Was will die FPÖ eigentlich?

(von ANDRTEAS UNTERBERGER) Alle Welt debattiert über ÖVP und SPÖ, über den Kurz-Boom nach Jahren der ÖVP-Depression, über die erstaunlich dichte (auch von SPÖ-Sympathisanten erschreckt konstatierte) Fehlerserie des ja von jeder Vorerfahrung freien Christian Kern, aber niemand über die Freiheitlichen. Es wird höchstens konstatiert, dass die Partei einerseits den ersten Platz bei Umfragen verloren hat, und dass sie zweitens dennoch extrem gute Chancen hat, in der nächsten Regierung zu sitzen. Aber das wahre Dilemma der Freiheitlichen ist den meisten nicht einmal bewusst.

Das ist die Frage: Was will die Partei eigentlich selber? Klar sind zwei Ziele der Freiheitlichen:

  • Sie wollen neuerlich stärker werden.
  • Sie wollen den Unberührbaren-Status los werden, den ihnen die linke Szene angehängt hat.

Beides scheint in unmittelbarer Reichweite. Das Stärkerwerden ist kein Widerspruch zu den Umfragen. Denn die FPÖ kann auch dann deutlich zulegen, selbst wenn sie nicht Nummer eins wird. Offen mag bleiben, ob die seit kurzem intensivierten, aber inhaltlich recht uneinheitlichen FPÖ-Attacken auf Kurz der richtige Weg dazu sind. Viele Werbestrategen sagen, das rücke (zusammen mit den ebenfalls auf Kurz konzentrierten Hassattacken von Christian Kern) Kurz erst recht in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und signalisiere nur FPÖ-Nervosität.

Der Paria-Status der FPÖ ist spätestens seit dem Zeitpunkt als propagandistisches Gespenst entlarvt, seit die SPÖ ihre diesbezügliche Wende gemacht hat. Damit stehen alle jene aus der Kunst-(Subventions-)Szene und aus der (selbsternannten) Intellektuellen-Szene rund um die Linksaußenmedien wie “Falter” oder “Profil”, die die FPÖ gerne als Reinkarnation der Nationalsozialisten stigmatisiert haben, als ziemlich lächerlich da. Vor allem auch deshalb, weil sie jetzt wie auf Knopfdruck aus der SPÖ-Zentrale ihren antifaschistischen Furor entsorgt haben. Aber auch da ist nicht ganz so eindeutig, ob das Ende der Unberührbarkeit in der Szene der FPÖ auch wirklich hilft. Denn Attacken aus dem Establishment haben die FPÖ für viele erst so richtig als die Anti-Establishment-Partei bestätigt.

Aber jenseits dieser Problemkreise wird eine ganz andere, von der Öffentlichkeit noch gar nicht wirklich wahrgenommene Frage zentral. Sie lautet: Will die FPÖ überhaupt regieren?

Zwar antworten alle dazu befragten FPÖler ziemlich unisono: “Natürlich wollen wir das.” Jedoch bangen viele hinter vorgehaltener Hand davor, was ihnen droht, wenn sie in der Regierung sind. Nämlich dass sie dann in der Wählergunst unweigerlich wieder steil abstürzen werden. Das ist ja schon zweimal passiert, als es blaue Minister gegeben hat.

Natürlich bangt insbesondere die FPÖ-Spitze auch angesichts der Erinnerung, dass diese Abstürze jeweils zu einer parteiinternen Revolution samt Austausch der gesamten Führungsmannschaft geführt haben. Einmal kam dann Jörg Haider als neuer Strahlemann, das nächste Mal H.C.Strache.

Manche Freiheitlichen glauben, aus der Geschichte gelernt zu haben, dass vor allem eine Partnerschaft mit den Schwarzen für sie ein Suizid wäre, wie die Jahre 2000ff gezeigt hätten. Andere befürchten, dass die FPÖ in Partnerschaft mit der SPÖ noch viel weniger eigene Inhalte durchbringen dürfte, mit Ausnahme solcher der sozialpolitischen Lizitation. Wieder andere argwöhnen: Als Nummer zwei werde man wohl in jeder Konstellation untergehen. Und wer noch länger nachdenkt im blauen Lager, kommt zur Erkenntnis, dass für die FPÖ überhaupt jede Regierungsbeteiligung eine Wahl später unweigerlich wieder zum massiven Stimmenverlust führen wird, selbst wenn die Partei Nummer eins und Kanzlerpartei würde. Aus mehreren Gründen:

