Was Frankreichs Gelbwesten wirklich wollen

“…«Macron – démission!» Die Gelbwesten in Frankreich wollen den Präsidenten stürzen, das ist unterdessen ihre zentrale Forderung. Macron am Galgen, Macron unter der Guillotine, solche Bilder werden auf den Strassen gezeigt und zirkulieren im Netz. Die Wutbürger proben den Sturm aufs Elysée, sie erinnern dabei an 1789 und 1968, an den Sturm auf die Bastille und an den Sturm auf die Sorbonne sowie andere Elfenbein- beziehungsweise Glastürme. Doch sie verlangen nicht nur den Kopf des Präsidenten. Sie wollen das gesamte System der Fünften Republik niederreissen, mitsamt den herrschenden Eliten in Staat und Wirtschaft.” (NZZ, weiter hier)

6 comments

  1. GeBa

    Zentralisierung – Dezentralisierung
    Der Stein des Weisen dazu wird nciht nur in der Politik gesucht, der wird auch in großen Firmen gesucht und wurde vermutlich auch dort noch immer nicht gefunden. Das weiß ich noch von meiner Tätigkeit im Einkauf.
    Dass die Gelbwesten etwas bewirken könn(t)en, glaube ich schon, man muss nur die Randalierer und Zerstörer wegkriegen, die mit der ursprünglichen Demo nichts zu tun haben.
    Wenn das gelingt, kann sich politisch schon einige ändern in France.
    Ödipussi war für mich allerdings nie ein Wunschpräsident

  2. nattl

    Nachdem das Thema ja praktisch gänzlich aus den MSM verschwunden ist, einfach mal auf Youtube nach “Acte VIII” suchen. Dann bekommt man eine Auflistung der Videos von den Aufständen am vergangenen Samstag. Im Jahr der EU-Wahl kann man natürlich nicht brauchen, dass eines der wichtigsten Mitgliedsländer in einem bürgerkriegsähnlichem Chaos versinkt.

  3. sokrates9

    Macron ist doch der typische auf Eliteuniversitäten ausgebildete französische Zentralist und Banker der vom Leben eines Durchschnittsfranzosen keine Kenntnis hat! Bar jeder Ideologie wurde er von einer anonymen Bewegung mit flotten Sprüchen werbetechnisch perfekt nach oben getragen und erkennt nun? dass das jahrzehntelange Ignorieren und die laissez faire Politik der Franzosen zum Scheitern verurteilt ist. Alternativen? Hat er keine! Es wird spannend!

  4. Falke

    “Macron am Galgen, Macron unter der Guillotine” – in Frankreich bei Protest-Demos offenbar durchaus üblich, niemand regt sich darüber auf, auch nicht Macron selber. Ich erinnere mich allerdings, was es für einen Aufschrei der vereinigten Linken (zu der natürlich die gesamte regierungshörige Presse gehört) gab, als die Wutbürger aus dem Osten Deutschlands kleine Galgen mit Merkel und Gabriel bei den Demos mitführten.

  5. Rupert Wenger

    Während man in der EU die Gilets Jaunes noch als unorganisierter Haufen von Chaoten sieht, der bereits wieder in Auflösung begriffen ist, und daher zur Tagesordnung der Probleme des Brexits und der anstehenden EU-Wahl übergeht, brechen neue Gräben auf, diesmal nicht Links gegen Rechts, sondern Oben gegen Unten , die die ganze EU auf den Kopf stellen könnten: https://francais.rt.com/france/57640-gouvernement-italien-apporte-son-soutien-gilets-jaunes-francais. Gleichlautende Artikel erschienen auch in der italienischen Reppublica und der Corriere. Die Kernsätze in der Übersetzung: “Die italienische Regierung bringt ihre Unterstützung für die französischen gelben Westen zum Ausdruck”, “Ein neues Europa wird geboren. Das der gelben Westen, das der Bewegungen, das der direkten Demokratie” oder “In Frankreich wie in Italien ist die Politik für die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger taub geworden, die von den wichtigsten Entscheidungen, die die Menschen betreffen, ausgenommen wurden. Der Schrei, der von den französischen Plätzen aufsteigt, lautet letztlich: “Lass uns mitmachen!””. Die direkte Demokratie stellt inzwischen die zentrale Forderung der Gilets Jaunes dar.
    Wenn nun ein EU-Staat die Aufständischen gegen die Regierung eines benachbarten EU-Staates offen unterstützt, ist die Stabilität des gesamten Gebäudes nicht mehr gegeben. Zumindest die gemeinsame Front der Schuldner an den Gestaden des Mittelmeeres unter Führung Frankreichs ist erledigt.

  6. Der Realist

    Dieser Aufstand wird nicht nur auf Frankreich beschränkt bleiben. Die “Eliten” haben sich in der Vergangenheit zu sicher gefühlt, sie agierten wenig bis gar nicht zukunftsorientiert, im Vordergrund stand stets ihr persönliches Wohlbefinden, zudem sind sie absolut von sich überzeugt und leben ihren Überlegenheitswahn ungeniert aus, die Realität wird einfach ausgeblendet.
    Die Wirtschaft wird zu schwächeln beginnen und das Sozialsytem vieler “reicher” Länder wird unfinanzierbar werden. Unruhen und Randale sind praktisch vorprogrammiert, da hilft dann auch nicht das “Friedensprojekt” EU.

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