sind Tausende Zigeuner aus Serbien und Montenegro gekommen. Das sind wohl alles die Facharbeiter, die Deutschland sucht?

    Ich sehe einen Zusammenhang zwischen dem Gerichtsurteil,dass “Asylanten” genauso viel Geld bekommen müssen wie Hartz IV-Empfänger und dem erneuten Zustrom nach Deutschland. Und ich sehe einen Zusammenhang der Verschuldung von Ländern und ihrem aufgeblähten Sozialstaat.

    Aber na ja, die vielen Sozialarbeiter wollen ja auch Geld verdienen. Immerhin beschäftigt die Armutsindustrie sehr viele Mitarbeiter.

  31. wollecarlos

    @KClemens
    Naja, zu 50,1 % zufrieden… 😉

    Das “Wirtschaftswachstum” hat ja nicht unbedingt mit “Vollbeschäftigung” zu tun, damit, daß keine “Personengruppen” ausgeschlossen werden, usw.!

    Betrachten wir es marktwirtschaftlich:

    *Es gibt eine Arbeitsnachfrage
    >das Angebot von “Arbeitern” ist ausreichend, um diese Nachfrage zu decken

    *Es gibt eine Übernachfrage
    >man stellt mehr “Arbeiter” ein oder die Preise für Arbeit steigen

    Wenn diese “Waage” nicht mehr funktioniert, sucht man neue Arbeitskräfte. Jedoch nach bestimmten Qualitäts-Kriterien.

    Was macht man, wenn diese nicht erfüllt werden?
    Beispielweise, weil es keine Facharbeiter sind?

    Das Wirtschaftswachstum wird “verhindert”, egal ob es unfähige Einwanderer, nicht qualifizierte Asylanten oder aus Altersgründen nicht mehr einsetzbare Menschen sind.

    Wirtschaftswachstum wird nicht durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen generiert.

    Einverstanden, wertester KClemens?

  32. Smarti

    @Kayneth
    Ihre Argumentation ist nicht idiotensicher sondern uralt. Und die alte Leier vom Geld, das angeblich von den Reichen gehortet wird, kennen wir zu Genüge von den Keynesianern.

    Das Problem bei dieser Logik liegt in drei Denkfehlern:

    1.) Sie vergessen das Nichtsättigungs-Axiom. Menschen sind nie satt. Es entstehen immer neue Wünsche und Bedürfnisse, sodass das Einkommen, das über die bloße Subsistenz hinausgeht, sehr wohl verausgabt wird. Ich z.B. würde mir vielleicht ein Flug auf den Mond gönnen, wenn mein Einkommen entsprechend hoch wäre.
    Sollten Reiche keinen Wunsch mehr verspüren noch mehr Reichtum zu akkumulieren, können sie auch einfach damit aufhören und ihr Kapital verkonsumieren.

    2.) Sollten die Kapitalisten ihr Geld horten, dann ist das überhaupt kein Problem, solange alle Preise flexibel sind, denn JEDE GELDMENGE IST OPTIMAL. Aber natürlich sind die Preise nicht flexibel, eben aufgrund der Maßnahmen, die Menschen mit Ihrem Weltbild durchsetzen…

    3.) Dazu kommt: Sollte Geld gehortet werden, geht dieses Horten per Definition zu Lasten der Investitionen. Wenn aber die Investitionsausgaben durch Geldhortung stärker sinken als die Konsumausgaben, muss die allgemeine Profitrate zwangslogisch wieder ansteigen (weil der Verhältnis Konsum / Investitionen steigt), wodurch der erneute Anreiz entsteht Geld eher zu investieren als zu horten. Wiederum wird dieser Prozess von Leuten mit Ihrem Weltbild versucht (durch Inflationspolitik) zu stoppen. Was nie funktioniert, wie Sie sehen können.

  33. Kayneth

    @Smarti
    Uralt aber scheinbar von den meisten noch immer nicht begriffen. Zu Ihren 3 Punkten:

    1.) Ganz einfach: Wirtschaft wachst, wenn sie mehr Konsumgüter verkauft. Wenn 1 “Reicher” 100 Mio Euro p.a. verdient, dann verbraucht er nun beispielsweise 10 Mio Euro für Konsumgüter (Häuser, Autos…) pro Jahr und versucht die restlichen 90 sinnvoll zu investieren. Worin investiert er? Im besten Fall in produzierende Unternehmen, in vielen Fällen kommt es nur zu einer Besitzübernahme, einer Umverteilung von Arm (bzw. weniger Reich) zu Reich. Wenn 10.000 “Arme” 10.000 Euro im Jahr zur Verfügung haben… tada: kaufen sie damit zu 90% Konsumgüter und sparen die restlichen 10%. Ihre Annahme stimmt einfach nicht, zumindest nicht für den Konsum. “Zu hoher” Reichtum führt (fast) nur zur Besitzumverteilung, also einer Umverteilung von Anspruch, z.B. gehört nun mir das Grundstück, das einst Ihnen gehört hat. Kurbelt nicht wirklich die Wirtschaft an.

