Warum werden Geschäfte gezwungen, Sonntags zu schliessen?

Von | 4. April 2017

Nicht die Abwesenheit von Zwang ist zu rechtfertigen, sondern Zwang an sich ist prima facie verwerflich und bedarf der Rechtfertigung: das onus probandi hat derjenige, der Zwang ausübt oder ausüben will. (Gerard Radnitzky)

9 Gedanken zu „Warum werden Geschäfte gezwungen, Sonntags zu schliessen?

  1. Fragolin

    Wieso gezwungen? Die halben türkischen Obst- und Krimskrams-Buden haben offen. und das ganz ohne Registrierkassa mit Idiotenschachbrett auf dem Bon. Es scheint so, als gälten die Gesetze nur für jene, die für sich selbst beschlossen haben, sich daran zu halten…

  2. Der Realist

    Sie brauchen nicht zu schließen, wenn sie gar nicht erst aufsperren, und bei den heutzutage doch recht flexiblen Öffnungszeiten, sollte jeder auch wochentags seine Einkäufe erledigen können. Außerdem haben die Leute ja nicht mehr Geld, nur weil die Geschäfte Sonntags offen haben. Auch werden alle, die am Sonntag die offenen Billa-Filialen auf Bahnhöfen stürmen, nicht zusätzliche Lebensmittel einkaufen, sie werden nur das kaufen, was sie bis Samstag 18.00 nicht geschafft haben.
    Und dass die Sonntagstouristen viel Geld da lassen würden, ist auch nicht ganz richtig, diejenigen Gäste, die wirklich Zeit und Geld haben, sind ohnehin auch schon wochentags unterwegs, und von den Durchschnittstouristen wird an Sonntagen vorwiegend Sightseeing betrieben.

  3. Thomas Holzer

    “…das onus probandi hat derjenige, der Zwang ausübt oder ausüben will”

    Das gilt leider aber nicht für “unsere” (gewählten) Politikerdarsteller 😉

    @Der Realist
    Mit Verlaub, aber ich denke, Ihre Argumente gehen ins Leere.
    Es geht nicht darum, ob ein Durchschnittstourist oder ein “Billa-Stürmer” am Sonntag mehr einkauft, noch darum, ob mehr Umsätze generiert werden; all dies ist mehr als nur nebensächlich!
    Es geht in dieser Frage schlicht und einfach um die Freiheit des Unternehmers, selbst entscheiden zu können, und sonst gar nichts.

  4. steyn

    Es gibt diesen (und viele andere) Zwänge, weil es die Gewerkschaft so will. Und wie wir alle wissen, legt die Gewerkschaft die ganze Wirtschaft lahm, wenn sie nicht kriegt was sie sich einbildet. War auch in den 30er Jahren schon so.

  5. Falke

    @Der Realist
    Gehen Sie einmal am Sonntag zur Billa-Filiale am Bahnhof Praterstern; ich garantiere Ihnen, Sie kommen vor lauter Menschenmassen kaum ins Geschäft hinein. Da könnten Sie die Leute auch gleich fragen, warum sie nicht am Wochentag einkaufen. Sie könnten aber auch zu einer größeren Tankstelle fahren; fast alle haben gut ausgestattete Lebensmittelläden, die ihr Hauptgeschäft am Sonntag machen. Oder fahren Sie etwa nach Ungarn, Polen oder in die Slowakei: kein Unternehmer hält sein Geschäft am Sonntag offen, wenn er den gleichen Umsatz auch ausschließlich an Wochentagen machen könnte. Übrigens: ein guter Teil der Sonntagsumsätze dort kommt von österreichischen Kunden – das sind dann die zusätzlichen Umsätze, die den heimischen Geschäften durch die zwangsweise Sonntagsschließung verloren gehen.

  6. Der Realist

    @Thomas Holzer
    Mit Verlaub Herr Holzer, dass sind aber genau diese Argumente, warum viele Unternehmer am Sonntag gar nicht offen haben wollen, weil die Kosten-Nutzen-Rechnung bei den wenigsten aufgeht, und da ist es wohl vernünftiger, sich einen schönen Tag zu machen. Und auch Sie werden nicht ernsthaft behaupten, dass die Umsätze für Geschäftsinhaber nebensächlich sind.
    Ich persönlich bin ohnehin dafür, dass jeder selbst entscheiden soll, ob er am Sonntag offen hat oder nicht, aber jeder wird das mit seinen Geschäftsinteressen abwägen.
    Sogar in der Wiener Innenstadt schlittern heutzutage viele Geschäfte in die Insolvenz, die Gründe liegen auf der Hand, hohe Mieten, Betriebs- und Personalkosten und zu wenig Umsatz.
    Auch wenn um so manche Pleite medial viel Aufsehen erregt wird, nur das Arbeitsinspektorat und gewerbliche Auflagen dafür verantwortlich zu machen, greift zu kurz. Um Dutzende Mitarbeiter und hohe Betriebskosten zahlen zu können, muss eben auch der Umsatz passen, und über eventuell mangelnde Qualifikation in Unternehmensführung, hat bisher auch noch niemand geschrieben. Das heißt aber nicht, dass einige seltsame Bestimmungen zu hinterfragen sind.

  7. Der Realist

    @Falke
    Und dann schauen Sie sich einmal die Kundschaft dort an, die haben auch wochentags genug Zeit um einzukaufen.
    Ich nutze am Sonntag nur die offenen Bäckereien, und das auch eher im Winter wenn man sich den halben Vormittag für ein ausgiebiges Frühstück nimmt. Im Sommer bin ich lieber schon in der Früh unterwegs und meistens eh in meinem Landhaus, da hat auch kein Bäcker offen, und das stört mich nicht.
    Ich will meinen Kindern auch am Sonntag was bieten und sie nicht durch Geschäfte zerren, da gehen wir in ein gutes Restaurant, da kann mir die aufgewärmte Stelze vom Billa am Praterstern gestohlen bleiben, und die muffigen Geschäfte im benachbarten Ausland sehen mich bestimmt nicht am Sonntag.
    Und wie schon gesagt, die Leute haben auch durch eine Sonntagsöffnung letztendlich nicht mehr Geld im Börsel, ich kann mein Geld ohne Probleme auch an Wochentagen ausgeben, und für meine Begriffe habe ich davon genug.

  8. Thomas Holzer

    @Der Realist
    “Ich persönlich bin ohnehin dafür, dass jeder selbst entscheiden soll, ob er am Sonntag offen hat oder nicht, aber jeder wird das mit seinen Geschäftsinteressen abwägen”

    Wir treffen uns sowieso dort, wo wir uns treffen (wollen) 😉 d’accord
    alles andere ist Schall und Rauch, verschwendete Zeit

  9. Reini

    Sollte der arbeitsfreie Sonntag nur für Katholiken gelten welche die Kirchensteuer bezahlen? … für “Ungläubige” hat dieser Tag keine Bedeutung, also könnten diese auch arbeiten gehen. Oder sollte man die Feiertage in Urlaubstage umschreiben für eine Gleichberechtigung der Freizeit?

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