  • Denn immer mehr Menschen haben in allen möglichen Beziehungen wachsende Ängste vor dauernden Bindungen. Viele Wähler europaweit wählen fast prinzipiell volatil und tendieren zu einem immer größeren Prozentsatz dazu, nie zweimal die gleiche Partei zu wählen.
  • Denn die FPÖ hat zum Unterschied von Rot und Schwarz kaum über die enge Funktionärswelt hinausgehende gefestigte Stammwähler.
  • Denn sie hat auch keine soziologische Kernzone, wie es etwa die Arbeiter sowie neuerdings die Türken bei der SPÖ sind, wie es etwa Bauern, Beamte sowie Gewerbetreibende bei der ÖVP sind (was selbst dann noch in all diesen Gruppen eine Restrelevanz hat, wenn viele Gruppenzugehörige zeitweise anders wählen, etwa die FPÖ).
  • Denn ehrlich analysierende Freiheitliche wissen, dass ein Gutteil der an sie in diversen Wählergruppen geknüpften Hoffnungen schlicht unerfüllbar ist, weil diese einander oft widersprechen, weil sie einfach unfinanzierbar sind, weil jede Koalition zu Kompromissen führen muss.
  • Und schließlich gibt es bei den FPÖ-Wählern viele typische Protestwähler, die immer gegen “die da oben” sind, die also nach einer Regierungsbeteiligung schon automatisch deshalb gegen die Freiheitlichen sein werden, weil die dann eben auch “da oben” sind.

Daher gibt es viele freiheitliche Abgeordnete, die durchaus nicht in die Regierung drängen, ohne das aber laut zu sagen. Denn in der Opposition hat man die besten Chancen, auch fünf Jahre später wiedergewählt zu werden (übrigens hat auch Jörg Haider im Jahr 2000 etliche parteiinterne Kritiker gehabt, die lieber in der Opposition geblieben wären).

Für sie stehen andere Strategien im Vordergrund:

  1. Die eine ist das Ziel einer Erringung eines Drittels der Mandate. Dann kann kein Verfassungsgesetz mehr gegen die FPÖ beschlossen werden. Dann können die Freiheitlichen auch immer wieder spannende Tauschgeschäfte eingehen, wenn die Regierenden unbedingt eine Verfassungsmehrheit brauchen. Etwa für Posten als Verfassungsrichter oder in der Hochbürokratie. Dann könnte es sich auch niemand mehr in den Regierungsparteien erlauben, die Freiheitlichen als unberührbar hinzustellen.
  2. Kurzfristiges Hineingehen in eine Regierung, um ein paar strategisch wichtige Dinge zu beschließen (wobei die meisten eher mit der ÖVP möglich wären). Dazu könnten beispielsweise zählen: Abschaffung der ORF-Gebühren, strafrechtliches Verbot von Bestechungsinseraten aus Steuergeldern, Senkung oder Streichung der WKO- und Arbeiterkammerbeiträge, Aufhebung der Meinungsfreiheits-Einschränkungen, deutliche Verschärfung der Asyl-, Islam-, Fremden- und Integrations-Gesetze sowie eine Reform der Bildungsgesetze in Richtung Vielfalt und Leistung samt Deutschlern-Klassen. Gleichzeitig plant man jedoch insgeheim, dass man nach ein oder zwei Jahren wieder aus irgendeinem Krach heraus die Regierung verlassen wird.
  3. Die gerade genannten Ziele könnte die FPÖ aber auch wie 1970/71 durch paktierte Duldung einer Minderheitsregierung zu erreichen hoffen, also ohne sich gleich ganz durch Machtpartizipation zu verbrennen.

Freilich: Strategie lässt sich nicht so genau vorausplanen wie hier in drei Varianten skizziert. Es ist etwa durchaus möglich, dass dann im Ernstfall die mit Regierungsjobs und -budgets verbundenen Möglichkeiten allzu verlockend sind, auch wenn man eigentlich ursprünglich anders wollte.

Selbst wenn keiner offen davon redet, so haben doch viele Freiheitliche im Hinterkopf solche Überlegungen. Man kann jedenfalls überhaupt nicht den Eindruck gewinnen, dass sich die FPÖ inhaltlich oder personell wirklich aufs Regieren vorbereiten würden. Das Leben als erfolgreiche Opposition ist durchaus attraktiv, haben viele Blaue entdeckt. Das war wohl auch ausschlaggebend, dass sie sich etwa zuletzt beim Bildungsthema kaum eingebracht haben.

