Was den “Wohlstand für alle” akut gefährdet

(JOSEF STARGL)  Die Aushöhlung der rechtsstaatlichen Marktwirtschaft erfolgt vor allem durch die Geldpolitik der europäischen Zentralbank, durch die (supranationalen und nationalen) etatistischen Interventionisten in allen Parteien, durch eine antimarktwirtschaftliche Bewusstseinsbildung und durch Menschen, die aus (religiöser) Überzeugung die Prinzipien des Rechtsstaates und der Marktwirtschaft ablehnen.

Die Enteuropäisierung und die Verachtung von Errungenschaften der euro-atlantischen Zivilisation fördern eine antirechtsstaatliche und eine antimarktwirtschaftliche Parallel- und Gegenzivilisation.

Wenn mit Berufung auf Interpretationen religiösen Rechts Grundsätze der liberalen und rechtsstaatlichen Marktwirtschaft abgelehnt werden, die Zahl der Verweigerer einer rechtsstaatlich-marktwirtschaftlichen Bildung zunimmt und (zahlreiche) Menschen in diesem Land ein Verbot von Zinsen (und Zinseszinsen!/eines Geldvermögensaufbaues!), ein Verbot der Spekulation und des Risikos, ein Verbot von „Wetten auf Terminmärkten“ und ein Verbot von Krediten befürworten sowie gegen jede „ausbeuterische Vermehrung des Vermögens“ eintreten, dann hat das Folgen für die „Mentalität am Markt“ und für die Wirtschaftsordnung – auch dann, wenn „Umgehungskonstruktionen“ umgesetzt werden.

Rechtsstaat und Marktwirtschaft funktionieren nicht mit einem Vorrang religiösen Rechts oder mit einem Stammesdenken in tribalistischen Strukturen.

Die Einstellungen gegenüber „Bildung durch Wissenschaft“, gegenüber individueller Freiheit, Eigentumsfreiheit/Eigentum von „juristischen Personen“, gegenüber Miete und Leasing, gegenüber Eigenverantwortung und Leistungsorientierung sowie gegenüber Wettbewerb, (technischen) Neuerungen und produktiven Investitionen verändern sich. Mehr Skepsis gegenüber der Marktwirtschaft und mehr Marktwirtschaftsfeindlichkeit sind die Folgen.

Angst vor der Wahrheit und vor der Wahrhaftigkeit, Schweigen und Verschweigen, Desinformieren und Verharmlosen helfen den Gegnern einer rechtsstaatlichen Marktwirtschaft.

Warum schweigen Politiker, wenn Geldanlage, Finanzierung, Konsum und Investitionen von (immer mehr) Menschen in diesem Land nach Glaubensregeln und nicht nach rechtsstaatlichen Regeln gestaltet werden? Sollen Wirtschaft und Finanzwesen immer mehr mit religiösen Regeln durchdrungen werden?

Soll ein religiöses Recht die „Grundlage eines Vertrages zwischen Bank und Kunde“ sein?
In den Bildungsinstitutionen und in den „Parteiakademien“(!) sollte mehr über geld(ordnungs-)politisches und wirtschafts(ordnungs-)politisches Wissen, Denken und Handeln reflektiert werden.

Ohne rechtsstaatliche und marktwirtschaftliche Bildung können sowohl die Bürger als auch die Politiker die Gefährdungen des Rechtsstaates und der Marktwirtschaft/der Freiheit und des „Wohlstands aller“ nicht erkennen.

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