Was ist Sozialismus?

Von | 28. Mai 2016

Der Sozialismus beruht auf dem angenommenen Recht einiger Menschen, auf die anderen Menschen Zwang auszuüben. (..) Der Zwang, der vom Sozialismus sanktioniert wird, muss aus praktischen Gründen ebenso sehr wie wegen der – vermeintlichen – Tugenden, die dem Zwang zugeschrieben werden, undefiniert und vom Umfang her unbeschränkt bleiben. Der Sozialismus vertritt den Glauben, dass der Welt Prosperität, Glück und Moral durch Zwang verliehen wird – durch Zwang, den gewisse Menschen über andere ausüben. (..) Im Guten wie im Schlechten ist es der Versuch, alle Menschen und alle menschlichen Angelegenheiten unter ein Zwangssystem zu stellen und kein freies System neben dem eigenen Systemzu tolerieren, das notwendigerweise durch eine derartige Rivalität bedroht würde. (Auberon Herbert)

8 Gedanken zu „Was ist Sozialismus?

  1. Thomas Holzer

    Es gibt im Sozialismus keinen Versuch “im Guten”, sondern immer nur im Schlechten; wäre es ein Versuch im Guten, wäre kein Zwang -bis zur Tötung- notwendig

  2. Thomas Schwalb

    Und was ist Kapitalismus ?

    Der Kapitalismus beruht auf dem angenommenen Recht einiger Menschen, auf die anderen Menschen Zwang auszuüben.

  3. Michael Hönnig

    Ich mag den Begriff Kapitalismus auch nicht, denn Begriffe sind dafür da, eindeutig zu kommunizieren, und der Begriff Kapitalismus wird allzu häufig als Korporatismus verstanden. Dennoch ist seine eigentliche Bedeutung eine andere:

    Kapitalismus ist freie Marktwirtschaft in Kombination mit Eigentumsrecht. Kapitalismus bedeutet , die eigenen Leistungen freiwillig und zu beiderseitigem Nutzen gegen die Leistungen anderer Menschen zu tauschen, also Handel zu betreiben. Wer natürlich nichts anzubieten hat, für das andere etwas geben wollen, ist dann auf die Wohltätigkeit Dritter angewiesen. Zwang gibt es im Kapitalismus keinen, außer dem der Natur.

    Was wir aber heutzutage haben, ist Korpokratismus: die (mehr oder weniger geschickt verschleierte) staatlich geförderte Macht von Großkonzernen unter dem Deckmantel eines Sozialstaats, der vorgibt, in Not geratene Menschen zu unterstützen, tatsächlich aber mit den Steuergeldern der arbeitenden Bevölkerung die Macht der Großkonzerne erhält. Das ist Zwang, ja.

    Und selbstverständlich ist auch der Sozialismus Zwang, denn diejenigen welche verwertbare Leistungen erbringen, werden gezwungen, diejenigen zu unterstützen, die keine oder keine verwertbaren Leistungen erbringen. Sicherlich ist persönliche Wohltätigkeit etwas gutes und auch erstrebenswertes, dennoch ist staatliche Wohlfahrt Zwang, denn die Höhe und Art und Weise der Förderung und Festlegung wer wie viel dafür bezahlen muss, wird fremdbestimmt.

  4. Thomas Holzer

    @Thomas Schwalb
    Die liegen Sie aber ziemlich weit daneben!
    Wo sehen Sie Zwang, außer jenem, welche von “unseren” Politikerdarstellern ausgeübt wird?

  5. Gerhard Huemer

    Also ideengeschichtlich war der Sozialismus eine der Antworten auf den sogenannten Manchesterliberalismus, wo ja bekanntlich alle Menschen in Freiheit gelebt haben und kein Zwang ausgeübt wurde. Also müsste man den Liberalismus als Vater des Sozialismus sehen.
    Persönlich ist mir allerdings die christlich-soziale Antwort auf die Auswüchse des Liberalismus sympathischer und scheint mir vernünftiger als die sozialistische Antwort.

  6. Franziska Malatesta

    @Huemer: Der Manchesterliberalismus war die Politik, die von den liberalen Abgeordneten des Bezirks Manchester betrieben wurde. Ihr Anführer, Richard Cobden, setzte die Abschaffung der Einfuhrzölle auf Getreide aus den USA (Corn Laws) durch. Diese Zölle hatten verhindert, die Iren während der Hungersnot von 1845 mit billigem Getreide zu versorgen und sie waren daher mittelbar die Ursache für eine Million Hungertote.
    1846 fielen die Corn Laws; nach 1847 musste kein Brite mehr in Friedenszeiten hungern.
    Die positiven Auswirkungen des Falls der Corn Laws hatten Vorbildcharakter. Nach und nach fiel eine Handelbeschränkung nach der anderen, und stets profitiert die britische Wirtschaft und vor allem die großen Arbeitermassen. Für Cobdens Verdienste haben ihm britische Arbeiter Denkmäler aufgestellt. Richard Cobden galt als „Champion of the Poor“.
    Wäre der Manchesterliberalismus das, was Sie behaupten – nämlich einfach eine Redensart für die Armut und Rechtlosigkeit der Arbeiter im frühen Industriezeitalter – wäre nicht in 1010 Wien immer noch die Cobdengasse nach Richard Cobden benannt.

  7. Gutartiges Geschwulst

    “Was ist Sozialismus?”

    Nach meiner bisherigen Beobachtung ist Sozialismus eine Heimstätte für untalentierte Zuhälter.

  8. mariuslupus

    @Huemer
    “Christlich- soziale Antwort”, was soll das heissen ? Wer ist noch christlich ? Sozial ist im Sinne von sozialistischer Umverteilung längst pervertiert. Fragen Sie, wer noch christliche Werte bereit ist zu vertreten ?
    Machen sie doch eine Umfrage. Nicht unter den einfachen Leuten. Fragen Sie doch die Kardinäle, die Bischöfe, die Prälaten, die Monsignores, meinetwegen auch den Papst, was diese “Würdenträger” von christlichen Werten halten. Das Ergebnis wird sein, nichts, aber gar nichts. Punktum.

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