Warum verlor der Westen Russland?

Von | 15. November 2021

Immer noch wird darüber debattiert, warum sich Russland nach 2000 vom Westen abwandte. Der Reformer Boris Jelzin hatte noch die Nähe zu Europa und den USA gesucht; der auf Loyalität und Macht geeichte Wladimir Putin aber konnte mit «schwachen», an demokratische Spielregeln gebundenen zivilen Politikern nichts anfangen. NZZ, hier

5 Gedanken zu „Warum verlor der Westen Russland?

  1. dna1

    Die Frage ist falsch gestellt. Man muss sich fragen, warum sich der Westen von Russland abgewandt hat? Und darauf gibt es eine ganz einfache Antwort: Anders als Jelzin hat Putin das Interesse Russlands im Auge und zum Kern seiner Politik gemacht. Vorbei z.B. mit dem Verscherbeln von Yukos-Öl an Exon Mobile, ganz böse, wie alle wissen, weil bei Öl kennt der Westen keinen Spaß.

  2. Gepeto

    Meiner Erinnerung nach hatte Putin sich anfangs schon eher westlich orientiert (Sotchi 2014). Die Abkehr kam aus meiner Sicht nachdem Merkel bzw. Brüssel den russischen Bären von oben harab wie ein Balkan- Lauser behandelt haben. Embargo, Krim und Gasstreit war die Folge.
    Dabei wäre Russland zum Einen ein Riesenmarkt speziell für uns Österreicher und zum Anderen ein starker Verbündeter in Sachen Nah-Ost.
    Die EU, also wir, sollten aufhören uns wie eine Supermacht zu benehmen da wir nur gut im Gelddrucken und Gendern sind. Keine Spur von Flächenverteidigung, witrschaftliche Nachhaltigkeit, Binnenmarkförderung, Selbstständigkeit.
    Wir sollten ihm eventuell nochmal ein Angebot machen.

  3. Rado

    Die Düpierungen Russlands durch die EU und den Westen haben schon vor Jahren angefangen. Die berühmte Putin Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2007 war schon eine deutliche Reaktion darauf.

  4. Johannes

    Unter Jelzin kam es zum Ausverkauf Russlands, der Mann war am Ende seiner Amtszeit Alkoholiker und hauptsächlich damit beschäftigt seiner Familie ein schönes Leben zu ermöglichen.

    Ich habe Putin damals beobachtet, egal wie peinlich die Auftritte Jelzins wurden Putin hat gewartet und sich extrem professionell verhalten.

    Er hat sofort nach Amtsantritt den Ausverkauf gestoppt und vielen der schnell reich Gewordenen den Weg ins Ausland zu gehen erlaubt, mit all den Milliarden die sie bereits außer Landes gebracht hatten.

    Eine kurze Zeit lang wollte er mit dem Westen kooperieren.
    Der Westen hat lange nicht begriffen wie geheimnisvoll und unergründlich Russland ist.
    Im Westen herrschte die Meinung, Russland ist wirtschaftlich am Ende und kann nach belieben bevormundet werden
    Gleichzeitig -und das, so glaube ich – war der Knackpunkt, hat man die Abnachungen mit Gorbatschow gebrochen.

    Das Heranrücken der Nato an die Grenzen Russlands war der Bruch.

    Zugleich folgte auch ein Angriff eines Spekulanten der die russische Währung zerstören sollte.
    Der Rubel geriet gewaltig unter Druck und viele Menschen verloren wirklich große Summen. Genauso verlor der durchschnittliche Russe seine Ersparnisse.

    Russland wurde auf zwei verschiedene Arten angegriffen und für Putin war klar das der Westen ihm seine Spielregeln aufzwingen wollte.

    Wahrscheinlich wäre es früher oder später zu diesem Zerwürfniss in jedem Fall gekommen. Wenn ich den Westen heute betrachte ist er im Moment selbst sein größter Feind und Putin wird wohl froh sein sich diesem Wahnsinn nicht angeschlossen zu haben.

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