    2.) Wenn ich Sie richtig verstehe, meinen Sie damit das folgende, vollkommen richtige Argument, das auch ich immer wieder allen Kommunisten oder Linken entgegne, wenn diese meinen, dass die Reichen den Armen zu viel wegnehmen würden und dies zum Elend auf dieser Welt beitragen würde: Es spielt ÜBERHAUPT KEINE Rolle, wer auf was welchen Anspruch hat, wem also was gehört (meine Firma, deine Firma), das einzige, was zählt ist, wer wieviel an Ressourcen (speziell Arbeitskraft) verbraucht. Wenn wir Geld mal weglassen und nur als Anspruch betrachten, der jedoch (in Form von Konsum bzw. Arbeitsleistung) NOCH NICHT EINGEFORDERT wird, dann nehmen selbst die Reichsten der Reichen dem Mittelstand bzw. den Armen relativ wenig an Gütern oder Arbeitsleistung weg. Solange also das “gehortete Geld der Reichen” nicht in den Umlauf kommt (indem Güter eingefordert werden), passt sich einfach der Preis an (Deflation) und die Balance blieb nach Ihrer Sichtweise aufrecht erhalten. Habe ich Sie da richtig verstanden? Meiner Meinung nach stimmt das jedoch aus einem einzigen Grund nicht (siehe 1. Punkt!): Da Reiche ihr Geld VERMEHREN wollen, investieren sie (u.a.) in die Produktion von Gütern (z.B. 90% der 100 Mio), während sie nur 10% in den Konsum von Gütern stecken. Wären die 100 Mio auf “Arme” verteilt, würden diese 90% in den Konsum und 10% in die Kapitalanlage (z.B. Bank -> Produktion) investieren. Kurz gesagt: In unserem Angebot-Nachfrage-System gibt es einfach zu viele, die verkaufen (einnehmen, verdienen) wollen und zu wenige, die kaufen (ausgeben) wollen. Das wird natürlich umso schlimmer, je mehr Kapital insgesamt in einzelnen Händen “zu viel” vorhanden ist, sprich im Überfluss, sodass ein Konsum nicht mehr im entsprechenden Mass möglich bzw. sinnvoll ist. Je mehr Reichtum bei je weniger Menschen, umso mehr Kapital sucht nach Investion, umso weniger Kapital ist in den Händen der Konsumenten, logisch oder? Wenn sich die Schere zwischen Arm und Reich weiter dehnt, muss es immer stärker zu einem Unverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage kommen.

    3.) “Wenn aber die Investionsausgaben durch die Geldhortung stärker sinken, als die Konsumausgaben…” – das ist aber nicht der Fall?! Genau das Problem beobachten wir ja gerade: Immer mehr Reiche wollen immer mehr Geld investieren und immer weniger Konsumenten können sich diese Güter leisten. Ich glaube wir sprechen (aufgrund unterschiedlicher Begrifflichkeiten) aneinander vorbei: Wenn ich von “Geld horten” spreche, meine ich nicht, dass es rumliegt. Ich meine damit, dass es sich (z.B. in Form von Investionen) bei einigen wenigen ansammelt und von dort aus nicht mehr zu den Konsumenten zurückfließt (gehortet wird), sondern zu einem Überangebot an Gütern (Investion) bei viel zu geringer Nachfrage führt. Nach dem 2. Weltkrieg war beispielsweise das Gegenteil der Fall, in jeder Export-Nation ist das Gegenteil der Fall, jeder Wirtschaftswachstum basiert darauf, dass viel Nachfrage und wenig Angebot vorhanden ist, denn nur so besteht das Bedürfnis “zu wachsen / mehr zu produzieren”.

    Und da Sie nun glaube ich 3? 4? mal über mich als “Menschen wie Ihnen” sprachen, würde ich gerne wissen, was für ein Mensch ich denn bin, schließlich scheinen Sie mich ja allzu gut zu kennen? Vorurteile und vorschnelle Annahmen verhindern jede Chance auf ein produktives Gespräch mit der Möglichkeit zu wachsen.

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