Andererseits: Solange körpersprachlich ein nur beschränktes freiheitliches Interesse am Regieren erkennbar ist, werden die beiden anderen Parteien nur mit Rückversicherung die blaue Karte ins Spiel bringen. (TB)

32 comments

  1. stiller Mitleser

    Sehr interessant (wie immer bei A.U.) und die These von der gemütlichen, sicheren Opposition ist bestechend.
    Allerdings: einige Stammwählergruppen vermute ich doch, und könnte nicht auch eins der Probleme der FPÖ sein, daß sie keine Vorfeldorganisationen (außer Burschenschaften/Turnvereinen) hat, aus denen sich junge, qualifizierte Leute gewinnen ließen, die sich dann auch in Regierungsfunktionen trauen?

  2. Dihaus

    Ein sehr subtil geschriebener Aufruf, ja nicht die FPÖ sondern die ÖVP zu wählen.
    Das sollte eigentlich als Werbung gekennzeichnet sein.

  3. Thomas Holzer

    So sich die gewählten Abgeordneten der FPÖ mit der “2.Reihe”, sprich andauernder Opposition im Parlament zufrieden geben, lässt es sich ja auch recht gut leben, auf Kosten der Steuerzahler.
    Bei der FPÖ von “erfolgreicher Opposition” zu sprechen, wage ich zu bezweifeln.

  4. Reini

    Welcher Arbeiter wählt noch die Arbeiterpartei? … es gibt viel eingesessene, hier jahrelang arbeitende Türken in Österreich, die ebenfalls auf die SPÖ angefressen sind.
    SPÖ und ÖVP Wähler sind Großteiles von ihren Parteien abhängig, welche ein weitverzweigtes politisches Netzwerk besitzen, sie werden wegen der Finanzierung gewählt oder … äh… damit gekauft. Würde die FPÖ etwas politische Schlauheit zeigen, sie würden mit Abstand gewinnen, … vielleicht wollen, können oder dürfen sie das gar nicht,… das werden die Parteichefs bei einem weißen Spritzer in der Kantine besprechen.

  5. wbeier

    >Bei der FPÖ von „erfolgreicher Opposition“ zu sprechen, wage ich zu bezweifeln< (zit. Thomas Holzer)
    Nun, wenn ein eigentlich doch recht erfolgreiches langjähriges thematisches „Vorsichhertreiben“ des herrschenden Filzes keine erfolgreiche Opposition ist, weiß ich nicht, was erfolgreiche Opposition überhaupt ist. War bislang ja auch ein erfolgreiches Gegengeschäft, weil die Profilierung des Filzes als pluralistisch, weltoffen und demokratisch wesentlich besser gelingt, wenn stets auf das abgrundtief Böse und die Reinkarnation des Na*ismus in Form der Blauen hingewiesen werden kann.
    Tatsächlich hat die FPÖ ein Öffentlichkeitsproblem abseits der Stammtische autochthoner, heterosexueller Männer. So wird beispielsweise Informationsmaterial der FPÖ in neutralen Kuverts verschickt, damit Postler und Nachbarn ja keinen „Verdacht“ schöpfen.
    Was dieser Partei tatsächlich fehlt und was die Linken immer schon beherrscht haben, ist das, was ich „emotional design“ bezeichne. Daher auch kaum Spontanität, Aktivismus, Individualität im politischen Auftritt sondern Jugendfunktionäre im dunklen Anzug. Ob das für die wenigstens teilweise Eroberung des so wichtigen vorpolitischen Raumes ausreicht, wage ich zu bezweifeln.

  6. waldsee

    das ORF Thema hat mir gefallen.Die Abschaffung der Gebühren wird sehr wirkungsvoll. Dazu gehört auch die Streichung der Presseförderung,ein weiteres Volksverblödungsinstrument.

  7. wbeier

    Nicht vergessen: Mitte November laufen endgültig die Grenzkontrollen aus und damit kommt es zum Offenbarungseid der Parteien. Wer riskiert einen Krieg mit Brüssel durch eine Orbanisierung Österreichs? Am Horizont sehe ich nur Lulus….

  8. Wanderer

    @stiller Mitleser
    Dieses Personalproblem für Regierungsaufgaben sehe ich nicht (mehr). BSA- und CV-Standard erreichen die akad. Korporationen allemal. Allerdings gibt es keine blaue Jugendorganisation, die auf die Straße geht und Demos organisiert. Damit mobilisieren Rot und Grün doch immer wieder ganz beachtlich.

