Wenn die Regierung zu weit geht

Von | 22. Februar 2021

(ANDREAS TÖGEL) Im Jahr 2020 kannten Politik und Medien so gut wie nur ein Thema: die Corona-Pandemie. Alles andere schaffte es kaum in die Schlagzeilen. Probleme der Massenmigration? Schuldenkrise? Fragen der inneren Sicherheit? Ausgeblendet. Das heißt, Letztere haben zumindest den Staatsfunk in Österreich doch interessiert – und zwar im Zusammenhang mit der steigenden Zahl gesetzeskonform erworbener Schusswaffen.

„So viele Schusswaffen wie noch nie verkauft“ lautete ein Eintrag in der Chronik des ORF-Teletextes vom 4. Januar. Zudem meldete der Waffenhandel Munitionsverkäufe in Rekordhöhe. Im zentralen Waffenregister waren per Ende 2020 rund 1,15 Millionen Schusswaffen aller für Privatleute legal verfügbaren Kategorien gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich der Bestand um 53.000 Stück oder rund fünf Prozent. Die gegenüber 2019 sogar beinahe zehnprozentige Steigerung der Zahl legal verkaufter Waffen treibt den Medienschaffenden erst recht den Angstschweiß auf die Stirn.

 

Die Waffen der Kriminellen

Überflüssig zu erwähnen, dass sich die Damen und Herren Redakteure – nicht nur die des ORF, sondern faktisch alle mit Subventionen im zweistelligen Millionenbereich „geförderten“ Presse-, Funk- und Fernsehunternehmen – ausschließlich um die Zunahme des amtlich erfassten Waffenbestandes sorgen, nicht aber um den Bestand in der Hand von Kriminellen, der vom Schwarzmarkt stammt und in keiner Regierungsstatistik aufscheint. Der kürzlich von einem muslimischen Täter verübte Terroranschlag in der Wiener Innenstadt (vier Todesopfer, zahlreiche zum Teil schwer Verletzte) wurde – wie alle Verbrechen dieses Typs – mit illegal beschafften Waffen (einem vom Balkan stammenden Sturmkarabiner und einer Pistole) ausgeführt, ohne dass diese Tatsache auch nur in einem einzigen der größeren Medien einer ausführlichen Würdigung unterzogen worden wäre.

 

Die Barrikaden gegen die Rechtschaffenen

Nicht nur in Deutschland, auch in Österreich ist es nicht einfach, sich auf legale Weise eine Schusswaffe der Kategorie B (Pistolen, Revolver und halbautomatische Gewehre) anzuschaffen. Neben der „Verlässlichkeit“ des am Erwerb einer Waffe interessierten Bürgers (keine Einträge im Strafregister) wird hier seit mehreren Jahren auch dessen Geisteszustand im Zuge eines ebenso obligatorischen wie kostspieligen „Psychotests“ geprüft. Diese einzigartige Prozedur begründet eines der kuriosen Alleinstellungsmerkmale des Landes. Hat der Antragsteller die Abwesenheit geistiger Störungen unter Beweis gestellt und einen Befähigungsnachweis zum sachgerechten Umgang mit Schusswaffen erbracht, erhält er die zum Erwerb und Besitz von zwei Waffen der Kategorie B erforderliche Erlaubnis in Form einer Waffenbesitzkarte. Die berechtigt ihn allerdings nicht dazu, die Waffe außerhalb der eigenen vier Wände geladen bei sich zu tragen. Der dafür nötige „Waffenpass“ wird – entgegen der Intention des Gesetzgebers – im Wesentlichen nur noch dienstfreien Polizisten ausgestellt, nicht aber gemeinen Bürgern und Steuerzahlern, die – und sei es noch so wohlbegründet – um ihre Sicherheit fürchten.

