Warum will keiner investieren?

“…..Seit mehr als fünf Jahren drücken die wichtigen Notenbanken die kurz- und langfristigen Zinsen auf ein historisch betrachtet beispiellos tiefes Niveau. Geld ist billig wie nie. Warum bloss führt das in der Unternehmenswelt nicht zu höheren Investitionen….?” (Interessante Analyse, hier)

5 comments

  1. gms

    “Die Unternehmen nehmen also Kredit auf, doch das aufgenommene Geld fliesst kaum in Kapitalinvestitionen. Wohin denn? Die Antwort gibt die graue, gestrichelte Kurve: Sie zeigt die Ausgaben für Dividendenausschüttungen und Aktienrückkäufe (d.h., wenn das Unternehmen seine eigenen Aktien zurückkauft). Sie sind ebenfalls seit 2009 sprunghaft angestiegen und haben ein Rekordniveau erreicht.”

    Und wie geht das Ringelspiel weiter? — Zentralbanken kaufen den Geschäftsbanken die Firmenkredite ab (asset backed securities), die Firmen gehen mangels echter Investitionen irgendwann den Bach runter und zum Handkuß kommt die Allgemeinheit, die zuvor schon die von den Ausschüttungen und Aktienrückkäufen befeuerte Teuerungsrate schlucken durfte.

    Die einzig rational Agierenden dabei sind die CEOs und CFOs, welche die Zentralbanken beim Wort nehmen, wonach die Lage dermaßen beschissen ist, daß inzwischen sogar der monetäre Volkssturm an die Front getrieben werden muß. Irrtumsmonopole haben nunmal auch das Privileg auf selbsterfüllende Prophezeihungen besonderer Fatalität, und der Geldsozialismus steht hierbei ganz oben auf der Liste.

  2. Leitwolf

    Seltsam, dass hier auf einen Artikel verwiesen wird, der eindeutig “neoliberalies” kurzfristiges Gewinnoptimieren als Schuldigen der anhaltenden Wirtschaftskrise benennt.

    Der Link hier dürfte daher als Fehler angesehen werden, der Artikel ist definitiv fehlerhaft..

  3. FDominicus

    @gms. Wieder einer Ihre hervorragenden Kommentare. Leider ist diese Positoin auf einem neoliberalen Blog – na ja gelitten – aber kaum gemocht 😉

  4. gms

    Leitwolf,

    > Seltsam, dass hier auf einen Artikel verwiesen wird, der eindeutig “neoliberalies” kurzfristiges
    > Gewinnoptimieren als Schuldigen der anhaltenden Wirtschaftskrise benennt.

    Das Aufzeigen der Zusammenhänge ist das eine, die Frage der Schuldzuweisung das andere. Nach meiner Beobachtung zeichnen sich grob skizziert drei Lager ab:

    1. Die herrschenden Geldsozialisten, welche das aktuell verkorkste System auf die Spitze treiben
    2. Intellektuell redliche Linke, die das herrschende Geldsystem zutreffend als fehlerhaft erkennen, ideologiebedingt aber die Lösung ausgerechnet im komplett falschen Extrem behaupten.
    3. Libertäre, welche beide oben genannten Gruppen kritisieren.

    Mit redlichen Linken — und das ist der Witz — können sich Libertäre oftmals erfrischend einfach auf nackte Tatsachen einigen. Unterschiedliche Meinung herrscht aber darüber, ob es legitim ist sich den Anreizen entsprechend zu verhalten und die angebotenen Vorteile auch einzustreifen.

    > Der Link hier dürfte daher als Fehler angesehen werden, der Artikel ist definitiv fehlerhaft..

    Die im Artikel gebrachten Fakten wirken stimmig, decken sich mit flankierenden Analysen und lassen sich zugleich oberflächlich leicht validieren [1].

    [1] google aktienrückkäufe 2014
    skills.at/files/skills/ku_1380.gif

  5. gms

    > Seltsam, dass hier auf einen Artikel verwiesen wird, der eindeutig “neoliberalies” kurzfristiges
    > Gewinnoptimieren als Schuldigen der anhaltenden Wirtschaftskrise benennt.

    Das Aufzeigen der Zusammenhänge ist das eine, die Frage der Schuldzuweisung das andere. Nach meiner Beobachtung zeichnen sich grob skizziert drei Lager ab:

    1. Die herrschenden Geldsozialisten, welche das aktuell verkorkste System auf die Spitze treiben
    2. Intellektuell redliche Linke, die das herrschende Geldsystem zutreffend als fehlerhaft erkennen, ideologiebedingt aber die Lösung ausgerechnet im komplett falschen Extrem behaupten.
    3. Libertäre, welche beide oben genannten Gruppen kritisieren.

    Mit redlichen Linken — und das ist der Witz — können sich Libertäre oftmals erfrischend einfach auf nackte Tatsachen einigen. Unterschiedliche Meinung herrscht aber darüber, ob es legitim ist sich den Anreizen entsprechend zu verhalten und die angebotenen Vorteile auch einzustreifen.

    > Der Link hier dürfte daher als Fehler angesehen werden, der Artikel ist definitiv fehlerhaft..

    Die im Artikel gebrachten Fakten wirken stimmig, decken sich mit flankierenden Analysen und lassen sich zugleich oberflächlich leicht validieren [1].

    [1] google aktienrückkäufe 2014
    skills.at/files/skills/ku_1380.gif

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