  9. Weninger

    Natürlich weiß die FP dass sie als Koalitionspartner von SP oder VP nur einen Bruchteil ihrer Vorstellungen ujnd Wahlversprechen durchsetzen wird. Man zeige mir ein paar Punkte auf, wo die 2000-2006 Regierungsbeteiligung bzw. Gesetzgebung eindeutige blau/orange Handschrift trägt?

  10. raindancer

    wenn das alles ist was man der FPÖ vorwerfen kann, werd ich sie getrost wählen….
    die Liste der Negativpunkte bei ÖVP, Grüne, Neos und SPÖ ist ungleich länger.

  11. Weninger

    Natürlich können Sie FPÖ wählen, immer noch besser als ÖVP, aber zuviel erwarten würde ich mir halt nicht außer Ausreden vom Strache, warum man dieses oder jenes dann doch nicht machen könnte.

  12. stiller Mitleser

    @ raindancer
    warum kandidieren Sie nicht auf lokaler Ebene für die FPÖ?
    Sie wären wirklich ein Gewinn für die Leute und ich erwarte mir – dafür, daß ich Sie angestupst hab – selbstverständlich einen Blumenstrauß von Ihrer zukünftigen Bezirksparteileitung (oder wie das dort heißt) und zwar, genau gesagt, einen Strauß Madonnenlilien, die aber bitte Herrn Ortner zuzustellen sind (damit er daran in Ruhe Formanalogien studieren und die symbolische Erhebung ins Vegetabile meditieren kann).

  13. raindancer

    @Weninger
    ich erwarte mir den Energieschub der Neulinge ..wenn sie überhaupt die Mehrheit bekommen, werden sie wohl einiges machen müssen, vor allem da wo sie am lautesten geschrien haben..
    Danach erhoffe ich mir, dass sich die Parteienlandschaft erweitert oder es mehr Möglichkeiten zur direkten Demokratie gibt 🙂
    In Deutschland wählt man seit 10 Jahren Merkel
    bei uns seit über 50 rot und schwarz…meinen sie nicht, dass das zu denken geben sollte?
    Das aktuelle Parteiensystem wurde nie reformiert (ausser das die Legislaturperioden länger werden und die Gehälter und Pensionen der Politiker stetig höher)
    Wenns nach mir geht, wird das alles reformiert und wir haben direkte Demokratie ab morgen.
    Im Sinne von weg vom Bundesstaat hin zum Kleinstaat und die Bürger sollen für jeden verdammten Mist wählen gehen.

  14. raindancer

    29. Juni 2017 – 12:31 stiller Mitleser
    sie haben meine Philosophie noch nicht so ganz verstanden, ich versuche es zu erklären.
    Ich will im Grunde keine Parteien, ich möcht für ein Programm wählen, welches zwingend umgesetzt werden sollte bei einer Mehrheitswahl.
    Das Leben ist kein Wunschkonzert, die politische Landschaft Europas ist eine Katastrophe.
    Ich gehöre prinzipiell zu keinen Clubs..weder Fussball noch Politik.
    Man verschreibt seine Seele nicht dem Teufel und auch nicht der Langeweile.
    Parteien ändern sich, und werden korrupt oder rabiat..was dann?
    Wer einmal im Amt sitzt, bleibt dort am Sessel kleben..die Interessen der Bevölkerung .irrelevant.
    Ich lasse keine Gruppe für mich sprechen, ich spreche immer für mich allein.
    Umgekehrt möchte ich nicht für eine ganze Gruppe sprechen.
    Im Gegensatz zu anderen bin ich aber gerne bereit auch jede Woche für das Wohl einer Gemeinde, Bundesland oder Nation wählen zu gehen und im Gegensatz zu vielen anderen war ich von Anfang an auch nicht anonym bereit meine Meinung zur Klimawandellüge, Migrantenschieberei öffentlich kundzutun.
    In Österreich erhielt man dafür Ächtung.
    Ich war aber ganz am Anfang bei den Identitären mitgefilmt in KLU protestieren gegen die Einwanderung. 🙂 (übrigens das grösste Polizeiaufgebot, dass ich je gesehen habe), es gab diese suspekten in schwarzem Leder Männer dabei, auch Mütter mit Kindern, bunt gemischt sozusagen,die Demo war friedlich, ich behaupte ganz neutral: ich weiss nicht ob wegen der vielen Polizei oder einfach weil die meisten friedlich protestieren wollten.

