Warum zahlt die katholische Kirche nicht für Notre-Dame?

“…..Seit fast 2000 Jahren betreibt die katholische Kirche Vermögensaufbau – doch wie reich sie ist, kann oder will niemand sagen. Geld für Notre-Dame jedenfalls wird sie nicht geben, stellt ein Kardinal klar. mehr hier

11 comments

  1. Kluftinger

    Die Vermögensverhältnisse der kath. Kirche sind eine Sache, die Finanzierung des Wiederaufbaues von Notre-Dame eine andere.
    Da muss man schon das Verhältnis Staat – Kirche in Frankreich (mit der geschichtlichen Entwicklung) sehen um zu einem differenzierten Urteil zu kommen. Die meisten Kirchen in Frankreich gehören dem Staat und die kath. Kirche ist Mieter/ Pächter.

  2. Rado

    Wer will wirklich, das DIESE Leute mit ihrem Geld die europäische Kathedralen besudeln?

  3. Rado

    @GeBa
    Wenn einem nichts peinlich ist, kommts daraus auch nicht mehr an! 🙂
    Möchte die betroffenen Herrschaften aus dem Südsudan dabei keineswegs runtermachen.
    Der Papst scheint aber doch “Füsseküssen” mit “Schuheküssen” zu verwechseln. Dass er bei der Küsserei nicht ganz stilsicher ist, zeigt ein Video von unlängst als er Gkäubigen die Hand mit dem Ring wegzieht.

  4. GeBa

    Ich habe dein erstes Video via WhatsApp versandt, die Kommentare kann ich leider nicht veröffentlichen 🙂

  5. astuga

    Papst Bizzaro der I. 😉

    Aber Kluftinger hat aus meiner Sicht auch Recht.
    Ich kenne jetzt die rechtliche Situation im laizistischen Frankreich nicht, aber beispielsweise unser Stephansdom ist eine juristische Person (sogar mit eigenem Grundbesitz), seit dem Konkordat von 1855 obliegt die (Vermögens-)Verwaltung allerdings der Kirche.
    Die Katholische Kirche war immer schon knallhart wenn es um ihre finanziellen Angelegenheiten ging.
    Wenn sich etwa ein Kloster nicht mehr selbst erhalten kann (Klöster sind ja seit jeher auch Wirtschaftsunternehmen) bekommen die auch kein Geld von oben.
    Die Richtung der Geldflüsse ist afaik immer eine Einbahnstraße.
    Der moralische Aspekt steht natürlich auf einem anderen Blatt.
    Darum sind für mich persönlich kirchliche Autoritäten auch keine moralischen Instanzen.

    Aber offen gesagt, ich glaube nicht, dass in solchen Belangen andere Religionsgemeinschaft mit vergleichbarer Struktur anders vorgehen.
    Etwa beim Buddhismus in Thailand oder Taiwan (um mal nur die zu nennen).
    Natürlich erwartet man dort auch, dass gefälligst die Gläubigen spenden sollen oder dass der Staat bezahlt.

  6. astuga

    Und ich will jetzt erst gar nicht damit anfangen, wie säkulare Stadtregierungen das Gemeinvermögen verwalten…
    Siehe Berlin, Wien…

  7. astuga

    Ergänzend:
    Solche Diskussionen sind aber auch ein Zeichen dafür, wie fremd uns das religiöse Denken früherer Jahrhunderte geworden ist.
    Der Bau dieser Kathedralen wurde damals auch von der Bevölkerung finanziert.
    Vom armen Pilgern, einfachen Bürgern, den Kaufleuten und Händlern mit ihren Zünften und zum Teil wohl auch vom lokalen Adel und Klerus.
    Der Bau hat ja auch nicht deshalb Jahrhunderte gedauert weil die Handwerker so langsam waren, sondern weil man immer erst die laufenden Kosten decken musste.
    Das waren Generationenprojekte in einer sich erst voll entfaltenden jungen Geldwirtschaft.

    Und dafür spenden zu dürfen diente (idealisiert gesagt) der höheren Ehre Gottes und dem eigenen Seelenheil.
    Aus rationalen Gründen errichtet nämlich niemand Kathedralen.
    Anderswo gilt bis heute: wenn ein einfacher Gläubige einem buddhistischen Bettelmönch die Essschale füllt, dann bedankt sich nicht dieser Mönch, sondern der Gläubige für die Gelegenheit sein Karma zu verbessern.
    Zum Guten oder zum Schlechten, in Westeuropa haben wir das weitgehend hinter uns gelassen (oder bilden uns das zumindest ein – siehe “Ablasshandel id. Klimareligion”).

  8. LePenseur

    Im Zuge der laizistischen Gesetzgebung zu Anfang der 20. Jahrhunderts wurde die französische Kirche faktisch enteignet, u.a. verlor sie auch das Eigentum an allen Kirchengebäuden, die ins Eigentum der Französischen Republik übergingen. Die Kirche darf sie bloß zu Gottesdienstzwecken nutzen — mehr nicht.

    Basteln wir ein Analogbeispiel: nehmen wir mal an, irgendein Teil des Vermögens der Habsburger, welches durch das Gestz vom 3.4.1919 entschädigungslos enteignet wurde, z.B. die ehem. Hofbibliothek, hätte einen fatalen Brandschaden erlitten, der nur durch exorbitante Instandsetzungskosten beseitigt werden könnte.

    Es ist zwar unzweifelhaft so, daß auch Habsburger berechtigt sind, “ihre” ehem. Hofbibliothek (heute: Nationalbliothek) zu nutzen. Aber hätte jemand die Stirn, von einem heute lebenden Habsburger (auch wenn dieser vermögend sein sollte) nach dem Brand einen besonders substanziellen Beitrag zur Instandsetzung der seinen Vorfahren enteigneten Nationalbibliothek zu verlangen?

    Wohl kaum!

    “Stern” beweist wieder einmal, daß er keine Ahnung hat (nichts Neues!) — aber was den Betreiber von OrtnerOnline bewogen haben könnte, diesen untergiffig insinuierenden Artikel ohne klärenden Kommentar einfach zu verlinken, sodaß der fatale Eindruck entsteht, er mache sich dessen unterschwellig antikirchliche Tendenz zu eigen, ist für mich nicht nachvollziehbar.

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