Was Kommunismus und Islamismus gemeinsam haben

“…..Der Islamismus ist nun für Sloterdijk insofern mit dem Kommunismus vergleichbar, da er die (linke) Fortschreibung der großen Erzählung von der Erhebung der Erniedrigten und Beleidigten fortführt. Man kann ihn als ein Empörungsparadigma bezeichnen, “was den politischen Islam als möglichen Kommunismusnachfolger qualifiziert.“ Im Wesentlichen sind es für Sloterdijk drei Gründe, die den Islamismus mehr als alle anderen Bewegungen im 21. Jahrhundert für eine Fortsetzung der beiden großen Zornkollektive auszeichnet:……” (lesenswert, hier)

4 comments

  1. Quentin Quencher

    Interessant fand ich besonders, dass Meschnig eine These aufgreift, dass der Faschismus nur ein Klon der leninistischen Direktiven wäre. Das ist starker Tobak, erstens weil er damit die These vom kausalen Nexus von Ernst Nolte aufgreift, und zweitens, die Einzigartigkeit des Faschismus in Frage stellt. Ihn gewissermaßen als eine Antwort auf den Bolschewismus sieht, wie das eben Nolte tat, und damit den Historikersteit auslöste.

  2. Selbstdenker

    Dieser ausgezeichnete Beitrag auf der Achse geht ans Eingemachte: es werden die philosophischen Grundlagen totalitärer Ideologien schonungslos decodiert und deren recht eindeutige Gemeinsamkeiten erörtert.

    Um die aktuelle Malaise im Westen in Wechselwirkung mit den Antriebskräften vom Islamismus und seinen zahlreichen Sympathisanten aus verschiedensten Lagern begreifen zu können, ist genau diese Grundlagenarbeit erforderlich. Hier liegt der Schlüssel um notwendige Schutzimpfungen und ein effektives Gegengift finden zu können: Know your enemy.

    Ergänzend anmerken möchte ich, dass im Westen sehr wohl weitere radikale Gruppierungen mit einem ähnlichen philosophischen Betriebssystem existieren, die man als neoprogressive Bewegungen (3rd Wave Feminism, Black Lives Matter, Antifa, etc.) zusammenfassen kann.

    Sie hijacken und pervertieren Bürgerrechtsbewegungen indem sie ehemalige oder vermeintlich empfundene Benachteiligungen bestimmter Gruppen zum Opfermythos verklären und darauf aufbauend eine totalitäre Erlösungsideologie erschaffen.

    Obwohl sie im Endeffekt Konkurrenten im “letzten und gerechten” Kampf um den “ultimativen Sieg” sind, kooperieren sie eine Zeit lang bei der Destabilisierung ihrer Wirtsgesellschaften: koalierend, arbeitsteilig, missionierend und vernetzt. Gemeinsamkeiten bezüglich Feindbilder, radikale Methoden und auch der Sprache wirken hier verbindend.

    Der am meisten irreführende und verlogene Begriff: “Gerechtigkeit”.

    Es mag in den Ohren westlicher Medienkonsumenten relativ harmlos klingen, wenn Aktivisten für “Gerechtigkeit” oder “eine bessere Welt” kämpfen. Wer ihre Ideologie kennt, weiß, dass damit nicht die Geburt in gleicher Würde, Chancengerechtigkeit oder Verfahrensgerechtigkeit gemeint ist, sondern dass ihre Form der “Gerechtigkeit” darin besteht die Gegner zu vernichten, so dass die Welt “ein besserer Ort” wird.

  3. astuga

    Ich nenne das schon seit Jahren “Trias des Totalitarismus”.
    Und alle drei (Kommunimus, Faschismus, Islam) punkten auch voll auf der sog. F-Skala von Adorno.

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