 

Wenn der Geduldsfaden reißt

Die überzogenen, nicht selten verfassungswidrigen Regierungsverordnungen, die im Zuge der Corona-Krise erlassen wurden, sorgen für wachsendes Unverständnis in der Bevölkerung und führen zu einer Zunahme von Akten zivilen Ungehorsams. Kein Wunder: Regeln, die jeder Plausibilität entbehren, werden eben über kurz oder lang übertreten. Auch den geduldigsten Bürgern geht es letztlich gegen die Natur, wenn sie von der machttrunkenen Nomenklatura dauerhaft wie unmündige Kleinkinder oder potenzielle Verbrecher behandelt werden.

 

Dann steht der Kaiser nackt da

Mittlerweile ist es so weit gekommen, dass der Staat und seine Organe von einer wachsenden Zahl von Menschen nicht mehr als Sicherheitsgarant, sondern vielmehr als Gefahr wahrgenommen wird. Mögliche Folge: Bürger, denen der legale Zugang zu wirksamen Notwehrmitteln verweigert wird, könnten die einschlägigen Vorschriften ignorieren und sich illegal bewaffnen. Kein Machthaber kann dauerhaft gegen das Volk regieren.

 

Dieser Artikel ist soeben in der März-Ausgabe eigentümlich frei Nr. 210 erschienen.

7 Gedanken zu „Wenn die Regierung zu weit geht

  1. Kluftinger

    Herr Tögel trifft, wie meistens, den Nagel auf den Kopf.
    Die Bundesregierung in der derzeitigen Form unterliegt aber , wie es im Fachjargon heisst, dem “Trägheitsmoment im Lernverhalten von Systemen”. Der Volksmund würde sagen, sie sind langsam im begreifen?
    Die Lunte brennt, sie merken es nicht?

  2. sokrates9

    Man will doch den Crash haben; Es gibt doch niemand der bremst; Man fährt mit dem Coronaschmäh mit Vollgas gegen die Wand, wobei ich glaube dass die Regierung gar nicht bemerkt bergab fährt, immer schneller wird und die Bremsen halb kaputt sind und den Zug nicht aufhalten können!

  3. Herbert Manninger

    Eine arbeitsferne, einbildungsnahe, verquotete Schicht kann sich derzeit noch bequem der Corona-Ausrede bedienen, um das Volk zu gängeln.
    Noch.

  4. CE___

    @ sokrates9

    “Es gibt doch niemand der bremst”

    Doch. Es gibt noch sehr viele Leute welche bremsen.

    Nämlich ALLE, inklusive mir selber, die in all dem Wahnsinn noch immer ihre im Grunde nur mehr falsche menschliche Ambition eines auch nur halbwegs leistungsbereiten Menschen und Bürgers beibehalten, etwas tun zu wollen, egal ob produzierend oder konsumierend, und jeden Tag, wenn auch oft nur innerlich und mit den Fäusten in der Tasche, gegen den Schwachsinn der seit März 2020 laufenden sogenannten “NEuen Normalität” rebellieren, und irgendwie ihre Schlupflöcher und ruhigen Ecken finden wollen.

    Vielleicht ist der Wahnsinn und diese Un-Regierung in einer Woche Geschichte wenn wir diesen grossen und kleinen Potentaten ganz genau das geben was diese wollen.

    Einen Lockdown.

    Die Gewerkschaften haben das früher als allgemeinen und unbefristeten Generalstreik bezeichnet.

  5. sokrates9

    CE_Leide ungemein wie sehr wir durch Ausschaltung der Realität immer mehr absacken und hätte es nie für möglich gehalten was sivch das Volk alles gefallen lässt und wie wenig Widerstand der Nomenklatura entgegengesetzt wird.Die Zeiten des Hasses sind wieder voll ausgebrochen.Die Eu kann nicht genug Sanktionen gegen das böse Rußland starten wegen eines Halbverbrechers – lesen sie mal die Navalnystory.Aufschaukelung und zerschlagen von Beziehungen aus völlig irrationalen Gründen.Wenn jetzt völlig irreal handfeste Beweise kommen würden dass die Koalition unter aktiver Mitwirkung von VDB absichtlich gesprengt wurde was wäre die Reaktion?? Null – die Presse würde das wie Corina so rauf oder runterspielen ,dass es keine Wahrheit mehr gibt.65% der Kroneleser befürworten dass Skigebiete wegen Virusgefahr sofort schließen, sind dafür dass Deutsche Touristen die bei uns skifahren wollen streng bestraft werden!Und dann wird gejammert dass wir mangels Fremdenverkehr Schlußlicht in Europa sind!!