    Ich gestehe meine Emotionen waren ambivalent. Ich bin nicht gegen Ausländer per se und ich bin gegen Gewalt wenn sie nicht der Verteidigung dient.
    Ich bin aber klar gegen den Islam als Staatsreligion und gegen dessen Förderung.
    Ich bin überhaupt dagegen,dass irgendeine Religion gefördert wird.
    Wenn es eine Religion in 2017 geben sollte, dann die der Bildung.
    Ich bin klar gegen die Asylgesetze wenn sie der Massenmigration dienen.
    Ich bin auch klar gegen die Ostblockbeschäftigen, man hätte Inländer beschäftigen können und diese ausreichend weiterbilden.
    So einfach kann es sein, zumindest für mich.

  15. Reini

    Wanderer 11:20, .. die Rot Grüne Jugend muss auf die Straße mobilisieren, sie haben Angst vor Verlust der Macht und der zukünftigen Anfütterung,… warum negative Werbung mit Demos machen, wenn dir die Kundschaft aller Altersklassen die Türe einrennt!

  16. Der Realist

    So wirklich geil finden das Regieren ja auch Rot und Schwarz nicht, der Berg an Problemen vor uns wird immer höher, Lösungen dafür immer schwieriger. Zwei bekannte Beispiele wie man sich ein angenehmes Leben machen kann, sind Dr. Josef Cap und Dr. Peter Pilz, Jahrzehnte im Parlament, mit einem Gehalt für das man sich in der Privatwirtschaft täglich den Arsch aufreißen muss, und die Frage: “Wo war meine Leistung?”, kommt denen sicher nicht in den Sinn. Natürlich gibt es auch noch weniger prominente Beispiele dafür.

  17. stiller Mitleser

    @ raindancer
    das haben Sie sehr schön gesagt, – wiewohl Sie niemandem zur Äußerung Ihres Credos verpflichtet sind! – und mich dabei ordentlich beschämt.
    Wie Einzelwille in Politik transferiert wird passiert bei uns nur sehr mittelbar und unter Verlust von Tempo, Dynamik und Inhalten. Das eben macht Aktionismus so attraktiv und führt auch bei saturierten Herrschaften zu Sympathien mit der IB, sogar wenn man deren altes Herkunftsmilieu ganz&gar ablehnt, denn, verdammt nochmal, irgendwer muß doch jetzt was tun…

  18. raindancer

    @stiller Mitleser
    genau diese Frage sollte uns beschäftigen, was kann man tun?

  19. raindancer

    übrigens das Ergebnis dieser besagten ersten Demos (ua KLU) war das Faymann abgesetzt wurde, die Asylaufnahmen gingen ungestört weiter..soviel zum Erfolg der Demos und dem Willen der Bevölkerung.

  20. raindancer

    das Problem ist ja auch dass die Identitäten entweder nicht die klügsten Köpfe sind oder tatsächlich zu weit rechts.
    die rufen doch dummerweise : Faymann raus, oder Österreich den Österreichern …
    immer etwas derb und plump , anstatt auch in den Parolen genau zu formulieren um was es eigentlich geht,
    nicht um die reine Rasse, sondern um eine mässige Einwanderung.

  21. mariuslupus

    Was will die FPÖ eigentlich ? Diese Frage könnte man jeder x-beliebigen Partei stellen und die Chefideologen der Parteien werden diese Frage nicht beantworten wollen, oder besser gesagt sie nicht ehrlich beantworten können. Alle Parteien haben nur ein Ziel. Ihren Repräsentanten zu Macht zu verhelfen, oder die Macht sichern.
    Im Programm der FPÖ steht immerhin ein Satz, den die anderen Parteien, nie so eindeutig schreiben würden. “Österreich ist kein Einwanderungsland”. Stimmt. Auch die anderen Länder der EU sind keine Einwanderungsländer. Aber, die zuständigen Politiker hören nicht auf ihrer Klientel einzuhämmern, dass sie endlich akzeptieren sollen, dass sie von Migranten überflutet werden.
    Übrigens, was soll die FPÖ schlechter machen als die SPÖVP ? Ist es möglich, dieses “Niveau” zu unterbieten ?

  22. Weninger

    @mariuslupus
    Wenn die FPÖ nicht besser ist als 2000ff, dann besteht dieses Chance sehr wohl, falls Sie sich an die jeweiligen Miinsiter und ihre Leistungen erinnern wollen.

  23. mariuslupus

    @Weninger
    Die SPÖVP hat in diesen Zeitraum einen im Jahr 2000 nicht möglichen Absturz eingeleitet, und die Talsohle ist noch immer nicht in Sicht.

