4 Gedanken zu „Wenn Demokratien wackeln

  1. mariuslupus

    Typisches NYT produkt. Ein Beweis, dass Sulzberger jr. aus dem Debakel seiner Zeitung mit der einseitigen anti-Trump Propaganda, nichts gelernt hat. So wie die sogenannten pro-Clinton Eliten in den USA und in Europa nichts gelernt haben, und auch in der Zukunft nichts lernen werden. Überall wird ein Rückgang der demokratischen Rechte vermutet, nur dort wo dieser Abbau tatsächlich statfindet, wird verbissen weggeschaut. Trump werden, noch bevor er im Amt ist, berets diktatorische Ideen zugeschrieben. Merkel seit Jahrzehnten im Amt, hat ihre Diktatur mit Zustimmung und Unterstützung, der Medien, errichtet. Die fortschreitende Einschränkung der Meinungs- und Redefreiheit ist eine Tatsache.
    Aber vielleicht meint der Autor über prophetische Qualitäten zu verfügen. Stranger in his own country, ist für viele EU Bürger bereits die Realität, in der sie leben. Dazu braucht man aber kein Prophet zu sein.

  2. Herzberg

    Na dann dröseln wir das mal auf:

    Dreh- und Angelpunkt ist das Percentage of people who say it is “essential” to live in a democracy. Argumentiert wird, dieser Prozentsatz hätte in den letzten Jahrzehnten stark abgenommen, was wiederum Grund zur Sorge sei und an krisenhafte Vorgänge in Venezuela erinnerte.

    Monokausal ist kein Aspekt dieses Themas, allein wenn man sich vergegenwärtigt, was alles theoretisch einem Individuum essenziell anmuten kann für ein gelungenes Leben, oder wie Menschen ihre Situation wahrnehmen in Nicht- respektive Partialdemokratien wie etwa den Vereinigten Emiraten, Hongkong oder Singapur.

    Tante Google spuckt bei der Suche nach “Merkel democracy” einige hunderttausend Treffer aus, prominent gereiht sind dabei Lobpreisungen wie von “Politico” mit “Angela Merkel’s new job: global savior”, die “Financial Times”: “Merkel takes liberal-democratic stand in post-Trump world” oder “New York Times” mit dem Titel: “As Obama Exits World Stage, Angela Merkel May Be the Liberal West’s Last Defender”.

    Es wäre müßig, sich einmal mehr an der deutschen Kanzlerin als Person und prononcierten Fürsprecherin der Abgabe von Souveränität abzuarbeiten, stünde sie nicht prototypisch für ein völlig pervertiertes Demokratieverständnis, das zugleich vom globalen Mainstream als weltweiter Benchmark bejubelt wird.

    Weshalb sollte es essentiell sein, in einer Demokratie zu leben, die mit bürgerlicher Mitbestimmung im Geiste ihrer antiken Erfinder bloß noch die beschriftete Hülle gemeinsam hat und auf die vielzitierte “Demokratur” hinausläuft? Es ist einerlei, ob die breite Masse den Etikettenschwindel zur Gänze durchschaut oder nicht, entscheidend ist die mutmaßlich richtige Feststellung, wonach sie die aktuelle politische Verfaßtheit zunehmend ablehnt.

    Ist das nun der Persilschein für die Repräsentanten der Scheindemokratie, die schiefe Ebene noch weiter zu neigen und aus der Not der Untertanen eine Tugend der Herrscher zu konstruieren? Wenn die Mehrheit sich laut Demoskopie nach dem ominösen starken Mann an der politischen Spitze sehnt, dann spricht wenig dagegen, dem an Mitbestimmung vorgeblich desinteressierten Volk noch mehr vom selben zu verabreichen. Praktisch, nicht wahr?

    “Krieg ist Frieden! Freiheit ist Sklaverei! Unwissenheit ist Stärke!” — Eric Blair, besser bekannt als George Orwell, zeigte uns unmißverständlich auf, wie wir alle gegen den Strich gebürstet werden und worauf dies hinausläuft. Ihm sind wir zu Dank verpflichtet, doch ironischerweise müssen wir auch den nimmermüden Orglern der Volksverblödung dankbar sein, sind es doch deren konsequente Überdrehungen und Überzeichnungen, die inzwischen den Naivsten schon die Auge öffen müssen.

    Irgendwann einmal ist der Spuk vorüber. In der historischen Aufarbeitung werden die bekannten Sprüche fallen, man hätte das Ganze nicht kommen können sehen und ganz besonders Pfiffige könnten sogar behaupten, sie wären mit der Pistole am Kopf zum Verfassen ihrer notorischen Leitartikel, Analysen, Kommentare und was sonst noch nötig war, Medienkonsumenten die Urteilskraft zu rauben, gezwungen worden, doch dabei hatte man es absichtlich dermaßen übertrieben, daß doch wirklich jeder hätte erkennen müssen, das wäre nicht ernst gemeint.

  3. Dr.Fischer

    @ Herzberg

    Danke.
    Irgendwann einmal ist der Spuk vorüber – ja, gsd. Und ich bin heilfroh,selber schon so alt zu sein und meine, daß sich aus den Ruinen wieder neue Setzlinge ans Licht kämpfen werden.

  4. FDominicus

    Die liberalen Demokratien wurden schon vor Dekaden zu Grabe gelegt. Man profitiert immer noch von deren kurze Blützezeit.. Was Sozialdemokraten aber ganz bestimmt nicht daran hindert immer rigider und sozialistischer zu werden.

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