Was unterscheidet eine Bank von einer Garderobe?

Von | 9. Juni 2013

“….Die Bank kann während der Zeit der Überlassung über das Geld fast nach Belieben verfügen.Das unterscheidet die zeitgenössische Bank von einer Garderobe im Theater. Wer an einer Garderobe seinen Mantel abgibt, der zahlt üblicherweise Geld dafür, dass seine Kleidung sicher verwahrt wird und er genau diesen Mantel nach Ende der Vorführung zurückerhält. Man stelle sich vor, der Manteleigentümer wolle das Theater vorzeitig verlassen und verlangte seinen Mantel schon nach dem zweiten von drei Akten heraus. Doch der Garderobenbetreiber verneint die Herausgabe des Mantels mit dem Hinweis, er habe diesen bis zum Ende des Stücks an einen anderen Herrn verliehen. Dieser bringe ihn aber rechtzeitig zurück, man möge sich ein wenig gedulden. Was an der Garderobe undenkbar ist, ist Usus im modernen Banksystem….” (Frank Schäffler)

5 Gedanken zu „Was unterscheidet eine Bank von einer Garderobe?

  1. gms

    Die von Frank Schäffler geforderten “Verwahrkonten” gibt es bereits, sie firmieren unter dem Namen “Sichteinlagen”. Diese sind bereits jetzt banktechnisch anders zu behandeln, als sogenannte Spareinlagen.

    Die Kritik am Teilreserve-System ist berechtigt (Stw. Bankrun), ebenso das Vorgehen an unredlich operierenden Banken. Was ich jedoch schmerzlich vermisse, ist die Kritik am Vorgehen der Politik, bislang im Zuge von Bankinsolvenzen nicht zwischen Sicht- und Spareinlagen zu unterscheiden.

  2. Christian Peter

    @gms

    Dieses Thema hatten wir schon : Alle Einlagen bei Banken gelten (nach
    deutschem Recht) als Darlehen (§ 607 BGB), Sichteinlagen als unregel –
    mäßiger Verwahrungsvertrag (§ 700 BGB), die Rechtsfolgen sind im
    Wesentlichen dieselben.

    Nur beim Hinterlegen von Geld in Banksafes und Schließfächern
    verbleibt das Eigentum beim Hinterleger.

    Endlich verstanden ?

  3. Herr Karl jun.

    @Christian Peter
    Nein sind sie nicht: In einem Fall hätte man im Insolvenzfall ein verwahrte vermögen in die gläubigermasse!

  4. Herr Karl jun.

    @Christian Peter
    Pardon!
    Nein sind sie nicht: In einem fall hätte man im Insolvenzfall ein Aussonderungsrecht, im anderen fall fällt das verwahrte Vermögen/Darlehen in die Gläubigermasse!

  5. Christian Peter

    @Herr Karl jun.

    Aussonderungsrechte existieren in Österreich und Deutschland nur
    für (Teile von) Wertpapierdepots, nicht für Bankeinlagen.

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