14 comments

  1. Reinhard

    Wenn der Doktor nicht schneidet, heißt es, die armen Patienten werden mit ihren Schmerzen und hilflosen Placebo-Therapien im Regen stehen gelassen. Wenn der Doktor schneidet, heißt es, der raffgierige Arzt wolle sich nur bereichern.
    Eigentlich egal, was der Doktor tut. Falsch ist es immer.

  2. Christian Peter

    Machen wir uns nichts vor : Das Gesundheitswesen dient als Beute der politische Parteien, Pharmaindustrie und Ärzteschaft. Nach seriösen Schätzungen erfolgen 40 % aller von Ärzten vorgenommenen Behandlungen, 30 % aller Operationen und mehr als 50 % (!!) aller Medikationen ohne Nutzen für den Patienten. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Pharmaindustrie und Ärzteschaft (vor allem in Österreich und Deutschland) zu den politisch einflussreichsten Interessengruppen zählen (gleich nach der Finanzindustrie).

  3. Rennziege

    11. Mai 2014 – 12:56 Christian Peter
    Ihre diffuse Formulierung “nach seriösen Schätzungen” sagt alles über Ihr antikes “offenes Geheimnis”. Dass Pharmaindustrie und Ärzte auch Geld verdienen wollen, ist bekannt und legitim; dass dabei nicht immer alles richtig gemacht wird, ist unvermeidlich. So what, sir?
    Fragen Sie einmal einen 30-jährigen Stationsarzt, was er für nach acht Jahren Studium für Nachtdienste, Bereitschaft, Verantwortung und durchwachte Nächte, gern 60 Wochenstunden, in seinem Brieftascherl vorfindet — und immer noch mit Herzblut bei der Sache ist.
    Sie werden daraufhin einen Tranquilizer brauchen.

  4. Christian Peter

    @Rennziege

    Ärzte und Pharmaindustrie sollten verdienen, so viel sie möchten – aber sich bitte nicht aufgrund eines planwirtschaftlichen Gesundheitssystem auf Kosten der Allgemeinheit bereichern.

    ‘was verdient ein 30 – jähriger Stationsarzt’

    Nur in einem Land der Erde verdienen Ärzte im öffentlichen Dienst mehr, als in Österreich – in den USA. Bloß sind die Gehälter extrem ungleich verteilt – von 40.000.- bis 1.000.000 Euro jährlich und darüber hinaus.

  5. gms

    Christian Peter,

    “Ärzte und Pharmaindustrie sollten verdienen, so viel sie möchten – aber sich bitte nicht aufgrund eines planwirtschaftlichen Gesundheitssystem auf Kosten der Allgemeinheit bereichern.”

    So so. Wir halten paraphrasierend fest: Niemand sollte in einem falschen System das Falsche tun.
    Ob Sie nun aber “Feuerwehrleute” einsetzen, “Radfahrer”, “Dachdecker”, “Sozialhilfeempfänger”, “Radiomonteure” oder auch “Ärzte” — Ihre bloß oberflächlich zweifach abgedichtete Sprechblase wird in keiner einzigen Variante auch nur ansatzweise wasserdicht.

    Eingedenk Ihres Dranges zur Bevormundung und Zentralisierung ist Ihr Betteln darum, der Bürger mit der Trense im Maul möge sich aus Dankbarkeit doch halbwegs engelsgleich verhalten, der Brüller der Woche.

    Um einmal mehr den Gegenpol zu Ihrem rotzgrünen Weltbild in den Boden zu rammen: Jeder soll und muß im Interesse der Allgemeinheit planwirtschaftliche Systeme zum eigenen Vorteil ausnutzen, denn einzig dies bewirkt dessen Niedergang mit der Option zum Besseren.

    Verkappten Planwirtschaftlern wird das nicht gefallen. Das soll es aber auch nicht.