  6. Nightbird

    Hauptsächlich der ORF ist im Grund nichts anderes als ein Erfüllungsgehilfe der Regierung die in ihrer Nibelungentreue ausser den Corona-Maßnahmen auch das EU-Legalwaffenverbot durchzudrücken plant. Ständig werden auf den ORF-Seiten, im Teletext, im TV-Prgramm Legalwaffenbesitzer als Schwerstkriminelle, Spinner, Verrückte hingestellt wobei sie scheinbar noch nichtmal den Unterschied zwischen einem Revolver und einer Pistole kennen, wenn man sich manche Artikel durchliest .Und mittlerweile kenntdoch jeder die typischen Herabwürdigungen von Demonstranten als Nazi, Rechtsextreme und Verschwörungsanhänger. Mir geht jedesmal die Galle über beim Lesen. Dieser Sender ist eine Schande für Österreich!

    Die Corona-Maßnahmen sind aber hier nur der Versuchsballon, um herauszufinden, wie und inwieweit man solche Verbote durchzudrücken versucht. Man will ja wissen, wie das Volk reagiert, wenn man ihm was wegnimmt. Die Demo-Verbote sind auch nichts anderes als ein Probelauf. Hier hat man bemerkt, daß die Bevölkerung nur bis zu einem gewissen Grad mitspielt. Ewig kann man aber ein Volk eben nicht knechten.

    Zumindest haben sie erreicht, daß das Volk mittlerweile zutiefst gespalten ist. Und teilweise aufeinander losgeht, wenn Corona ins Gespräch kommt. Bei den Legalwaffen sehe ich aber schwarz, wenn man sieht, daß sich der Großteil der Österreicher lieber abschlachten lässt oder davonläuft als sich nach § 32 StgB sekbst zu verteidigen.

    “Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt!” Das sollte BK Kurz auffallen, wenn er demnächst seinen Machiavelli aus dem Regal nimmt!

  7. Nightbird

    @ sokrates9
    Die Ausschaltung, eher das Ignorieren der Realität wird nur durch jene betrieben, die sich an die Gängelei, die Bevormundung durch die Regierung und das Vordenken einiger Rattenfänger längst gewöhnt haben. Für die ist es leichter, nicht denken zu müssen/wollen. “Es ist leichter, gehorchen, als befehlen zu lernen!” (N.Machiavelli). Der Großteil der derzeitigen Generation lässt sich das alles nur gefallen, weil es nichts anderes kennt.

    Sie haben keine wirkliche Notzeit durchgemacht um zu begreifen, was man alles verlieren kann. Denen geht’s einfach noch zu gut. Und wirklich gelernt haben sie auch nichts. Solange für die nur das Smartphone, Spaß und Parties wichtiger sind als alles andere, sehe ich dunkelschwarz.

    Zugegeben, für die Betroffenen mag’s einfacher sein in ihrem patschertem Leben herumzustolpern. Für jene aber, die sich das anschauen müssen, ist es eine Qual, wie diese die durch unsere Altvorderen hart erkämpften Grundrechte am Altar der Selbstaufgabe opfern.

    Ich persönlich leide nicht. Ich habe längst aufgegeben, dagegen zu opponieren. Nur, ich ärgere mich maßlos über soviel Blödheit. Aber ich weiß auch, daß man diese systemimantenten Mitläufer nicht ändern kann. Diese werden einst den Preis für ihre Dummheit, ihre Ignoranz zahlen müssen. Und selbst das werden sie nicht bemerken.

    Aber das ist unerheblich, denn auf solche Störfaktoren kann die Gesellschaft getrost verzichten denn sie würden uns eher in den Abgrund reissen als weiterbringen. Ich hoffe auch hier darauf, daß die Natur in ihrer Weisheit alles jene aussortiert, was stört. Bisher hat sie’s ja auch geschafft:-)

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