  24. Johannes

    Ich sehe das Problem der FPÖ auch darin das es keine Persönlichkeiten vorweisen kann die man unter dem Motto “laßt Strache und sein Team arbeiten“ bewerben könnte.
    Wahrscheinlich ist es die Folge der jahrzehntelangen Ausgrenzung das sich die FPÖ schwer tut Persönlichkeiten in der Öffentlichkeit zu präsentieren.
    Ich glaube es gäbe genug Menschen mit Fähigkeiten und Sympathien für die FPÖ, aber das öffentliche Eingeständnis zur FPÖ kann schweren Schaden für das berufliche Fortkommen bedeuten.
    Langsam ändert sich dies und ich denke es ist der Verdienst von Strache das er die Partei zu einer ernst zu nehmenden Kraft gemacht hat.
    Wenn die Grünen zerbröseln wird ein wichtiger Player im stigmatisieren der FPÖ wegfallen.

  25. aneagle

    Spö+ Övp haben alles, wirklich alles unternommen um lange nicht wieder gewählt zu werden. Die Liste ihrer jahrzehntelangen Inkompetenzen, asozialen Arroganzen und unredlichern Machtakkumulationen ist zu lange. Ein Neuanfang in Österreich, mit einer Koalition aus diesen verhaberten Parteibonzen, die Österreich seit vielen Jahren zu ihrer Beute gemacht haben, ist schlicht nicht möglich. Zu erstarrt sind die Strukturen der Machtentfaltung durch Parteienfilz in Österreich.Eine Minderheitsregierung der FPÖ unter Duldung der beiden konkurrierenden Machtjunkie- Parteien einerseits und dem unangenehmen Wissen vom Willen der Wähler andererseits, stelle ich mir für Herrn Strache nicht wirklich bequem und schon gar nicht langanhaltend,vor. Aber schon die Angelobung durch Opa VdB entschädigt für vieles. Spö und Övp haben, jeder auf seine Weise, ihren Willen Österreich zu ruinieren, hinlänglich demonstriert. Strache kann das schneller! Weit und breit ist (noch) keine politische Alternative, mit der ein Staat zu machen ist, in Sicht. Wenn also die Richtung, nämlich abwärts, ohnehin klar ist, worauf warten wir noch?

  26. Weninger

    Wenn keine größeren Anschläge stattfinden, wird die FPÖ bei weitem nicht Erster werden, darf also wieder mla Juniorpartner spielen. Ob Strache dann selbst Vizekanzler wird oder wie Haider jemand anders vorschickt (Hofer?) wird sich zeigen.

  27. Weninger

    Das Problem liegt nur darin, dass man sich einbildet, die anderen empörten Bürger wollen dasselbe wie man selbst. Über Themen ist man sich vielleicht einig, aber nicht über die Lösungswege, was zum Florianiprinzip führt und mE auch die Ursache für immer wieder auffallende Zerworfenheit rechter Bewegungen darstellt.

  28. stiller Mitleser

    @ Weninger
    das miese Binnenklima in der ÖVP ist ja sprichwörtlich….

    Wie wär’s mit einem Wiener Foristen Treff (mit skype zu raindancer, aber vielleicht kann sie reisen??)

  29. stiller Mitleser

    @ Weninger
    Ich hatte Sie nicht bei der ÖVP vermutet (meine Tastatur hat kein Smiley).

    Nach einem Jahr in diesem Forum hat man eine Vorstellung von manchen Leuten und ich fände es interessant, alle, die halt kommen wollen und können, mal kennenzulernen.

    Nächstes Thema hier wird ohnehin Pilz, und wem er Stimmen wegnehmen wird, sein.

  30. Weninger

    Na da gibts aber etliche “Linkere” in der ÖVP, konstruktive Politik hat bei denen nie eine Rolle gespielt, es wird den Leuten mit dem richtigen Stallgereuch geholfen, den anderen nicht, das stört mich am meisten an der ÖVP.

  31. Weninger

    Nachsatz: Mit Zerworfenheit hab ich gar nicht so sehr die ÖVP gemeint, sondern eher die FPÖ und andere Rechtspopulisten, die sich immer nur in der Empörung einig sind. Leute wie raindancer, die jeden einzelen Übegriff eines Ausländers lautstark kommentieren sind mir etwas zu überaufgeregt.

Kommentar verfassen

Du kannst die folgenden HTML-Codes verwenden:
<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden .