Weg mit dem Russendenkmal!

(C.O.) Österreich hat sich im Staatsvertrag dazu verpflichtet, das Denkmal für die Rote Armee (“Russendenkmal”) am Wiener Schwarzenbergplatz zu erhalten. Russland hingegen hat sich in ganz anderem Kontext dazu verpflichtet, die Souveränität der Ukraine zu repektieren. Doch offensichtlich legt Russland auf das Recht – siehe Krim – keinen all zu großen Wert. No Problem: eine gute Gelegenheit für Österreich , das Recht auch einmal lockerer zu sehen , das Russendenkmal zu schleifen und durch eine Gedenkstätte für alle alliierten Soldaten zu ersetzen, die an der Befreiung Österreichs beteiligt waren. Die Gefahr, dass dann auch in Simmering russischsprachige grüne Männchen auftauchen, ist überschaubar.

21 comments

  1. world-citizen

    Nicht schleifen – lasst es stehen und ergänzt es einfach um ein paar Sprachen – und dazu eine zweite Säule mit dem Konterfei von Jean Monnet an der Spitze. Platz wäre ja genug vorhanden.

  2. Manuel Leitgeb

    Ich bin schon lange dafür, daß das Denkmal geschleift gehört. U.a. auch deswegen weil die Beschreibungstafeln stalinistische Propaganda widergeben.

  3. Thomas Holzer

    Wieder einmal Bilderstürmer unterwegs?!
    Ich denke, Österreich wird auch dieses Denkmal mit seiner stalinistischen Propaganda (welche natürlich jeder Österreicher versteht, weil jeder Österreicher der russischen Sprache mächtig ist) “verkraften”, genauso wie es einen Dr.Karl Lueger Ring verkraftet hätte -hätte die Mehrheit nicht den linken Bilderstürmern nachgegeben.
    Man sollte halt Denkmäler und Straßennamen und Gebäude im Allgemeinen immer aus ihrer Geschichte heraus versuchen zu verstehen, und nicht mit der ideologisierten “Weisheit” derer, welche das Glück hatten, später geboren worden zu sein

  4. caruso

    Ich bin auch Thomas Holzer Meinung. Solche Denkmäler gehören zur Geschichte eines
    Landes.
    lg
    caruso

  5. Nattl

    In den Kommentaren äußert sich heute wieder voll die Liberalität der selbsternannten “Liberalen”…

  6. Manuel Leitgeb

    Bzgl. des Vorwurfs “Bilderstürmer” in Bezug mit Karl Lueger: Ich denke es ist doch ein großer Unterschied, ob man über die Namen und Denkmäler des eigenen Landes diskutiert oder über ein Siegesmal einer fremden Macht, die das eigene Land über Jahre noch besetzt hielt (und die ein “bißchen” weniger nett war, als z.B. die Soldaten der Amerikaner und Briten). Zudem auf dem Denkmal nicht einmal Namen von Gefallenen o.ä. verzeichnet sind, sondern es rein dazu diente Überlegenheit zu demonstrieren.

    Und zum Vorwurf “illiberal”: Meiner Meinung nach hat es nichts mit liberaler oder nicht-liberaler Einstellung zu tun, wenn ich nicht möchte, daß zwei (Propaganda-) Zitate eines der größten Massenmörders aller Zeiten auf einem prominten Platz stehen und geehrt werden. Ob die nun auf Russisch geschrieben sind oder nicht, ist dabei irrelevant.

  7. Rado

    Wie immer, wenn die echte Gefahr vorbei ist. Es erwachen die Denkmal- und Friedhofsvandalen.

  8. Thomas Holzer

    @Manuel Leitgeb
    Diskutieren kann man über fast alles; dies sollte jedoch nicht dazu führen, zu versuchen, die Geschichte (in diesem konkreten Fall) des eigenen Landes aus dem -eh schon mangelhaften Geschichtsbewußtsein seiner Bürger zu verbannen- indem man “missliebige” Denkmäler schleift, welche in den derzeitigen Zeitgeist nicht zu passen scheinen
    auch Briten, Franzosen und US-Amerikaner standen in Österreich bis 1955 als Besatzungsmächte, nicht nur die Sowjets; und ja, auch die Sowjets haben einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Befreiung Österreichs geleistet.

  9. Mourawetz

    Wie könnten Gesetzlose darauf pochen, dass das Gesetz einzuhalten ist. Das wäre ja geradezu pervers.

  10. Manuel Leitgeb

    ad Thomas Holzer:
    Das ist ein Mißverständnis. Weder möchte ich Teile der Geschichte aus dem Bewußtsein verbannen, noch bin ich allgemein gegen Denkmäler anderer Länder. Ich habe nur folgende Probleme mit diesem:
    A) Es ist kein Denkmal für gefallene Soldaten, mit einem solchen hätte ich kein Problem (schließlich gibt es auch Soldatenfriedhöfe in fremden Ländern). Es ist ein Zeichen der Überlegenheit gegenüber den Geschlagenen (in typisch sozialistischer Manier).
    B) Die Inschriften sind Zitate eines brutalen Schlächters (auch an den eigenen Völkern), und diese selbst sind zur Propaganda gedacht.
    C) Es stimmt zwar, daß nicht nur die Sowjetunion Besatzungsmacht war, allerdings war sie ungleich brutaler. Das sind man an den Verbrechen v.a. am Anfang der Besatzungszeit und an den Umgang mit der Bevölkerung während der gesamten Zeit (und der Ausbeutung der Wirtschaftsfaktoren).

    Daher meine ich den gefallenen Soldaten soll man gedenken, aber ein Land oder besser gesagt ein derart menschenverachtendes System und seinen mörderischen Diktator mittels Denkmal zu ehren, ist schlichtweg falsch.

  11. M.Kunze

    Ein nettes Geplänkel – sonst nix. Oder spielen wir jetzt verspätet 1984 samt newspeak u Geschichsumschreibung? Da hätt ma in Wien eine Menge Denkmäler zu behandeln.
    Also stell ma halt a Taferl dazu mit erklärungen und fertig !

  12. Passant

    Mir würde es fehlen, schliesslich kenne ich es seit seiner Errichtung und den Platz nicht anders. Allerdings sollte man den ursprünglichen Zustand wiederherstellen und den Panzer – ein Sturmgeschütz – wieder vis á vis auf dem Platz aufstellen. Der steht sicher noch irgendwo herum und würde an der ursprünglichen Stelle wieder angebracht dem Ensemble den richtigen Akzent verleihen, den eines Mahnmals. Und gelegentlich könnte man dort auch der Opfer der Befreiung gedenken.

  13. ricbor

    Das Ding steht doch eh nur rum, damit die Republik weiter an ihrem Märchen über ihren Status in den glorreichen Jahren des dritten Reichs festhalten kann . Das Russendenkmal ist ein Siegesdenkmal, das daher auch nicht in einem befreiten, sondern in einem besiegten Land errichtet wurde. Wien und Berlin dürften die weltweit einzigen Hauptstädte bleiben, in denen 70 Jahre nach Ende eines Krieges ein Denkmal des Siegers überlebt hat.

  14. Thomas Holzer

    @ricbor
    Alles eine Frage des Blickwinkels 🙂

    @Ortner
    Nur weil die Russen Verträge brechen, sollen das jetzt auch alle anderen?!
    Frei nach dem “Motto”: “weil der gemordet hat, schlage ich jetzt auch allen anderen den Schädel ein”

    Verzeihung, aber dies ist eine sehr eigenartige Rechtsauffassung

  15. Mourawetz

    Das Russendenkmal selbst möchte seit Jahr und Tag die Geschichte umschreiben, es ist eine einzige Propagandalüge, angefangen vom heroischen Soldaten der Roten Armee bis zur Darstellung als Befreier,der bloß einen Tyrannen durch einen anderen ersetzte. Im Sinne einer unverfälschten Geschichte gehört es auf den Schutthaufen der Geschichte, so wie sie unzähligen Denkmäler der ehemaligen Sowjetunion, die nach deren Zusammenbruch von der Bevölkerung umgestürzt wurden. Ein Schandmal der Unterdrückung der Völker. Nur unverbesserliche Kommunisten sprechen von Geschichtsumschreibung.

  16. Thomas Holzer

    @Mourawetz
    Now well; ich bin wahrlich kein unverbesserlich Kommunist! 🙂
    Da aber ein Großteil der hier Beiträge Schreibenden unisono der Meinung zu sein scheint, daß dieses Denkmal auf einer Propagandalüge basiert, denke ich, daß es eingedenk dieser Erkenntnis durchaus weiter bestehen darf 😉
    Und nicht alle Soldaten der Roten Armee haben Zivilisten gemordet, vergewaltigt, haben gebrandschatzt!
    Und abschließend: es ist kein Russendenkmal, sondern ein Sowjetdenkmal!

  17. aneagle

    Interessant wohin dieser, im praktische Sinne undurchführbare, Vorschlag die Diskussion geführt hat. Aber : pacta sunt servanda !

    Eine Anpassung an das Handeln eines Vertragsbrüchigen ist eine Qualitätsminderung des Vertragstreueverhaltens des Standortes und für diesen insgesamt schädlich, nicht nur weil er zur Nachahmung auffordert. Besser den Russen ein beispielgebender Vertragspartner bleiben, statt sich, weil es gerade bequem ist, selbst ins Unrecht zu setzen.

    PS: ich bin weder Kommunist noch unverbesserlich, schon gar nicht beides 🙂

  18. Reinhard

    1. In Österreich bricht sogar die eigene Regierung die Verfassung, ohne mit der Wimper zu zucken. Das kleine Pröllchen schon vergessen?
    2. In der Ukraine wurde der demokratisch gewählte Präsident verfassungswidrig abgesetzt und sein nicht legitimierter Nachfolger protzt in Brüssel große Töne über’s Völkerrecht und schließt (illegitim) langfristige Verträge ab und keinen juckt’s.
    3. Die EU hat das Brechen der Verträge, die den eigenen Mörtel im morschen Mauerwerk darstellen, schon zum Dauerzustand erhoben. Kaum eine Sitzung am Kaiserlichen Hofe, die im Ergebnis nicht wieder Vertragsbrüche oder demokratiefeindliche Bestimmungen über den Kontinent gießt.

    Was also soll das tägliche Russen-Bashing nebst lächerlicher Forderung nach Bildersturm? Eine wahre Berichterstattung über die geschichtlichen Fakten und ein Lehrplan an den Schulen, der den Kommunismus nicht verklärt, wäre sinnvoller. Lieber kritische, gebildete Menschen, die dieses Denkmal in seinem historischen Zusammenhang erkennen, als pseudomarxistisch verklärte Dumpfbacken, die nicht einmal wissen, warum das überhaupt da steht.

    Übrigens hat Putin heute die Eurasische Union begründet, als Gegengewicht gegen die EU. Genau deswegen kotzt der weströmische Kaiserhof in Brüssel, weil Ostrom in Moskau neu ersteht während der X-te Versuch, ein neues Reich in Westeuropa zu begründen, im Scheitern begriffen ist! Und keiner will die Sicht des Russen verstehen: In der Eurasischen Union ist Russland Führungsmacht und Rohstoffquelle, in der EU wäre es das primitive Schmuddelkind aus dem Osten, der ungeliebte grobe Wurmfortsatz, den man naserümpfend am Katzentisch erträgt.

  19. ricbor

    @ R.
    Und keiner will die Sicht des Russen verstehen

    Wenigstens sie verstehen ihn. Das ist doch ein schöner Anfang.

  20. Mourawetz

    Wer das Russendenkmal, verteidigt, verteidigt Stalin. Wenn man von Stalin zu Putin kommt, spricht das auch Bände. Wer war eigentlich Stalin? Offenbar versteht man den historischen Kontext nicht, dafür aber Putin umso besser.

    Die Wiener Bevölkerung übrigens spricht vom Russendenkmal. Was dem Volksmund recht ist. Ist mir nur billig.

  21. Rado

    @Mourawetz
    Wer des Russendenkmal verteidigt, verteidigt alle Denkmäler. Egal ob sie in den gerade opportunen Zeitgeist passen oder nicht. Stalin hin oder Putin her, Bilderstürmerei war immer auch ein Vorbote geistiger Enge.
    Genauso wie eine bestimmte Sorte Menschen gerne den Drang verspürt, das zu zerstören, was sie nicht versteht.
    Abgesehen vom Denkmal, Kann es sein, dass in Wien irgendjemand Interesse an einer interessanten Immobilie hat?

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