Was die griechischen Statistiken verschweigen

Von | 6. Mai 2013

“….Offizielle Zahlen zur griechischen Wirtschaft zeichnen ein verheerendes Bild: Sechs Jahre Rezession, jeder vierte Grieche ist arbeitslos, die Schulden sinken kaum. Doch das ist nur die halbe Wahrheit…” (Welt)

4 Gedanken zu „Was die griechischen Statistiken verschweigen

  1. Kapuściński

    „Der Artikel ist zuerst beim Wall Street Journal Deutschland unter dem Titel “Was die Statistiken zu Griechenland verschweigen” erschienen“, heißt es am Ende des Artikels in der WELT.
    Das WSJ.de hat aber die gleiche bodennahe intellektuelle Flughöhe wie die Financial Times Deutschland. Deren Schicksal ist bekannt. Die können es einfach nicht.
    Im Übrigen: Warum sollten Zahlen zur fiskalischen oder konjunkturellen Entwicklung in Griechenland irgendetwas mit der Realität zu tun haben? Wäre das angesichts des Zugriffs auf deutsche oder österreichische Steuergelder und die Druckmaschinen der EZB nicht geradezu fahrlässig ehrlich?
    Faktisch wird natürlich kein Unternehmen dieser Welt auf die Idee kommen im nicht ganz so produktiven Griechenland zu investieren solange die Hellenen im Euro sind und nicht mittels Rückkehr zur Drachme mindestens 50 Prozent abgewertet haben. Griechenland ist ein agrarisch und touristisch geprägtes Schwellenland, dessen Privat- und Staatskonsum bei weitem nicht mit seiner schwachen Wertschöpfung übereinstimmt. Wer Griechenland noch aus vor-EU und Vor-Euro-Zeiten kennt weiß wovon ich rede.
    Wer mir ein weltweit wettbewerbsfähiges Industrieprodukt aus griechischer Fertigung nennen kann erhält einen Preis. Wer mir in Griechenland eine Brücke, U-Bahn oder Autobahn die nach 1980 gebaut wurde, zeigt, die kein Geschenk der europäischen Steuerzahler ist erhält ebenfalls einen Preis.

  2. Rennziege

    @Kapuściński
    Krieg’ ich den Preis, wenn ich die Akropolis-Ruinen ins Feld führe? Zwar kein Industrieprodukt in Ihrem Sinn, aber so ziemlich die letzte Triebfeder der griechischen Tourismusindustrie. Und die Akropolis wurde, wenn ich nicht irre, vor 1980 gebaut.

  3. Kapuściński

    Danke gnädige Frau! Aber natürlich ist die Akropolis ein Industrieprodukt im Sinne der EU-Rettungsschirme. Beste EU-Logik. Hätte ich auch selber drauf kommen können. Die Entscheidung über die Preisvergabe wird allerdings einer in europa-ökonomischen Fragen höchst kompetenten Jury obliegen für die ich noch die Damen Gabi Burgstaller und Claudia Roth sowie ein Mitglied des Osloer Friedensnobelpreis-Komitees gewinnen will.

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