  6. Rennziege

    11. Mai 2014 – 17:11 M.Kunze
    Hut ab! (“Chapeau!” für Bildungsbürger Ihres hehren Kalibers.) Endlich ein fundierter und astrein recherchierter Kommentar zum Thema. Glüht die Rufzeichentaste auf Ihrem Keyboard schon?

  7. Thomas Holzer

    ja, geschätzte Schäden sind immer und überall sehr genau zu berechnen; das erinnert mich an den Herrn Dr. Schneider der Uni-Linz, der seit Jahren sehr genaue, geschätzte Zahlen zur Schwarzarbeit veröffentlicht 😉

  8. Christian Peter

    Irgendwann muss Schluss sein mit der von ÖVP und SPÖ seit Jahrzehnten praktizierten Klientelpolitik, andernfalls wird sich in diesem Land politisch auch in den kommenden 50 Jahren nichts bewegen.

  9. Christian Peter

    was macht es für einen Unterschied, ob man das Geld Sozialhilfeempfängern, Asylanten, Banken, der Pharmaindustrie oder Ärzten in den Rachen stopft ? Erst wenn sich niemand mehr an den Töpfen der Steuerzahler (Zwangsbeitragszahler) bereichert, werden wir in Freiheit leben.

  10. Leitwolf

    Wirklich? Ärzte handeln ökonomisch? Arbeiten um Geld zu verdienen? Wer hätte das gedacht?

    Jeder der bei Verstand ist, muss davon ausgehen, dass Ärzte nach genau den selben egoistischen Motiven handeln wie alle anderen auch. Das muss als eine triviale Erkenntnis gelten.

    Die Ärzte unterscheidet aber doch einiges vom Normalbürger, und nichts davon ist positiv.
    1. Eine Qualitätssicherungssystem das einerseits auf dem hippokratischen Eid, und andererseits auf der absurden Idee (s.o.) Ärzte seien per se verantwortungsvolle Menschen basiert.
    2. Okönomisch gesehen ein System bei dem der Arzt als Produzent bzw. Händler entscheidet was der Kunde (=Paitent) nachzufragen hat.
    3. Eine psychisch ungesunde Konstellation bedingt durch das bürokratische Machtgefälle: eine ständige Überhöhung des Arztes bei ständiger Erniedrigung des Patienten. Ärzte verkraften das in der Regel nicht, erleiden schwere narzistische Störungen.
    4. Ist der Arztberuf grundsätzlich ekliges Geschäft bei zugleich hohem gesellschaftlichem Ansehen. Das zwingt den Arzt regelrecht in die Rolle eines showman um sich dem negativn Teil zu entziehen und dem angenehmen Teil zuzuwenden.

    Das Gesundheitswesen ist in seiner heutigen Form so verkommen, dass praktisch eine jede Radikalreform zu einem besseren Ergebnis führen würde.

  11. Christian Peter

    @leitwolf

    ‘das Gesundheitswesen ist in seiner heutigen Form so verkommen, dass praktisch jede Radikalreform zu einem besserem Ergebnis führen würde’

    Sie sagen es. Die gesamte Schulmedizin wurde mittlerweile von wirtschaftlichen Interessen der Pharmaindustrie gekapert. Die Forschung und Lehre wird massgeblich von der Pharmaindustrie bestimmt, fast alle wissenschaftlichen Studien werden von der Pharmaindustrie finanziert, Dozenten an den Unis mit einträglichen Nebenjobs bestochen, ganze Universitäten durch Spenden im erheblichem Ausmaß gefügig gemacht. Von der im Grundgesetz verankerten Freiheit der Wissenschaft, Forschung und Lehre kann in der Medizin längst keine Rede mehr sein. Daneben werden alle relevanten Medien im medizinischen Bereich von der Pharmaindustrie finanziert, ohne Kooperation mit der Industrie können Ärzte nichts publizieren und keine Karriere machen.

    Es läge an der Politik, das Gesundheitswesen aus der Geiselhaft der Pharmaindustrie zu befreien. Aber auch die politischen Parteien haben das Thema Gesundheit als äußerst lukratives Geschäft für sich erkannt.

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